Unser Kleinkind

Emil läuft. Immer öfter. Längere Strecken und heute sah ich ihn schon so etwas wie flitzen. Meistens der Katze hinterher. Die er begeisert: „Bau!“ ruft, dicht gefolgt von einem: „Pft! Pft! PFT! PFT!!!“ Er pustet die Katzen an, seitdem er vor ein paar Wochen(!) Tom vor einem Schrank hocken sah, der sich einen Spaß daraus machte die darunter liegende Katze anzufauchen, woraufhin diese zurück fauchte. Irgendwie verstand Emil da was miss und seitdem heißt es den ganzen Tag nur: „Bau! BAU!“ und „Pft! PFT!“
Wenn die „Bau“ dann auf einem Teppich liegt, wird sie eingewickelt, also zumindest versucht er genau das. Das hat er von Zoe, die er einmal(!) dabei beobachtete, wie sie eine Katze einrollte. Wenn ich nun also in ein Kinderzimmer komme und mich darüber wundere, warum der Teppich schon wieder so verwurschtelt da liegt, dann war das Emil. Mit ziemlicher Sicherheit.
„Da! Da! DA!“ war vor Kurzem das Neueste überhaupt. Er zeigte mit dem kleinen Finger überall hin und dann sagte er die drei gleichen Worte. Wobei ihm am meisten der 3D Drucker von seinem Papa beeindruckt hatte, vor dem stand er total aufgeregt und rief sein „Da!“ gefühlte 100 Mal hinter einander, als würde gleich etwas passieren, wenn man es nur oft genug wiederholt.
Wiederholt wird den ganzen Tag eines: auf den Tisch klettern. Ich mag das nicht. Er sitzt kaum still in seinem Hochstuhl, nein sobald es ihm langweilig wird, wird erst das eine Bein hoch auf die Sitzfläche gezogen, dann das zweite und schwups steht der junge Mann in seinem Stuhl, keine Sekunde später krabbelt er dann auf den Tisch. Von dem pflückte ich ihn dann runter und ernte jedes Mal Geschimpfe, als hätte ich was falsch gemacht! :) Der Tisch hat aber auch so eine magische Anziehungskraft, er deckt ihn ab, wenn ich nicht aufpasse. Emil klettert auf die Stühle seiner Geschwister, um sich alles genauer anzusehen und kurz bevor das Essen fertig ist, klettert in dann in seinen Stuhl und wenn sein Teller vor ihm steht greift er fast immer zielsicher nach dem Besteck seines Bruders Tom, der sich regelmässig darüber wundert, warum ihm seine Mutter keine Gabel hingelegt hat.
Er unterbricht das abendliche oder mittägliche Stillen gern und schmiegt sich dann an mich, verteilt dann großzügig seine Küßchen. Was ich so unglaublich hinreißend finde. Diese Küsse- und Schmuserei ist einfach nur schrecklich niedlich und macht ganz schlimme Sachen mit meinen Hormonen. Aber nicht nur mit meinen, Zoe und die anderen Kinder finden ihn auch „so niedlich!“ bis er in ihre Kinderzimmer krabbelt geradewegs auf ein Legokunstwerk.
Letzte Woche hab ich ihm den Rasierschaum von Nils gegeben in der Hoffnung mal ein paar ruhige Minuten im Ruhe im Bad zu haben und letzten Endes roch er den ganzen Tag nach seinem Papa, denn er hatte den Deckel abbekommen und den Schaum gegessen. Wird nicht schaden, dachte ich. Sein Vater trank als Kleinkind eine Falsche Autan und ward danach nie wieder gestochen, vielleicht muss Emil sich nun nie mehr rasieren?
Wenn einer weint ist er sofort zur Stelle und küsst und streichelt tröstend, was ich ja auch wieder so zuckersüss und toll finde. Wir haben ihm das bewusst nie gezeigt, wie man jemanden tröstet, er muss es irgendwo her haben und in manchen Momenten, wenn hier die Fetzen fliegen, frage ich mich ernsthaft woher :) (Kleiner Spaß)
Aus meinem Schrank geflogen sind endgültig seine Schlafsäcke, weil er die sowieso nie an hat. Er schläft schon seit Ewigkeiten mit seiner oder unserer Bettdecke, die er immer quasi mitbringt, wenn er in unser Bett einzieht beim ersten Stillstop.
Gestillt wird aktuell nur noch mittags und abends, wobei er seit Neuestem(!) nicht mehr einschläft, sondern im Kinderwagen während ihn sein Papa durch die Gegend fährt. Im Anschluss wird er in sein Bett getragen, dort schläft er eben bis zum nächsten Stillen und bleibt dann gleich ganz in unserem Bett wie schon immer. Nachts kommen wir so noch auf zwei, bis drei Mal Stillen und das ist für mich gerade noch optimal und sehr erholsam. Also manchmal. :)

emil

Emil ist 14 Monate alt.

8 Responses to “Unser Kleinkind”

  1. icyicy Says:

    Ich will auch eine Großfamilie…
    Nach dem Lesen Deiner Beiträge bin ich mir da zwischendurch auch immer richtig sicher mit diesem Wunsch! :)

    Einfach toll.

  2. kassiopeia Says:

    Na dann! Auf auf! :)

  3. rage Says:

    ach gottchen, so süss!

  4. Pienznaeschen Says:

    Was ein Zuckerkerl und es liest sich so schön ohne Babytrauer aber dafür mit ganz viel Kleinkindglück <3

  5. icyicy Says:

    Danke fürs Anfeuern!!

    Zwei haben wir schon, Nr.3 ist in Arbeit. Falls das schnell klappen sollte, haben wir sogar kurzzeitig 3 unter 3. ;)

    An Tagen, an denen ich denke ich müsste verrückt werden lese ich abends (besonders gerne- an normalen Tagen einfach nur gerne) bei Dir im Blog, dann relativiert sich das alles ganz schnell. Oder ich schau mir die Duggars aus USA mit den 19 Kindern an… :)

    Solche Beiträge wie Euren Zoo-Ausflug solltest Du aber wirklich an die Eltern-Zeitschrift als neue Kolumne schicken. Das ist WELTEN besser als das, was da gerade kommt!! Ich hab mehrmals breit gegrinst bis laut gekichert. Und es mehr als einmal gelesen sowie den Link 2 Freundinnen mit Kindern weitergeschickt. Das Leben schreibt einfach die besten Geschichten.

  6. Levistica Says:

    Ich kann icyicy nur unterstützen. Einige der Artikel sollten wirklich mal in einer Zeitschrift veröffentlicht werden. Es ist so schön ab und zu in das Leben in einer Großfamilie hineinschnuppern zu dürfen und ich finde es wäre nur mehr als fair wenn die Autorin dafür auch monetär ein wenig entlohnt werden würde. :)

  7. kassiopeia Says:

    @icyicy: Ich bin so platt, danke fürs Feedback! Ich frei mich total!

    Ich drück die Daumen für den Erfolg der „Arbeit“ :)

    @Levistica: An mein Herz! <3

  8. blumenpost Says:

    Irgendwie habe Ich diesen Artikel verpasst. So toll !! <3