Archive for März, 2013

Im Hier und Jetzt

Freitag, März 22nd, 2013

Kaum zu glauben, dass dieses kleine Wesen mit den großen, müden Augen und der Zahnpasta in den Mundwinkeln, das das heute unbedingt Huckepack ins Bett getragen werden muss, weil es so erschöpft ist, mir irgendwann mal über den Kopf wächst, sich selber um seine doofen Zahnarzttermine kümmern muss, entnervt mit den Augen rollt, wenn ich anrufe, mich kaum noch anruft und mich blöd findet, weil ich seine/n Partner/in mit der/dem er den Zahnputzbecher teilt blöd finde… :)

Dieser Tag

Freitag, März 22nd, 2013

Während wir in meinem Lieblingsblumenladen stehen und Blumen fürs Grab gekauft haben, die kleinen Jungs sich gegenseitig beginnen vor Langeweile zu schubsen und ich nur noch eben eine Kerze kaufen muss, weil ich unsere zu Hause leider vergessen habe, dreht sich ein älterer Herr nebst seiner Gattin zu mir und sagt mit einem Blick über die Kinder schweifend zu mir: „Na, Sie sind aber gesegnet!“

Und ich lächelte. Etwas verlegen. Weil meine Jungs den Ladeninhalt in Gefahr brachten, weil ich Blumen für mein Kindergrab gekauft hatte und auch weil ich meine drei wunderbaren Jungs um mich hatte.

2 Jahre

Freitag, März 22nd, 2013

Ich gebe zu, dankbar zu sein wie schnell doch die letzten Tage bis hier her vergangen sind, ein wenig erleichtert. Die letzten Tage im März gehören dir. Sie sind durchzogen mit Erinnerungen. Erst vorgestern habe ich morgens deinen Papa gefragt, ob er denkt, ich sei Schuld, dass ich besser hätte Acht geben sollen. Auf dich. Auf uns.

Ich hab in seiner ganzen Art ohne das er etwas hätte sagen müssen, gemerkt dass er es nicht tut. Was mich zutiefst erleichterte. Aber natürlich habe ich mich oft gefragt, ob ich mich anders hätte hinstellen können. So oft. Im Herzen weiß ich, dass es einfach nur ein Unfall war. Das war es auch, was es die Monate nach deinem Tod so schwer gemacht hat. Du warst einfach nur perfekt und wurdest aus mir, aus dem Leben gerissen, bevor es überhaupt begann.
Heute morgen hielt ich deinen kranken Bruder Emil und ich denke, doch er hätte sich auch sehr gewünscht einen tollen kleinen großen Bruder zu haben. Zusammen hättet ihr bestimmt allerhand Blödsinn gemacht.

Das ist es auch was schmerzt. Sicherlich verändert sich die Trauer mit der Zeit, aber die Zeit ist es auch die einem nicht nur zeigt, wie lange du schon fehlst, sondern auch im weitesten Sinne wie viel Zeit mit dir uns genommen wurde, was wir alles nie erleben werden. Das tut so unendlich weh. Und das ist sicherlich eines der Dinge, die in diesen nächsten Jahren schlimmer werden wird, weil es natürlich mehr Jahre werden.

Mein geliebter Sohn, vor zwei Jahren war ich noch überglücklich und nur wenige Stunden später hörte dein Herz auf zu schlagen.
Meine Liebe ist nach wie vor da, vielleicht wächst sie auch wie unter einer Art Glocke so wie die Sehnsucht nach dir. Du bleibst ein Teil von mir. Auch wenn wir weiter wachsen, leben, atmen, lieben und lachen. Ich liebe dich!

Zeig dich ruhig, du Frühling!

Donnerstag, März 21st, 2013

Das Ende vom Lied

Mittwoch, März 20th, 2013

Heute Nacht um kurz vor 4Uhr habe ich dann meinen Tageskindern abgesagt und es fiel mir alles andere als leicht, den Kopf hab ich mir schon beim ins Bett gehen zerbrochen. Und mitten in der Nacht war auch nicht so der günstigste Zeitpunkt, ich hatte ein wahnsinnig schlechtes Gewissen. Aber hätte es auch anders herum meinen Kindern gegenüber gehabt.
Emil schlief so unruhig und schon am Abend war er so anhänglich und weinerlich mit seinem 40°C. Und ich hatte so ein Bild vor meinem inneren Auge von lauter gnatschigen Kindern.
Gestern war es eine Gradwanderung gewesen, -gut wie so vieles im Leben- alle Kinder hatten den Tag aber gut gewuppt, doch wie wäre es heute gewesen? Ich fühlte mich dem ehrlich gesagt nicht mehr gewachsen und ich glaube, ich hätte das wirklich nicht geschafft, weil ich auch nicht mehr gesund bin.
Stutzig hatte mich auch Ben gemacht, der abends sagte, er wolle heute bitte seine Ruhe. Kann ich verstehen nachdem eines der Mädchen seine Nähe die meiste Zeit über gesucht hatte.
Der Mann blieb dann heute sogar zu Hause, wie immer, wenn ich ihn wirklich brauche, weil er sah wie angeschlagen ich war und Emil weinte zudem auch die ganze Zeit vor Schmerz und Unwohlsein, schrecklich war das heute Vormittag.

Deswegen fuhr ich dann heute Mittag zum Kinderarzt und ließ Emil anschauen, einen Abstrich machen vorsichtshalber und entdeckte zu allem Übel, was sein Jammern auch erklärt: einen neuen Zahn.

Warum ich gestern gearbeitet habe und vielleicht auch heute hätte und morgen würde? Nicht weil man mich zwingt, sondern weil ich weiß wie das ist. Ich werde gebraucht von Familien, die keine weiteren Optionen haben, da möchte man halt auch einfach da sein, wenn man gebraucht wird, es reicht schon wenn man absagen muss, weil das eigene Kind krank ist. Beide Familien haben aber super lieb reagiert, verständnisvoll. Die eine Mama bot gestern von sich aus an, ihr Kind zu Hause zu lassen. Aber es ist ein Job, den ich doch auch gern mache. Ich mag nicht die Kinder, noch die Eltern aus dem Takt bringen.

Und was mich nachdenklich machte, waren nicht wir Eltern, ob wir nun mit kranken Kindern arbeiten oder gesunde zu kranken Kindern geben, sondern in diesem einem speziellen Fall (der Tageskindmama und mir), dass wir das tun, weil wir so sehr gebraucht werden, dass sowas wie eine Welle von Chaos ausbricht, wenn wir ausfallen: KINDERBETREUUNG.

Zu wenig Alternativen, wenn ich wegfalle. Zu viel Stress, wenn im Kindergarten zu viele Erzieher fehlen, (Mama vom Tageskind), weil alles fast schon abgezählt ist, an Betreuern.
Aber schlussendlich, ob Teil einer Kinderbetreuung oder einfach Angestellter im Büro, wir überlegen halt beide immer ganz genau und gründlich wie schlimm es heute ist, ob es noch gut geht und zerbrechen uns den Kopf, manchmal in der Vergangenheit -der Mann und ich- so sehr, dass es morgens schon mal krachte. Aber man kann nicht erahnen wie schlimm es tagsüber wird, oder ob gar viel besser. Man wägt ab. Immer. Gestern also so, heute so.

Liebes Deutschland,

Dienstag, März 19th, 2013

irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass hier was schief läuft, genau an Tagen wie diesen.

Ich bin Mutter von fünf Kindern, zwei davon sind eindeutig krank, beide mit Fieber. Gestern habe ich die Eltern meiner zwei Tageskinder darüber informiert, dass ich dennoch arbeiten würde, obwohl ich so zwei Kinder mehr zu Hause habe, als üblich am Vormittag. Nämlich meine drei Kleinsten.
Heute morgen sitze ich also hier, mit drei eigenen Kindern und mir wurden eben zwei kranke und kränkelnde Tageskinder dazu gebracht.
Die Mama eines Tageskindes ist selbst Erzieherin, liess ihre zwei Älteren heute auch zu Hause, weil sie krank sind, bringt ihre kränkelnde Tochter zu mir und meinen kranken Kindern und geht arbeiten, (wie auch der Vater des anderen Tageskindes,) weil sie im KiGa selber zu wenige sind.

Gibt so Tage, da werde ich das Gefühl nicht los, dass hier irgendwas schief läuft. Keiner hört auf zu arbeiten, obwohl Kinder krank sind, das gefällt mir nicht. Und gerade in Bezug auf die andere Erzieherin, was ist das für ein Kreislauf, in dem jede von uns beiden auf die Kinder der anderen aufpasst, anstatt (nur) auf die eigenen.

Geschützt: Noch mehr Schnappschüsse (Kinderpasswort)

Sonntag, März 17th, 2013

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Die Augen. Eine Sonntagsfreude.

Sonntag, März 17th, 2013

Gestern bei Twitter kam kurz das Thema Kinder und ihr Aussehen auf, inwiefern wer wem ähnlich sieht und weil ich generell die Augenfarben unserer Kinder total faszinierend finde, hab ich heute mal versucht das einzufangen- wie kleine Edelsteine.

Heute meine Sonntagsfreude. Idee von Maria.

Ausflugszeit

Freitag, März 15th, 2013

Um nichts zu unterschlagen, wie es leider in der Vergangenheit schon zu oft passiert ist, halte ich an dieser Stelle noch kurz fest, dass wir auch an diesem Freitag wieder einen Ausflug unternommen haben.

Wieder habe ich die Kinder nach der Schule aufgeregt empfangen und dann sind wir los gerannt und haben diesmal super knapp den Bus bekommen. Langsam bekommen wir in dem Reisen sowas wie Routine und mich machte nur noch der Gedanke nervös, dass wir umsteigen müssten in einem engen Zeitfenster.

Ziel war der Indoorspielplatz in Aubing, nicht meine erste Wahl. Aber ich hatte es wirklich versprochen und auch wenn ich mich aufraffen musste, war es genau richtig, denn die Augen der Kinder haben gestrahlt.

Pünktlich zur Öffnung 14Uhr waren wir da und weil es nicht anders geht, musste ich den Kindern vor Ort sehr viel Freiraum lassen und kümmerte mich ausschließlich um Emil. Aber ich war dankbar und froh, wenn hin und wieder alle Kinder an mir vorbei sausten. Jeder suchte sich, das was ihm am meisten gefällt, einzig und allein Ben tat sich schwer mit dem Tempo der anderen mitzuhalten, machte auf mich hier und da einen verlorenen Eindruck. Das sind Momente, in denen sich zeigt welches (ganz andere) Kreuz Kinder aus Großfamilien manchmal tragen, es ist zwar toll, dass immer einer da ist, aber nicht jeder freut sich, wenn er dann mal für sich ist, allein ist. Ben fehlte also in dem Moment, die treibende Kraft, die Ideen. Aber hey, an dieser Stelle darf man auch nicht vergessen, dass er auch der Kleinste der vier Großen ist.
Ich bin irre stolz wie toll er das alles macht und wie sehr ich mich auf diesen Dreijährigen verlassen kann.

Fazit nach so einem Tag: Ausflüge lohnen sich immer! Es macht Spaß und schweißt zusammen! Und man merkt immer wieder, was man für unglaublich tolle Kinder man hat!

Und ich hab da auch schon wieder was im Kopf! :)

Innehalten

Donnerstag, März 14th, 2013

In der alltäglichen Routine Geschirrspüler aus- und einräumen, anstellen. Zum Tisch gehen und das jüngste Kind aus dem Stuhl pflücken wollen, die Krümel abstreifen, Hände waschen gehen wollen, in Gedanken den Tisch schon abwischen hinterdran der Gedanke an die Bausteine auf der Treppe zum Gruppenraum und den Staubsauger den ich noch hoch holen muss. Die Sonne scheint rein, meine Lieblingsmusik läuft, ich greife nach meinem Kind, die anderen sitzen in der Ecke und spielen zusammen und vor mir bamselt ein Osterei aus Papier, bemalt und gestaltet von Noah. Vorhin hatte er noch gefragt, ob er das dort aufhängen darf und um Weihnachten hingen dort Sterne der Kinder. Und ich muss lächeln. Es sind so diese kleinen Dinge, die das Haus mit Leben füllen. Und die man manchmal doch übersieht, während man in einer Ruhe immer nach dem selben Auflauf andere Spuren der Kinder beseitigt.
Gerade hat Emil alle Buntstifte ausgekippt und lutscht sie an. Überall liegt Papier, auf dem Kühlschrank stapeln sich schon wieder so viele Kinderkunstwerke, dass wenn man an ihm vorbei geht immer etwas runter fällt, unter dem Tisch sind trotz Kuchen essen mehr Krümel als auf dem Tisch. Wenn ich durchs Erdgeschoss gehe im Moment, klebt entweder etwas unter meinen Füßen oder es knirscht. So ist das.

Ich hab alles liegen lassen (kommt ja keiner) und bin einfach nur dabei… ♥