Ausräumen. Loslassen.

Ich weiß in solchen Dingen bin ich wahnsinnig sentimental, aber Emils Kleidung aus der roten Kommode im Schlafzimmer ausräumen, macht mich wehmütig. Sehr sogar.
Natürlich ist es jetzt viel praktischer. Wir hatten auf der schmalen Kommode für uns einen zweiten Wickelplatz eingerichtet, gerade nachts in den ersten Wochen mit Baby wollten wir nicht extra immer etwas mit hoch nehmen. Es war zwar manchmal umständlich darauf zu achten, dass beide Wickelplätze ausreichend bestückt sind, aber wir haben den Platz oben gut und gern genutzt. Unten drunter hatte ich Stauraum für seine Kleidung und so war immer alles griffbereit auf und in der roten Kommode.
Dann fing es an, schleichend. Es waren nicht mehr genug Windeln da oder Feuchttücher, irgendwann fehlte beides. Dann brauchte ich den Korb, in dem alles drapiert worden war und nahm ihn einfach. Es verwaiste so die gepunktete Wickelauflage, die mittlerweile für ein großes über 11 Kilo Baby auch einfach sehr schmal geworden war.
Dann nervte es ein bißchen, dass immer im zweiten Stock seine Sachen waren, aber unten die Windeln, aber da er bei uns schläft, ging es irgendwie. Vor ein paar Wochen aber kaufte ich eine weiße Kommode fürs Zimmer der Jungs, der Raum war ungenutzt an genau dieser Stelle und Platz für Emil würde da gebraucht werden- irgendwann.
Und jetzt riss es mich, es war dieser Moment. Irgendwann war heute. Ich schnappte alle seine Sachen und brachte sie runter, auch die neue Wickelauflage, sortierte sie in Ruhe ein, sortierte zu kleine Sachen aus. Praktisch, sehr.

Doch nun ist die rote Kommode oben nicht mehr das was sie mal war. Ich erinnere mich an das Einräumen und lasse zugegeben ein bißchen schwermütig die Erinnerungen zu und gleichzeitig los. Er ist 9 Monate alt. Wir brauchen oben diesen Platz nicht mehr. Aber er war mir mal sehr, sehr wichtig– in der Schwangerschaft schon. Ein Ort für Vorfreude, an dem sich meine Liebe und Hoffnung kanalisierte.

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