Archive for August, 2012

Urlaub in Instagram

Freitag, August 31st, 2012

Ein Urlaub voller erste Male. Dieser Moment nach der Ankunft- am Strand, als ich Emil das erste Mal unsere Ostsee zeigte, war unglaublich bewegend und zeitgleich war ich so ruhig und mich durchströmte einfach nur Glück, am allerliebsten hätte ich dieses Gefühl konserviert für zu Hause.
Noah verlor seinen ersten Zahn, Ben gab die Windeln auf, Zoe schrieb ihre erste eigene Postkarte, so viel Zeit zum Seufzen in drei Wochen.

An dem Tag, an dem wir aufbrachen war es schon ganz herbstlich, der Strand und das Wasser waren voller Blätter, es war wie der richtige Zeitpunkt um abzureisen. Auch wenn ich noch nie zu Hause angekommen solches Fernweh hatte.

Abreise

Freitag, August 24th, 2012

Ich weiß nicht genau wie ich dieses Gefühl benennen soll, aber es ist da und jedes Jahr gleich, wenn wir das Meer wieder verlassen… wieder ein Jahr vergangen.
Der alljährliche Urlaub an der Ostsee ist wie ein Zeitraffer unseres Lebens. Es sind immer wir, immer unsere Kinder, die dort durch den Sand rennen oder sich im Wasser treiben lassen, am Strand spielen, Muscheln und Stöckchen suchen, Löcher graben oder versunken buddeln und bauen… einmal im Jahr.
Wo wenn nicht hier in diesen Wochen im Jahr wird geballt in Familienzeit deutlich wie sehr unsere Kinder wieder gewachsen sind, was sie gelernt haben, wie sie sich verändert haben, wie wir uns verändert haben und es ist Zeit da, das vergangene Jahr an sich vorbei ziehen zu lassen.
Es ist keine Trauer, die ich fühle, wenn wir fahren, es ist so ein Gefühl im Bauch, das ich nicht benennen kann. Da ist die Hoffnung, dass wir nächstes Jahr wieder hier sein werden und auch Spannung, was wohl für ein Jahr auf uns wartet.
Auch dreht sich das Jahr hier für uns, die Tage werden wieder kürzer, das nächste Kindergarten- und Schuljahr liegt vor uns, die Gedanken fliegen immer mal wieder schon Richtung Herbst und Winter. Ein besonderer Urlaub, eine besondere Zeit. Für mich als Frau und Mutter.
Das Haus ist gelieben, der Garten noch der gleiche, doch die Natur hat sich im Norden verändert, wie wir uns verändert haben. Kaum zu glauben, dass der Mann vor 10 Jahren von hier los fuhr, um mich das erste Mal in Berlin zu treffen. Ein Treffen das an diesem Ort doch irgendwie begann, als der Mann mit seinen 19Jahren unten am Strand sein Handy nahm, um mich schon einmal anzurufen. Das erste Mal, dass ich seine Stimme hörte. Vorher waren es nur Emails gewesen, die zwischen uns hin und her grflogen waren…
Ostsee. Dreh- und Angelpunkt unseres Lebens, Zeit des Pläne schmiedens, des Wünsche in den Wind flüstern und ganz viele Momente der Erinnerung, Zeit zu Lächeln und einfach ganz bei sich zu sein.
Nie spüre ich mich so sehr, wie dort, wenn ich die Weite des Wasser nur erahnen kann und mich frei fühle, während der Wind mir ins Gesicht pustet, ich den Sand und das Wasser zwischen meinen Zehen fühle und meine Spuren im Sand sehen kann.

Kinder- Karussell

Donnerstag, August 16th, 2012

Als Emil frisch geschlüpft war, hat man Ben so angemerkt wie er daran zu knabbern hatte. Er war immer unheimlich lieb zu Emil, das war nie das Problem. Aber er war total durch den Wind und schimpfte viel mit uns, schubste uns weg und sei es mit Worten.
Das hielt aber gar nicht lange an. Irgendwie reichten ihm ein paar Tage und er konnte erleben, dass eigentlich vieles beim Alten geblieben war, wir nur einer mehr waren, als vorher. Aber bis dahin zog sich mein Mama-Herz zusammen. Ich wollte ihm zeigen, dass sich nichts an meinen Gefühlen für ihn geändert hatte. Es tat mir so leid, er war doch nach wie vor mein Kleiner.
Immer noch sucht Ben ganz viel Kontakt zu Emil, hält seine Hände, streichelt ihn, schaut ihn lange an und spricht mit ihm. Und dadurch, dass Emil immer wacher wird und ganz konzentriert schaut, passt das so gut zusammen.
Viele die uns gut kennen, hatten mich gewarnt, dass es für Ben sehr schwer werden würde seine Rolle des Nesthäkchens aufzugeben, schließlich hätten wir eine besonders enge Bindung. Ich hatte auch wirklich nie so viel Zeit für ein Kind allein, Ben und Emil trennen 2 Jahre und 9Monate. Aber ich denke auch nicht, dass es allein damit zusammen hängt. Es ist auch nicht so, dass mir die anderen Kinder fern sind. Ich schrieb das schon einmal auf, es liegt an Ben. Kein Kind war je so kuschelig. Und das wirkt bei Ben ganz besonders niedlich, weil er ein Energiebündel ist, war er schon immer. Ein kleines Kraftpaket, springt auf Tische und dann wieder runter. Hat eine unheimliche Kontrolle über seinen Körper, springt schon seit Monaten mit geschlossenen Beinen Treppen runter. Klettert mit Leichtigkeit auf Baumhäuser, die ältere Kinder nicht erklimmen können. Und auf der anderen Seite ist er verschmust und offen, kommt zu uns, wenn er uns braucht und vertraut uns. Außerdem ist er sehr emphatisch, wie seine Geschwister. Ben spricht unheimlich gut und kann sich gut ausdrücken. Ein ganz besonderes Kind, unser Kind. Wie alle.
Und deswegen ist und bleibt er Ben. Und ich hoffe, das weiß er. Niemand kann seinen Platz einnehmen. Keines unser Kinder kann ersetzt werden. Und deswegen lieben wir es doch so, mehr als eines zu haben. Weil sie alle ganz besondere kleine Menschen sind, die wir beim Aufwachsen begleiten.

Die große Kunst ist, jedes Kind zu sehen. Mit allen Ecken und Kanten. Seine Bedürfnisse. Es ist so schwierig, jedes Kind so wahrzunehmen. Und im Schimpfen nicht alle gleich zu behandeln. Oder generell. Manchmal verschwimmen die Grenzen. Dabei sind sie allein schon unterschiedlich alt. Wenn das Trennen der Geschwister im Kopf aber gelingt, und manchmal ist im Alltag nicht genug Zeit dafür, man ist gestresst, aber wenn es generell gelingt, bekommt man sehr viel zurück. Die Kinder spüren das nämlich, da bin ich ganz sicher.
Ben ist nicht Emil, aber er ist ebenso noch klein- Tom auch noch. Sie sind nicht plötzlich einen Meter gewachsen, seitdem Emil auf der Welt ist und auch wenn ich oft Zoe und Noah, als Große betitle und sie auch sehr groß wirken in ihrem Tun und Sein, sind sie keine kleinen Erwachsenen.
Eigentlich ist es nicht mehr nur eine Sache des Alters, sondern der Vorlieben, ihrem Können und dem was sie brauchen. Es ist schwierig zu beschreiben. Sie bleiben einfach einmalig, jeder auf seine Weise. Und das ist wunderschön.

Fliegende Herzen

Donnerstag, August 16th, 2012

Als ich schwanger mit Emil war, sehnte ich mich unendlich nach der Zeit, wenn er auf der Welt sein würde. Dann hätten wir keine großen Sorgen mehr, denn dann wäre er ja da und ich nicht mehr schwanger, müsste nicht ständig in mich horchen, keine Angst vor weiteren vorzeitigen Wehen, Entzündungen oder Blutungen haben. Könnte ihn ansehen und wüsste dann sicherlich schon, wenn mit ihm etwas nicht stimme. Schließlich konnte ich ihn im Bauch nur nicht sehen, musste Vertrauen haben, im wahrsten Sinne des Wortes auf meinen Bauch hören und das konnte ich nur allein… und der Mann hatte doch ganz liebevoll gesagt, wenn Emil geschlüpft wäre, hätten wir beide ein Auge auf ihn, dann würden wir teilen können. Den Gedanken fand ich so schön.
Dann nach Emils Geburt, kam plötzlich die Sorge um ihn wieder. Ich konnte nicht sicher sein, doch nicht meinem Kind ansehen, ob es krank oder gesund ist. Wir warteten gemeinsam auf das Ergebnis des Tests, den wir wiederholen lassen hatten müssen- was ganz gut gelang. Gedanken macht man sich trotzdem: Stimmt mein Bauchgefühl?!
Ich sehnsüchtelte dem Urlaub entgegen, weg sein von zu Hause und all den Terminen und Verpflichtungen, drei Wochen am Meer, ganz viel Ruhe und Entspannung. Und es ist wunderschön, was man aber die vielen Kilometer mit nimmt sind die eigenen Gefühle. Emil wurde von einer Zecke gebissen. Wir blieben ruhig, aber wieder wussten wir nicht, ob das zurecht. Ganz normale kleine Sorgen.
Wir haben Kinder und sorgen uns hin und wieder. Man sagt, dass man sein Herz außerhalb des Körpers trägt, wenn man ein Kind hat, wieviele Stücke meines Herzens fliegen da eigentlich in der Gegend rum?!

Leise Tänze

Dienstag, August 14th, 2012

Heute Abend habe ich Zoe dabei beobachtet wie sie hier durchs Wohnzimmer trippelte. Kreuz und quer hat sie den Weg durchs Zimmer Richtung Schlafcouch genommen, um den Dielen auszuweichen, die knarzen. 
Ich musste schmunzeln. Aber warum tat sie das eigentlich? Es war schon spät, drei Kinder schliefen bereits, sie wollte wohl besonders leise sein. Noch kennt sie ihn nicht den lautlosen Pfad, aber sie lernt ihn bereits. 

Jetzt als ich selbst schlafen gehen möchte und die Dielen unter meinen Füßen ächzen, fällt es mir wieder ein: Ich kannte diesen geräuschlosen Weg von unserem Zimmer hinein ins Bad im Haus meiner Grosseltern. Auch ich verrenkte mich auf dem Fussboden im ersten Obergeschoss. Dabei war ich nicht mal so oft bei ihnen, aber ich kannte die Dielen dort ganz genau.
Ob Zoe das auch irgendwann mal könnte, hier oben am Meer? 

Vor ein paar Tagen hat sie gesagt, sie möchte gerne später hier wohnen, dabei ist der Ort gar nichts besonderes, aber sie fühlt sich wohl. Jedes Jahr fahren wir hoch, seitdem sie auf der Welt ist- ein zweites Zuhause, ein Zauberort
„Ich würde dich zwar vermissen, aber ich versteh dich und wenns dich glücklich macht zieh her, ich kann dich ja jederzeit besuchen…“ hab ich geantwortet. 
Ich gebe mir Mühe- loszulassen. Bin realistisch. Ich kann nicht erwarten, dass sie alle in meiner Nähe bleiben. Umso mehr geniesse ich diese Jahre mit unseren Kindern. Und während ich das tue, schaue ich Zoe dabei zu, wie sie akrobatisch durchs Wohnzimmer tänzelt. 

Wann gibt es wieder was zu Schlafen?

Montag, August 13th, 2012

Nicht nur ein Baby zu haben, sondern auch kleine und grosse ältere Kinder hat durchaus einen gewissen Unterhaltungsfaktor. 
Während die kleinen Grossen noch relativ schnell mit dem Vater kuschelnd einschlafen und unter dessen gar strenger Aufsicht, sitzt die Mutter im Wohnzimmer und lauscht den grossen Grossen beim Unterhalten zu, die immer immer lauter werden je leiser das Gequassel der kleinen Grossen und des Vaters Ermahnen wird. 
Die grossen Grossen warten anscheinend nur auf ihren Vater, denn sehr schnell nach der fünften oder sechsten Ermahnung leiser zu sein, schliesslich lägen drüben bereits schlafende kleine Grosse, schlafen auch die grossen Grossen endlich ein. 
Voll auf Schlafentzug, verbringen die Eltern noch mutig eine Folge der DVD länger als ihnen gut tut auf der Schlafcouch, aber Zeit ohne Unterbrechung muss genutzt werden. 
Mittendrin der Allerkleinste, schliesslich muss dem auch noch etwas Unterhaltung geboten werden. 
Ein letztes Mal stillen oder man legt sich mutig ohne diese Handlung zum Allerkleinsten und hofft, man möge es noch schaffen einzuschlafen, bevor man erneut zum Stillen geweckt wird. 
Das Allerkleinste wird wach, halb verhungert- man fädelt schlaftrunken im Dunkeln die Brustwarze in den Mund, nur leider kommt soviel Milch, dass das Allerkleinste als Schutzhandlung abdockt, sonst würde er wohl ertrinken. Das Unterhaltsame dabei ist, man wiederholt das Einfädeln so lange, bis nur noch wenig Milch kommt oder bis das Allerkleinste oder die Mutter eingeschlafen sind. Sollte die Mutter zuerst komatös weg geschlafen sein, kann der Vater in der Früh lustig erzählen wie er wieder einfädelt hat ohne das die Mutter davon erwachte- wie praktisch. Während der Vater eingeschlafen ist, die Mutter samt Allerkleinsten auch- das in einer Pfütze, könnte es vorkommen, dass ein kleines grosses Kind die Szene weinend betritt. Schlecht geschlafen, also wechselt der Vater mit diesem Kind die Örtlichkeit. Als es schläft, verlässt die Mutter das Haus ohne Allerkleinstes und sieht sich mal kurz den Sternenhimmel an. Hier oben am Meer ein Spektakel. Der Vater stösst dazu und beide verlassen wegen starkem Wind und akuter Frische irgendwann doch den Garten und betreten wieder die Stille des Hauses. In Windeseile ändern beide den Zustand von wach zu schlafend.
Um wiederum geweckt zu werden von einem anderem kleinen grossen Kind ohne Windeln. Beide Elternteile hoffen, dieses Kind  trägt weiterhin noch eine trockene Hose und der Vater geleitet, als das überprüft ist, dieses Kind nicht nur zurück ins Bett, sondern auch in den Schlaf. 
Allerkleinster und Mutter erwachen auf mittlerweile trockenem Laken, um es erneut einzunässen und spielen zur weiteren Unterhaltung das Einfädelspiel im Dunkeln wiederholend. 
Nach kurzer Zeit schlafen beide, bis das Allerkleinste es sich anders überlegt. Die Mutter eilt rüber und bittet den Vater um Hilfe, denn dieser hat mit fünf Kindern perfektioniert, ein Allerkleinstes im Schneidersitz sitzend auf dem Bett in der Kuhle zum Schlafen zu bringen, um sich dann immer noch in der gleichen Position der Beine verharrend, den Oberkörper nach hinten gleiten zu lassen und augenblicklich einzuschlafen, währenddessen sieht der die Sonne langsam aufgehen. 
Schon so spät? Oder schon so früh?
So schlafen sie alle, bis der Allerkleinste wieder fädeln und kleckern will und noch bevor der wieder schläft und das Spiel im noch Hellen beendet, wachen die grossen Grossen schon wieder auf. 
Was eine Kettenreaktion auslöst, denn wenig später sind alle kleinen und grossen Grossen wach. Nur die Eltern nicht. Der Vater erbarmt sich, verlässt Mutter und Allerkleinstes und begibt sich mit geschlossenen Augen zum Duschen und während der Geräuschpegel steigt, erwacht auch die Mutter. 
Die Eltern gedanklich noch beim Sternenhimmel, kochen Kaffee und Tee, alles was alle Kinder in diesem Moment gemeinsam brennend interessiert: Wann gibt es was zu Essen? 
Mutter und Vater gucken sich an: Wann gibt es wieder was zu schlafen? 

Jemeinsam

Samstag, August 11th, 2012

Ich versuche irgendwie seit Tagen zu begreifen, dass wir heute auf den Tag seit 10 Jahren ein Paar sind- du und ich. Es klappt nicht.
10 Jahre klingt nach so unglaublich viel Zeit. Und die sind wir auch schon zusammen. Natürlich. Ich weiss das. Eigentlich ist es nur logisch. Wir sind 8 Jahre verheiratet und unser ältestes Kind wird ebenfalls noch 8 Jahre alt in diesem Jahr. Also diese 10 ist nahe dran an der 8. Keine grosse Überraschung also. Und dennoch…
War das nicht erst vorgestern? Ich kann mich noch an so vieles ganz genau erinnern. Die ersten Stunden mit dir, erste Monate, Jahre- ganz genau. Als wäre es noch so nahe. Dabei liegt jetzt ein Jahrzehnt dazwischen.
Ich fühl mich gar nicht viel älter, stecke noch in der selben Haut. Wir mögen noch vieles genauso wie vor Jahren, haben gemeinsam Spleens vertieft, sind zusammen wunderlicher geworden. Miteinander. 
Und dann zeigst du mir gestern Abend Fotos- von uns. Unseren Jahren, den Kindern. Und da ist es im Zeitraffer zu sehen. 10 Jahre, doch ich kann sie sehen. 
Wir haben uns doch verändert. Sind älter geworden- aber zusammen.
Noch immer lache ich am Liebsten mit dir. Das was uns nicht mit den Jahren geblieben ist, sondern sich mit der Zeit entwickelt hat, sind nicht nur Erinnerungen, sondern auch eine gewachsene Verbindung- niemand versteht mich so wie du. Und niemand würde mich je so missverstehen wie du. Gesten, Nähe und eine Art Humor, wie eine Sprache, die nur wir zwei sprechen. 
Ich liebe dich einfach. Und weiss nicht mal wieso. Es ist einfach so. Es gibt keine rationalen Gründe dafür. Du bist meine zweite Hälfte. Wir gehören zusammen. Und ich bin dankbar für 10 Jahre mit dir.

6 Wochen

Mittwoch, August 8th, 2012

Offiziell endet heute das Wochenbett. Und sie war schön, diese erste Zeit. Unvergesslich. Ich hatte großes Glück, bis auf die unglaublich fiesen Nachwehen gab es nur eine Brustentzündung und einen Milchstau, die mich in dieser Zeit quälten, ansonsten war ich fit, wir alle. Wir hatten alle Zeit der Welt zusammen zu wachsen. Wir konnten den kleinen Menschen in allen Zügen genießen. Und wir sind in dieser Zeit sogar verreist- an unserem Lieblingsort, was sollten wir mehr wollen?!… Was bleibt sind ganz viele wunderschöne Erinnerungen und auch ein Zauber.

Unser Sohn ist kein Neugeborenes mehr. Er ist ein Baby geworden. Ein kleiner Junge. Unser Sohn. Er kichert im Schlaf und lacht, wenn er wach ist die meiste Zeit, sucht ganz viel Nähe, liebt und braucht Wärme und ich schwöre so laut, hat noch keines unserer Kinder jemals gepupst.
Alle Kinder kümmern sich rührend um ihn und helfen uns wirklich oft, in dem sie ihn kurz ablenken, was ihnen wiederum unheimlich viel gibt, weil sie etwas bewegen können. Obwohl ich ihnen aber auch erklärt habe, dass sie manchmal nichts dafür können, keine Chance haben ihn zu beruhigen, weil er einfach nur seine Mama haben will und zwar sofort. Seitdem sagt Ben oft: „Mama!!! Der Emil will Dich!“ Bis dahin will er ihn aber die meiste Zeit über streicheln und festhalten, dabei geht er nicht immer zaghaft mit ihm um. Aber das ist Liebe :)

Ich weiß nicht, warum gerade jetzt, aber in den letzten Tagen sah ich immer wieder diesen kleinen Menschen an und dachte… Was wäre gewesen, wenn meine Angst größer gewesen wäre? Dann gäbe es dieses Wunder hier vor mir nicht. Ich hatte solche große Angst, aber sie war nie größer als die Sehnsucht nach diesem Menschen. Den es einfach nicht gäbe. Einfach so. Was wäre gewesen, wenn meine Verzweiflung nach alldem überwogen hätte? Und ich war oft verzweifelt gewesen. Was wäre gewesen, wenn ich den Mut nicht gehabt hätte? In diesem einem Monat, wo er entstand? Es gäbe ihn nicht, diesen Emil. Was wenn ich die Hoffnung aufgegeben hätte? Wenn wir vernünftig gewesen wären, wenn wir aufgehört hätten zu kämpfen? Wenn wir auf die Menschen gehört hätten, die uns geraten hatten länger zu warten oder es gut sein zu lassen?
Ich konnte nicht. Wir nicht. Und diese Schwangerschaft mit ihren Sorgen war alles andere als getragen von Selbstverständlichkeit. Ich hangelte mich von Tag zu Tag unserem Sohn entgegen. Und dabei fühlte ich mich oft so unendlich allein. Nicht nur, weil ich mich niemanden weiter groß anvertrauen wollte oder es nicht gekonnt hätte, sondern weil ich wusste, diesen Weg müsste ich allein gehen. Da war mein Mann, aber er hatte nicht dieses Kind unterm Herzen. Er war mir Nahe wie noch nie. Ohne mir groß nahe zu sein: “Aber trotzdem fühlten sie sich jetzt besser, weil sie beieinander waren und dieselbe Furcht und dieselbe Hoffnung hatten…” Leo Lionni.
Ich sehe diese Kind an. Und zu all der Dankbarkeit, dem Glück und der Liebe, die ich dabei empfinde ist es ein irrsinniges Gefühl zu wissen, dass dieser eine Moment, alles verändert hat. Und das unsere Liebe für jemanden, der noch nicht geboren, nicht mal empfangen war, dennoch stärker war, als die Trauer, die wir durchlebt hatten und all die Angst und die Sorgen um den kleinen Menschen, den wir herbei sehnten.

Ein Wunder. Ein Großes. Immer wieder. Immer noch.

Wir sind dann mal weg…

Samstag, August 4th, 2012

…am Strand.

Es war ein bißchen wie „endlich“, als wir hier oben nach all den Stunden ankamen. Endlich angekommen. Mehr als nur nach einer turbulenten Woche, mehr als nur nach einer langen Reise, sondern „endlich“… Ruhe. Endlich auftanken.
Zudem war es überwältigend unserem fünf Wochen alten Sohn das erste Mal das Meer zu zeigen- unser Meer, wie wir es jedes Jahr wieder erobern.
Ein bißchen abtauchen aus dem Alltag und eintauchen in Entspannung, leere Speicher wieder auffüllen- Seelenbalsam. Wellenrauschen, frische Meeresbrisen, Sand zwischen den Zehen, das Spiel des Sonnenlichts zwischen den Wolken in Sand und Wasser. Ein perfekter Moment. In beinahe drei Wochen Endlosschleife.