Zwei Herzen im Gleichklang

Die letzte Woche endete wie die zuvor mit lieben Menschen um mich herum. Erst am Donnerstag hatte ich zum Frühstück eine schöne Zeit und dann am Freitag Nachmittag mit einer lieben Freundin und ihrem Sohn, die ich viel zu lange nicht gesehen hatte. Das Wochenende aber, das brachte noch einmal ganz viel Herzklopfen.

Die liebe Frl. Mieke hat gefühlt mich im Netz gefunden und ich fand sie super sympathisch. Wir haben uns öfter ausgetauscht, mit der Zeit festgestellt, dass wir hier und da Gleiches erlebt haben oder gleich empfinden und so wurde das immer intensiver. Irgendwann dann stand ein Treffen im Raum, was jedes Mal doch ein kleines großes Abenteuer ist, das mit Aufregung einher geht. Dieses Mal vielleicht noch einmal mehr, weil wir uns nur über Fotos und ein paar Sätze darunter, Briefe und Mails kannten. Vielleicht reichte das aber, fragte ich mich im Wochenende. Ist das Leben im Netz von einer Person am Ende eine Essenz des Menschen, den man vor sich hat? Geplant war also das Zusammentreffen von drei Fremden, ihr Mann musste leider arbeiten und unseren insgesamt acht Kindern. Uns blieb eine Nacht und und etwas mehr als vierundzwanzig Stunden. Die wir erstaunlich voll bekamen, mit noch Schwimmen am Sonntagvormittag und Kürbis schnitzen am Nachmittag.
Beim Sichten der Fotos jetzt fiel mir auf, dass ich mal wieder fast nur Bilder von meinem Esstisch gemacht habe. Aber nirgends sonst vereint man so viele liebe Menschen, als an einem großen gedeckten Tisch. Es verläuft sich einfach, jeder ist hier und doch wieder wo anders, ein Ding der Unmöglichkeit das Beisammensein von allen gleichzeitig festzuhalten, es sei denn ich würde nur Schuhe fotografieren. :)
Ich hatte es versucht abends die Kinder beim Fernsehen abzulichten, mich sogar auf die TV-Bank gestellt, aber ich bekam nicht alle auf ein Bild.
Ich bin auch nicht der Mensch, der Kinder aufstellt wie in einer Versuchsanordnung. Eine Freundin von mir schafft das regelmässig und die Fotos von ihr sehen sogar schön aus. Mir bleiben dafür Bilder unseres Esstisches in vielfacher Besetzung :)

Dabei ärgere ich mich, dass ich nicht mit der Kamera los gezogen war, um die Kinder beim Spielen festzuhalten, aber irgendwie waren wir Zwei, zumindest ging es mir so, froh über jeden zu Ende gesprochenen Satz. Nun, wir hätten auch mit dem Betäubungsgewehr die Kraft der wilden Kerle bannen können, aber wir wollten ja auch, dass sie eine schöne Zeit miteinander haben.
Als wir dann ohne Hilfsmittel die kleinen Menschen im Land der Träume hatten, war unsere Zeit gekommen, die wir bis auf kleinste Pausen erst auf der Terrasse, später im Wohnzimmer verschnatterten bis Emil um halb eins weinte- als würden wir einander schon Jahre lang so treffen. (Böses Erwachen am nächsten Morgen mit kurzem Schreck beim Blick auf die Uhr, als vor 6Uhr erste Legokisten ausgeschüttet wurden, dank der Zeitumstellung)

Es war ein unglaublich schönes erstes Mal, es ist beinahe unheimlich wie vertraut man mit einem Menschen sein kann, wie nahe man sich einem Menschen fühlen kann, den man noch nie zuvor gesehen hatte, aber eigentlich müsste ich das ja kennen, von mir und meinem Mann.

Liebsten Dank noch einmal an dieser Stelle für das Wagnis, das Abenteuer, die vielen Kilometer, den offenen Gesprächen und es war einfach nur ganz toll.

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