Herzenswunsch, erneut.

3+4 (eigentlich erst 3+3, hatte mich verrechnet.)

Gestern konnte ich wieder nicht einschlafen, der Gedanke, viel mehr das Gefühl schwanger zu sein, hinderte mich daran. Also entschloss ich mich mitten in der Nacht, heute morgen würde ich testen, dann hätte ich Gewissheit. Zwar hätte ich noch bis Mittwoch warten können, doch auch durch die viele Stillmomente mit Emil dachte ich daran, was wohl wäre, wenn ein Kind nur in Gefahr wäre durch einen Hormonmangel.
Also schlief ich unruhig, ließ etwas in einem Becher und testete 2 Stunden später nach dem Aufstehen. Erst war da nichts und mein Herz klopfte so laut, ich war wirklich erleichtert, dann müsste ich mir immerhin keine Sorgen machen. Aber es blieb nicht so, der Test wurde ganz eindeutig positiv.
Den ganzen Tag umtreibt es mich jetzt, warum hatte der Test beinahe gezögert? Hätte ich zu wenig Hormone im Blut, in Gedanken verglich ich Gefühl und Bilder von Emils Schwangerschaft. Ich spürte Überrumpelt sein, Angst und Sorge. Kurz sogar Panik. Ich fuhr zur Ärztin und die ließ sich ganz schön bitten mir Progesteron mit zu geben ohne einen Herzschlag zu sehen, aber wenigstens weiß ich nun, ich habe für mein Kind alles getan:

„Sitzen beim Arzt. Mit Herzklopfen. Angst. Kribbeln. Alles dabei. Frage mich warum ich so zurück haltend bin. Ich hoffe einfach so sehr, dass ich das Medikament bekomme und ich weiss, dass ich wirklich alles mir mögliche getan habe, um dieses Kind zu schützen. Ich kann es noch immer nicht glauben, es fühlt sich an wie in einer Seifenblase. Müsste ich nicht euphorischer, glücklicher sein? Aufgeregter. Obwohl aufgeregter gerade fast nicht mehr geht. Mir ist wie schwindelig. Ich weiss, dass ich gar nichts weiter tun kann, aber ich möchte mehr hoffen. Mich mehr freuen. Das hat der kleine Zellhaufen doch mehr als verdient. Oh wenn nur der Test schneller positiv geworden wäre. Schneller. Zu zaghaft, als müsse der Test noch überlegen, ob er positiv werden soll, ob das noch lohnt. Schrieb ich nicht bei Emil es wäre klar und deutlich gewesen? Oh mir wird so übel…“

Überhaupt der Gedanke: Ein Kind? In mir? Echt? Das ist total unglaublich! Ich kann es wirklich nicht glauben, was mich in die nächste Falle lockt. Müsste ich mich mehr freuen? Es mehr glauben?

„Bei Ärztin alles Schema F. Daheim aufgelöst. Durch den Wind. Einigermassen gefasst. Jungs geholt. Essen gemacht. Utrogest 2. Mal. Eingenickt.
Tja. Halte meinen Bauch. Aber merke wie ich zaghaft bin. Mich zurück halte. Aber es ist schwer, gerade. Bin sehr fordernd. Will alles von mir. Die totale Freude. Sehe dennoch auch, dass es zuviel verlangt ist. Gerade mitten im Gefühlschaos. Abgelenkt.“

Ich sagte es Nils, in dem ich ihm sagte, ich müsste dann heute mal zu Arzt. Mir Utrogest aufschreiben lassen. Wobei er mich nur verdattert anschaute. Dann leuchteten seine Augen. Das schönste Geschenk überhaupt.

Die Ärztin warnte mich vor starken Schmerzen. Wie vor der Periode, doch die letzten Blutungen spürte ich nicht kommen. Ich hab Angst vor dem Gefühl, diesem seelischen Schmerz einer Fehlgeburt. Ich weiß ja genau, wie sich das bei mir anfühlt, was das mit mir macht. Aber ich muss da durch. Ich bin einen zweiten Schritt weiter. Und ich hoffe so so so sehr, auch wenn der Gedanke noch weit weg und unwirklich ist, dass wir dieses Kind gehalten dürfen! BITTE!
Halt dich fest, kleine Maus. Ich tue alles für dich! Ich hab dich lieb!

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