Archive for April, 2013

Erste Male

Montag, April 29th, 2013

Nachdem ich gestern ins Bett ging mit den Gedanken, was ich heute anders machen möchte und welches Kind gerade was braucht und was ich brauche, war da der Wunsch, dass ich mit den Kindern backen möchte, einfach Zeit mit ihnen verbringen. Nichts weiter anderes.
Im Winter war das so leicht gewesen und vielleicht ist das in den paar letzten Wochen zu kurz gekommen, zumindest für mich.
Ich kaufte also heute alles ein nur um zu Hause, als alle mittags endlich da waren festzustellen, dass ich die Bananen vergessen hatte. Ich schimpfte, wir gingen schnell die Möglichkeiten durch, aber mir schien genau dieses Rezept für vier Kinder heute richtig. (Kenne mich da aus. :) ) Also warf ich anscheinend in den Raum, dass Zoe fahren könnte, sagt zumindest sie, ich habe keine Ahnung mehr wie wir darauf kamen und sie sagte nur: „Klar, ich brauch nur Geld!“

Dieses Mädchen ist einfach nur toll. Sie wollte nur wissen wie viele Bananen, ich schlug Baguette zum Abendessen vor und sie holte einen Geldbeutel von ihrem Bruder, ich gab ihr eine Tasche und Geld und schwupps war sie unterwegs zum Biobäckern- auf dem Rad, das erste Mal allein.

Es war wirklich bewegend- lachen Sie bloß nicht! :) Ich teilte das auch auf Twitter und mit dem Vater des Kindes. Ich hatte keine Minute lang Zweifel an ihr, sie ist achtsam, ich kann mich auf sie verlassen, viel wichtiger noch, ich vertraue ihr, dass sie schon weiß, was sie tut- aber es ist und bleibt eine anspruchsvolle Strecke, bei der ihr Papa bereits angefahren wurde, durch das Schwimmen ist ihr der Weg aber bekannt, sie war dort schon einkaufen, während ich draußen wartete, wieso also nicht? Sie wird 9. Ich sprach mir selber Mut zu: Lass schon endlich los, bald tut sie wer weiß was, mit wer weiß wem und ich hab gar keine Ahnung. Aber sie war so zügig zurück, ich war mit kochen, den anderen Kinder und stolz sein abgelenkt. Es war wahnsinnig schön.

Wichtig ist mir, dass sie es gern macht und nicht weil es mein Wunsch war. Es kam von und durch sie und sie war, wir waren, sogar ihre Brüder waren so stolz auf sie. Sie schien den Tag über zu schweben, zumindst ist sie spontan mindestens einen Zentimeter gewachsen und ich bin auch so unglaublich glücklich, dass unser erstes Kind, unser erstes Kind ist. Super Mädchen, ole ole! :)

We love baking…

Montag, April 29th, 2013

Gebacken hatten die Kinder komplett allein bis auf das eine oder andere Einmischen meinerseits oder auch Tipps geben genannt.

Für den Spaß hat Zoe Bananen eingekauft… :)

Die gewaltfreie Kommunikation und ich

Sonntag, April 28th, 2013

Ich schleiche schon länger um das Thema herum. Es interessierte mich jedes Mal, wenn ich davon hörte. Ich hatte eine ungefähre Vorstellung davon und als eine Freundin von mir am Anfang der Woche einlud zu einem Abend, den sie mit organisiert hatte, wollte ich da unbedingt hin.
Die Referentin brachte mir das Thema näher, als sei es ein Werkzeug.
Man formuliert ein Gefühl, ein Bedürfnis und eine Bitte ans Kind.
Ich nahm nach diesem Abend das eine oder andere mit. Und gleich einen Tag später hatte ich ein Buch von Marshall Rosenberg in der Elternpost, denn ich hatte mich mit einer anderen Mutter zuvor über diesen Elternabend unterhalten und sie wollte es mir leihen, was sehr lieb ist.
Jetzt hatte ich Zeit etwas in dem Buch zu lesen, die Hälfte ist geschafft und ich muss sagen, dass sind Welten Unterschiede. Bei ihm klingt das nicht wie eine Werkzeug, sondern wie eine Lebensphilosophie.
Ich spüre wie das Alles in mir arbeitet und mich zum Teil auch erstmal erschlägt, was will ich jetzt? Vor mir steht dieser Anspruch, natürlich auch ein Stück weit.

Ich gebe mir in meiner Erziehung größte Mühe und dennoch würde ich mich an manchen Tagen gern, wie ich es oft schon formulierte am Ende des Tages (oder manchmal gleich nach dem Aufstehen), den Kinder zu Liebe zur Adoption frei geben.
Dennoch dachte ich auch bestärkt durch den Elternabend (in Kurzform ins Thema getaucht), gut genug wie es so schön heißt, würde als Mutter irgendwie reichen.
Als ich Freitag Abend die Kinder ins Haus holte, formulierte ich mühevoll mein Gefühl, mein Bedürfnis und meine Bitte. Und ab davon, dass ich die Kinder nicht immer anschreie, dauerte es zumindest gefühlt länger bis sie im Haus waren, aber ohne Geschrei, trotzdem war ich zutiefst erschöpft. Die Kinder werden nicht jeden Abend angeschrien, aber es war selbstverständlich sehr betont in diesem Moment, zu dem fällt mir erst jetzt auf wie unglaublich schwer es mir fällt meine Gefühle in Worte zu packen: verärgert sein, genervt, unruhig, sauer, wütend… Wut ist auch ein schönes Thema, weiß ich doch selber wie der Alltagsstress oft seinen Tribut fordert und man so genervt ist und nur noch will, dass die Kinder hören, dann wird aus nicht hören Hilflosigkeit, die sich in Wut entläd.
In mir hallten aber auch Herrn Rosenbergs Worte über Belohnung nach, auch nicht neu, aber so schwarz auf weiß fühlte ich mich ertappt.

Ich weiß ja nicht, ob ich der einzige Mensch bin, sicherlich nicht, aber es fühlt sich ja immer so an, ich bin von „Ratgebern“ immer erstmal erschlagen und irritiert. Meistens ziehe ich das Beste heraus, aber zugegebener Maßen erwies sich vieles Erlesenes im Nachhinein als nicht die beste Option (für mich, für uns).
Deswegen schwelt das so in mir drinnen- das „Neue“.

Tags drauf wollten wir mit den Kindern Schuhe einkaufen gehen, Sandalen um genau zu sein. Alle waren begeistert vom Aussuchen, nur Ben nicht, der war stinksauer und wollte Blinkeschuhe. Ich hatte aber kein Geld oder Sinn meinem Sohn diesen Wunsch zu erfüllen, er hatte ja Halbschuhe. Frustriert zog er seine Schuhe aus, schmiss sie weg und meinte er würde sie nie wieder anziehen. Und Sandalen wollte er natürlich auch nicht. (Es sei erwähnt beim Verlassen des Hauses, wollte er rosa farbende Sandalen, hatte er vor Ort im Geschäft bereits wieder vergessen.)
Er wollte nicht. Ich zeigte ihm in seiner vermeidlichen Größe ein paar Schuhe zur Auswahl, aber alles war ungut. Blinkeschuhe!
Der Pädagoge in mir dachte, nun ja… will er heute eben nichts, machen wir, kommen wir die Woche noch einmal wieder. Ist zwar total umständlich, aber das hat Zeit, ich zwinge dem Kind jetzt keine Sandalen auf, dachte ich erst.
Dann erinnerte ich mich aber an mein verstörtes Kind, das als Einziges zu Beginn dieser Woche nicht ein Paar vom letzten Jahr zur Überbrückung bekommen hatte und so unglücklich gewesen war und sofort welche kaufen hatte wollen.
Ich phantasierte mir also zusammen, zu Hause würde mein Kind dann bitterlich enttäuscht und traurig sein, weil wir gar keine Schuhe gekauft hatten. Ich nahm an, weil ich mein Kind meine zu kennen, dass er der Information, er hätte ja zur Zeit des Aussuchens keine Lust gehabt, nichts abgewinnen würde können. Vermutlich könnte er sich nicht mal mehr daran erinnern. Und wieder wäre er sauer, verzwickt im Moment.

Was tat ich also? Ich bat ihn wenigstens einen Schuh anzuprobieren und dann könnte er ihn gaaaanz weit wegwerfen. Das fand er gut, dieser Vorschlag gefiel ihm. Er probierte mit mir einen Schuh und wir fanden heraus, der war zu klein, die nächste Größe auch und dann fanden wir zwei Paare und er durfte aussuchen. Mein Kind verließ mit neuen vorn geschlossenen Sandalen (wie heißen die Dinger dann eigentlich) das Geschäft und schien mir glücklich.

In meinem Oberstübchen frage ich mich aber seitdem, habe ich das Kind übergangen? Und ist gewaltfreie Kommunikation (und die Gedanken und Ideen von Herrn Rosenberg) nun ein Werkzeug dessen ich mich bedienen kann oder eine Lebenseinstellung?

(Gedanken. Sponsored by Kassiopeia.)

Sonntagsfreude

Sonntag, April 28th, 2013

Meine Freude sollte heute sein, sich ganz bewusst zu entscheiden nicht schwimmen zu gehen und entspannt den Tag und Haushalt zu begehen.
Dann überkam es mich aber und schwups hatte ich einen Berg Kleidung und Schuhe aus dem Keller ans Tageslicht befördert und sortierte.
Der Tag endete so maximal unentspannt, aber dieses Loslassen und Wegschmeißen tut mir immer wahnsinnig gut.

Ich habe zwar viel geschafft, aber mir fehlt nun die Zeit mit den Kindern heute, ich hätte gern mehr von ihnen gehabt. Komische Sonntagsfreude.

Sonntagsfreude

Sonntag, April 21st, 2013

Wieso ist eigentlich schon wieder eine Woche rum? Vielleicht hätte ich da die eine oder andere Kleinigkeiten aufschreiben sollen…

Weil der Mann übers Wochenende nicht zu Hause sein solltewollte, habe ich überlegt was wir wohl machen könnten, die Kinder und ich. Und weil wir nun doch recht regelmässig bisher Sonntags immer mal wieder schwimmen waren, dachte ich, das würde ich einfach probieren. Vorab hatten wir einen Plan gemacht, weil ein Kind gerade nicht Rad fahren möchte und kann, überlegt wie wir hier gut weg kommen. Bus fährt nämlich Sonntags erst ab 9Uhr und das war mir zu spät. Also sind wir morgens um 8Uhr alle aus dem Haus gestürmt, auch ich trotz der anstrengenden Nacht, denn ich konnte nicht gut schlafen und Emil ließ mich dann auch nicht wirklich und bis auf kleinere Dramen des Alltags, über „diese Jacke“ oder „jene Mütze“ oder „ich will aber…“ haben wir das super gemeistert, unterwegs noch Brötchen erbeutet für das späte Frühstück und hatten nach reichlich Umzuziehen viel Spaß im Hallenbad, danach alle abgeduscht, Haare gewaschen und geföhnt und zack ging es zurück nach Hause, wo ich nach dem Brunch dann erstmal todmüde war und die Kinder auch verließ um Emil im Schlafzimmer Gesellschaft zu leisten.
Das war mein erstes Mal Schwimmen allein mit allen. Das erste Mal seit Monaten wieder mit Fahrradanhänger und Kindersitz drei Kinder transportiert- das war anstrengend. Aber ich hab die Zeit genossen. Es war stimmig, wir hatten Glück weil nichts groß schief gegangen ist und alle gut mitgemacht hatten, es war sicherlich ein Highlight dieses Wochenendes und nun bin ich fix und alle und freue mich morgen auf meinen Mann und etwas mehr Ruhe. Haha.

Äffchen

Mittwoch, April 17th, 2013

Heute hat er es das erste Mal getan, ich ging nur kurz hoch in den ersten Stock etwas weg bringen und merkte schon an Emils Stimme, dass etwas anders war als sonst. Er stand auf der Treppe und weintschimpfte, weil er es geschafft hatte diese erste, unterste Stufe zu erklimmen, verblüfft über sich selbst, irritiert, weil er keine Ahnung zu haben schien wie er das gemacht hatte und demnach nicht weiter vorwärts kam und nun da stand, scheinbar besorgt, es schien ihm nicht geheuer da oben und es gab ja auch kein zurück :)
Keine Stunde später schaute ich nur kurz nicht hin und schon war er auf dem Weg hinter unserem Garten und ich merkte es nur zeitnahe, weil das Tochterkind Alarm schlug, hätten wir das also auch. Ich erinnere mich noch gut an ein anderes kleines Kind, das mich auf Trab hielt im Sommer- das ist drei Jahre her. So lange wohnen wir hier jetzt auch schon in diesem Haus. Jetzt ist es Emil. Und es ist großartig! <3

Sonntagsfreude

Sonntag, April 14th, 2013

Meine Sonntagsfreude in dieser Woche war eigentlich eine vom Samstag.

Anlässlich des runden Geburtstag vom liebsten Schwiegervater mal wieder viele liebe große und kleine Gesichter der Familie sehen, schöne Stunden erleben und schöne Gespräche führen- einander nahe sein. ♥

Idee von Maria.

Ausräumen. Loslassen.

Samstag, April 13th, 2013

Ich weiß in solchen Dingen bin ich wahnsinnig sentimental, aber Emils Kleidung aus der roten Kommode im Schlafzimmer ausräumen, macht mich wehmütig. Sehr sogar.
Natürlich ist es jetzt viel praktischer. Wir hatten auf der schmalen Kommode für uns einen zweiten Wickelplatz eingerichtet, gerade nachts in den ersten Wochen mit Baby wollten wir nicht extra immer etwas mit hoch nehmen. Es war zwar manchmal umständlich darauf zu achten, dass beide Wickelplätze ausreichend bestückt sind, aber wir haben den Platz oben gut und gern genutzt. Unten drunter hatte ich Stauraum für seine Kleidung und so war immer alles griffbereit auf und in der roten Kommode.
Dann fing es an, schleichend. Es waren nicht mehr genug Windeln da oder Feuchttücher, irgendwann fehlte beides. Dann brauchte ich den Korb, in dem alles drapiert worden war und nahm ihn einfach. Es verwaiste so die gepunktete Wickelauflage, die mittlerweile für ein großes über 11 Kilo Baby auch einfach sehr schmal geworden war.
Dann nervte es ein bißchen, dass immer im zweiten Stock seine Sachen waren, aber unten die Windeln, aber da er bei uns schläft, ging es irgendwie. Vor ein paar Wochen aber kaufte ich eine weiße Kommode fürs Zimmer der Jungs, der Raum war ungenutzt an genau dieser Stelle und Platz für Emil würde da gebraucht werden- irgendwann.
Und jetzt riss es mich, es war dieser Moment. Irgendwann war heute. Ich schnappte alle seine Sachen und brachte sie runter, auch die neue Wickelauflage, sortierte sie in Ruhe ein, sortierte zu kleine Sachen aus. Praktisch, sehr.

Doch nun ist die rote Kommode oben nicht mehr das was sie mal war. Ich erinnere mich an das Einräumen und lasse zugegeben ein bißchen schwermütig die Erinnerungen zu und gleichzeitig los. Er ist 9 Monate alt. Wir brauchen oben diesen Platz nicht mehr. Aber er war mir mal sehr, sehr wichtig– in der Schwangerschaft schon. Ein Ort für Vorfreude, an dem sich meine Liebe und Hoffnung kanalisierte.

Endlich 7!

Donnerstag, April 11th, 2013

Mit Sieben muss man morgens in die Schule gehen, weil keine Ferien sind. Man wird dann aber anschließend von der Oma abgeholt und ins Deutsche Museum nach München gefahren, während der Papa sich den halben Tag frei genommen hat und dort dazu stößt, um eine Mama zu empfangen, die mit drei Geschwistern und vier Geburtstagsgästen in die Stadt mit der Bahn gefahren ist. Mit Sieben kann man schon mal einen Workshop im Deutschen Museum mitmachen, dort seinen Geburtstag feiern und so einen (hoffentlich) schönen Tag verbringen, während der Mama die Zeit fehlt, ordentlich mit dem Kind zu kuscheln. :) Sieben halt.

Besondere Tage

Mittwoch, April 10th, 2013

Heute ist ein besonderer Tag. Ich hätte nicht gedacht, dass es mir so viel bedeutet, aber das tut es. Heute vor sieben Jahren war ich im Krankenhaus, um Noahs Geburt einzuleiten. Es war ein wunderschöner Tag, viele schöne Stunden hin bis zur Geburt in der Nacht zum nächsten Tag. Auch wenn danach alles weniger schön war und davor letzten Endes auch, aber dieser eine Tag an dem ich spürte, dass unser Sohn nun zu uns kommen würde, der bedeutet mir in meinen Erinnerungen so viel.
Ich kann mich noch an jedes Detail erinnern, an das nach Hause gehen zwischen den Tabletten, die eingerissene Fruchtblase, den Lockenkopf unserer minikleinen Tochter, meine Schwägerin, einfach alles.
Und gestern Abend vorm Einschlafen dachte ich nur, wie irre das ist, dass der Noah auch schon sieben Jahre alt wird. Verdient, denn er ist eben schon groß, aber doch immer wieder Wahnsinn wie die Zeit vergeht… :)

Noah ist für dieses Blog auch besonders, denn ich war schwanger mit ihm, als ich das erste Mal begann hier zu schreiben. Verrückt.

Ich bin heute ein bißchen plüschig unterwegs. :)