Archive for Februar, 2014

Besondere Tage

Freitag, Februar 28th, 2014

Am Mittwoch jährte sich ein ganz besonderer Tag, für speziell erst einmal mich.
Am Vorabend schon hatte ich das Tochterkind gedrückt und geherzt, „denn morgen… ja, morgen wäre ein ganz besonderer Tag!“
Vor 10 Jahren hielt ich in einem kleinen Bad einer Pension, in der meine Eltern hausten, in Friedrichskoog, in der Flitterwoche ganz ungläubig den ersten positiven Schwangerschaftstest meines Lebens in den Händen.
Ich weiß noch, dass ich bis über beide Ohren grinste und gar nicht mehr damit aufhören konnte als der Mann eingeweiht war, aber im allerersten Moment konnte es einfach nicht glauben, mit dem Stück Plastik musste was nicht stimmen, ganz eindeutig, es musste kaputt sein, denn das war vorher doch noch nie passiert…

Gott sei Dank war er nicht kaputt und was folgte, war meine erste Schwangerschaft. Ich war 20 Jahre alt und es war ein ganz, ganz turbolente Zeit, ich hatte ja irgendwie keine Ahnung, was ich da tat. Was mit mir passierte… Und dieses Internet mit diesen Menschen, das gab es damals noch nicht so wie heute. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, mag ich nicht sagen. Ich weiß nur und das belegen ausdrucksvoll meine Tagebucheinträge aus der Zeit, dass ich wahnsinnige Angst davor hatte keine gute Mutter zu sein. Manchmal hätte ich lieber unserer Tochter irgendwo Eltern geklaut, als alles selber falsch zu machen. Mutter werden war unglaublich schwer für mich, denn ich wollte es einfach richtig gut machen. Das hat nicht wirklich geklappt :)
Ein bißchen Erfahrung später weiß ich auch, dass das normal ist, dass man nicht alles richtig macht und auch gar nicht so muss, (an guten Tagen) und ich sehe auch, wie viel sich mit der Zeit, mit mir, mit meinem Kind verändert hat, mit mehreren folgenden Kindern…

Wenn ich dann abends wie heute neben meiner Tochter auf 80cm liegen darf, weil sie mit mir kuscheln will, sie einfach nur toll ist und ganz wunderbar, wir im lichtfreien Raum darüber philosophieren wie komisch das ist, dass man im Dunkeln erstmal gar nichts und dann ganz viel sieht, Geburtstage planen und über Fenstermalfarbe plaudern, während wir uns festhalten, was schwimm ich da im Glück… Eindeutig ein dickes Plus, wie bei dem Stück Plastik da oben.
Und nach all diesen Jahren immer noch diese Gänsehaut, wenn ich das Stäbchen sehe, mich erinnere, der Moment der zwischen und mit uns beiden alles für immer verändert hat, der Moment, in dem wir von unserer Tochter erfuhren. <3

Unsere Kinder

Montag, Februar 17th, 2014

Als Zoe und Noah letzte Woche wie zwei Verbündete gemeinsam aufbrachen- sich anzogen, aufs Rad schwangen, um zum Spielplatz zu fahren und die wilde Freiheit zu geniessen, da ging mir das Herz auf.
Zoe und Noah sind nur 17 Monate auseinander. Die Schwangerschaft mit Noah war nicht einfach und oft hatte ich das Gefühl, gerade wegen vorzeitigen Wehen mich zwischen dem kleinen Mädchen zu Hause und dem Kind in meinem Bauch entscheiden zu müssen. Umso schöner war es, als wir dann gesund vereint waren. Zoe war sehr fürsorglich, empathisch. So ist sie. Zusammen wuchsen beide auf, teilten sich ein Zimmer, wie später Tom und Ben bis der vorerst Kleinste damals fast 8 Monate alt war und wir umzogen. Da sich der dritte Bruder auf den Weg gemacht hatte, versprach ich ihr zum Trost ein eigenes Reich, sollten wir ein neues zu Hause finden. Als es soweit war, war Zoe 5, Noah 4 und Tom 2 Jahre alt.
Es brach mir ein bisschen das Herz die „grossen“ Kinder, die bis dahin vier Jahre ihres Lebens ein Zimmer geteilt hatten zu trennen, obwohl beide sich auf ihre Tür zum hinter sich schließen, ihr eigenes Zimmer gefreut hatten.
Ihr Verhältnis hat sich verändert über die Jahre, ihre Beziehung fühlt sich von Außen weniger eng an. Für mich waren sie neben all ihren Ähnlichkeiten immer schon Ying und Yan, das ist geblieben. Ich versuche sie zu sehen, wie sie sind.
Das Tempo unter den Geschwistern veränderte sich. Immer wieder. Spielten Tom und Ben, ebenfalls nur 18 Monate auseinander unentwegt miteinander, machten den quatschigsten Scheisselkram bis Tom in den Kindergarten mit 3 1/2 Jahren kam (und darüber hinaus, aber dann nicht mehr tagsüber), zieht es Ben im Moment mit seinen mittlerweile vier Jahren oft zu Emil (19 Monate), während Tom (fast 6) hier und da die Nähe zu seinem grossen Bruder Noah (bald 8) sucht.
Es wechselt, wie das Meer. Oft, wirklich oft spielen sie zusammen oder zumindest in einem Raum, wenn ich dann einen Blick erhaschen kann oder das Glück habe ein Foto machen zu können, geht mir das Herz auf.
Und wenn ich dann meine Tochter mit 9 und meinen fast 8 Jährigen zusammen um die Häuser ziehen sehe, gemeinsam wie früher als sie klein waren, dann ist das für mich etwas Besonderes.
Alle Fünf sind sie so unterschiedlich, dennoch verbindet sie eines, ihr zu Hause. Es ist nicht verwunderlich, dass meine Fürbitte an unseren Sohn Emil nicht das selbstverständlich gewünschte Glück war, sondern eine gute und dauerhafte Beziehung zu seinen Geschwistern.
Ich bin so gespannt, beobachte das alles und hoffe, dass es eine fürs Leben stärkende Kindheit dank ihrer Geschwister wird.
Ich hatte zwei Mal zwei Kinder unter zwei Jahren, einmal drei Kinder unter vier Jahren, einmal vier unter fünf Jahren und nun fünf unter Acht.
Ich hätte mir für meine Kinder einen geringeren Altersunterschied gewünscht, gerade für die letzten Beiden. Das muss nicht jeder verstehen oder gut finden, manchmal wurde ich dafür verurteilt, Kinder seien schliesslich kein Produkt einer Fabrik.
Aber genau das wusste ich, sie sind Geschenke. Ben war fast drei, als Emil zur Welt kam. Es fiel ihm sichtlich schwer mit der neuen Situation zurecht zu kommen, es lag nicht an Emil, den liebte er, sondern an uns. Es brauchte seine Zeit für ihn zu greifen, zu erfahren, dass er immer noch unser kleiner Ben war. Und genau das war ja der Fall, er blieb klein.
Mir ist klar, dass es nicht an seinen drei Jahren dazwischen lag, sondern an unserer engen Beziehung, die wir uns aufgebaut hatten, dass ihm das schwerer fiel, als vorher seinen Geschwistern in der gleichen Situation. Was an dieser Stelle nicht heißt, dass es zu den anderen Kindern weniger eng war, aber wir hatten eben auf dem Weg zu Emil alle viel durch gestanden, was er mitbekommen hatte- der Familienzuwachs war ganz einfach anders, als die Male zuvor.
Für mich war es das erste Mal, dass ich am Morgen nach der Geburt nicht plötzlich Riesen sah, kleine Kinder über Nacht zu grossen Geschwistern mutiert, sondern ich sah das allererste Mal nach einer Geburt die selben Kinder, es schien als wäre ich angekommen in der richtigen Zeit, bei mir, alles war richtig. Da war jetzt ein kleines Bündel Zauberwesen mehr, aber sonst hatte sich nichts groß verändert, vielleicht machte ich da, an dieser Stelle meinen Frieden mit der Zeit, die (zuviel) vergangen war.
Auch wenn es oft anstrengend war mit zwei unter Zwei (und in einem fort) oder anstrengender gewesen wäre mit noch kleinerem Ben, als Emil schließlich kam, ich zog aus dieser (engen) Bindung meiner Kinder immer Kraft, es gab mir zu fiel, es füllte mein Herz.
Für uns, auf unsere Familienkonstellation ist es ein wertvolles Geschenk, sie nah beieinander zu wissen, auch wenn ich weiss, dass es in anderen Familien total egal ist, wie weit die Geschwister auseinander sind und eine tolle Beziehung zu einander haben.

Angrillen

Samstag, Februar 15th, 2014

Heute Mitte Februar haben wir bei 18 Grad den größten Teil des Tages an der frischen Luft verbracht, spontan gegrillt, nur klein aber draußen unter freiem Himmel viel leckerer, als drinnen je möglich.
Wer weiß, wie kalt es noch einmal wird, ob der Frühling wirklich so früh kommt, aber wir nutzen die Tage, die man uns schenkt. Es war wunderschön.
Vielleicht habe ich auch hier und da ein bißchen vom Sommer geträumt.

Haustaufe

Samstag, Februar 15th, 2014

Täufling

„Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen.“

Vor genau einer Woche fand die Taufe von Emil im Haus meiner Schwiegereltern statt. Es war einfach nur wunderschön. Heimelig, intim, verbunden- das sind andere Wörter, die mir einfallen. 10 Kinder und 16 Erwachsene waren wir, plus die Pfarrerin.
Um 12Uhr hatten wir uns im Haus getroffen, um anzukommen und um gemeinsam zu Essen. Als die Taufe beginnen sollte, bauten wir die weiß verkleideten Bierbänke um und wechselten so die Szenerie, wandten uns dem Tisch zu, der uns Altar sein sollte.
Nils hatte zu Beginn alle begrüsst, Noah in Ermangelung einer großen Kerze alle „alten“ Taufkerzen anzünden dürfen bis auf Emils Neue, die seine Patin und ihre Lieben für ihn gemacht hatten, Zoe las für uns das Kinderevangelium. Als der Gottesdienst begann und die Pfarrerin vom Besuch bei uns erzählte, von der Liebe, die sie bei uns gespürt hatte, da war ich so unglaublich gerührt.
Die Taufpatin hatte mit ihrem Mann einen Liederzettel gezaubert, zusammen sang sie mit dem Gitarre spielenden Taufpaten und uns die fünf ausgewählten Lieder durch den Gottesdienst hindurch. Die Pfarrerin ging so toll auf die Kinder ein, die sich zu ihren Füßen nieder gelassen hatten, selbst wenn Emil die Szenerie verließ, niemand störte sich daran. Auch ließ sich nicht irritieren von Emil, der ihre Hände wegstoßen wollte, als sie mit dem kühlen Nass näher kam, während die Taufpatin ihn hielt. Sie band die Kinder mit ein, hatte eine herzförmige Kiste mitgebracht, die einige Schätze zu Tage beförderte mit Dingen, die man für eine Taufe brauchen könnte, zusammen durften alle Kinder das Wasser schöpfen, Fürbitten wurden vorgelesen, ich erzählte warum wir uns diese Taufpaten gewünscht hatten. Am Ende wurden wir als Familie gesegnet, es war so rund, einfach nur schön und das im Kreise unserer Freunde und Familie.

Vielen lieben Dank an dieser Stelle an die großartigen Großeltern, vor allem an die Schwiegermama, die da ein ganz tolles Fest für uns gezaubert hat! ♥