Herzensdinge

Am Montag dachte ich mein Herz würde irgendwie in zwei brechen. Eine liebe Freundin, die Emils Patentante werden sollte, sagte ich mir, dass ich mir besser eine andere Freundin suchen solle. Für mich war das undenkbar. Ich sackte innerlich zusammen. Es ging einfach nicht.

Sie war es damals, die mich durch Zufall im Krankenhaus gefunden hatte, sie war es die dann an meinem Bett saß, während niemand anderes da war, sie hatte mit mir geweint und mit mir gehofft, gesagte, sie würde ganz sicher irgendwann neben mir in der Kirche stehen, während wir ein Kind taufen würden. Ich bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich an diesen schwarzen Tag denke.
Ich sagte ihr wie den anderen nach Wochen langen nicht sehen, ziemlich spät, dass ich schwanger wäre. Und das nur sie die Patentante sein kann. Das wollte sie. Sei hielt Emil in ihren Händen, als er erst ein paar Tage alt war und mit fünf Wochen schickte ich die ersten Bilder von Emil an der Ostsee mit ihrer Fischermütze.

Welche Freundin sollte einfach mal eben so diesen Platz einnehmen? Ich habe viele tolle liebe Freundinnen, aber das gibt es nur einmal so für dieses Kind. Ich war erst einmal so geschockt und dann schrieb ich ihr eine Mail, am Donnerstag trafen wir uns hier und sie sah Emil seit Monaten das erste Mal wieder- wir hatten es beide einfach nicht eher geschafft. Ich redete mir den Mund fusselig und versuchte zu sagen, was mir auf dem Herzen lag, wobei mir so wichtig war, sie nicht zu bedrängen und sie quasi emotional zu zwingen seine Patin zu bleiben. Sie wollte noch mal darüber nach denken und auch wenn ich hoffte, versuchte ich mir nicht zu viel Hoffnung zu machen.

Am Freitag am dem Weg nach Hause las ich ihre Mail. Sie schrieb, dass sie beim Rausgehen schon gewusst hatte, dass sie gerne Emils Patentante sein möchte, ihn lieb habe. Ich weiß wie lieb sie unsere Familie hat und das ist schon so ein großes Geschenk. Ich war überwältigt. Ich mag ihre ganze Art einfach so sehr. Und sie schrieb mir, sie kenne niemanden wie mich, der sich so für einen Herzenswunsch einsetzt. Ich war so glücklich, das Kämpfen hatte sich gelohnt!
Jetzt darf ich eine Taufe planen. Und wenn alles gut geht, wird es eine Haustaufe. Ich hoffe, das war es nun an Aufregung bittedanke.

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