Archive for September, 2014

Abschlussuntersuchung

Donnerstag, September 25th, 2014

Besonders aufgeregt sein konnte ich heute nicht, weil die Zahngeschichten mich weiterhin gut auf Trab halten, aber dennoch spürte ich die Anspannung.
Ich hatte versucht meinem Körper zu vertrauen. In den ersten Wochen am Meer beobachtete ich noch kritisch das Treiben meines Körpers, aber mit der Zeit ließ das nach. Die Zeit spielte mir zu und nun hoffte ich doch sehr, dass ich mich nicht umsonst entspannt hatte.
Als ich in der Praxis ankam, schlief Anton noch im Kinderwagen, ein seltenes Vergnügen, aber so war immerhin die Fahrt im Nieselregen geschafft, denn dort angekommen dauerte es nicht wirklich lange und er war wach und unleidig. Das war der Moment, in dem mir die freundliche Arzthelferin einen Becher für die Urinprobe in die Hand gab. Sehr witzig, dachte ich mir. Natürlich wollte ich schnell aus der Praxis wieder raus, aber was blieb mir groß übrig? Er ließ sich nicht noch einmal im Wagen ablegen, so dass sich die Möglichkeit ergeben hätte irgendwo schnell mal hinhuschen zu können, also zog ich mich ohne vorher zu fragen frech zum Stillen in einen der CTG Räume zurück. Ich wickelte ihn noch, versuchte einen neuen Versuch das zufriedene Kind abzulegen und schaffte es eigentlich nur knapp ohne Tränen, aber unter beginnendem Geknöter mit ein bißchen Becherinhalt wieder aus der Tür der gefliesten Räumlichkeiten.
Kaum war der Becher im Labor abgestellt, ich versuchte gerade unter mehreren neugierigen Blicken das unglückliche Kind in den Sling zu setzen, um das Kind glücklich zu machen, wurde auch schon mein Name im Labor ein zweites Mal gerufen. Einmal Blutdruckmessen und dann wollte ich doch fast schon wieder aufstehen, denn Wiegen hatte sich ja erledigt, (obwohl ich neugierig gewesen wäre, denn wir haben gar keine Waage zu Hause) aber es fehlte noch ein kleines Blutbild, also saß ich schuckelnd auf dem wackeligen Arztstuhl mit halbgewickelten Baby an mir im Sling, während mein Arm desinfiziert wurde und das Band eng um den Arm geschnürt wurde, im letzten Moment, als sie die Nadel ansetzte kam ich auf die Idee mal kurz still zu sitzen, welch Geistesblitz. Anton schaute fasziniert schielend zu, was die Frau da trieb, noch ein bißchen Smalltalk, acht Wochen sei er schon, dann nahm ich vor den Behandlungszimmern Platz, nachdem ich das Kind verslingt hatte und mehrere Minuten hüftschwingend auf und ab gelaufen war und wartete gar nicht lang.
Meine Ärztin strahlte mich an, wir hatten uns lange nicht gesehen, sie fragte wo mein zauberhafter Begleiter heute wäre und meinte damit nicht etwa meinen Mann, den sie in der Schwangerschaft nur einmal gesehen hatte, sondern Emil und setzte sich ganz gemütlich in ihren Stuhl und wir quatschen erst einmal. Ich fand das richtig schön und wertvoll. Ich erzählte ihr wie meine Schwiegermama mich vor der Ausschabung bewahrt hatte und dann ging es recht bald mit Anton vor der Brust, der unser Gespräch sehr ermüdend gefunden haben muss, denn er schlief auf einmal tief und fest, auf den fahrbaren Stuhl für mich und siehe da, alles ist, wie es sein sein. Und nichts ist da, wo es nicht hin gehört. Ich war total erleichtert. Glücklich. Dankbar. Alles auf einmal. Das war so eine Riesenbaustelle und ich merkte ja erst jetzt nach der sechsten Geburt, wie wenig selbstverständlich es ist, dass die Gebärmutter sich zurück bildet, obwohl sie das immer vorbildlich getan hatte, aber dass auch der Wochenfluss, das macht was er soll, nämlich zur Heilung beitragen.
Ich zog mich wieder an, meine Ärztin lobte meinen Beckenboden auch wenn er nicht mehr der tollste und frischeste ist und wir setzten uns ein zweites Mal, dieses Mal fragte sie nach der Verhütung. Ein Rezept nahm ich nun mit und weiß noch nicht, ob ich es einlösen werde. Da muss ich in mich gehen und mit dem Mann sprechen, eigentlich hatten wir über das Für und Wider schon ausführlich gesprochen, wir werden sehen.

Diese Untersuchung ist seit jeher für mich das eigentliche Ende der Schwangerschaft, so wie die Plazenta erst das Ende der Geburt einläutet. Dieser Termin war ersehnt, hatte ich doch die Schwangerschaft über immer diese Anspannung gespürt und da war nun ein Stück weit Erleichterung, dass nun wirklich alles geschafft ist, natürlich noch einmal mehr, weil es keinen Grund mehr gibt, sich zu sorgen.
Es war schön meiner Ärztin das Ergebnis all unserer Termine zu zeigen, hatte sie mir doch in den ersten Wochen stets liebevoll beigestanden und sich Woche für Woche um mich gekümmert.
Trotzdem bleibt dieses Frohsein, erst in einem Jahr wieder dort sein zu müssen… Keine Wehmut. Auch wenn der Anblick anderer Frauen, die hochschwanger und wunderschön aussehen mich immer wuschig macht, auch wenn ich mich eigentlich zu diesem Zeitpunkt der Schwangerschaft ganz und gar nicht wunderschön gefühlt habe und auch nicht mehr so gern wie früher einmal schwanger gewesen bin. Das Ziel blieb das Ziel.
Und dieses Schwangersein, das spürte ich heute schon auf dem kurzen Weg von der Haltestelle zur Praxis, ist doch schon jetzt verdammt weit weg für mich…

AntonimBauch

Neue Farbe braucht die Wand

Donnerstag, September 25th, 2014

In den letzten Wochen der Schwangerschaft habe ich es stoisch ignoriert, ich hatte nicht mehr die körperliche Verfassung um groß mit Farbe zu hantieren und im Frühwochenbett war ich auch gut ausgelastet, aber jetzt nach der Einschulung konnte ich es nicht mehr sehen und der Mann auch nicht- Die Wand hatte Einkerbungen von den Rückenlehnen der Stühle und war voller fettiger Essensreste, wir leben hier halt und das zusammen mit Kindern :)
Und wir waren gerade aus einem nigelnagelneuem Haus zurück gekommen, wo wir jeden Patscher sofort sahen und alles ausbesserten und ordentlich verließen, bevor wir in unser Heim kamen. Nach dem Urlaub also, da fiel es besonders auf. Eigentlich fallen mir noch andere Wände auf, Kunstwerke von Emil im ersten Stock, der Fleischklopferwutanfall von Ben im Wohnzimmer über dem Sofa, der Kinderwagenstellplatz in der Wand, aber jetzt war der Essplatz dran. Und wir sind glücklich.
Erstmalig dort eine Art Lack auf dem unteren Meter aufgetragen, wie schon im Treppenhaus (der Weg zum Badezimmer mit dreckigen Händen) von dem man Schmierflecken hoffentlich so leicht abbekommt, wie wir uns das vorstellen. Im Flur war ich mit diesem Überzug auch schon am Werk, nachdem ich ein Stück der Wand wieder rosa gestrichen hatte und durfte anschließend schon Stunden später an Bens Geburtstag Schokolade abwischen und es ging- hurra. Leben mit Kindern, streichen gegen Windmühlen. :)

5!

Mittwoch, September 24th, 2014

Fünf Jahre wurde unser Sohn Ben gestern. Es war ein besonderer Tag. Schon kurze Zeit zuvor war mir ein Bild durch den Kopf gegangen.
Vor fünf Jahren als Zoe die Tür zur Küche öffnete und Fünf wurde, hatte man mir gesagt: „Jetzt ist sie eine ganze handvoll Jahre alt geworden.“
Ben war damals noch ein kleines Baby. Nur wenige Wochen alt. Es war besonders und ich war sehr glücklich über unsere vier Kinder. Ein bißchen unwirklich mutet es nun an, wenn dieses Baby genauso alt wird, wie damals das Tochterkind. Fünf! Eine ganze Hand voll.

Ich bin so unglaublich stolz auf diesen kleinen Mann, der so kreativ und versunken gestern und heute mit seinem Playmais bastelte, nachdem er Lego und anderes mit seinen Geschwistern zusammen gebaut hatte. Für das Bewegung liebende Kind gab es nicht nur die passenden Geschenke mit Roller und erstem Fahrrad, sondern am Vormittag auch schwimmen und planschen samt Rutsche im Hallenbad und das nur mit Oma, Mama, Papa, Emil und Anton. (Die beiden Kleinen hatten das große Auspacken und Kerzenauspusten am Morgen schlafend verpasst.) Und auch wenn hier und da die großen Geschwister zum Toben im Wasser gefehlt haben, war es vielleicht auch einmal ganz schön, den Papa oder die Oma mal ganz für sich zu haben und der Emil ist mittlerweile auch ein dufter Spielkamerad. :)
Mittags gab es das Wunschessen: Karotten- Kokos- Ingwer- Suppe. Nie hätte ich gedacht, dass er das unbedingt möchte, aber er wollte, auch wenn er nicht viel davon aß vor lauter „schnell weg und weiter bauen“. Nachmittags wurden dann Wunschkuchen aufgetischt wie schon zum Frühstück und es kam sogar noch seine Patentante vorbei.
Heute feierte er dann im Kindergarten nach, denn gestern so hatte er es sich gewünscht wollte er lieber zu Hause bleiben und wer hätte es ihm verwehren wollen?!

Von ganzem Herzen mein kleiner Ben, ich liebe dich so sehr und ich find dich toll wie du bist. Du bist genau richtig, einzigartig- unser Ben eben. In Liebe, deine Mama.

8 Wochen mit Anton

Montag, September 22nd, 2014

In einigen Stunden wirst du bereits acht Wochen alt. Kaum zu glauben, dass ich vor so wenigen Wochen nachts genau um diese Uhrzeit einen Blasensprung hatte. Es bleibt für mich die lustigste Szene an dieser ganzen Geburt, weil ich so überrascht war, dass mir nach fünf Geburten wirklich tatsächlich die Fruchtblase platzen kann.
Ich weiß auch noch wie sich das anfühlte, acht Wochen vor deiner Geburt. Bevor ich die vorzeitigen Wehen hatte und kurze Zeit im Krankenhaus bleiben musste, kamen mir diese verbleibenden Wochen so wenig vor.
Am Ende dann rund um den Geburtstermin zog sich alles nur noch wie Kaugummi, die Tage schienen sich endlos zu dehnen und ich selbst war ebenso langsam- eine Welt in einer Blase, nur darauf wartend, dass es endlich los geht.
„Los geht“ meinte mehr als deinen Geburtsstart, los gehen sollte das Leben mit dir. Und ich wusste schon vorher, würdest du erst bei uns sein, würde die Zeit nur so fliegen.
Und auch wenn ich diese ersten Wochen mit dir genossen habe, ist es so als müsste die Zeit sich wieder einholen- erst war vor deiner Geburt alles viel langsamer und nun seitdem du geboren bist, vergehen die Tage umso schneller.

In ein paar Tagen wirst du schon zwei volle Monate alt sein, zwei von zwölf deines ersten Lebensjahres.
Im Urlaub hatte ich viel Zeit darüber nach zu denken wie fabelhaft die Natur das eigentlich eingerichtet hat, unglaublich wie viel in diesem ersten Jahr passieren wird.
Nicht nur das bloße Wachsen und Zunehmen, auch wenn du nun in dieser ersten Zeit pro Woche einen Zentimeter gewachsen bist und bereits 3 Kilo zugenommen hast, du bist schon jetzt so viel wacher, „sprichst“ mit uns, fixierst uns mit den Augen, lächelst uns an, fuchtelst mit den Armen, drehst Kopf und Oberkörper.
In diesem ersten Jahr, in den kommenden zehn Monaten deines ersten Jahres wirst du Greifen lernen, dich zu drehen, dich hin zu setzen, vermutlich zu krabbeln, zu stehen und vielleicht wirst du schon erste Schritte gehen, du wirst weitere Laute lernen, uns Zeichen geben, deinen Schlaf- Wachrhythmus mehrere Male völlig auf den Kopf stellen. Du wirst Einschlaf-, Still- und Ernährungsgewohnheiten ändern. In diesem ersten Jahr ist kaum etwas von Dauer. Und das macht es so wundervoll, auch wenn ich zeitweise das Gefühl habe nicht mithalten zu können mit diesem atemberaubendem Tempo.

Ich versuche es aufzusaugen. Jede Minute auszukosten. Trotz all dem ganzen anderen Kram nebenbei, den Blick für das Wesentliche nicht zu verlieren. Den Blick für dich und deine fünf Geschwister.
Ich liebe auch dich so sehr, ich bin über alles dankbar auch deine Mama sein & dich in dein Leben begleiten zu dürfen.

Sommerferien

Sonntag, September 21st, 2014

*Tom lernt Radfahren ♥
*Ben lernt Radfahren ♥
*Tom liest erste Worte, indem er die einzelnen Buchstaben verbindet ♥
*erste Taxifahrt zu Acht ♥
*erste Nacht im neuen Haus ♥
*Eis an der Strandpromenade ♥
*erster Ausflug nach Neustadt zu Acht ♥
*erster Zoobesuch zu Acht ♥
*Wellenreiten ♥
*unerschrocken Schwimmen in der kalten Ostsee ♥
*Spaziergang am Strand ♥
*Alleinsein ♥
*Erstes Mal Zahnarzt am Meer
*Zoe bekommt einen Roller
*Zoe fährt zum ersten Mal allein zur Strandpromenade ♥
*Noah fährt zum ersten Mal allein zur Strandpromenade ♥
*Zoe und Noah fahren das erste Mal zusammen zur Strandpromenade ♥
*Antons erstes Bad ♥
*Antons erste Bahnfahrt ♥
*Antons erstes Mal Meer ♥
*Antons erste Motorbootfahrt ♥
*Antons erste Bindehautentzündung
*erster gebrochener Knochen- es handelt sich um eine Nagelkranzfraktur vom Tochterkind
*erstes Mal Notaufnahme am Meer
*erstes Mal vier Wochen am Meer ♥
*erstes Mal treffen wir Frische Brise mit dem Adventsjungen ♥

Zahnlose Minka

Samstag, September 20th, 2014

Unglaublich aufgeregt war ich heute, als ich mit dem Bus zum Zahnarzt fuhr. Ich kann gar nicht sagen, wovor ich mehr Angst hatte, davor das nichts passieren, man mich vertrösten, nach Hause schicken und ich noch nervöser noch einmal wieder kommen würde müssen oder davor, dass man den Zahn tatsächlich zieht.
Eigentlich wollte ich mich um den Termin, den ich vor Wochen ausgemacht hatte drücken. Die letzten Tage der Elternzeit sind so voll gepackt, an Erholung ist kaum zu denken, auch wenn ich den Mann kaum eine Stunde missen mag (leider ist er Stunden wirklich mal weg oder ich), aber genau heute passte es zu gut. Anfang nächster Woche haben wir einen Geburtstag zu feiern, Ende der Woche andere Arzttermine und noch wichtiger ich treffe seit Ewigkeiten, mittlerweile Monaten drei Freundinnen wieder, die das erste Mal Anton sehen werden, da wollte ich keine Wundschmerzen haben. Das Wochenende darauf werde ich selbst Geburtstag haben und erst wieder danach hätte ich Zeit gehabt bis die Ferien wieder anfangen, mich um meine Zähne zu kümmern. Was ja eigentlich auch nur der Startschuss für weitere Termine sein würde. Also jetzt oder nie. Augen zu und durch, versuchte ich mir selbst zu sagen und da saß ich nun und schilderte meine kleine Odyssee auf die Frage: „Und der Zahn hat sich beruhigt?!“

Hatte er leider nicht. Noch im Frühwochenbett hatte meine Zahnärztin sich endlich selbst an den Zahn heran gewagt und beim Entleeren prompt einen Wurzelkanal übersehen, was mich nur wenige Tage später, somit nicht einmal zwei Wochen nach der Geburt an einem Wochenende zum zahnärztlichen Notdienst führte, der mir rückblickend ebenfalls nur temporär half, denn bereits in der ersten Urlaubswoche saß ich zitternd beim nächsten ortsansässigem Zahnarzt, der ein drittes Röntgenbild machen musste und mir im Anschluss hoffnungsvoll die Zähne abschliff, denn mittlerweile litt ich unter Schmerzen bei der Brücke, unter dem angegriffenen und verarzteten Zahn. Und die Alternative, er müsse im Ernstfall die Brücke aufbohren, klang wenig verführerisch. Der Zahnarzt schliff so lange, bis der Biss sich verändert hatte und sich doch tatsächlich die Schmerzen verabschiedet hatten. Davor dachte ich eine Zeit, ich hätte Hals-/Rachenschmerzen und würde krank werden.
Dieser Besuch hatte mich auf ein Problem aufmerksam gemacht, ich muss mir anscheinend nachts auf die Zähne beißen. Und wirklich, als ich darauf achtete bemerkte ich, dass ich nachts wach wurde, weil ich mir in die Backe biss oder die Zähne so sehr aufeinander presste, dass es weh tat. Je mehr Stress ich hatte, umso schlimmer wurde es. Das zeigte mir nun eigentlich erst auf, wie sehr mich vieles in den letzten Wochen mitgenommen hatte… Ganz und gar nicht schön…

Ich zitterte heute wieder, als die Ärztin mir ja eigentlich eine Freude machte, mein Körper signalisierte seit Wochen oder jetzt Monaten, dass er den Zahn nicht behalten würde wollen und dennoch ich hatte beinahe eine Panikattacke, als sie den Hebel in der Hand haltend bat meinen Mund weit auf zu machen und meinen Kopf zu ihr zu drehen. Ich bekam keine Luft, entschuldigte mich für meine Aufregung und erst als ich laut sagte: „Ich habe viele Kinder bekommen!“, um mir selbst gut zuzureden, konnte ich den Mund aufmachen. Ich hatte solche Angst vor den Schmerzen, aber das Ziehen war dann gar nicht so schlimm wie befürchtet.

Danach war mir flau. Ich mag gar nicht wissen wo mein Kreislauf war, ich hab kaum geblutet, vielleicht weil da kaum Blut pumpte, ich war wie benebelt, als ich nach Hause lief und hoffte da ohne Zwischenfälle gut anzukommen.

Kurz huschte der Gedanke „Aller Kummer vorher umsonst, die Ängste, all der Ärger, die Termine- ich hätte mir den Zahn ja noch schwanger ziehen lassen können und hätte wunderbar Ruhe im Wochenbett gehabt!“ durch den Kopf, aber ich wischte ihn weg, den Gedanken, denn er nutzte mir jetzt auch nichts mehr.
Ich dachte auch an all die Wut und Trauer, die in dem Zahn steckte, all das womit ich ihn verband. Die Wurzelspitzenresektion damals 2011 war, als die Spritze zu Hause aufhörte zu wirken, das Schlimmste an Schmerzen, dass ich je erlebt hatte und habe. Vielleicht lag es wirklich am seelisch wundfühlen, aber dieser Zahn, für mich war er immer _der_ Zahn- etwas was mich an die schlimmste Zeit meines Lebens erinnerte. Es konnte doch nichts Gutes sein, dass beide Ereignisse so miteinander verknüpft waren. Es ist bedeutsam, fast befreiend, dass er nun weg ist. Als sie mich fragte, ob ich ihn behalten wolle, sagt ich nur zu gern, nein. Ich werde auch wenn es verheilt ist und wir eine Lösung für die Lücke haben, diesen Zahn immer noch mit unserem verlorenen Kind verbinden. Beides auf ganz unterschiedliche Arzt und Weise schmerzhaft. Für immer Erinnerung.

Ich fühlte mich nach dem Ziehen des Zahns lädiert und verletzt, aber auch verbunden mit meinem Körper, denn mein Gefühl hatte mir eher als ich jeden Zahnarzt davon überzeugen konnte, gesagt dass es nun Zeit ist diesen Zahn loszulassen. Er war durch und durch entzündet und etwas so ungutes Gehen zu lassen, lässt einen wieder mehr atmen.
Der Zahn war porös, vielleicht hatte er einen Riss und die Wurzelfüllung war wie vom Bereitschaftsarzt geahnt über den Rand hinaus getreten, an der Stelle wo die Spitze abgeschnitten worden war und hatte noch einmal zusätzlich Schmerzen bereitet, kein Zahnarzt der Welt wäre da noch heran gekommen. Und für mich steht fest, so eine Wurzelspitze würde ich mir nicht noch einmal entfernen lassen, um zu versuchen einen Zahn zu retten. Es war nicht von Dauer.

Komisch wie man Erinnerungen mit dem Körper verbindet.

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Gestern noch wollte ich diesen Eintrag editieren und veröffentlichen, aber mir war nicht danach, in der Früh war ich noch einmal bei meiner Ärztin zur Wundkontrolle gewesen.
Heute Morgen hatte ich dann mehr Schmerzen, als ich gewollt hatte. Mein Gefühl sagte mir, dass da etwas nicht stimme. Ich erinnerte mich an den Wattebausch, den sie in die Lücke eingelegt hatte mit den Worten, der würde sich von allein auflösen. Kurz waren auf dem Zahnarztstuhl meine Gedanken zu einer Erinnerung geflogen, aber ich war guter Dinge gewesen und dachte, dass würde schon alles gut werden. Jetzt nach dem Aufstehen wollte ich dann nur noch dieses Stück Watte heraus bekommen, schaffte es allein aber nicht. Der nächste zahnärztliche Notdienst war für mich unerreichbar, aber ich hatte großes Glück eine liebste Freundin und ihr Freund waren so toll mich samt Anton eben rüber zu fahren. Dort wurde ich wieder super freundlich, einfühlsam und kompetent behandelt. Auch wurde leider ein viertes Röntgenbild seit Antons Geburt gemacht, aber es ist soweit alles in Ordnung. Die Ärztin dort bestätigte mich in meinem Gefühl, dass der Körper die Watte „angegriffen“ und sie sich vermutlich nicht von allein aufgelöst hätte, wie damals die Nähte, die sich hätten auflösen sollen, aber nicht getan hatten, im Gegenteil es hatten sich richtige Geschwülste darum gebildet, was mir ein Op eingebracht hatte- sie entfernte das Stückchen Watte, tupfte, spülte und brachte noch ein Medikament in die Wunde ein. Außerdem gab es ein Rezept, denn sehr wahrscheinlich ist der Kiefer betroffen, die Entzündung im Knochen und braucht Zeit und Fürsorge. Ich darf selbst entscheiden, ob ich die Antibiotika nehmen möchte oder Montag noch einmal zu meiner Ärztin gehen möchte, damit an Ort und Stelle noch einmal das Medikament wirken kann. Da sind wir jetzt. Die Schmerzen sind weg und ich bin ganz vorsichtig, höre in mich hinein, hoffe nur, dass nun an dieser Stelle das Schlimmste geschafft wäre. Nächste Haltestelle ist dann Weisheitszahn und der von Karies betroffene Zahn davor. Auf geht’s…

„Sie dürfen nicht immer alles aufschieben, Frau Kassiopeia!“, Zitat der Woche.

Einschulung

Mittwoch, September 17th, 2014

Erst war es so weit weg und dann plötzlich ging es doch schnell, die Wochen flogen dahin und plötzlich saßen wir im Zug zurück nach Hause, um am nächsten Tag Toms Einschulung zu feiern.
Am Vorabend hektisches Treiben, auszupackende Taschen, meine angereisten Eltern, Vorbereitungen für das Fest, dann nur wenige Stunden Schlaf, hastiges Zurechtmachen und schon saß ich mit einem Flattern im Bauch im Auto. Die Feierlichkeit war schön, aber auch so zügig vorbei. Ich betrachte unser neues Schulkind und das vorherige, schaute immer wieder nach den anderen zwei kleinen Kindern, die um uns herum wuselten und nahm schließlich noch Anton auf den Arm. Es war so unwirklich und schön zugleich. Tom war nun doch aufgeregt. Anders als früher kamen mir die neuen Erstklässler noch so klein vor, guckten aufgeregt, hier und da noch verloren und unsicher, gespannt auf das Neue und vorfreudig zwischen all den älteren Schülern. Bei der ersten Einschulung war das anders, das Tochterkind wirkte riesig, unverschämt gewachsen schien sie. Ältere Geschwister rücken oft vieles in ein anderes Licht.
Es war ein wunderbares Gefühl am Abend drei Sporttaschen (umsonst :) ) zu packen, drei Schultaschen hier unten stehen zu haben, heute Mittag drei Kinder aus der Schule kommen zu sehen…

Schulkind

Meinen besonderen Moment hatte ich gestern am Morgen, als durch Zufall nur die drei Großen, die Treppe herunter kamen. Zoe und Noah beide in gedeckten Farben, herbstlich in Rot- und Brauntönen, Tom im mintfarbenen Hemd hob sich ab. Alle drei zusammen sahen so schön aus. Ich versuchte Fotos zu machen und dann tauchte da ein anderes Bild auf. Damals 2008, als Tom winzig klein auf einer gelben Decke lag umzingelt von seinen Geschwistern, die mir damals riesig erschienen im Vergleich zu ihm. Heute auf den selben Fotos wirken sie auf mich so klein, unbekümmert, aber auch verletzlich.
So viel Zeit ist seitdem vergangen und gestern beim Versuch diese drei Wusel noch einmal zusammen zu fotografieren, da war mir ganz warm ums Herz, auch wenn es kitschig klingen mag.

Urlaub in Instagram 2014

Mittwoch, September 17th, 2014

Zahlenspiel

Montag, September 1st, 2014

Mit noch 18 lernte ich Nils kennen.
Mit gerade 19 zog ich zu ihm nach/ bei München.
Mit 20 habe ich ihn geheiratet.
Mit gerade frisch 21 wurde ich zum ersten Mal Mutter.
Mit 22 das zweite Mal.
Mit 24 das dritte Mal.
Und noch bevor ich 26 wurde, das vierte Mal.
Im Alter von 27 hatte ich drei Fehlgeburten in nicht mal einem Jahr.
Ich durfte zum fünften Mal Mutter werden mit noch 28.
Zum sechsten Mal mit 30.
Mit Nils zusammen bin ich seit 12 Jahren und verheiratet seit 10 1/2.
Ich habe mit ihm 1 Tochter und 5 Söhne.

3 Kinder habe ich „übertragen“, 3 kamen vor dem errechneten Termin.
2 Mal hat man versucht einzuleiten, 1 Mal hat es wunderbar geklappt.
Von 6 Geburten hatte ich genau 1 Mal einen Blasensprung, alle 6 Geburten waren spontan.
Meine Kinder waren von 53 bis 56cm lang und von 3820 bis 4770Gramm schwer.
Ich war in meinem Leben bisher 9 Mal schwanger, geschätzt etwa (!) 60 Monate. Das entspricht 5 Jahren meines Lebens. 1 Mal davon zeitgleich mit meiner Schwester.

Ich fing an zu bloggen, als ich mit Noah schwanger war, also mit 22, in diesem Herbst schreibe ich also schon 9 Jahre auf diesem Blog, unter dieser Domain, mit diesem Pseudonym.

Unsere Kinder kommen in zwei Wochen in die vierte, dritte und erste Klasse. Ben gehts ins dritte und hoffentlich nicht letzte Kindergartenjahr und somit gehen wir ins achte Jahr hintereinander ohne Unterbrechung in diesen Kindergarten. Wir haben davon die ersten zwei Jahre nur ein Kind gebracht, dann fünf Jahre zwei Kinder zur gleichen Zeit und nun das erste Mal wieder nur ein Kind.

Ich hatte zu Hause immer alle Kinder bis zum Kindergartenstart mit rundum drei Jahren. Das heisst seitdem Zoe nicht ganz eineinhalb war, hatte ich immer parallel zwei Kinder zeitgleich im Haus bis zu Emils Geburt. (Dann zeitweise und ein halbes Jahr vormittags drei Kinder gleichzeitig durch die Tagesmuttertätigkeit.)

Da die Kinder mit einem Altersabstand von 17, 23, 18, 33, 25 Monaten geboren wurden. Das bedeutet, ich hatte vier Kinder in nicht ganz fünf Jahren geboren.

Ich habe drei Kindern die Flasche gegeben, drei gestillt- 14 und 18 Monate.
Ich habe darauf bestanden die drei ersten Kinder früh in ihren eigenen Betten (ein)schlafen zu lassen und die letzten drei lieber länger bei uns.

Ben schlief daher die letzten Jahre nur neben mir ein, bis ich schwanger mit Anton wurde. Ben und Emil schliefen und schlafen abends nur unter dem Geschuckel des Kinderwagens ein, davor beim Stillen.

Jetzt fällt mir nichts mehr ein. :)

Doch! Die beiden Großen teilen sich die gleichen Zahlen zu ihrem Geburtstag. Nur anders gewürfelt.
Das dritte Kind kam am 03.03. zur Welt, das Vierte um 4.40Uhr.
Während das dritte Kind die selbe Zahl in Monat und Tag hat, hat das Vierte eine andere Zahl zwei Mal in Monat und Jahr.
Die Tochter wurde einen Monat und einen Tag nach mir geboren, das sechste Kind einen Monat und einen Tag nach dem Fünften.
Das erste Kind wurde in dem Jahr geboren als die Omas 40 und 50 wurden, das Sechste als beide 50 und 60 wurden und werden.
Das erste und das zweite Kind haben das gleiche Sternzeichen wie die Großeltern väterlicherseits und sind nur wenige Tage vor oder nach ihren Geburtstagen geboren, das vierte und das sechste haben die gleichen Sternzeichen wie die Großeltern mütterlicherseits.
Alle Kinder haben ein anderes Sternzeichen und einen anderen Geburtsmonat- bei acht Menschen in der Kernfamilie ein Kunststück! :)

Der Zauber des Moments

Montag, September 1st, 2014

Während ich Gemüse für eine Suppe klein schneide und zum Knollensellerie greife, beginne das Äussere wegzuschneiden, gehen meine Gedanken wie immer zu meiner Oma…

Vor drei Jahren war sie zu Besuch für die Einschulung des Tochterkindes. Es war ein Wunder, dass sie überhaupt da sein konnte, war sie dem Tod doch gerade entronnen. Im April erst, einen Tag vor Noahs Geburtstag, nur wenige Tage nach der Beerdigung unseres Kindes, war der Anruf gekommen. Sie lag seit Tagen auf der Intensivstation, war frisch operiert, es sah nicht gut aus, die Ärzte wollten keine Prognosen abgeben, denn man hatte einen grossen Tumor entfernt und sie war so schwach.
Zwei Tage später sass ich im Flugzeug nach Berlin mit zwei von vier Kindern, dank meiner Schwiegermama, die die Flüge blitzschnell gebucht hatte und einer Freundin, die nach dem Kindergarten die zwei Großen abholte und versorgte bis Nils von der Arbeit kam.
Diese Zeit werde ich nie vergessen. Es war eine komische Zwischenwelt. Ich war voller Trauer und nun Sorge zugleich. Trotzdem genoss ich auch diese Abende mit meiner Mutter…
Nun nur wenige Monate später, stand meine Oma lebendig neben mir und wir kochten gemeinsam Kartoffelsuppe.
Ein geschenktes Jahr.
Ich weiss noch wie sehr ich Sorge hatte, sie würde mich tadeln, weil ich (immer) zu viel wegschneide und wegwerfe, (Sie war gelernte Köchin.) aber das geschah nicht. Wir standen nur nebeneinander, unterhielten uns und schnitten Gemüse.
Es war so ein einfache Tätigkeit, in diesem einen ungeschmückten Moment, der dennoch wunderschön war. So besonders, dass ich mich heute noch gern und regelmäßig erinnere.

Bei meinem ersten Spaziergang am Strand, abends allein mit Anton weinte ich viel und führte ein Selbstgespräch wie immer.
Nils fragte mich zurück im Haus, ob ich darüber reden wolle, bisher hab ich es kaum geschafft. Ausser der Tatsache wie sehr es mich an mir ärgert, dass ich immer der Vergangenheit hinterher hänge und versuche diese Momente zu wiederholen, weil sie so schön waren, mir dabei aber oft das Neue verbaue oder aber die Zukunft herbei sehne, die dann noch schneller kommt, als mir lieb ist, denn mein größtes Problem ist es oft im Hier und Jetzt zu bleiben und den Moment zu geniessen.
(Nils meinte trocken dazu, ich wäre eben ein ganz normaler Mensch.)

Manchmal verliert man in der Hektik des Alltag, den Blick für den Zauber des Moments.

Für mehr Zauber, für mehr Moment…