Allein im Wald.

Naja nicht ganz. Aber als ich letzte Woche mit Lisa und Frau Mairegen beim Wellnessen war, fiel mir doch oh Wunder ein Leben außerhalb des Hotels auf. Da waren dieser traumhafte Schnee und viele Bäume. Und so schnell ich eben mit Emil konnte, wollte ich raus (und das dauerte auch den ganzen Tag). Einfach raus. Emil war unruhig, es begann zu dämmern und ich schaffte es noch am helllichten Tag an die frische Luft hinaus aus dem Wellness-Tempel. Sofort entspannten sich alle Muskeln, wie es kein Masseur der Welt geschafft hätte, ich war allein. Emil hing mir zwar vor der Brust, aber sobald wir beide uns nur genug bewegten, wurde aus dem Quengel- Bär ein kleiner Schlaf-Bär.
Ich stapfte (nach den üblichen Instagram- Bildern- sonst wäre ich ja gar nicht dort gewesen) los und es zog mich ein Stück abwärts des Wegs. Da es immer dunkler wurde, war da ein kleines Kribbeln und als ich schlussendlich an einem Hang lang schlitterte, war das Kribbeln weg und ich wurde vorsichtig und wachsam, denn da ging es verdammt tief runter und vielleicht auch weil ich zu viele deutsche Krimis geguckt habe und mich schon im Graben liegen sah. Ich versuchte die Krimis bei Seite zu schieben und einen kühlen Kopf zu bewaren und mir meinen bisherigen Pfad zu merken, mein Handy hatte noch 20% und ich schlug instinktiv auch den richtigen Weg zurück aus dem Waldstück auf den Fußweg ein, denn ich fand relativ frische Fußabdrücke im Schnee. Als ich wenig später durch einen noch dichteren Waldweg kam, vorbei an einem Hochstand und einem netten Schild „Durchgang verboten“ hatte ich genug Nervenkitzel gehabt, also schlitterte ich weiter mit meinen Wetteruntauglichen Schuhen durchs bayerische Land, wer hätte auch ahnen können, dass es schneit?
Es war schon sehr dunkel und lief und lief und begann meine beliebten Selbstgespräche. Ich war ganz bei mir. Emil schnorchelte leise vor sich hin und es war weit und breit kein Mensch zu sehen. Der Weg war weit, hinten sah man Baumreihen, überall lag Schnee, es war einfach wunderschön.

Und da war er, der Moment in dem ich fühlte, dass es mir ganz wunderbar geht, ich unheimlich glücklich bin und im Großen und Ganzen nichts anders machen würde wollen. Ich hab alles Glück der Welt und ich war durchtränkt von Dankbarkeit. Die frische Luft tat mir unheimlich gut und im Dunkeln kam ich zurück zum Hotel, erholt. Aufgetankt. Und rief den Mann an. Ein Moment zum Festhalten. Was mir in dieser Woche nicht wirklich gelungen ist, ich war abgehetzt, manchmal verzweifelt und nicht geduldig oder dankbar. Daher schreib ich es auf, denn wenn ich all diesen kleinen Kram, der mich auch viel Kraft kostet mal wegschiebe und ich einfach ungeschminkt ich bin, dann bin ich es nach wie vor, gerade am Wochenende mit diesem wundervollen Mann an meiner Seite: einfach glücklich.

2 Responses to “Allein im Wald.”

  1. frl_mieke Says:

    ach Du … ♥

    (diese Einblicke, die Gewissheit geben, dass alles gut ist, wie es ist und das es schöner nicht sein könnte, die sind es, die einem Kraft geben, für all das, was schwer ist und mühsam und manchmal verletzt)

    (nicht viele Menschen sind in der Lage, so tief zu empfinden … das mancht es zwar nicht immer leicht im Leben, aber es ist ein Geschenk)

    Danke, dass Du uns mitgenommen hast, da raus in den verschneiten Wald!

  2. kassiopeia Says:

    Danke!!!