Archive for Juli, 2012

Aus die Maus!

Dienstag, Juli 31st, 2012

Endlich Ferien!

Heute habe ich das erste Mal seit Emils Geburt, Zoe vom Schulbus abgeholt. Mit Ben. Als wir dann zu Hause waren übergab sie mir einen Briefumschlag und einen großen Umschlag. Im Brief waren Fotos von Zoe. Im Umschlag war ein langer Text und ich glaubte, einen letzten Elternbrief in den Händen zu halten. Ich las also beherzt drauf los, wunderte mich nur, dass Zoe direkt angesprochen wird und auf einmal dämmerte es mir: Das ist ihr Zeugnis! Ihr allererstes Zeugnis. Ich musste sofort und augenblicklich kniepern, fühlte mich auch ein bißchen doof und wurde beim Lesen immer stolzer. Ich weiß ja, dass wir eine super Tochter haben, aber das auf dem Papier zu lesen war schon etwas ganz unglaublich Besonderes, es war unbeschreiblich schön. Vorbei nun ihr erstes Schuljahr, in dem sie das Lesen und Schreiben, zuletzt in Schreibschrift lernte (den Rest lasse ich mal der Kürze halber weg :) ). Und seitdem liest sie ALLES. In letzter Zeit auch abends unsere Comics aus dem Bad von Joscha Sauer.

Im Anschluss sind wir mit der liebsten Kinder-Oma zum Kindergarten gefahren. Zu Tom und Noah und dem Kindervater, der sich natürlich nicht entgehen lassen wollte, wie sein Großer aus dem Kindergarten fliegt. Als Noahs Freunde flogen, die er schon ein Jahr vor dem Kindergarten in einer Gruppe kennen gelernt hatte, merkte ich schon wie es in mir bebte, aber unheimlich schlimm war dann der Moment, in dem seine Erzieherinnen ihn hoch nahmen, bereit zum Rauswurf. Es ist einfach das Ende seiner Kindergartenzeit, auch für Noah waren es drei Jahre. Seine Erzieherin hätte ich am Liebsten zum Abschied in die Ferien umarmt, wie ich es letztes Jahr schon bei Zoes wollte. Ich kann mich einfach noch zu gut daran erinnern, wie es war die Kinder anzumelden und sich zu wünschen, sie würden unter die Fittiche der jeweiligen Erzieherin genommen werden und dann wurde es wahr und nun verlässt er, ein Jahr nach Zoe das Haus und ein erster Teil seiner Kindheit geht zu Ende. Noch geht das alles, noch bleiben wir ja dem Kindergarten erhalten, immerhin gehen wir ins sechste Jahr, aber es reicht für ein paar mehr Tränchen…
Noah ist aber viel zu glücklich und stolz, als das uns als Eltern lange Zeit bliebe um Abschied zu nehmen und ernsthaft traurig zu sein. Er kennt seine neuen Klassenkameraden schon und seine Lehrerinnen, die auch unheimlich toll sind und freut sich einfach schon so sehr auf Ferien, Urlaub und Schulanfang!

Toms erstes Kindergartenjahr ist wirklich schon um. Eine seiner zwei lieben Erzieherinnen verliess nun heute den Kindergarten und beginnt nach den Ferien in einem anderen Haus zu Arbeiten- auch dieser Abschied fiel schwer. Überhaupt trifft es Tom sehr im Moment. Sein Fels im Kindergarten bricht weg- sein großer Bruder, dafür reden alle davon, dass er im September dann mit seinem kleinen Bruder gehen wird und ihm dann alles zeigen kann, zudem wird er Mittelkind- es kommen neue Kleine und wird neue Große geben. Tom ist unruhig die Tage, nahe am Wasser und wird eine Zeit brauchen bis er seine neue Rolle gefunden hat oder im wahrsten Sinne des Wortes seine Mitte.

Ben merkt man an, dass es in ihm arbeitet. Er flitzt im Kindergarten rum, er kennt das Haus seitdem er in meinem Bauch war und nun soll er selber täglich dorthin? Ich glaube, wir wissen das beide, er und ich- aber bis das im Herzen ankommt, dauert es wohl noch eine Weile. Es ist wirklich Zeit, Ben war schon immer ein sehr fittes Kind, ob Körpergefühl oder Sprache. Er lief mit 10 Monaten, er sprach schon mit 1 1/2 viel und schnell wurde es mehr, er versteht unheimlich viel und ist auch wie seine Geschwister sehr empathisch. Er ist wirklich reif für den Kindergarten, aber er wird mir fehlen. So wie mir letztes Jahr der Gedanke an Tom Kindergartenstart zur Vorfreude auch Wehmut brachte.

Und ich merke erst jetzt heute Abend auf meinem Sofa beim Sichten der Fotos, wie mich doch diese Seufzer einholen, nie mehr werde ich allein mit den Dreien aus dem Kindergarten zurück kommen. Wir werden zu dritt sein, aber diesmal mit Emil. Ich bin nicht mehr schwanger. Noah wird nur noch sehr selten im Kindergarten sein. Ben wird einen Rucksack im Bus tragen, wie sein Bruder Tom und nicht einfach mehr nur mit dabei sein. Ich sehe das Foto meiner beiden großen Jungs am Fenster von heute morgen, das der Papa gemacht hat und frage mich, wann ich sie eigentlich das letzte Mal abgeholt habe. So richtig zelebrieren konnte ich meine Muttergefühle in diesem Jahr nicht, vielleicht gut so, aber gerade jetzt merke ich eben so ganz viel Seufz und Hachz. Stolz ganz viel davon neben Abschied. Unsere Kinder werden groß. Ihre Flügel wachsen. Und hoffentlich auch ebenso ihre Wurzeln.

Erste Male…

Montag, Juli 30th, 2012

Emil greift immer öfter beherzt in unsere Haare, grinst einen lange, oft, breit und glücklich an, wenn er wach ist, wird immer immer, wirklich immer hübscher und vom Neugeborenen langsam zum Baby und vom Baby ganz langsam zu einem unglaublich süßen Jungen… und seit heute führen wir also unheimlich gehaltvolle Gespräche, in denen ich einen Laut wiederhole, den er gemacht hat, den er dann erneut wiederholt, den ich dann wiederum wiederhole…

…ich langweile Sie… :)

Mein erster Tag…

Montag, Juli 30th, 2012

allein mit den Kindern im Alltag zurück und ich gebe zu, ich habe geschummelt :)
Die liebste Kinder-Oma hat mir die Jungs vom Kindergarten abgeholt und die liebste Lisa hat uns am Nachtmittag besucht. Meine liebe Nachbarin half mir mehr unfreiwillig -zumindest von meiner Seite aus- und brachte mir ungeplant meine Tochter nach Hause, denn irgendwie sind wir dem Emailverteiler der Klassenleitung entwischt und so saß die Maus schon zwei Stunden vor ihrer Zeit an der Haltestelle. Hurra, nicht. Ich danke der lieben Nachbarin so unendlich sehr, dass sie soviel Herz und Verstand hatte, sie nach Hause zu bringen. Denn Zoe saß dort allein ohne Uhr, ohne Zeitgefühl, leider über 30min. Und ich saß zu Hause nur einer paar Meter weiter und wusste von nichts. Ich habe mich dann so unglaublich fürchterlich gefühlt, dass kann ich nicht in Worte fassen. Ich rief den Mann an um mich zu vergewissern, dass ich nichts vergessen oder überlesen hatte, doch es ging ihm wie mir, es tat uns so unendlich leid für sie, wir grübelten und überlegten… Erst die Antwort-Mail der Klassenleitung brachte Klarheit: Die Weiterleitung aus dem Sekretariat hatte -zumindest schon mal für uns- nicht geklappt.
Ich bin aber auch stolz auf unsere Tochter, die sich an unsere Absprache gehalten hat, wartete und nicht den Versuch unternommen hatte, allein über die uneinsichtige, vielbefahrene Strasse zu gehen.

Nachdem es mich am Morgen plötzlich durchfuhr, das heute der vorletzte Tag mit Ben vormittags zu Hause sein würde ohne die Großen und vor seinem eigenen Kindergartenstart, saß ich jetzt abends doch recht müde und schlapp auf unserem Sofa und spürte mit Stolz und vielleicht auch einem Hauch Wehmut ebenso plötzlich, als hätte mich bis heute ein weiterer Emailverteiler nicht erreicht, dass mein großer Sohn morgen aus dem Kindergarten geschmissen wird oder nein besser, dass hatte ich ja doch noch im Kopf, aber es bedeutet halt tatsächlich, dass es sein allerletzter Kindergartentag sein wird, was aber eben auch bedeutet, dass das erste Schuljahr vom Tochterkind schon wieder um ist. Ich habe wohl doch vier Wochen ein bißchen in einer Seifenblase aus still stehender Zeit verbracht…
Ob es die Müdigkeit ist oder die Hormone oder einfach nur mein Mamastolz, wenn ich all diese Gefühle einen Moment zulasse, muss ich doch ganz schön kniepern. Viele Kinder machen viele Kullertränen, ich wusste das ja… aber Wahnsinn!!!

So schön, schön war die Zeit…

Sonntag, Juli 29th, 2012

(Falls Sie jetzt einen Ohrwurm haben sollten, tut es mir leid, mir fiel kein anderer Titel ein, bin ein wenig aus der Übung…:) )

Tja nun, wo fang ich eigentlich an? Also erst einmal geht der Mann morgen wieder arbeiten. Elternzeit ist damit beendet. Und ich stürze mich dann voller Elan und Tatendrang in die kommende Woche vor unserem Sommerurlaub. Also mit weniger Elan. Aber das ist eine andere Geschichte. Hauptsache ich komme dazu weiter Wäsche in die Maschine zu schmeißen und zu falten, sonst fahren wir alle nackig mit der Bahn in den Urlaub. Die Kinder sind unheimlich aufgeregt und zählen die Tage. Also der Teil der Kinder, der zählen kann und so etwas wie ein Zeitgefühl hat. Noch zwei Tage dann sind Ferien und Zoe freut sich wohl am Allermeisten auf die Zeit ohne Hausaufgaben, Noah auf den Rauswurf aus dem Kindergarten, Tom ist so gedanklich schon am Strand, Ben weiß leider nicht mehr was ein Strand ist und Emil hat so überhaupt keine Ahnung wer er oder wo er ist.
Die letzten Tage waren noch mal sehr stressig. Ich glaube soviel ist der Mann wirklich noch nie hin und her gefahren mit dem Rad. Es war nicht mehr schön. Einfach zuviel. Aber wir wussten beide nicht, der Vater vielleicht noch eher, aber die Mutter natürlich nicht, wo Abstriche machen. Also ich liebe meine Rasselbande, aber wenn ich eines wirklich nicht mag, dann diese geballte Ladung kurz vor den Ferien, egal ob Sommer oder Weihnachten. Jeder feiert ein Fest, es gibt haufenweise Abschiede und eigentlich möchte man wirklich gerne überall sein und mit feiern. Da war es leider auch egal, ob wir gerade ein Baby bekommen haben, die Zeit stand nicht extra für uns still, alles drehte sich weiter und die Kinder wollten Teil haben. So haben wir leider sehr viel Zeit in Familien-Fetzen verbracht. Zusätzlich hatten wir auch einfach schlicht weg richtig Pech, was Pleiten und Pannen anging.
So oft wie in diesem Jahr habe ich mir vermutlich noch nie gewünscht ein Auto zu haben. Ich warte nach wie vor auf den Sponsor, der VW-Bus, Führerschein und Unterhalt für das Auto-Monster zahlt. Schade, dass da keiner kommen wird, aber die Hoffnung stirbt zu Letzt. Vor allem wohl die, dass dadurch alles stressfreier wäre, als auf Bus und Rikscha-Papa bauen zu müssen.
Dieses Hin und Her, dieses Termine koordinieren und Familie teilen war auch das Einzige, was ich persönlich als belastend empfunden habe, nicht weil ich sonderlich viel machen musste, ich hatte es wirklich schön und war meist zu Hause, gerade weil der Kindervater soviel übernommen hat- dafür lastete eben soviel auf dem Kindervater. Es gab einfach keine Pause. Es kam keine Ruhe rein, vielleicht haben die Kinder sich, wir alle uns deswegen so oft in der Wolle gehabt in den letzten Tagen oder es kam uns Eltern nur so vor.
Ich war auch nicht wirklich eine große Hilfe letzte Woche. Hab ich es doch geschafft mir auf die letzten Meter noch eine feine Brustentzündung einzufangen. Hatte ich noch nie. Also einen kleinen Stau schon, aber so eine richtige Entzündung noch nicht. Es kündigte sich erst mit Schmerzen in der Brust an. Sofortmaßnahmen wie Schonung, Kühlen und Weißkohl halfen nicht, am nächsten Tag hatte ich schon Fieber, das sich zu den Kopf- und Gliederschmerzen gesellte, dass stieg dann auf einmal so schnell, dass ich mich abends ins Krankenhaus schleppte. Alles woran ich Dramakönigin mit meinem Wattekopf denken konnte war: Bitte nicht den Punkt verpassen, wo man das Ruder noch rumreißen kann, denn ich kenne die breite Palette von Brustentzündung und deren Folgen- von Nadeln bis OP. Ich hatte Angst am Ende nicht mehr stillen zu können, dabei ist der Wurm noch so Mini oder davor im Krankenhaus bleiben zu müssen ohne Emil, deswegen hab ich den allen ernstes mit genommen, auch weil ich ja nicht wusste, wie lange ich warten muss, wann Emil stillen möchte oder ich unbedingt muss. Zudem fand sich auf die Schnelle niemand, der auf unsere Kinder aufgepasst hätte damit mein Mann mich hätte begleiten können, also war ich mit fast 40 Fieber und 32 Grad irgendwie mit Emil im Krankenhaus angekommen.
Ich muss an dieser Stelle ja mal festhalten, wie toll dieses Krankenhaus ist. Schon unter der Schwangerschaft fühlte ich mich immer unheimlich gut betreut, man nahm sich Zeit und mich ernst und lange Warten war fast nie. Zumindest wenn man zur Gyn muss, denn man wird von der Notaufnahme einfach freundlich immer weiter in den zweiten Stock geschleust.
Die freundliche Ärztin nahm sich Zeit, wir einigten uns dann nach Befund rasch auf ein stillfreundliches Antibiotikum- hurra kein stationärer Aufenthalt notwenig und auch kein Abstillen. Vorerst. Außerdem wollte sie, dass man mir die kaputtige Brust einmal auf der Station abpumpt und mir das Ausstreichen zeigt. Dann stand ich da im Flur sollte warten, als sie zurück kam erfuhr ich dann, dass es ein Problem sei, dass ich nicht zur Station gehöre, deshalb könne ich leider nicht ins Stillzimmer. Jemand käme aber gleich. Zwischendurch lief immer mal wieder eine pustende, kreisende Erstgebärende mit Wehen an mir vorbei. Oder die Frau, die nach drei Jungs ein Mädchen erwartete. Ich glaube, dass war seit Emil auf der Welt ist, der erste Moment, wo ich mich traute zu sagen, ich hätte fünf Kinder. Bei uns wäre es anders herum, erst das Mädchen, dann die Buben. Sonst schwieg ich, wenn man glaubte, Emil wäre unser erstes oder zweites Kind. Ich liess die lieben Menschen unterwegs einfach in ihrem Glauben. Aber ich dachte, vielleicht erinnert sich die Frau später gerne an ihre Geburt, die Wehen, das im Kreis laufen und an ein netten kleinen Plausch mit mir wie ich da stand mit Kinderwagen mitten auf der Station. Die Frau lachte, meinte ihr Ältester sei schon 20 Jahre alt. Woraufhin ich nur sagen konnte, mit so was könne ich leider nicht dienen. In der dritten oder vierten Runde fragte sie, wie alt meine Älteste wäre und als ich sagte „7“, lachte sich nur wieder und meinte, nee also das hier sei ihr so lieber…
Es kam auch eine mir bekannte Hebamme vorbei, linste in den Wagen, stellte fest wie gut im Futter unser Sohn ist und fragte erst wer ich noch mal sei. Ich sagte, die mit den fünf Kindern, woraufhin sie meinte, das wüsste sie, aber den Namen nicht. Meine Antwort- Was ein Witz bei der Wärme und dem Fieber. Sie fragte auch gleich ganz lieb, warum ich hier sei, ob gleich jemand käme.
Gleich waren mittlerweile würde ich sagen, eine Stunde, ich nahm mangels eines Kreislaufs in einem Rollstuhl Platz und wartete weiter auf die Schwester. Ich sollte dann wirklich mitten im Gang auf einem Stuhl sitzend an die Elektropumpe. Ohne Witz. Vor mir zwei Stationszimmertüren. Ich wünschte mit diesem Fieber und der Uhrzeit, es war ja mittlerweile kurz vor 22Uhr wäre mir alles egal gewesen, aber selbst da, ich war froh, dass ich ne Bluse anhatte, die ich darüber drapieren konnte, Krankenhaus hin oder her, so was wie ein Schamgefühl gebe ich nicht am Eingang einfach ab. Die Schwester hatte leider nach der Übergabe überhaupt keinen Schimmer mehr, was die Ärztin überhaupt gemacht haben wollte, aber ich denke, dass passte so. Eine mir fremde Schwester kam Richtung Feierabend irritiert an mir vorbei und erkundigte sich ebenfalls nach meinem Befinden. Ich bekam noch den Retterspitz-Tipp, von der netten Frau, die mich an das Maschinchen angeschlossen hatte und ging dann, nachdem ich wieder vollständig bekleidet war. Nur um unterwegs festzustellen, dass ich kein Rezept bekommen hatte. Also fuhr der beste Mann nicht nur nachts mit dem Rad zur Notapotheke, sondern vorher noch einmal ins Krankenhaus. Noja. Ganz ehrlich, ich war eher sauer auf mich. Bin schließlich nicht der einzige Mensch auf der Welt im Krankenhaus, ich wurde so zügig wie möglich behandelt und das auch noch gut. Und Rettung war nahe. Ich hatte nach einer Gabe schon kein Fieber mehr, wie schon im Frühjahr schwanger mit Angina. Und hielt mich an alle Tipps, die ich bekommen hatte. Viel getrunken hatte ich eh, ich strich aus unter der Dusche und beim Stillen, massierte, nahm Retterspitz im Wechsel mit Kohl und Quark und einfach nur Kühlpads nach dem Stillen, vorher Wärmen, stellte mir brav alle zwei Stunden den Wecker, damit wir im Fluss blieben und pumpte dann mühsam mit einer Uralthandpumpe alles leer. Es wurde auch gut, aber ich liess dann instinktiv das Drücken, Massieren und Pumpen heute weg und jetzt endlich und bittebitte dauerhaft deutliche Besserung- weniger Milch, weniger Schmerzen, immer noch fieberfrei. Ich wäre wohl wesentlich entspannter, was das alles angeht, wenn nicht der Urlaub so kurz vor der Tür stünde- 1000km weit weg von zu Hause, natürlich ohne Auto am ADW. Ich hab Angst mich in dieser Woche noch mal zu übernehmen, dabei muss gepackt werden und die Kinder sind dann geballt hier bei mir ab Mittwoch in den wohlverdienten Ferien und der Mann wohlverdient ein paar Tage in der Arbeit. Ich will das aber schaffen. Wir brauchen jetzt Urlaub.

Vorbei ist also dieses Wochenbett. Auch fast körperlich würde ich sagen bis auf diese kurze Krankenhaus Episode, ist alles eingespielt. Ich hatte Ruhe, ich hatte Zeit ein bißchen zu üben allein zu sein mit Emil, mit Emil und einem, zwei, drei oder eben allen vier großen Kindern. Wir sind zusammen gewachsen und auch aneinander. Wir hatten unheimlich viele schöne Tage und unvergessliche Momente, auch wenn es sehr anstrengend war. Vielleicht muss ich einfach annehmen, dass ich ob ich das nun will oder nicht, in einer ähnlichen Situation, Hilfe ins Haus holen muss, jemanden der Kinder abholt, einkauft, kocht oder putzt, denn selbst für zwei wars zuviel- Alltag, schlechtes Timing und Vor-Ferien-Irrsin. Dennoch wenn ich an die letzten Wochen denke, muss ich lächeln. Es war unheimlich schön und eben ganz besonders. Wir konnten endlich Emil begrüßen. Wir haben wirklich alles geschafft, was da vor uns lag, die Kinder hatten hoffentlich alle eine schöne Zeit mit Freunden, ihrem Papa und auf Festen, die heute mit einer „Munstaschruck“ Show endete, zumindest für die drei Herren nach Zoe, vor Emil. Für Zoe endete diese Zeit mit einem Märchen und einem Eis zum Abendbrot. Für Emil auf mir. Für die Eltern mit einem Film über die Doors. Das ist gelebte Gerechtigkeit. :)

Geschützt: Auswahl der Fotos im Flur (Kinderpasswort)

Montag, Juli 23rd, 2012

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Ein Blick durchs Schlüssenloch…

Montag, Juli 23rd, 2012

Hin und wieder bekomme ich so wunderbare liebe Emails, in denen man mir sagt, es wäre so schön, dass ich einen Blick in unser Leben werfen lasse…
Ich kann sonst ja eigentlich gut mit Worten umgehen, zumindest irgendwie in Worte verpacken, was ich fühle, aber genau in diesen Momenten funktioniert das gar nicht. Ich freue mich so sehr über diese Mails und möchte antworten, weiß dann außer Stammeln nichts zu antworten und schiebe es dann so lange vor mich hin, manchmal bis ich dann doch nicht antworte. Das tut mir total leid. Weil ich mich doch so drüber freue und weiß, dass sich jemand wirklich die Mühe gemacht hat mir zu schreiben.
Aufgefallen ist es mir, weil ich mich gerade wieder vor den Posteingang gesetzt habe und dann irgendwie wieder total überfordert bin nach zwei Emails. All diese Mails liegen da noch und ich bin überwältigt und nach wie vor berührt, wenn ich sie wieder lese.
Eigentlich ein guter Zeitpunkt den treuen und neuen Bloglesern mal danke zu sagen. Auch wenn ich hauptsächlich für mich und uns schreibe, aber es ist schön, doch richtig schön, wenn es andere berührt, man mit uns weint, mit uns lacht… Wieder finde ich keine Worte. Danke!

Im Moment arbeitet so viel in mir, ich möchte so viel aufschreiben und festhalten und ich komme kaum dazu. Alles was ich geschafft habe, ist zum Verarbeiten die Texte in der Schwangerschaft, die ich hier schrieb öffentlich zu machen… aber da ist soviel mehr. Muss alles warten, der Alltag reißt mich mit und der Teil der übrig bleibt, liegt der kleine Mensch auf mir und verzaubert mich.

Unterwegs

Sonntag, Juli 22nd, 2012

Unser zweiter Ausflug auf einen Spielplatz hier in bei uns in der Nähe…

Zwei Damen…

Freitag, Juli 20th, 2012

Immer wenn ich dieses Bild sehe, freue ich mich… es ist so schön… und deswegen muss es doch noch hier her.

3 Wochen

Mittwoch, Juli 18th, 2012

Kleiner Mensch,

eigentlich fühlt es sich noch an wie ein Traum, du liegst zwar hier, ich kann deinen Duft einatmen, aber es ist immer noch dieses Gefühl von überwältigt sein. Das erinnert mich an einen Abend während der letzten Schwangerschaftstage, ich konnte fühlen, dass es bald soweit ist und ich war so unruhig, taperte nachts durch die Gegend von Zimmer zu Zimmer, wurde immer unruhiger und an diesem einem Abend merkte ich wie mir vor Aufregung und Glück beinah die Luft weg blieb, du warst wirklich fast da, wir würden dich bekommen, ich konnte es nicht richtig glauben und war dann einfach nur so dermaßen gespannt, als es so nahe war: Du!
Du… würdest wirklich in diesem Bett in unserem Zimmer liegen, du würdest wirklich in diesem Maxi Cosi getragen werden, wenn wir wieder zurück kommen, wirklich eingewickelt in die Decke, die ich dir entgegen gehäkelt hatte, um manchmal einfach nur stur gerade aus zu denken und weiter zu brüten trotz allem… wirklich diese kleinen Sachen tragen, die mir so schwer gefallen waren zu kaufen, zu waschen, einzuräumen, wir würden dich wirklich halten, dich streicheln, dich kennen lernen, mit dir leben…
Und jetzt bist du hier… auf der einen Seite ist alles ganz unwirklich wie in einem Traum und wunderschön und auf der anderen Seite scheint die Geburt schon so unglaublich weit weg, wie in einem anderen Leben und genau so ist es doch. Die Geburt teilt alles in ein davor und ein danach.
Jetzt bist du hier und ich wünschte ich könnte sagen, ich würde mir keine Sorgen mehr machen, aber das tue ich. Wie ein Mama das tut. Ist das normal, frage ich mich oft. Ich lerne da keine Routine, bei jedem Kind wieder fange ich von vorne an und so auch bei dir, denn du bist du. Und manche Dinge, hab ich einfach nur vergessen :)
Deine Laborwerte haben wir heute bekommen, sie sind unauffällig und auch wenn ich dachte, ich würde das gut meistern und nicht soviel dran denken, im Hintergrund war sie da die Unsicherheit und Angst, ich könnte mich irren, meinem Bauchgefühl nicht vertrauen und du wärst wirklich krank. Ich habe viel mit mir gekämpft, warum mich das so trifft, was so schlimm daran wäre, habe es zerpflückt, wie alles in den Monaten zuvor, um es zu verstehen und damit ich nicht mehr solche Angst davor haben muss. Aber du hast diese Stoffwechselstörung nicht. Und mir ist so ziemlich alles vom Herzen gepurzelt. Ich hielt dich nach dem Anruf hoch, strahlte dich kleinen perfekten Menschen nur an und war einfach froh und dankbar und ich spürte wie ich leichter wurde…
Ich bin auch dankbar und unglaublich froh, für diese drei Wochen, die wir dich schon bei uns haben. Ich habe unzählige Fotos von dir gemacht. Zum Erinnern, festhalten und drauf starren, wenn du schläfst oder nicht auf mir liegst.
Du bist schon so wach. Sehr lange am Stück. Hälst deinen Kopf schon wie ein Großer und liebst Bilder und Poster, du guckst und guckst, du saugst alles auf. Und lächelst uns an. Zugenommen hast du auch, als müsstest du deinen kleinen Körper in Sicherheit bringen, du wiegst irgendwas über 5600Gramm. Deine Geschwister sehen immer wieder nach dir, küssen und streicheln dich! Und neben ihnen siehst du so klein aus. Ich dachte, ich würde deine Geschwister mit anderem Augen sehen, wenn ich aus dem Krankenhaus nach Hause komme, weil du da wärst, als wären sie nachts gewachsen, das war aber überhaupt nicht so. Eher jetzt denke ich oft, sie sind wie du auch wunderschön, aber so groß geworden, körperlich und auch anhand von so vielen kleinen Dingen, die sie tun und sagen.
So ganz ganz langsam kommt es an: Zoe, Noah, Tom, Ben & Emil. Ich sehe euch zusammen. Ich schreibe eure Namen. Immer wieder. Und irgendwann glaube ich es vielleicht wirklich.
Es ist wunderschön, dass es dich gibt! ♥

Zwei Wochen

Mittwoch, Juli 11th, 2012

Unglaublich dass ich vor zwei Wochen genau in diesen Minuten in der Endphase deiner Geburt war. Ich hatte wirklich noch vor zwei Wochen einen ganz kugeligen Bauch, den du in Begriff warst zu verlassen. Mit jeder Wehe dachte ich daran, dass du bald da wärst und mit jeder Wehe entkam ich den Ängsten dieser Schwangerschaft. Als du dann wirklich auf der Welt warst, war ich so so unglaublich glücklich, erleichtert… dankbar und froh, das kann ich gar nicht in Worte fassen. Du warst wirklich da.
Da bist du nun seit zwei Wochen. Und ich genieße die Tage. Eigentlich hat der Tag nicht genug Stunden oder ich hab nicht genug Arme, um immer zu nur mit dir zusammen zu sein und trotzdem alles mögliche andere zu tun. Ich versinke im Kuscheln und Schnuppern mit dir, nach wie vor, denn du duftest so gut und deine Haut ist so wunderbar weich, freu mich über die niedlichen Geräusche, die du von dir gibst und schmelze dahin, wenn du wach bist, so richtig wach und mich anschaust. Meistens sage ich dann komische Sachen mit verstellter Stimme, wie „Hallo, ich bin deine Mama.“
Als wir heute zu viert im Bett lagen, ich Tom und Ben noch vorlas, du auf mir lagst sah ich den Bauchnabel von Ben aufblitzen und ich dachte nur, Wahnsinn durch diesen Bauchnabel, dort waren wir auch mal verbunden. Genau genommen war ich das mit euch allen. Durch diesen Knopf im Bauch. So viele kleine Menschen haben schon in meinem Bauch gewohnt. Das hat mich in dem Moment ganz berührt. Ich weiß nicht mal wieso, aber es wurde mir irgendwie dadurch wieder bewusst. Ein kleiner Knopf nur.
Dein Nabel ist sehr früh abgefallen. Sehr wahrscheinlich ein bißchen zu früh. Mittlerweile sieht er aber gut aus. Und obwohl keine Nabelschnur mehr da ist, wenn wir so viele Stunden und auch in der Nacht zusammen liegen, scheint sie nur mehr wie unsichtbar. Obwohl du deinem Papa natürlich auch sehr gut stehst. Und trotz dieser sehr genauen Beobachtung durch uns Eltern, wächst du und nimmst zu. Heute waren es schon 5280Gramm. Wann wächst du? Ich gucke doch ganz genau. Nachts, wenn ich schlafe? Erst heute Abend, beim Telefonieren mit deiner Oma wurde mir bewusst, dass du wirklich schon über ein 1kg in dieser kurzen Zeit zugenommen hast, denn auch du hast nach deiner Geburt erstmal abgenommen. Unglaublich. Wenn du auf dem Wickeltisch so vor mir liegst und deine Beine anziehst, kann ich mir vorstellen wie du da drinnen gelegen haben musst, in meinem Bauch. Überhaupt habe ich viel Zeit nach deiner Geburt damit verbracht dich zu fühlen- das war also dieses Körperteil, dass ich da durch die Bauchdecke gespürt hatte und das war jenes…
Berührt bin ich auch von deinen Geschwistern, die auch wenn der eine oder andere hier und da bestimmt noch durch den Wind ist, so unglaublich liebevoll mit dir sind, sich in dich einfühlen, dir alles holen, was du brauchst (auch mal uns Eltern: „Mama, der Emil will zu dir!“, sagt Ben immer), dich umsorgen (Kuscheltiere bringen), küssen und ganz sachte streicheln…
Ich könnte an dieser Stelle sagen, wie sehr doch die Zeit bis hier her gerannt ist, aber das ist sie ja nicht. Ich sauge die Tage auf und freu mich so sehr über jeden Tag, den du bei uns bist, freu mich so sehr auf die Tage, die noch vor uns liegen und hachze beim Erinnern an die, die es schon gab.