Seitenwechsel

Da ich nicht so eine Einkaufsbummlerin bin, hat es eine ganze Weile gedauert bis ich mein Versprechen mit der Tochter in die Stadt zum Shoppen zu fahren einlöste. Heute war es soweit. Und es war gleich in zweierlei Hinsicht besonders, denn es war das allererste Mal seit Emils Geburt, dass ich mich zum Einen soweit von ihm und dann gleich noch so lange fort wagte. Aber es war mir wichtig.

Auf den Weg dahin hatte ich ein Bild vor Augen. Ich kann nicht genau sagen, wie alt diese Erinnerung ist. Damals kam ich gerade mit Zoe aus der Stadt, aber sie saß noch im Quinny. Ich weiß noch wie besonders das war, denn als wir Heim kamen war es dunkel, kein Bus fuhr mehr und ich schob Zoe überglücklich, ob dieser vielen Ausnahmen nach Hause.

Nach dem ersten Laden und etwa zwei Stunden im ersten Geschäft war ich heute total platt ins Tageslicht gestolpert, mir war nach Pause. Zoe sah noch sehr fit aus, aber gegen etwas zu Trinken hatte sie natürlich nichts. Es wurde spontan ein Mittagessen daraus.
Dort saß ich nun allein mit meiner Tochter unter einem Sonnenschirm in einem Restaurant. Sie schick samt neuem Sonnenhut, ich ihr gegenüber, neben uns die gut gefüllte Einkaufstüte- hauptsächlich voll mit Klamotten für sie, die ich eben noch für meine Tochter getragen hatte. Ich fragte, was sie trinken und essen möchte und bestellte für uns beide.
Das war ein Wahnsinnsmoment. Es ging mir durch Mark und Bein. Natürlich habe ich schon öfter Kleidung für Zoe gekauft und natürlich versorge ich sie regelmässig mit Essen, aber dort zu sitzen- ich fühlte mich wahnsinnig alt und stolz. Alt nur weil es mir einen Wimpernschlag herkam, dass ich mit meiner Ma Essen war und sie mir Sachen spendiert hat. Das tut sie heute noch. Das tut auch meine Schwiegermama noch. Aber selten sind wir dabei allein.
Und diesmal war nicht ich es, die verwöhnt wurde, nein ich verwöhnte. Das war schön. Aber wirklich komisch.

Und als wir nach dem Essen noch so zusammen saßen, sie laß in meinem Kindle, ich auf meinem Iphone, da kam eine ältere Frau mit ihren zwei älteren Töchtern und setze sich an einen Tisch genau so, dass ich sie im Blick hatte.
Ich sah mich in 10 Jahren. Meine Tochter wird groß und ich bin dabei. :)

Liest

Zoe ist 8 Jahre und 7 Monate alt.

One Response to “Seitenwechsel”

  1. denise Says:

    Das sind schon sehr rührende Momente, wenn einem so richtig bewußt wird, das eigene Kind wird groß :-) Oft hat man das Gefühl, es war doch erst gestern, das das Kind geboren wurde. Mir geht es bei meinen Kindern in letzter Zeit oft so, das ich mir denke, Wow – so groß schon, so selbständig. Ehrlich gesagt, freue ich mich auch auf die Zeit wenn alle Teenager werden ;-) Ich hab da so meine Vorstellung wie das mal wird, wenn jeder einen Freund oder der Große eine Freundin mit nach Hause bringt und die Familie auf andere Art und Weise wächst, wenn du verstehst was ich meine. Es ist wirklich schön, den Kindern beim größer werden zu zu sehen und sie zu begleiten, anders als noch vor ein paar Jahren, wo bloß Stress den Alltag beherschte, bei mir zumindest.

    Genieße diese Momente. Lg Denise