Archive for Juli, 2013

Fehlende Kraft, zuviel Gefühl, zu wach, der Zeh, das Buch, das Gepäck und anderer Kram…

Dienstag, Juli 30th, 2013

Als der Mann heute Heim kam, war ich schon fix und alle. Die Kinder waren extrem neben der Spur gewesen, Emil geweckt durch ein Tageskind hatte nur eine Stunde geschlafen und jammerte immerzu, unterbrochen von Scheisselkram. Dazu kam mein Gefühl von: „Oh Gott, oh Gott! Noch soviel zu tun! Wie soll ich das nur alles schaffen?!/ Wieso steht das so blöd im Zeugnis?!/ Warum hab ich nicht mehr Zeit für den Abschied?!/ Wieso hab ich nicht mehr Zeit für meine Freunde?!/ Wieso hab ich nicht überhaupt mehr Zeit?! Ihr könnt mich doch alle mal!“
Und dann war er da, der Mann und brach sich den Zeh. Und das so fies, dass ich wollte, dass jemand sich das ansieht, also aus und vorbei war meine Hoffnung auf Hilfe heute Abend.
Er riss sich dann tapfer zusammen, damit ich die Abschiedsgeschenke für die Mädchen fertig basteln konnte und ging erst dann ins Krankenhaus.
Im Anschluss, es war gegen 21Uhr versuchte ich nochmal mein Glück mit Emil und siehe da, eine halbe Stunde etwa später schliefen alle Kinder.
Ich rannte also runter, stolperte fast über den Wäschekorb auf der Treppe, ging wieder hoch und stellte den Korb ins Bad oben bei uns unter, ging runter ins Erdgeschoss und wickelte Geschenke ein.
Flitzte nach getaner Arbeit mit dem Geschenkpapier in den Keller zur Wäsche, wo ich feststellte, dass ich den Trockner beim letzten Besuch zwar eingeräumt, aber nicht eingestellt hatte, also machte ich das endlich und sortierte die nassen Klamotten nach Ständer und Trockner. Während ich mich fragte, warum mir das schon wieder passiert war, denn heute Nachmittag war ich schon einmal umsonst in diesem Raum, als ich vergessen hatte die Waschmaschine anzumachen und das nachgeholt hatte, muss ich den Trockner vergessen haben.
Huschte wieder hoch mit den zusammen gesuchten Sachen der Mädchen, die sie morgen endgültig wieder mitnehmen würden.
Ich ging hoch in Noahs Zimmer und legte Wäsche raus auf seinen Schreibtisch, ging ins Nebenzimmer und holte Windelkram für die Fahrt.
Wieder unten schnappte ich den Rucksack und begann zu packen, stellte ihn zurück in den Flur und nahm Jacken, Mützen und Hüte, legte alles auf die Treppe.
Also ich gerade durch atmete, hörte ich Emil weinen, also ging ich wieder hoch. Mit den Jacken, Mützen und Hüten.
Ich liess ihn dann ohne Umbetten und mit offener Tür in unserem Bett liegen, holte meinen Laptop und schrieb, nachdem ich Pizza in den Ofen geschoben hatte, in der Hoffnung der Mann würde bald kommen.
Endlich sass ich auf dem Sofa, ass und las ein Buch, da kam der Mann. Wir erzählten. Ich las aus dem Buch vor. Und als ich hoch ging, fiel mein Blick auf die Uhr und ich fluchte. Seitdem ist eine Stunde vergangen. Es ist nach Mitternacht, ich hätte lieber heute schon mal alles in den Koffer geräumt, da ich in weniger als 27 Stunden die Reise antreten darfmuss, mit alledem im Gepäck.
Aber irgendwas ist ja immer, aber viel wichtiger, ein kleines bisschen (verschreien) das Gefühl geniessen, sich eingeholt zu haben und gut in der Zeit zu sein. ;) Mal gucken wie lange das anhält…

Abschiede

Dienstag, Juli 30th, 2013

Morgen also ist es soweit. Und zwischen all meinen Gefühlen, packe ich wieder. Als ich das letzte Mal packte, entschloss ich mich mit der Tagespflege aufzuhören. Das war vor zweieinhalb Monaten. Am Ende doch verrückt, wie lange das schon wieder her sein soll.
Ich weiß, dass hinter meinem Rücken getratscht wurde, es wäre eh klar gewesen, dass „das“ nichts wird. Es wäre absehbar gewesen. Mich haben diese Aussagen wahnsinnig verletzt. Naiver Weise hatte ich gedacht, mein einziges Problem wäre, dass ich vor allem Menschen nach Außen nur tragen kann, es wäre am Ende für mich zuviel gewesen, aber dass man so über mich spricht hat mich aus der Bahn geworfen.
Es war eben nicht klar, sonst hätte ich mir das Umbauen des Kellers sparen können, all die Arbeit, all die Mühen… niemals hätte ich nach all meinem Wissen und mit meinem Gewissen Kinder in mein Leben gelassen, die sich nun bestimmt nicht leicht tun werden, sich mit der neuen Situation zurecht zu finden. Es war eben nie klar. Man weiß nie, was auf einen zu kommt. Man bekommt dafür ne Menge ungefragter Ratschläge, man darf sich gern aber selbst hinstellen und zwei fremde Kinder dauerhaft in Herz und Haus lassen und sich auf die Eltern und deren Wünsche einlassen.
Ein halbes Jahr mit diesen Kindern geht morgen zu Ende. Ein halbes Jahr in dem sich soviel getan hat, wie ich heute auf den Fotos sehen konnte. Es wird komisch. Es wir Zeit brauchen. Aber es wird auch ein Befreiungsschlag. Etwas worauf ich mich auch gefreut habe. Aber jetzt wo dieser Tag, der wirklich letzte Tag so unmittelbar bevorsteht, wühlt mich das alles ganz doll auf und ich bin sehr unruhig. Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit um dem ein bißchen mehr nachzuspüren, aber vielleicht ist das am Ende auch ganz gut so.

Durchs Leben blättern

Montag, Juli 29th, 2013

Beim Durchsehen unserer Fotos von diesem Jahr fällt mir auf, dass es schon beinahe vier Monate her ist, dass wir auf dem Boot unterwegs waren und erschrecke ein bisschen. Vor drei Monaten habe ich meine Eltern das letzte Mal gesehen und gehört. Vor fast zweieinhalb Monaten habe ich mich dafür entschieden aufzuhören als Tagesmutter zu arbeiten und die letzten zwei Arbeitstage liegen nun direkt vor mir. Vor zwei Monaten, nach unserem letzten Urlaub, fasste ich mir ein Herz, ich wollte unbedingt wieder öfter und regelmässiger hier schreiben…

Eigentlich denke ich immer, ich würde viel zu wenige Bilder von uns und unserem Leben machen, aber wenn ich sie so vor mir habe, mir die vergangenen Wochen und Monate so ansehe, bin ich doch sehr glücklich und auch ein wenig erstaunt wie viel wir eigentlich erlebt haben und wie viel Schönes hinter uns liegt. Und ich merke, dass mein Leben voll ist. Voll im Sinne von reich erfüllt. Ich bin grad ganz glücklich.

Sonntagsfreude

Sonntag, Juli 28th, 2013

An einem vollen Tag ganz genau spüren, wie gut ich mit meinem Mann kann. Wir Zwei wie kleine Zahnräder, die in einander greifen, wie wir einander ergänzen, für einander da sind, zusammen Lachen und Stöhnen…

Mit einander sind.

Nach einer Idee von Maria.

Sommerluft

Sonntag, Juli 28th, 2013

Nachdem ich mich beinahe Jahre (?) ums Freibad gedrückt habe, da Ben mir in einem Jahr Richtung Ausgang gelaufen war und das in dem Bruchteil von Sekunden, in denen ich das Babybecken mit den Augen kurz nach ihm abgesucht hatte, wagte ich an diesem Donnerstag einen neuen Versuch.
Noah hatte ich mit seinen Geschwistern samt Fahrradsitz zum Bahnhof gefahren und seinem Papa übergeben, ich hätte also nur vier Kinder dabei. Auf der Rückfahrt begann es sich zuzuziehen. Bis zu dem Moment, in dem der Bus vor dem Familienbad hielt, war ich nicht sicher, ob wir trotz Nieselregen jetzt aussteigen sollten und den Versuch wagen und schlimmsten Falls bei Gewitter raus geschickt werden, oder aber hoffen, dass es noch an uns vorbei zieht. Ich entschied mich fürs Aussteigen, weil ich wusste zu Hause würde ich immer zu aus dem Fenster linsen und mich ärgern.
Die Düsternis zog weiter und wir hatten einen schönen entspannten Abend im Freibad, später kamen Nils und Noah noch dazu.
Am späten Abend, als alle Kinder schliefen, saßen wir Zweisam noch auf der Terrasse und quatschten noch lange.
Es war so schön, dass ich Freitag Morgen überlegte wieder zu fahren. Es wäre wohl die letzte Möglichkeit allein mit den drei Kleinen zu fahren für diesen Sommer, die Ferien stehen ja kurz vor der Tür und nächste Woche müsste ich ja auch noch einmal arbeiten. Also ich war überzeugt, Haushalt wird eh überbewertet und so fuhren wir nach dem Frühstück wieder ins Bad. Zurück nahmen wir den Bus der uns direkt nach Hause fuhr, um die Schulkinder in Empfang zu nehmen. Ich bereitete kurz das Mittagessen zu, packte erneut unsere Badesachen und wir fuhren das erste Mal seit einer gefühlten Ewigkeit zu jemand Neues, man hatte uns eingeladen. Das Treffen war sehr schön und ich habs sehr genossen. Da meine Bekannte auch Tagesmutter ist und freitags zwei Kinder da hat, waren wir zwei Erwachsene und neun Kinder. Es war total harmonisch. Aber leider auch unglaublich heiss im Garten bei der Familie. Es gab kaum Schatten, also brachen wir gegen 18Uhr auf und liefen erneut ins Freibad an diesem Tag. Nils stiess zu uns und am Abend brachten wir müde Eltern, sehr müde Kinder ins Bett, die relativ schnell schliefen.
Nun stand das Wochenende vor der Tür, das wie angekündigt vorerst heisseste in diesem Jahr. Und wir fuhren gleich mit Frühstück ins Familienbad, dort traf ich auch eine Freundin und blieb etwas länger als geplant, bis halb eins. Nils war in der Zwischenzeit mit Emil schon los gefahren, weil in der Altstadt mittags schon die Geschäfte schliessen und wir ja noch einkaufen mussten. Zu Hause vereint, machten wir eine kleine Mittagspause im abgedunkeltem Haus, Grillten im Anschluss und fuhren gegen 17Uhr noch einmal ins Freibad.
Später nachdem alle Kinder schliefen machten wir Zwei es uns noch gemütlich, aber fielen auch super müde schon um 23Uhr ins Bett.
Heute wollten wir zum See oder ins Freibad. Aber nach einem noch angenehmen Frühstück gemütlich auf der Terrasse, ist Emil schon jetzt müde und schläft gerade, während ich tippe. Es ist schon jetzt sehr heiss, wir müssen noch putzen und wischen, waschen und Wäsche falten, Koffer runter holen und beginnen zu packen, denn die Tage zum Urlaub sind gezählt.

20130728-115031.jpg

Stachelbeer- Baiser

Donnerstag, Juli 25th, 2013

In diesen Tagen habe ich unsere Stachelbeeren geerntet. Und das einzige was mir außer einem Glas Marmelade eingefallen ist, war ein Kuchen. Typisch. Ich habe mich wieder an das Grundrezept von Frische Brise gehalten, wobei ich gerne immer ein Ei mehr und echte Vanille nehme. Aber wenn ich gestehen darf, ist mir erst einmal bisher das Baiser wirklich gut gelungen… Egal was ich anstelle :)

Psst und so langsam aber sicher… bin ich mit Baiser durch, aber so ist das bei mir… bis ich es nicht mehr sehen oder essen kann :)

Just a color

Mittwoch, Juli 24th, 2013

Ich sehe da seit, ich möchte mittlerweile sagen, Jahren einem Trend zu. Wie oft habe ich schon gelesen, wie fruchtbar es sei, dass man rosa (oder pinke) Klamotten fürs neugeborene Mädchen geschenkt bekommen hat oder expliziter noch, wie stolz man doch sei, dass mein seinem (ungeborenem) Mädchen keine oder himmlisch wenig rosa Kleidung gekauft habe.
Und ich frage mich „Warum?!“ Warum stolz drauf sein? Wieso kein rosa ? Was ist an dieser Farbe so furchtbar? Und ich spreche an dieser Stelle ganz klar und deutlich nicht von einer ungeliebten Farbe. Es steht für etwas… vielleicht soll es ein Zeichen setzen… Ein Zeichen seinem Kind keinen Stempel aufzudrücken. Aber hey, wir sprechen hier von Kleidung. Ich kann meiner Tochter auch ausschließlich schwarze Kleidung kaufen und sie trotzdem mit allem bombadieren, was sie nicht will und in ein Förmchen pressen.

Als ich das erste Mal schwanger war, kaufte ich Kleidung die mir gefiel. Ein Strampler in Blautönen mit einem Fisch, einen dunkelblauen mit einer Lokomotive, aber auch rosa. Weil ich sie schrecklich niedlich fand und wusste, jetzt oder nie, jetzt könne ich noch kaufen, was ich hübsch finde. Und ich fand eine Menge Dinge hübsch, die pink, lila oder rosa waren. Ich dachte mir nichts dabei. Später trug kaufte ich auch gern braun, das stand dem Tochterkind so gut…
Das erste Weihnachten kam und ich schenkte ihr eine Herztonpuppe (ohne Herzton) von Sterntaler und die war blau. Das war keine Revolution, es gab nur diese eine und als Noah in meinem Bauch war, kaufte ich die gleiche Puppe dieser Firma mit rosa Kleid, einfach nur um sie unterscheiden zu können.
Bei Tom kaufte ich alles grüne gern, als er meinen Bauch bewohnte, mittlerweile mint, türkis, grün und hellblau, weil die Farben ihm hervorragend stehen.
Als meine Söhne Fillys haben wollten, habe ich nicht eine Minute gezögert welche zu kaufen. Und schwanger mit Emil wünschte ich mir nichts mehr als einen lila Kinderwagen, außerdem kaufte ich eine blau/türkise Tragehilfe und eine Spezialanfertigung in rosa mit pinken Punkten. Darin trug ich meinen Sohn. Und es war mir pupsegal, was andere davon hielten.
Wenn ich allein für meine Tochter einkaufe, hole ich gern Kleider oder Röcke, ich kaufe gern lila, pink und rosa. Und sie ist meine einzige Tochter. Ich liebe das. Sie auch. Und wenn sie selbst Sachen aussucht denke ich schon manchmal, irks. Aber hey, ich muss es ja nicht anziehen. Genauso wenig wie ich vielleicht das eine XXL Star Wars Tshirt vom Sohn mag, das er von seiner Patentante bekam und das er heiß und innig liebt.

Und das sollte doch letztendlich das Einzige sein, dass uns interessiert, (dass sie dem Wetter angepasst angezogen sind), dass uns oder unseren Kindern gefällt was sie tragen.
Und ganz ehrlich, in ein paar Jahren werden wir vielleicht von unseren Kindern beim Anblick von Fotos hören: „Oh mein Gott, was hast du mir da genäht/gekauft? Schrecklich!“

So wie ich mich an eine Lila Leggins erinnere, die ich trug. So eine, die man über die Füße mit Gummi ziehen konnte, einem schwarzen Pullover mit goldenem Teddybär drauf. Meine Mutter schwört Stein und Bein, dass wäre damals totschick gewesen und es hätte mir und ihr unheimlich gut gefallen! :)

Also in diesem Sinne: Habt keine Angst vor rosa und seinen Freunden, es ist nur eine Farbe.

Schreck lass nach!

Mittwoch, Juli 24th, 2013

Als ich heute mit meiner lieben Nachbarin auf unsere Schulkinder wartete, tauschten wir uns auch kurz über die vergangene Woche aus. Auch eines ihrer zwei Kinder war krank geworden und wir unterhielten uns ein bißchen über Kinderärzte und Kinderleiden.

Dann kam der Bus und ich erschrak, als ich Zoe sah. Viele Fragen flogen gleichzeitig durch meinen Kopf, ich brachte es nur auf ein: „Was ist passiert?!“ bis sie sagte: „Haha, dein Gesicht hättest du sehen sollen! Nichts ist passiert! Wir hatten doch heute Experimentiertag und da wir Thema Körper haben zur Zeit, hatten wir auch Erste Hilfe mit dem Papa von XYZ und dann hat ABC mir den Verband angelegt…“

Verband

Ich war so erleichtert, meine Nachbarin sichtlich amüsiert: „Da hätte doch jeder sein eigenes gehabt!“ Tom hat nämlich jetzt eine Mittelohrentzündung, Ben schlug sich die Lippe blutig, Noah hatte Ringelröteln und Emil Hand-Mund-Fuß und das in einer einzigen Woche!
Zoe fehlt tatsächlich, das darf auch gern so bleiben, dass geht ja hier grad zu… so kenn ich das gar nicht und wenn einer es verdient hat diesen abgedroschenen Satz zu sagen, nach alle dem Jammern und Trösten, Verarzten und Lieben dann ich:


„Irgendwas ist doch immer!“

Sommertage

Dienstag, Juli 23rd, 2013

Ich hatte gestern überlegt, womit ich meinen Kindern eine Freude machen könnte. Heraus kam ein grüner Kuchen mit Zuckerherzen und ganz viele Wasserbomben, die uns eine kurze Abwechslung waren, denn die sind so schnell weg geworfen… da kommt man mit Neuen knoten gar nicht hinterher- zumindest bei fünf Kindern :)

Erste Male

Montag, Juli 22nd, 2013

Das Sommerfest der Tochter fand heute statt. Und weil wir es entzerren wollten und nicht wieder als ganze Familie da anrücken, kamen wir auf die Idee, dass nur Vater und Tochter gehen würden.
Und damit Nils nicht erst hier her fahren muss, um sie abzuholen, setzte ich Zoe heute in den Bus Richtung Bahnhof. Allein. Was ein Moment! Eigentlich keine grosse Sache, aber irgendwie doch. :)
Der Vater holte seine Tochter dann dort ab und fuhr mit ihr weiter in die Schule. Hat super geklappt und das Tochterkind ist vermutlich spontan um ein paar Zentimeter gewachsen. Mein Herz auch. ;)