Über den Abgrund fliegen

Es gab in meinem Leben eine Zeit, da hatte ich mal irgendwo von Fehlgeburten gehört. Oder Angst davor.
Irgendetwas ist in den letzten Jahren schief gelaufen, jedenfalls hat sich etwas verändert. Weil ich es zu oft mit erlebt und zu oft erlebt habe- weil es zu oft passiert. Überall. Immerzu.
Wenn der Mann also anruft und mir erzählt, dass es liebsten Freunden ganz schlecht geht, ja da möchte ich schreien, weil mir alles so ungerecht vor kommt. Ich kann in meinem Umfeld nicht einmal sagen, dass es wahnsinnig viele verwaiste Eltern gibt, aber die die es trifft, trifft es einmal mehr. Und meistens trifft es Menschen, vor denen man alles Schlechte einfach nur weg halten will. Wie immer.
Ich weiß man sagt, es gehöre zum Leben dazu, das sagen viele. Aber ich dachte heute eben an diese Zeit in meinem Leben, als das nur ein Wort für mich war und ich nur eine Idee davon hatte, wie das sein müsste ein (ungeborenes) Kind zu verlieren. Aber keine Ahnung hatte. Irgendwann vor gefühlt langer Zeit.
Heute dachte ich daran, wie froh ich bin, über diese sechs Jahre in meiner Blase, die ich erleben durfte, in denen ich auch Ängste hatte – aus verschiedensten Gründen, wenn ich schwanger war-, aber ich habe in dieser Zeit nie die Schwelle übertreten, nie diesen einen Schritt zu viel gehen müssen, ich hatte immer Glück, vier Mal hinterher einander. Heute bin ich besonders dankbar für diese Zeit, weil andere lieb Gehabte sie gar nicht erst haben dürfen.
Ich bin mit traurig. Mal wieder. Und erneut.

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