37+2 (oder noch 19 Tage bis zum Termin)

Es ist so weit, gefühlt schon eine Ewigkeit, dabei sind es nur 3 Tage in Folge: Anton ist offiziell kein Frühchen mehr. Auch wenn ich vielleicht schon einen Tag vor dieser magischen Grenzen weniger Angst hatte und einfach mit jedem Tag etwas ruhiger wurde.
Gestern war noch einmal für alle ein großer Tag, es wurde viel gemacht und gab viel zu tun. Am Abend hatte ich dann auch Wehen, das erste Mal so am Stück. Es waren drei Stunden, die mich ganz schön unsicher gemacht haben, erst alle 5 später alle 3 Minuten. Ich war hin und hergerissen, ob ich in den Kreisssaal gehen sollte, dachte an Bens Geburt und wenn es wirklich so bleiben würde, könnte ich später noch gehen. Ich döste dann auch etwas bis Emil um 1Uhr nachts wach wurde und mich zwei Stunden halb wahnsinnig machte mit seinem Gewurschtel und Nils ein Erbarmen hatte und mit dem Kobold auf das Sofa umzog. Danach lag ich wach, weil ich nicht einschlafen konnte. Leider kenne ich all das von den Schwangerschaften zuvor. Alles nichts neues und auch alles nichts wildes. Was ich mich gefragt habe gestern, ob ich schon so weit wäre. Dieses Warten, dieses Erwarten und Hinfiebern kommt ja einfach nie wieder, aber mit jedem Tag mehr, sehne ich mich nach dem kleinen Bündel Mensch in meinen Armen und nicht mehr dieses unkoordinierte Gekrame in meinem Innern. Außerdem hat mich gestern erschreckt, wie viel Wehen einem körperlich abverlangen, es zog dahin wo es hin sollte, es fühlte sich gut platziert und kräftig an und ich war ko, als ich ins Bett ging und das, wo doch gestern das erste Mal so ein Tag war an dem ich beim Heimweg dachte, jetzt noch was essen, ein Film und ab ins Bett, gebären muss ich heute nicht mehr.

Überhaupt dieses Sehnsucht nach einem Menschen, der da ist und doch wieder nicht, den man schon so lange kennt und eigentlich noch nie gesehen hat. Ich bin so so vorfreudig und aufgeregt.

Seit heute sind dann meine Schwiegermama und meine Schwägerin an der Ostsee, die eine für drei, die andere für zwei Wochen. Deswegen hängt in der Küche eine Liste mit Nummern, ganz oben die eine Freundin, die alle Kinder jetzt gerade auch in der Nacht nehmen würde, auch wenn ich ihr das gerne ersparen würde und sie lieber tagsüber brauchen würde. Aber die Wahrscheinlichkeit mal ich mir nicht groß aus, denn erst abends bemerke ich die Wehen, komme erst dann zur Ruhe, sitze und höre auf zu räumen. Dafür habe ich heute eine Tasche gepackt mit Kinderkleidung und muss noch eine Liste schreiben mit Zeiten und Telefonnummern fällt mir gerade ein. Ich bin mal sehr gespannt, ob wir sie brauchen diese Tasche, die ich das allererste Mal für meine Kinder gepackt habe zu diesem Anlass, war vorher einfach nie nötig gewesen.
Ein jeder prophezeit eine Geburt am Termin, ich finde das nicht wirklich lustig, aber aussuchen kann ich mir das nun auch nicht, so war das schon immer. Der Körper arbeitet eindeutig und wir können nur gespannt warten, wann es los geht. Habe den Kindern dann heute auch noch einmal gesagt, dass es nun jederzeit losgehen kann, sie sich nicht wundern sollen, wenn morgens ein anderer Mensch hier ist, sie von jemand anderem abgeholt werden oder abends alles schnell gehen muss und der Papa hektisch telefoniert…
Ich hoffe wir schaffen es in den nächsten zwei Wochen, die Kinder sind irre aufgeregt und wollen auch ihren Bruder kennen lernen.

Da ist echt ein Baby in meinem Bauch…

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