Archive for Mai, 2013

Verwurzelung

Freitag, Mai 31st, 2013

Woran mag es liegen, dass ich in diesen Urlauben immer so nachdenklich werde? Lange Strandspaziergänge, ein versunkener Blick aufs Wasser und die Gedanken rinnen nur so dahin, kommen gleichmässig ungleichmässig wie die Wellen.
Ich kam hier her, zu einem Zeitpunkt wo ein Umbruch in meinem Leben statt findet. Eigentlich ist es ein kleiner Umbruch oder rationalisiere ich nur wieder vor mich hin, denn eigentlich bringt er soviel Großes mit sich?
Als ich vorhin meine Fotos ansah und bei denen ankam, die nun älter als zwei Wochen sind, war die Klippe so groß.
Natürlich hatte ich an all jene gedacht, die mein Schritt betrifft, aber 14 Tage und die vielen Kilometer brachten soviel Abstand, dass ich erst erschüttert war, als ich die Fotos sah… und mich darin, als ich sie machte und fühlte, was ich fühlte: Beklemmung.
Dann kam ich hier an und tankte Kraft. Ließ mir alle Zeit, die ich brauchte, hatte sacken lassen, was ankommen musste, zu schnell war alles passiert.
Diese Schlüsselmomente sind sicherlich Teil meines Lebens, wenn sich aus einem aktuellen Zustand eine Tür auftut, durch die ich schnell hindurch husche, solange sie auf ist, in diesem Fall: aufhören.
Vieles wirkt aber sicherlich übereilt oder stürmisch von Außen, aber am Ende mit etwas Anstand ergibt alles immer einen Sinn und im Kontext wird alles klarer, sogar sichtbarer.

Vor ein paar Wochen hatte ich auf dem Nachttisch meiner Schwiegermama ein Buch gefunden, die ersten Seiten gelesen und wollte unbedingt, das sie es mir ausleiht. Und nun saß ich hier in den letzten Tage und las.

„… an einem Ort, an dem man sich zu Hause fühlt, ruft unweigerlich ein Gefühl von der Verwurzelung hervor.“

Und genau so fühlt sich das eben an, wenn wir hier sind. Ankommen. Durch atmen. Kraft tanken. Ganz dick wollte ich das Wort „Verwurzelung“ anstreichen.

Mittlerweile und ich bin mir nicht sicher, ob nicht schon doch länger, liegt ganz klar ein Wunsch vor mir, das brachte mir meine Zeit hier. Dieser Wunsch wird Zeit brauchen, aber der Weg ist gezeichnet. Zumindest in meinem Kopf…

In den Tagen hier war aber auch wieder ein Gefühl ganz groß: Fernweh. Ich weiß nicht woher so plötzlich, aber es ist da, dieser Wunsch nach Aufbrechen, losziehen wollen, Neues entdecken. Bisher war das nie Thema in meinem Leben. Fremde Länder, andere Städte all das konnte man in Bildbänden sehen, war mir nicht wichtig. Im Moment ist das ein kraftvolles Wegwollen, ich will etwas sehen, was ich noch nicht gesehen habe mit meinen eigenen Augen.

„All die Orte und Städte, in denen ich zuvor gewohnt hatte, wurden zu vorübergehenden Stationen auf meinem Weg nach Hause.“

Vielleicht etwas das ich nachholen muss. Wo ich doch schon lange weiß, wo ich hingehöre.

Und immer wenn ich mich von meiner Familie fort bewegte und allein den Strand entlang lief und die Farben genoss, das alles einsog, führte ich Selbstgespräche und wenn auch nur in meinem Kopf, weil ich mir eben hier selbst so nahe fühle.

„Wenn du nicht weißt, wo du bist, dann weißt du auch nicht wer du bist.“ Sobald ich dort eintreffe, bin ich mir immer viel sicherer, wer ich bin, vielleicht, weil mir die ausgetretenen Pfade so vertraut sind…“

Ob durch die Ruhe, das Innehalten und das Abgeschottet sein, auch wenn sich das angesichts von immerzu online sein auch relativiert. Unvorstellbar, dass wir früher hier oben kein Internet hatten, was war das immer schön. So ist es auch schön, denn ich dokumentiere mit kleinen Anekdoten und Fotos unsere Zeit, halte meine Erinnerungen fest.
Dennoch frage ich mich immerzu woher so plötzlich diese Stimmung kommt, dieses in sich hinein Horchen. Ist es nun die Ruhe, der Abstand, der Herzensort oder alles zusammen?
Oder aber auch die Zeit, die man hat, wie sonst nie, ihr sonst mühevoll hinterher jagt und sie versucht für sich einzunehmen, festzuhalten.

Hier ist alles im Fluss. Macht alles einen Sinn, sieht man die Zeit, die alles braucht und den Wandel, der einen am Ende immer wieder einholt. Es gibt kein festes Ich. Eigentlich etwas, was ich immer im Kopf habe: Dass die Frage so unnütz ist, wer ich eigentlich bin.

„Geduld ist keiner deiner Stärken, nicht wahr, meine Liebe?“ sagt sie und überbrückt damit das entstandene Schweigen. „Du musst deine innere Unruhe überwinden. Es gibt kein Ankommen. Alles bleibt stehst im Werden begriffen.“

Während ich hier tippe und den letzten Seiten meines eben beendeten Buches nachhänge, sitze ich im Strandkorb oben im Garten und schaue auf das Wasser unten vor mir, genieße das Wellenrauschen, ab und an eine Möwe, die sich blicken lässt und sehe zu, wie es langsam immer dunkler wird. Die Kinder schlafen schon einen Moment, der Mann ist gerade rein, um die letzten umzubetten und ich beende meinen Gedankengang.

„… Betten abziehen, Sand aus den Flickenteppichen klopfen, den Kühlschrank ausleeren, das Auto beladen, immer bemüht, das alles in Rekordzeit zu schaffen, damit ich noch einen letzten Spaziergang am Strand machen konnte.“

Bei diesen Zeilen musste ich schmunzeln, weil alles soweit vorbereitet ist, ein wunderschöner letzter Tag liegt hinter uns und auch ich dachte (wie immer) daran, morgen früh möglichst zeitnahe aufzustehen, um noch soviel Zeit wie möglich am Strand zu verbringen…

In diesem Sinne, ein letztes Mal Korrektur lesen und senden… Vielleicht wagen wir dann noch einen Strandspaziergang zu Zweit…

Zitate aus dem Buch von Joan Anderson „Ein Jahr am Meer“

Geschützt: Die Großen (Kinderpasswort)

Dienstag, Mai 28th, 2013

Dieser Inhalt ist passwortgeschützt. Um ihn anzuschauen, gib dein Passwort bitte unten ein:

Wünsch dir was

Freitag, Mai 24th, 2013

Ich glaube, dass ganz viele Menschen in unserem Umfeld interessiert, ob wir noch ein Kind möchten. Und immer, wenn man mir diese Frage stellt, finde ich sie einfach wie kompliziert.

Ganz einfach wäre es zu sagen, natürlich hätten wir gern noch ein Kind, vielleicht sogar zwei, ich könnte mir manchmal sogar drei vorstellen. Doch die Fragen sind, ob das je klappt und wann.
Ich bin ein realistischer Mensch und deswegen weiß ich, dass das Leben oft einfach tut, was es tut, da hilft alles wünschen nichts, plötzlich zerbricht eine Ehe, man wird krank oder eines der Kinder.
Das Leben ist so im Fluss und den kann man nun einmal mit alles Wünschen nicht aufhalten. Ich weiß es also ganz einfach nicht.
Es könnte Jahre dauern bis da ein Kind kommt, sehr wahrscheinlich könnte es sein, dass ich weitere ungeborene Wunschkinder auf dem Weg zum lebenden Wunschkind verliere, statistisch gesehen nicht unwahrscheinlich. Die Frage ist auch, wann ist da keine Kraft mehr das durch zu stehen, denn was sich hier mit einem Satz so kurz sagen lässt, ist unbeschreiblich…

Ich weiß, dass mir während der Schwangerschaft mit Emil oft das Herz in die Hose rutschte, wenn mich fremde Ärzte oder Hebammen fragten: „8. Schwangerschaft? Und 5 Kinder? Was war denn mit den anderen 3 Schwangerschaften?“ Natürlich sind das Gedanken, die wir uns machen. Ängste die nicht weg zu reden sind.
Als ich mit Emil schwanger war, wollte ich nur eines: Dieses Kind in meinen Arm halten. Nichts anderes wollte ich. Es war mir das Wichtigste auf der Welt. Alles hätte ich versprochen, auch auf weitere Kinder zu verzichten, wenn es nur dieses eine geliebte Kind bis zu uns schafft. Und an diesem Punkt sind wir jetzt. Emil ist gewisser Maßen, das Kind von dem ich beinahe nicht mehr zu glauben gewagt hatte, es zu bekommen: unser Tüpfelchen auf dem I.
Ich wäre ein Lügner, wenn ich sagen würde, ich fühle mich komplett. Manchmal habe ich das Gefühl jemand fehlt hier, ein jemand den es noch gar nicht gibt. Ich versuche diese Gefühle nicht zu hoch schwappen zu lassen und in eine Art Verzweiflung umkippen zu lassen, so wie es vor Emils Schwangerschaft der Fall war, denn dieses eine Kind wollte ich so unbedingt. Ich möchte nie wieder diesen schrecklichen Kinderwunsch verspüren. Ich weiß aber auch, dass der Weg dahin kurz ist.
Jetzt in diesem Moment bin ich an einem Punkt, wo ich wahnsinnig gern noch ein Kind hätte, aber auch weiß, dass es sein kann, dass ich mich von diesem Wunsch verabschieden muss. Ich kann und muss mir -auch wenn es manchmal weh tut- ein Leben ohne weitere Kinder auch vorstellen. Aber wünschen tu ich mir etwas anderes.

Ich bin meinem Körper so dankbar, dass er mir fünf Kinder geschenkt hat. Manchmal -so wie gestern- sitze ich da und finde diesen Fakt einfach nur überwältigend, den Gedanken wie viel Leben in meinem Bauch schon war- auch wenn ich den Tod nie vergessen werde. Fünf Kinder hat mein Körper hochschwanger gehalten und fünf Kinder durfte ich selber zur Welt bringen. Das ist doch total irre. Gerade wenn ich meine Kinder betrachte, wie verschieden sie doch sind und dennoch alle waren sie hier drin bei mir, ich trug sie unter meinem Herzen.

Im Moment sind wir glücklich, würde ich sagen und genießen das Leben wie es ist. Beide Elternteile haben Träume und Wünsche ab von Kindern. Wir sind gerade nicht verzweifelt. Wir lassen uns treiben und sind im Hier und Jetzt, auch wenn es Tage gibt, an denen ich mir vorstelle, wie das so wäre…

Wo das Herz wohnt

Donnerstag, Mai 23rd, 2013

Das Haus hier ist mehr als nur ein Urlaub, den wir jedes Jahr machen. Es ist wie zu Hause sein. Gerade heute, wenn die Sonne sich etwas zeigt und einen wärmt. Unten am Strand liegen, einschlafen (dank des besten Mannes), während die Wellen sich sachte am Strand brechen und die Möwen über einen hinweg fliegen. Oben der Garten mit Blick aufs Meer, den die Kinder lieben sogar wenn es regnet.
Ich liebe es hier zu sein, gerade an Tagen wie heute, wenn der Baum der Nachbarn spielerische Schatten auf die Uferschutzanlage wirft, fühl ich mich angekommen und zufrieden, einfach glücklich. Ich bin wahnsinnig gern hier, für den Mann und mich ist es immer ein bißchen eine Heimat des Herzens.
Er kennt es seit Babytagen, ich seit jetzt 10 Jahren. Damals als ich mit lila farbenden Haaren hier ankam und überwältigt war von dem Stück Meer, was einem zu gehören scheint. Seitdem ist viel passiert und wenn ich hier mit dem Mann sitze und Fotos betrachte, die wir über die Jahre hier gemacht haben, (nur ein Jahr fiel aus, als ich 2004 mit Zoe schwanger war), werden wir fast ein wenig sentimental.
Zehn Jahre Ostsee als Paar und in dieser Zeit fünf Kinder bekommen, die hier ein Stück weit zu Hause sind, Erinnerungen an kleine und große Babybäuche, Liege- und Krabbelbabies, erste Schritte von tapsigen Babies oder Kleinkindern, viele kleine Schritten von Entdeckern, Wasserpritschlern und Insektensammlern. Und schon das zweite Jahr für Emil.
Dieses Jahr sogar eine Premiere, wir fahren zwei Mal hierher, somit wird ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gehen. Kaum zu glauben, dass wir hier letztes Jahr mit 5 Wochen alten Zwerg herfuhren, nun schon beinahe routiniert mit weiterem Krabbelkind, das vergnügt die Beine ausstreckt und damit den Sand weg schiebt, aufgeregt zum Wasser krabbelt und respektvoll inne hält, mit Stöcken spielt und die Treppe zum Strand rauf und runter krabbeln mag.

Ein Ende…

Dienstag, Mai 21st, 2013

Es ist das Gefühl nicht angekommen zu sein. Seit ein oder zwei Jahren geht mir das so. Als wäre ich auf der Suche nach dem Grund meiner Existenz, meiner Bestimmung, meinem Platz.

Vor unserer Abreise habe ich mich dazu entschlossen mit dem Start der Sommerferien meine Tätigkeit als Tagespflegeperson zu beenden. Das ist in vielerlei Hinsicht für mich bitter. Auch wenn ich beim Gedanken ab August wieder nur Zeit für meine Familie zu haben und mich da für die Überraschungen des Alltages wieder gewappnet zu fühlen erleichtert fühle, wieder atmen kann, bleiben da Versagensgefühle.
Es ist nicht das erste Mal in meinem Leben, dass ich etwas wieder aufgebe. Und auch wenn ich hier und da wunderbare, warme, wertschätzende, ehrliche Worte hörte, es wäre mutig und erfordere Kraft, fühle ich mich kraftlos und vielleicht sogar teilweise wertlos.
Es bleibt so ein schaler Geschmack zurück, als würde ich nie etwas ordentlich beenden können. Und in dem Moment ist es fast egal, dass mein Herz einfach nur Befreiung fühlt und weiß, dass es so nicht weiter gehen konnte, das ich das richtige tat.

Auf der Suche nach mir…

Ich habe kein Buch geschrieben oder ein Kinderbuch illustriert. Ich kann gerade mal rechte Maschen stricken, ein bisschen häkeln, ich nähte eine Zeit vor mich hin, aber weder hatte ich die Idee, was der Welt dahin gehend fehlt, noch habe ich einen Dawanda Shop eröffnet. Ich streiche gerne Wände, liebe Farben und hab eventuell ein Gespür für schöne Dinge, aber das haben ganz viele Menschen auch. Ich backe gern, vielleicht sogar mittlerweile ganz gut, aber ein Cafe werde ich deswegen trotzdem nicht eröffnen.

Also warum bin ich hier?

Natürlich ist mein Platz bei meiner Familie, unseren Kinder. Die ich aus vollster Überzeugung des Zeitpunkts und Anzahl bekam. Ich liebe sie abgöttisch und bin dankbar ihre Mutter zu sein. Und ich bin mit ganzem Herzen dabei. Aber das ist nicht alles. Diese Kinder werden flügge und was bleibt bin ich. Genau jetzt genieße ich mein Leben mit meinen Kindern, weil es so unglaublich kurz ist, mein Blick ist jedoch auch bei mir, meiner Zukunft außerhalb dieser Familienrolle.

Genau an dieser Stelle habe ich das Gefühl nicht da zu sein, wo ich hingehöre und an manchen Tagen macht mich das wahnsinnig. Ich habe eine Ahnung wo das sein könnte und vielleicht bleibt mir auch das Glück, dahin zu kommen. Denn da wohnt mein Herz. Mal schauen, ob ich es irgendwann dorthin schaffe…

Pfingsten an der Ostsee 2.0

Samstag, Mai 18th, 2013

Selbstverständlich das Handy aus der Hosentasche holen und ein Foto des Zettels an der Tür machen, während zwei ältere Damen diesen auch begutachten:
„Schau mal, sie macht ein Foto von den Öffnungszeiten, damit sie ihrem Mann sagen kann, wann er morgen früh Brötchen holen soll.“ Ich schmunzle. 

Geschützt: Vom Scheitern

Samstag, Mai 18th, 2013

Dieser Inhalt ist passwortgeschützt. Um ihn anzuschauen, gib dein Passwort bitte unten ein:

Zwei Jungs.

Sonntag, Mai 5th, 2013

Sonntagsfreuden

Sonntag, Mai 5th, 2013

*Dank des Mannes ausschlafen dürfen bis 8Uhr, immerhin.

*Hungrige vier Kinder samt Papa nach dem Frühschwimmen zu Hause mit Frühstück erwarten.

*Mit dem Sohn Hausaufgaben machen.

*Kuscheln.

*Mittagschlaf.

*Den Papa mal machen lassen: Geschenk einwickeln, Haare machen, Kind wegbringen.

*Auf der Terrasse mit dem Mann über Wünsche und Zukunft sprechen bis wir unterbrochen werden.

*Auf der Rutsche innehalten und die Sonne genießen.

*Den Jungs Harry Potter anmachen, obwohl die Sonne scheint die Rollläden runter lassen.

*Der Familie ihr Lieblingsessen kochen.

*Den Kleinsten in den Schlaf stillen- lange.

*Danach Ben in den Schlaf kuscheln.

*Noch mal kurz mit Tom kuscheln.

*Die Lieblingsdecke nehmen und sich aufs Sofa legen.

*Aus der Color-Rado-Tüte die Frösche raus naschen.

*Ein kleines Glas unerhört süßen Wein genießen.

*Fotos sichten.

*Bloggen.

*Dem Mann beim fernsehen zugucken. #3Sat