Gedankenfussel

Als Ben geboren war, hatte ich das Gefühl ich könnte alle meine Gefühle in Worte packen. Sie flogen mir zu. Ich musste nicht lange danach suchen, ich hatte Spaß aufzuschreiben, was mich bewegte.
Nach der Beerdigung unseres ungeborenen Kindes legte ich das erste Mal seit Jahren eine lange Internetpause ein. Danach gab ich mir Mühe, das Blog weiter zu führen, für mich, für uns und die Menschen, denen wir etwas ab von dem realen Leben bedeuteten. Kleine Schnipsel nur, die zusammen doch nur einen Auszug von allem einfingen.
Wenn man mich mitleidsvoll ansah und mich fragte, ob ich denn überhaupt Zeit für mich hätte, sagte ich ich immer mit großen Strahleaugen: Ich blogge. Das wars was ich so gern tat. Schreiben. Ich bin und war nie eine Schriftstellerin, aber wenn mich eines wirklich glücklich gemacht hat, dann das eigene geschriebene Wort.

Ein paar wenige haben eine zeitlang vielleicht gedacht, in meinem zähen Schreibfluss die Schwangerschaft mit Emil erkannt zu haben und ein Stück weit, habe ich sicherlich auch gehofft, dass wie von Zauberhand die Worte wieder geflogen kämen. Aber das tun sie nicht. Ich habe das Gefühl mich zu wiederholen, zu blumig zu schreiben, es fallen mir einfach keine neuen Wörter mehr ein, um sagen was ich empfinde.
Viele Dinge bleiben zudem gar ungesagt, Dinge die mir wichtig wären festzuhalten und natürlich fehlt mir ein Stück weit Zeit, aber wenn ich wirklich wollen würde? Gibt es überhaupt ein zurück?

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