Archive for Dezember, 2013

Lesen 2013, final editiert.

Dienstag, Dezember 31st, 2013

Zu einem meiner liebsten Vorsätze gehört jedes Jahr „mehr lesen“. Gute Bücher habe ich schon immer über das Jahr hinweg gesammelt, aber wirklich gelesen habe ich sie nie. Sie zieren hervorragend meinen Nachttisch und erinnern mich allwöchentlich beim Putzen daran, dass ich sie schlimm vernachlässigt habe. Da ich aber abends viel Zeit bei Tom, Ben und Emil verbringe, dachte ich also vielleicht, eventuell wäre ja so ein beleuchtetes Buchleseding was. Und dann erfüllten meine Lieblingsschwägerin zusammen mit dem liebsten Mann einen Weihnachtswunsch und ich sollte mein Buchleseding im Januar gekommen. Und wie es der Zufall und die Feiertage so wollten, waren da kostenlose E-Book- Tage und schwupps, landete schon einmal ein Buch auf meinem Smartphone und ich verschlang es dank einer App in einer für mich atemberaubenden Geschwindigkeit, nämlich innerhalb weniger Tage. Sollte es an den Ferien gelegen haben? Oder entpuppte sich da tatsächlich so etwas wie eine Lösung meiner Leseträgheit, war ich der Buchleseding- Mensch? Ich wage einen Schritt vor und halte mein Literarisches Jahr fest.

Zwei an einem Tag
Der Trümmermörder
Suna
Deine Schritte im Sand
Schattenmorellen

Das Maikäfermädchen
Im Kirschblütenweg
Der alte König in seinem Exil
Ich. Darf. Nicht. Schlafen
Das geheime Prinzip der Liebe

Léon und Louise
Dann press doch selba, Frau Dokta
Der Duft von Erde und Zitronen
Viereinhalb Wochen- Die Geschichte von unserem kleinen Julius
Das Schmetterlingsmädchen

Ein Jahr am Meer: Aus dem Leben einer unvollendeten Frau
Das Haus unter den Zypressen
Abendruh
Denn das Glück ist eine Reise
Mut für Zwei

Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer
Die Frau des Piloten
Paris, die Liebe und ich
Das Lavendelzimmer
Unter dem Herzen: Ansichten einer neugeborenen Mutter

1913: Der Sommer des Jahrhunderts
Himmlische Träume
Das zärtliche Alphabet des Don Jubilo
Chocolat
Der Geschmack von Apfelkernen

Das Wesen der Dinge und der Liebe
Wir sind doch Schwestern
Die Stunde der Schwestern
Der Schieber
Der Fälscher

Die Liste der vergessenen Wünsche
Die Tote von Charlottenburg

Im Moment lese ich „Das Erwachen der Senorita Prim“.

„Zwei an einem Tag“ von David Nicholls, ein Klassiker. Ein wunderschönes Buch. Der perfekte Einstieg in mein Lesejahr.
„Der Trümmermörder“
von Cay Rademacher hat mich mitgenommen in die Nachkriegszeit. Überrascht hat mich die Unvorhersehbarkeit, die Suche nach dem Mörder und seinem Motiv. Mein Lieblingswort von mir aus diesem Buch ist „Herzensträgheit“. Und das beschreibt auch ganz wundervoll die Stimmung in diesen Seiten, es wirkt schwer und düster, in diesem kalten Januar.
„Suna“ von Pia Ziefle wurde von allen Ecken als das zu lesende Buch gelobt und ich habs verschlungen. „Weißt du, mit etwas Glück bei der ganzen Sache wird sich heraus stellen, dass für manches, was dir widerfahren ist, Liebe die Motivation war. Auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht grausam aussieht.“/ „Man kann eine Weile so leben, unerkannt, und am Ende weiß man nicht mehr, ob man eine Raupe ist oder der Ast, den sie versucht zu imitieren.“/ „Aber ich sehe dich vor mir, während ich diese Worte an Dich zu richten versuche, die ungelenk sind und zu klein für das, was ich Dir sagen möchte.“/ „Ich habe nach meinen Wurzeln gesucht, nach meinen und nach deinen, denn ohne Wurzeln kann das Herz nicht wachsen.“ Eine wunderschöne Geschichte, die ein ganz warmes Gefühl hinterlassen hat. Was die Frage aufwarf, was ich als nächstes lesen sollte.
„Deine Schritte im Sand“ von Anne-Dauphine Julliand- Zeilen einer Mutter, die erfährt das ihre Tochter unheilbar krank ist und sterben wird. „Herzamputierter“/ „Am liebsten würde ich die Liebe anhalten, wie man den Atem anhält.“/ „…selbst in tiefstem Unglück noch das das kleinste Körnchen Glück aufspüren…“. Man begleitet die Mutter auf einem Stück ihres Wegs, durch das Auf und Ab, spürt mal Mutlosigkeit und dann wieder eine Kraft, die sie aufbringt um ihrer Tochter ein Stück Glück und Liebe mit auf den Weg zu geben, das Buch ein Liebesbeweis an ihre Tochter und auch eine Art Danksagung für all das, was sie bekommen hat von ihrer Tochter, ihrer Familie und Freunden.
Nach diesem bewegenden Buch wollte ich eine ganz andere Kost und begann „Schattenmorellen“, das ich in zwei Tagen ausgelesen hatte. Unglaubliches Buch, allein durch die Erzählweise. Eine Geschichte über zwei Frauen, die zwei Männer in ihrem Leben los werden wollen. Jede Menge Rückblicke einzig aus einem Krankenhauszimmer und aus der Ich- Perspektive einer über 70- Jährigen. „Er sieht aus wie ein Konfirmand, den man in einen Arztkittel gesteckt hat.“ Dazu diese ergänzenden und auch oft zum nachdenken anregenden Übergabegespräche des Krankenhauspersonals, die die Gesichte abrunden und am Ende aufklären- wirklich toll.
„Das Maikäfermädchen“ von Gina Mayer muss man lesen können, das Thema kann einem sehr nahe gehen, auch hier geht es zurück in die Nachkriegszeit, zu einer Hebamme die zur Engelmacherin wird, begleitet von einer Kinderkrankenschwester. „Aber ich sitze den ganzen Tag zu Hause und wische Staub und werde trübsinnig. Und wenn ich mir ein Kleid kaufen will oder einen neuen Kochtopf, dann muss ich ihn um Erlaubnis. Und wenn ich die Wände im Flur hellblau streichen will, muss ich ihn ebenfalls fragen… „Und Doktor Hambach wird dir ein guter Ehemann sein, der dir nichts verbietet.““Aber er könnte“, sagte Lilo. „Und ich kann ihm nichts. Sobald wir verheiratet sind, bin ich ihm mit Haut und Haaren ausgeliefert.“… Dann konnte er Lilo das Leben zur Hölle machen, und sie konnte ihm gar nichts… „So etwas würde er doch niemals tun“, sagte Käthe laut. Aber er könnte, hörte sie Lilo wieder sagen. Wenn er wollte, könnte er es. /“Der Neindenker, der Jasager.“ Die Ansichten, Gefühle dieser Zeit hallen sehr nach, gerade durch die immer wieder aufkeimenden Diskussionen zum Thema Feminismus im Moment.
„Im Kirschblütenweg- Die Hölle ist nebenan“ von Rupert Mattgey las ich in Venedig. Und war oft verstört, musste im Lesen innehalten, ankommen lassen. Es ist so simpel und dennoch so brutal, es nimmt einem den Atem. Kein guter Zeitpunkt um vom Vermieter aus Deutschland zu hören, er müsste vorbei kommen, denn es gäbe Beschwerde von den Nachbarn, was sich im Nachhinein als Missverständnis heraus stellte.
„Der alte König in seinem Exil“ von Arno Geiger berührte mich sehr, ein so liebevolles Porträt seines Vaters. Ich habe so viele Zeilen markiert, einfach wunderschön. Ein berührendes Buch. „Da mein Vater nicht mehr über die Brücke in meine Welt gelangen kann, muss ich hinüber zu ihm.“, schreibt er. „Immer wieder bringen wir unser Leben in eine Form, immer wieder zerbricht das Leben die Form.“, „So schlugen wir einen Weg ein, der von der nüchternden Wirklichkeit wegführte und über Umwege zur Wirklichkeit zurückkehrte.“, „Der Tod ist einer der Gründe, weshalb mir das Leben so anziehend erscheint. Er bewirkt, dass ich die Welt klarer sehe.“, simpler und poetischer könnte man es nicht ausdrücken.
„Ich. Darf. Nicht. Schlafen“ von S. J. Watson- eine Empfehlung der lieben Buchkolumne. Ein wirklich spannender Thriller, den man unbedingt weiter lesen muss, bis man dem Geheimnis auf die Schliche gekommen ist.
„Das geheime Prinzip der Liebe“ von Hélène Grémillon war eines der vielen von mir gelesenen Bücher in diesen Jahr mit Geschichte spielend in Frankreich und Kriegszeit. Wenn ich ein Wort wählen müsste für dieses Buch wäre es „bittersüß“. „Es sind nicht die anderen, die uns die schlimmsten Enttäuschungen bereiten, sondern der Zusammenprall der Wirklichkeit mit unserer überschwänglichen Phantasie. Spannend bis zum Schluss, tolles Buch!
„Léon und Louise“ von Alex Capus. Was ein tolles Buch!
„Dann press doch selba, Frau Dokta: Aus dem Klinikalltag einer furchtlosen Frauenärztin“ von dem Pseudonym Josephine Chaos, einer Blogautorin. Herbeigesehnt, nicht nur von mir. Wer das Blog noch nie gelesen hat, sollte unbedingt zu greifen! Es ist ein witziges Buch. Was mir als Blogleser allerdings nicht so gut gefallen hat, war dass es am Ende alle gesammelten Werke des Blog waren, gesponnen um einen neuen Handlungsstrang. Als hätte man es schon einmal gelesen. Dennoch sehr gern von mir gelesen.
Im Mai hielt ich das Buch „Ein Jahr am Meer: Aus dem Leben einer unvollendeten Frau“ von Joan Anderson in meinen Händen. Der Titel ist quasi Programm. Es war ein Fundstück auf dem Nachttisch meiner Schwiegermama und passte perfekt zu meiner Stimmung und dem Ort, denn wir waren an der Ostsee. Mit Sätzen wie “Geduld ist keiner deiner Stärken, nicht wahr, meine Liebe?” sagt sie und überbrückt damit das entstandene Schweigen. “Du musst deine innere Unruhe überwinden. Es gibt kein Ankommen. Alles bleibt stehst im Werden begriffen.” traf sie so sehr meinen Nerv. Ich hatte gerade gekündigt.
„Das Haus unter den Zypressen“ von Katja Maybach. Wieder zweiter Weltkrieg, diesmal Italien. Ein wundervolles Buch über eine Frau, die ihre Wurzeln sucht.
„Die Frau des Piloten“ von Anita Shreve, hat mir zu Beginn bei Lesen unheimlich gut gefallen, weil ich die einfache Sprache so schön „Wie sie einen weiteren Tag wie diesen überleben würde, war ihr unvorstellbar.“, fand ab der Mitte wurde die Geschichte etwas zu abstrus und doch so vorhersehbar und am Ende auch etwas zuviel Botschaft aus heiterem Himmel- für meinen Geschmack zumindest.
„Paris, die Liebe und ich“ von Virgenie Carton ist ein süßes Buch über die Irrwege der Liebe, witzig und unterhaltsam. Ein kurzer Genuss.
Im Sommerurlaub kam mir das „Das Lavendelzimmer“ von Nina George fast zugeflogen. Ich fand es bezaubernd und es ist wohl eines der wenigen Bücher, für die ich mir sehr viel Zeit zum lesen liess. Ich wollte es genießen. Zu Beginn der Geschichte: ein Mann auf seinem „Bücherschiff, der „Literarischen Apotheke“. Er schreibt an einer „Gefühlsenzyklopädie für literarische Pharmazeuten“, denn er besitzt die „Durchhörsicht“, hat die „Arznei aus Buchstaben“. Mein Lieblingswort bleibt wohl „Wunschlichkeit“. Aber auch solch Sätze wie „Als die Nacht floh und Paris dem Samstagmorgen überliess…“- das war einfach wunderschön zu lesen. Und es warf eine interessante Frage auf: „Ist das Glück etwas, zu dem wir uns erst im Rückblick entscheiden?“
„Unter dem Herzen: Ansichten einer neugeborenen Mutter“ von Ildikó von Kürthy, liess mich ratlos zurück. Nach den ersten Seiten am Ball zu bleiben war nicht einfach, es war geschmückt mit Vorurteilen gegenüber Männern, Frauen, Eltern… Es schien für mich, als solle das Buch nur mit Seiten gefüllt werden, gerade später gibt es endlose Seiten von Zitaten. Ich fand vieles einfach nicht witzig, aber blieb am Ball. Und fand gerade Persönliches unheimlich berührend, doch damit hörte es auch auf. Leider.
„1913: Der Sommer des Jahrhunderts“ von Florian Illies war ein Fundstück in diesem August bei meinem Schwiegerpapa. Ich musste es leider in einer Woche in Etappen lesen, nämlich wenn es taghell war. Es hat mir unheimlich gut gefallen, auch wenn ich mich teilweise sehr konzentrieren musste, noch einmal nach las, um genau zu verstehen. Es bildete mich auf jeden Fall weiter, ich habe unheimlich viel nach geschlagen, weil es mich so sehr interessiert hat. Der Autor hat einen tollen Humor und es ist wirklich gerade in diesem Jahr 100 Jahre später empfehlenswert!
Für „Himmlische Träume“ von Joanne Harris habe ich mir sehr viel Zeit gelassen. Ich habe es mit großem Interesse gelesen, weil meine Schwester eine Muslima ist und die Konflikte, die Vorurteile für mich nicht unbedingt neu sind. Es lässt in mir aber viele Fragen zurück und ein aufgewühlt sein, dass sich selbst jetzt Tage nach dem Lesen nicht gibt. Dennoch war es war sehr schön geschrieben. „Ich lächelte. Eine von Anouks vielen liebenswerten Eigenschaften ist, dass sie mühelos zwischen Kind sein und Erwachsenensein hin und her wechselt. Vom Licht in den Schatten, wie ein Schmetterling, der von einer Blüte zur nächsten schwebt, ohne zu merken, wie sich die Welt verändert.“
„Das zärtliche Alphabet des Don Jubilo“ von Laura Esquivel hatte ich beim Bücherregal aufräumen wieder entdeckt, eines der Bücher die ich zwar angefangen, aber nicht beendet hatte. Ich wusste erst gar nicht wieso, begann zu lesen wo ich aufgehört hatte und merkte sofort, ich muss von vorn beginnen und das tat ich. Ich verschlang es in so kurzer Zeit und wusste auch recht schnell, warum ich es wohl aus meinen Händen gelegt hatte. Ein wunderschönes kleines Buch!
Der neue Roman von Elizabeth Gilbert „Das Wesen der Dinge und der Liebe“ ist die aufwühlende Geschichte einer starken Frau und über eines der größten Abenteuer überhaupt, dem Leben selbst.
Besonders hat mir das Buch von Anne Gesthuysen „Wir sind doch Schwestern“ gefallen. Es ist ganz wundervoll geschrieben, hat ein unglaublich tolles Tempo, wechselt immer wieder spielend zwischen Vergangenheit und Gegenwart ohne zu verwirren, nahtlos knüpft man an und fügt neben der aufgebauten Spannung die ganzen Puzzleteile zusammen bis ein großartiges Buch zu Ende ist.

(So und die restlichen Gedanken zur den neueren Büchern folgen noch oder aber bleiben bei mir, immerhin gibt es Menschen, die das viel besser können, als ich. :) )

FAZIT: In diesem Jahr habe ich dank E-Books meine Leseträgheit überwunden. Natürlich habe auch „echte“ Bücher in den Händen gehalten- es bleibt ein unvergleichliches Gefühl, ein Buch ist eben ein Buch, ich lese nur so gern E-Books (auf dem Smartphone, Tablet oder Kindle), weil es familienkompatibler ist. Es gibt einfach zuviel Möglichkeiten (auch unterwegs), vor allem weil die Geräte den Lesefortschritt überall synchronisieren. Für mich blieb zu viel Zeit, in der ich in Dunkelheit darauf wartete, dass jemand einschläft- im Dunkeln ist nicht gut klassisch Buch lesen.
Seit Jahren war eines meiner Neujahrsvorsätze mehr zu lesen, aber es klappte irgendwie nie. Jetzt liegt ein Jahr hinter mir, in dem ich 37 Bücher gelesen habe. Noch schöner wäre für mich ein Buch in der Woche gewesen, aber so ist es auch für mich gut. Vor allem weil ich viele schöne Bücher gelesen habe, an die ich mich immer wieder erinnern werde. Leider habe ich es nicht geschafft zu jedem ein paar Worte zu tippen, gerade „Denn das Glück ist eine Reise“ habe ich im Sommer gelesen und spürte den Zeilen nach, während ich im Freibad meine Bahnen schwamm, für mich unvergesslich. Und so geht dieses für mich literarische Jahr zu Ende und ein Neues beginnt. Ich bin gespannt welche Bücher mich in diesem Jahr finden.

Weihnachten in Bildern

Donnerstag, Dezember 26th, 2013

Sonntagsfreude

Sonntag, Dezember 15th, 2013

Heute morgen, als der beste Kindervater kapitulierte und das warme Bett verließ auf dem Weg nach unten ins größte Kinderzimmer, vor ihm drei Kinder barfuß aus unserem Schlafzimmer tapsten.
Das Erste, das die ganze Nacht bei uns im Bett geschlafen hatte. Das Zweite, das die halbe Nacht, in Emils Bett geschlafen hatte. Und das Dritte, das nur gekommen war, um kund zu tun, das es nun wach sei.

Nach einer Idee von Maria.

Land unter

Sonntag, Dezember 15th, 2013

Alles fing letzte Woche an, ich hatte irgendeinen Infekt und schleppte mich so seit Dienstag durch die Tage. Am ersten Tag froh, Nils gleich nach dem Mittagessen begrüßen zu dürfen und mich ins Bett zurück zu ziehen, stellte sich gegen Ende der Woche dieses Gefühl beim Kranksein ein, bei dem man sich fragt, ob man jemals nicht so lethargisch war und ob man jemals wirklich wieder fit und einsatzfähig sein wird. Dieses Gefühl wurde nicht besser, als der Mann Freitag ganz daheim bleiben musste, ich der Schwiegermama einen weiteren Korb gab und ich mich auskurierte.
Samstag Abend hatte ich eine Verabredung und weil ich in meinem Leben genau bei den Freundinnen schon sehr oft abgesagt hatte, wollte ich da gern hin gehen, vor allem weil die Uhrzeit mit 19Uhr nicht so spät war und ich so nicht lange auf wäre und mich ausgeruht hatte. Das war der Plan bis Ben, 15min vor meiner Abreise, großzügig seinen Mageninhalt im Wohnzimmer entleerte. Mehrmals. Ich wischte das Zeug auf und telefonierte hektisch herum, denn der letzte Bus würde gleich fahren und ich musste mich entscheiden. Weil die Damen mich sehen wollten und ich nicht wissen konnte, um was sich handelt, weil Ben leider das Kind ist, mit dem sagen wir empfindlicheren Magen, fuhr ich. Hätte ich aber auch, trotz schöner zwei Stunden lassen können, denn ich war natürlich mit den Gedanken nur zu Hause und gleichzeitig voller Angst, ich könnte jemanden anstecken. Der Heimweg war schön ruhig. Den genoss ich, ich lief die halbe Stunde nach Hause, das tat meinem Kreislauf gut. Zu Hause angekommen, kaum Entwarnung. Der Mann bot an auf dem Teppich im Kinderzimmer zu schlafen, um rechtzeitig bei Ben zu sein. Wir hatten Wechselsachen und Handtücher und all das Zeug raus gelegt. Wurde aber nur noch einmal gebraucht. Als es Ben am nächsten Tag schon besser ging, entspannte sich die Lage zusehens bei uns und wir wollten gerne glauben, dass es eben mal wieder typisch Ben gewesen war, überfuttert.
Am Montag war Toms Aufführung, die wir nur gestückelt wahr nehmen konnten. Dienstag hatte ich dank der Hilfe meiner Schwiegermama ein Elterngespräch in der Schule mit Noahs Lehrerin.
Das gute Gefühl hielt an bis Dienstag Abend, als Emil plötzlich erbrach. Der erste Tag, an dem ich wieder allein mit den Mäusen war, weil ich ja wieder gesund war. Nils schlief also auch diese Nacht mit einem Kind zusammen gekauert. Wir gingen früh schlafen und am nächsten Tag auch hier Besserung. Bis Freitag, da gab es noch einmal einen kleinen Einbruch bei Emil, er wirkte schlapp, aber nicht so schlapp wie ich mich dann doch fühlte nach meinem spontanen Zahnarztbesuch. Am Donnerstag hatten wir die Kindergartenkinder erstmals in dieser Woche geschickt, nachdem es ruhig geblieben war, wir wollten auf Nummer sicher gehen. Noah hatte Freitag seinen ersten Schultag, denn der hatte bis dahin Fieber gehabt, die ganze Woche. Und so auch am Mittwoch seine Weihnachtsfeier in der Schule verpasst.
Am Freitag kam dann der Anruf aus dem Kindergarten, der Tom würde sich krümmen vor Bauchschmerzen und eine Stunde später, als Nils ihn unter eigenen Bauchschmerzen abholte, erbrach sich Tom in der Garderobe. Später wieder und wieder. Ich hatte Magenkrämpfe, Nils spuckte kurze Zeit später zu Hause. Wir kamen irgendwie durch den Tag, dank der zwei kleinen und zwei großen Gesunden Kinder, zu dritt lagen wir herum und litten laut.
Zoe und Noah fiel gegen 18.30Uhr die Lesenacht in der Schule um 19.30Uhr ein und wir fanden doch tatsächlich eine liebe Mutter einer Schulfreundin, die unsere gesunden großen Kinder abholte und um 22.30Uhr wieder brachte. Danach ging es für die Kinder in den Keller zum aufgebauten Nachtlager, damit sie nur ja niemanden aufwecken konnten und wir krochen auch ins Bett.
Gestern waren wir noch ziemlich gerädert, heute lief auch noch alles auf Sparbetrieb, bis auf das Aufstellen des Weihnachtsbaums und Zoes Einladung nach Hintertupflingen zur Geburtstagsparty einer Schulfreundin zu der sie unbedingt wollte, wofür eine andere liebe Schulfreundin sie einsammelte und das Geburtstagskind sie wieder brachte.
Wir harren jetzt eigentlich der Dinge, die da kommen könnten. Statistisch gesehen, müssten morgen Zoe und Noah spucken. Aber wir wissen natürlich nichts genaues. Bisher *toitoitoi* ist es kurz und „schmerzlos“. (Jetzt hab ichs gesagt.) Es kann nur schlimmer werden.

Unwiederbringlich

Montag, Dezember 9th, 2013

Am Montag heulte ich quasi Rotz und Wasser, weil ich die erste Aufführung unseres zweiten Sohnes verpasste. Ich musste zu Hause auf die kranken Nasen aufpassen und Nils war mit Zoe bei ihm.
Jedes Weihnachten führen die Vorschulkinder des Kindergarten ein Krippenspiel auf. Dieses Jahr war nun Tom an der Reihe, unser drittes Vorschulkind. Er sollte ein Schaf spielen. Für Tom war das nicht leicht. Das Kind ist wie immer schon wortgewandt und kann sich hervorragend ausdrücken. Zum Einen ist er sehr schüchtern und wollte das alles gar nicht, was meinen mütterlichen Beschützerinstinkt weckte, was bei mir so viel hiess wie, „Ich zwinge ihn auf gar keinen Fall!“, auf der anderen Seite hatte er hart gearbeitet, doch zwischen einem „Aber ich hab Angst, dass die anderen mich in meinem Kostüm auslachen.“ quetschte er noch ein „Aber F. kann die Lieder alle viel besser, als ich.“ Er rang nach Worten. Nach langem hin und her und auf den letzten Drücker abwiegen meinerseits, siegte mein Pseudodiplomatisches „Aber die Anderen warten und verlassen sich doch auch dich, du bist ein Teil des Stücks, du kannst jetzt nicht mehr einfach fort bleiben.“ Und es wirkte. Als ich meinem Kind, den finalen Kuss und ein „Ich bin stolz auf dich!“ ins Ohr gehaucht hatte, kamen die Tränen von ganz allein.
Ich war furchtbar stolz auf ihn, er sah großartig aus und er hatte sich so schwer getan, er war wirklich über sich selbst hinaus gewachsen! Nur teilnehmen konnte ich daran nicht wirklich. Das tat weh. Aber es ging nicht anders. Kleiner großer toller Kerl, ich hab dich schrecklich lieb!

Tom das Schaf

Sonntagsfreude

Sonntag, Dezember 1st, 2013

Trotz der Abwesenheit des Mannes und der zwei großen Kinder am ersten Advent, die drei Kleinen auf den Weihnachtsmarkt entführen. Den Mittagsschlaf von Emil ausnutzen und den beiden Brüdern beim Eisenbahn fahren zu sehen, ihnen Pommes, Lollies und gebrannte Mandeln spendieren, nachdem man Harry Potter geschaut hat. <3 Nach einer Idee von Maria.