Archive for Januar, 2015

Tschüss, Januar 2015!

Samstag, Januar 31st, 2015

Im Januar…

*hatten wir wieder ein schönes Neujahrsfrühstück mit meiner liebsten Schwiegermama und meiner liebsten Schwägerin.
*telefonierte ich mit meinen Eltern.
*war ich 7km schwimmen, zwei Mal war ich mit je einer Freundin gemeinsam im Wasser.
*suchten wir das Hallenbad mehrmals und in verschiedenen Konstellationen auf, ich mehrmals mit den beiden Großen, einmal alle zusammen, einmal alle Kinder mit mir und Schwiegermama, einmal nur der Papa mit dem Viert- und Fünftgeborenen und einmal nur die Eltern mit dem Baby,
*startete der Drittgeborene spontan einen Schwimmkurs mit seinem alten Kindergartenfreund.
*wanderten wir Erwachsene über eine Stunde abends im Dunkeln mit Anton umher, während die liebste Schwägerin die Kinder ins Bett brachte.
*war ich spontan mit vier von sechs Kindern beim Zahnarzt.
*war ich selbst nicht ein einziges Mal beim Zahnarzt.
*war die Erstgeborene mit ihrer Oma mehrmals beim Kieferorthopäden, einmal mit ihrem ältesten kleinen Bruder.
*waren die großen Jungs mit ihren Papa einmal beim Friseur.
*hospitierte ich im Kindergarten.
*waren die Großen bei der Schlittschuhlaufschule.
*beendete ich ein Buch, las eines durch und begann zwei Bücher.
*strickte ich ein paar wenige Reihen, aber immerhin.
*habe ich mit einer Freundin zusammen an einem Gold- Schmiedekurs teilgenommen, bei dem ich mit Silber gearbeitet habe.
*war ich mit den beiden großen Kindern in der Bücherei, um den Weg zu ebnen für ihre zukünftigen Zweigänge.
*waren wir im Deutschen Museum.
*war ich nachmittags mit einer Freundin im Kino und sah „Honig im Kopf“.
*war ich das erste Mal überhaupt (und das zwei Mal) bei einer Cranio Sacralen Therapie, die mir meine liebste Schwiegermama zu Weihnachten geschenkt hatte, zu der sie mich fuhr und währenddessen hütete sie die zwei Kleinsten…
*dabei sah ich das erste Mal den wunderschönen Ammersee im Vorbeifahren.
*litten wir alle unter einem fiesen und nervigen Schnupfen.
*war ich bei der vierten Schuleingangsuntersuchung und konnte damit…
*die erste Schulrückstellung an unserer Sprengelschule beantragen.
*meldeten wir trotzdem den Viertgeborenen in unserer privaten Wunschschule an, um zu gewährleisten, dass er bei Ablehnen des Antrags den besten Schulstart hat.
*schnupperte der Viertgeborene in der Wunschschule und fand es doof.
*bekam ich eine Email von einer Lehrerin.
*begannen wir den Kindern ein Taschengeld zu geben.
*waren zwei Kinder sogar zwei Mal im Indoorspielsplatz, einmal mit ihrer Tante und einmal mit einer Freundin von mir.
*waren zwei Kinder auf zwei verschiedenen Kinder- Geburtstagsfeiern eingeladen.
*wurde der Mann 32 Jahre alt.
*war ich beim Impfen mit den Sechstgeborenen…
*und bei einer U mit dem Viertgeborenen.
*war der Mann ohne Kinder, wenn mich nicht alles täuscht nur einmal abends weg.
*besuchte mich eine Freundin mit einem ihrer Kinder nachtmittags.
*besuchte ich eine Freundin mit sechs Kindern nachtmittags.
*war ich auf einer Geburtstagsfeier nur mit Anton am Abend.
*übernachteten vier von sechs Kindern bei ihren Großeltern.
*wurde Anton sechs Monate alt.
*besuchte ich spontan und unerwartet einen Orthopäden, lebe nun mit dem Verdacht auf eine rheumatische Erkrankung und sehr eingeschränkt, mehr als stark einge(h)schränkt möchte ich sagen, weil mir nebst dem linken Ohr, dem Fuß, dem Oberarm, erst das linke und dann das rechte Kniegelenk angeschwollen sind.
*sehe ich mich konfrontiert mit dem Gedanken ans Abstillen meines Kindes.
*versuchte ich das erste Mal Anton Brei einzuflößen.
*versuchte ich das erste Mal Anton eine Flasche mit Muttermilch einzuflößen.
*versuchte ich das erste Mal in meinem Leben einen Termin beim Rheumatologen zu bekommen.

Zu den letzten fünf Punkten möchte ich noch einmal gesondert schreiben, aber es gehört auch erstmal hier in meinen Monatsbericht. :)

Gebündelt

Montag, Januar 26th, 2015

Gestern bekam ich von einer Lehrkraft eine Mail, es würden kaum noch Hausaufgaben bei dieser ankommen und das Kind wäre auch im Unterricht eher abwesend, also wurden wir Eltern informiert und auch gefragt, ob es Probleme gäbe oder Gesprächsbedarf.
Mein großes Glück war, dass ich beim Ankommen der Email nicht im üblichen Wochenstress war. Anton schlief und im Haus war es still, denn alle anderen waren unterwegs, vor allem das Kind, um das es ging. So war ich allein mit meinen Gedanken.
Mir rauschte soviel durch den Kopf. Ich beantwortete erstmal die Nachricht der Lehrkraft und wartete auf die Rückkehr vom besten Ehemann. Mit dem teilte ich die Neuigkeiten und spürte Ärger in mir hoch kriechen. Ich war enttäuscht vom Kind, wegen dem Schwindeln, fragte mich wie schlimm es wohl schon wäre oder ob man uns zügig Bescheid gegeben hatte, obs wirklich erst jetzt so akut sei und war auch überfordert, weil ich mich an die letzten Grabenkämpfe um die Hausaufgabenkontrolle erinnerte mit demselben Kind.
Ich sendete einen Tweet ab, um das Ganze doch noch mit ein wenig Humor zu nehmen, denn zu oft kommen einem Dinge in dem Moment größer und unüberwindbarer vor, als sie in Wirklichkeit und mit ein bißchen Abstand tatsächlich sind.

Leider waren wir an diesem Punkt schon einmal. Als die Hausaufgabenzeiten immer kürzer wurden und ein Blick in die Schultasche all die Bündel offenbarte, mit Start- Daten von laaange her. Zusammen hatten wir uns damals alles zurück erobert, immer mehr Arbeit täglich bewältigt als andere Mitschüler, um wieder aufzuholen, auch in den Ferien, was gar nicht schön war. Vor allem nicht immer entspannt. Im letzten Gespräch mit der Lehrkraft hatte ich erwähnt, dass das Kind das Zepter über seine Hausaufgaben zurück haben möchte und das ich dem nachgeben, mir das anschauen werde. Vielleicht hätte ich klarer formulieren sollen, dass man mich sofort informieren sollte, wenn wieder Unregelmässigkeiten auftreten würden.

Ich räumte also gestern erstmal in der Abwesenheit des Kindes das Zimmer auf, um klare Linien zu schaffen, wenig was ablenkt. Das dauerte nicht lange, weil wir da eh regelmässig drauf schauen, dann nahm ich die Schultasche zur Hand, die aufgeräumt war. Ich nahm die Mappe in die Hände, auf der Suche nach den fehlenden Bündeln, die erwähnt worden waren. Und fand diese und ein paar andere Blätter mit Datum jenseits der Schmerzgrenze. Darunter ein Bündel von September, Arbeitsblätter mit Weihnachtsthema. Ich legte mir alles ordentlich auf den Schreibtisch, damit ich das Kind befragen konnte, weil ich natürlich keine Ahnung hatte, ob es das noch erledigen muss oder nicht. Dann fand ich eine kleine Mitteilung vom 19.01. mit der Bitte um Kenntnisnahme, es würden Hausaufgaben fehlen, die ich nicht sofort einer Lehrkraft zuordnen konnte. Alles auf dem Schreibtisch hatte nun seinen Platz, ich wartete quasi nur aufs Kind. Der Mann hatte in der Zwischenzeit Staub gewischt und nun ging ich schwimmen, weil grad ein gutes Zeitfenster dafür war.

Unterwegs dahin fragte ich mich, ob ich zu verständnisvoll gewesen war, wenn das Kind mich so vehement raus geschoben hatte, nein alles wäre in bester Ordnung, es hätte alles im Griff. Meist war das Kind richtig genervt und ärgerlich gewesen. Es hatte sich das erarbeitet, das Vertrauen. Hätte ich strenger sein sollen? Das ist so schwierig, die Balance zu halten dachte ich, wenn zwei andere Kinder solche Selbstläufer sind, die nur kommen, wenn sie wirklich Fragen haben. Beim Schwimmen traf ich eine liebe Freundin und wir tauschten uns kurz aus. Ich dachte jetzt mehr und mehr daran, wie ich das mit dem Kind nachher klären sollte…

Zu Hause zurück begann ich zu Kochen und dann kamen die drei Großen auch schon Heim von ihrem Ausflug mit ihrer lieben Tante. Ich war leider abgelenkt und bekam nicht mit, dass das Kind in seinem Zimmer verschwand. Als ich mich schnell meiner Aufgaben entledigt hatte, ging ich hoch, noch einmal atmete ich tief durch bevor ich die Tür hinter mir schloss. Dann der erste Ochnee- Moment: Alle Blätter, die ich fein säuberlich auf dem Schreibtisch aufgereiht hatte, waren wieder in den Schulranzen eingepackt worden. Atmen. Ein Griff in die Tasche und ohne allzu großen aufkeimenden Ärger, drapierte ich alles wieder hin. Mir half der Gedanke von Wagnerwahn, dass das Kind schon so genug gestraft wäre, weil es aufgeflogen sei, also hatte ich mich dazu entschlossen dem Kind mein Handy zu geben, die Mail lesen zu lassen. Das Kind sah etwas geschockt aus und guckte mich mit großen Kulleraugen an. Ich fragte, ob es etwas sagen wolle. Nein, wollte es nicht. In meinem Kopf drehte sich alles: „Was mach ich jetzt bloß? Was sag ich? Hilfe! Wo ist mein Souffleur?“ Also sagte ich ruhig, dass ich enttäuscht wäre, weil wir doch an dem Punkt schon einmal gewesen waren und fragte, was da los wäre? Jetzt kamen die Tränen: Es wäre alles zuviel und schrecklich kompliziert. Ich dachte mir nur, vermutlich hat das Kind sich da in eine doofe Geschichte manövriert aus der es selbst nicht mehr heraus kam ohne Hilfe, hatte versucht alles zu vertuschen, was nicht geglückt war.
Ich fragte, was es auf sich habe mit dem Satz der Lehrkraft, es wäre laut Aussage des Kindes zu Hause zu lärmend um Schularbeiten zu machen, obwohl wir nach dem Mittagessen eine Hausaufgabenzeit haben und das Kind ein Zimmer für sich allein dafür hat. Das Kind, muss man leider sagen, lässt sich doch oft gern ablenken, es störe wohl manchmal sogar die Toilettenspülung, dagegen gibt es testweise nun Kopfhörer, die es sich vorerst vom Bruder ausleiht.

Wir setzen uns also an die ganzen Papiere und es kristallisierte sich auch heraus, dass die Aufgaben ja auch doof wären so manchmal. Ich kann nur annehmen, dass das Kind angefangen haben wird doofe Aufgaben einfach nicht zu machen und schwupps, wuchs ein Berg. Ich machte dem Kind Mut und sagte, dass würden wir schon zusammen schaffen und konzentrierte mich auch allein auf den Schulkram, denn ich war auch enttäuscht, weil genau dieses Kind momentan immerzu seine Unabhängigkeit einfordert, hier und dort hin will, allein. Nein, wir blieben im Hier und Jetzt, ich stellte meine Fragen. Die Weihnachtsblätter sollten in den Ferien gemacht werden, was schwer war, weil das Kind krank war, nacharbeiten, war da nicht in den Sinn gekommen. So sortierten wir aus und leerten den Schreibtisch Schritt für Schritt. Ich erklärte, dass ich jetzt wieder hinterher wäre mit dem Kontrollieren und dass ich kein Gemotze darüber hören will, dass das nervt. Ich fragte von wem die Mitteilung an uns wäre und warum das Kind diese nicht gezeigt hatte, natürlich aus Angst vor Schimpfen. Ich sagte liebevoll: „Und hab ich jetzt geschimpft?!“ Das Kind schüttelte mit dem Kopf und umarmte mich erleichtert. Wir arbeiten ein paar Blätter ab und kamen doch zu einem guten Punkt für diesen ersten Tag. Nach den Arbeiten sprachen wir noch einmal über die kommende Zeit, das Aufholen und meine Präsenz, das Kind äußerte aber schon jetzt wieder den Wunsch, es später(!) doch noch einmal Probieren, die Hausaufgaben allein machen zu dürfen…

Im Endeffekt bin ich dankbar für den Zeitpunkt der Nachricht. Es war Wochenende, ich war entspannt, ich hatte Zeit weil das Kind nicht da war, weil mein Partner an meiner Seite war für ein Gespräch und konnte das alles in Ruhe angehen. Und das Kind wirkte auf mich eher erleichtert und froh, zum Einen weil es kein Geheimnis mehr zu wahren gab und dass jetzt jemand da wäre, der hilft das zu bewältigen, was liegen geblieben ist. Und mit einer Nacht drüber schlafen bin ich mir sicher, dass es richtig war dem Kind die Chance gegeben zu haben, es auch allein zu schaffen. Jetzt haben wir Beide was gelernt und die Einsicht ist nicht erzwungen oder von mir übergestülpt, sondern eine bloße Folge, eine natürliche Konsequenz… Nun bin ich gespannt wie das Aufholen sich die nächsten Wochen gestalten wird und ob das dauerhaft so problemlos klappt, dass die Mutter wieder nerven und die Schularbeiten kontrollieren wird…

Wie man Gerüchte in die Welt setzt…

Mittwoch, Januar 21st, 2015

Herzlich werden wir Vier beim Einsteigen begrüsst. Ich mag den Mann, er versprüht gute Laune und ist immer so freundlich; eine gute Seele. Als wir im Bus Platz genommen haben und los fahren, wundere ich mich über den schweigsamen Fahrer heute. Doch beim Aussteigen ist da wieder das liebe Lächeln: „Tschüss 7!“ Ich schaue irritiert, lächle dann und er korrigiert sich: „Ach ne! 6 oder?! 6 Kinder?!“ Mit breitem Grinsen, nicke ich „Ja. Genau. Noch sind es 6.“ Nun strahlt er mehr, als zuvor. „Noch 6, ja?!“ Ich nicke und freue mich über so einen netten Menschen unterwegs. „Ich habs gewusst!“ strahlt er jetzt. Kurz freue ich mich. Noch jemand der signalisiert, dass es etwas Schönes ist viele Kinder zu bekommen. „Ich habs doch gewusst!“ wiederholt er etwas lauter und glücklicher.
Die Türen gehen zu und ich bleibe verdutzt zurück, es rattert in meinem Hirn. „Noch“- das sagt man doch so. Oder? ODER? Mit „noch“ meinte ich doch nicht erneut schwanger zu sein und nur noch auf die Ankunft eines weiteren Babies zu warten. Aber da war dieser Blick. Oh oh.

Das wird die vermutlich längste Schwangerschaft der Welt ;)

Sich abgrenzen

Donnerstag, Januar 15th, 2015

In letzter Zeit komme ich häufiger an mein Limit, ein paar Tage war es ganz schlimm. Ich rudere, ich hadere, ich finde den Ausgang nicht aus diesem Gefühl von Enge und Druck. Egal wie sehr ich in solchen Momenten mit den Kindern zusammen pralle, am Ende des Tages lande ich bei mir. Wieso kann ich nicht mehr so entspannt auf dieses oder jenes reagieren, wenn ich das sonst sehr wohl kann?
Es ist schön Verständnis zu haben. Für das Kleinkind zum Beispiel. Mit der Jacke um das Kind herum zu tanzen, weil man weiß, dass man ihn zu nichts zwingen kann, weil man weiß dass die Schuhe, die man grenzüberschreitend angezogen hat, gleich wieder ausgezogen werden und man überhaupt nichts gewonnen hat. Empathie ist toll, eines der wichtigsten menschlichen Eigenschaften wohl, aber es kann auch zu viel sein. Wenn zwischen meinem gesäuselten Verständnis und Ruhe in einer nervigen Situation und einer kleinen mütterlichen Eruption nur Sekunden liegen, weil mal gut ist. Das sind Momente in denen man sich viel besser kennen sollte, sich und und seine Grenzen. Und diese ziehen sollte. Wie das mit dem Ankleiden in Einklang gebracht werden kann?- Keine Ahnung. Es ist wohl eines dieser Phasen, die wir Eltern uns mantramässig immer wieder ins Gedächtnis rufen, aber ich kann in einer anderen Situation sagen: „Jetzt nicht.“

Ich kann mir 30 Minuten Pause am Tag nehmen. Ich muss sogar. Und hoffe, dass das reicht. Manchmal wird es wohl nicht gehen. Aber einfach mal jetzt nicht ein „MAMA!?“. Mir fällt das schwer, weil ich gerne immer ein kompetenter Ansprechpartner sein möchte, aber es sind ein paar mehr Kinder, die mich ansprechen und ich muss lernen mich abzugrenzen. Ich werd das jetzt testen und hoffen, dass dann wieder mehr Luft ist, mehr Raum, mehr Durchschnaufen.

Farbtupfer

Donnerstag, Januar 15th, 2015

Weil das Blog zur Zeit aus Mangel an der selbigen sehr textlastig daher kommt, hab ich heute kurzentschlossen ein paar Fotos geschossen. :)

Und ich beschäftigte mich in den letzten Wochen vermehrt mit dem Gedanken an ein Special in diesem Jahr hier, weil es mein 10. Blogjahr ist und ich mein 9. Geburtstag Ende November mal einfach so verpasst hab.
Vielleicht kleine selbst gepackte Päckchen an treue Leser verlosen und verschicken oder Fragen beantworten, die diesen schon lange unter den Nägeln brennen?
Ich bin ganz ich selbst, sehr unentschlossen und befürchte am Ende passiert gar nix. :)

Allzeit bereit

Sonntag, Januar 11th, 2015

Ich kann nicht abschalten. Ob ich nur unfähig bin oder nicht kann, weil es schlichtweg nicht geht, liegt vermutlich im Auge des Betrachters.
Es gibt Menschen, die soviel arbeiten, dass sie an einem Abend mit Freunden vielleicht auf ihr Handy sehen und auf Nachrichten warten, das tue ich auch. Nur stoße ich damit vielleicht nicht auf so viel Verständnis. Wenn ich in gemütlicher Runde, nebenher Emails checke, beantworte und ein Geschenk für den nächsten Kindergeburtstag zu dem eines unserer Mäuse eingeladen ist bestelle. Oder im Laufen versuche einen Schwimmkurs für den Sohn zu organisieren. Vielleicht nicht gesund, nicht konzentriert eine Sache zu tun, aber oft nicht vermeidbar. Sei es weil nur so Gipfel von Bergen abgearbeitet werden können oder weil ich sowieso immerzu unterbrochen werde.
Vielleicht bin ich dann aber auch die Mutter, die nicht loslassen kann, nicht einen Abend entspannt irgendwo sitzen, immerzu mit einem Auge auf dem Handy, meine Familie immer dabei. Aber so läuft das. So macht der Mann das auch. Wir sind da und helfen einander. Erst kurz vor Weihnachten war ich mit dem Mann, der abends in München war in Kontakt, nicht umsonst, gegen Mitternacht spuckte Ben und ich brauchte schneller seine Hilfe, als mir lieb gewesen war.
Deswegen sind kleine Auszeiten umso wichtiger, einmal ins Schwimmbad und 45 Minuten im Wasser hoffen, dass niemand versucht hat mich anzurufen, dort nicht die Möglichkeit haben, sich währenddessen ablenken zu lassen von einer Email. So wie während man ein Buch liest von einen Tweet oder während man ein Frühstück in sich rein schaufelt, eine Einkaufsliste und einen Blogpost schreibt.
Ich bin die, die die Familie immer dabei hat. Ohne mich gehts nicht, so beängstigend das manchmal ist, weil es eine so große Verantwortung ist und so unverständlich für manch Andere, es ist auch so schön.

Unheldenhafter Alltag

Donnerstag, Januar 8th, 2015

Als ich heute morgen in der Küche stand und einen Tweet las, indem unter anderem ich gefragt wurde, „wie ich das mache“, musste ich lachen und das kam so…

Es ist eine unruhige Nacht. Anton will gefühlt stündlich stillen, aber ich sehe lieber nicht auf die Uhr, als er um 6Uhr wach ist, übergebe ich das Baby an den Vater. Ich brauche noch mehr Schlaf und wir haben da so ein stilles Abkommen, Nils hat nachts ja seine Ruhe und kümmert sich dann morgens um die Kinder, inklusive Wecken, Tisch decken, Brotzeit machen…
An diesem Morgen betritt also Zoe das Schlafzimmer mit Haarbürste und Haargummis gegen halbacht. Emil klettert mit ihrer Hilfe aus dem Bett und stromert durchs Haus. Während ich ihr die Haare flechte, fragt sie mich wie sich Liebe anfühlen würde. Nils kommt mit Anton, übergibt ihn an mich, putzt sich seine eigenen Zähne, dann noch Toms und Bens. Anton schläft beim Stillen in unserem Bett wie erwartet ein und so helfe ich noch kurz, während die Kinder schon mal loslaufen, hole Toms Sporttasche noch einmal hoch, die der Mann einfach runter getragen hatte, stopfe die Skihose rein, renne ein zweites Mal runter und hole zwei Mützen hoch, denn wir beiden haben gesehen, dass er ohne draußen rumläuft, ungewiss ob er eine in der Tasche hat, sicher ist sicher, denn heute geht er Schlittschuhlaufen. Der beste Vater schnappt sich noch seinen Fahrradhelm und weg ist er den Kindern hinterher.
Als der Großteil der Familie das Haus verlassen hat, stelle ich Emil ganz faul eine Schale Kornflakes hin. Viel Zeit werde ich nicht ohne Anton haben, ich würde gern duschen, aber Emil allein hier sitzen lassen, fällt auch aus. Der Kindervater hatte einen Korb Handtücher auf dem Küchentisch abgestellt, also wische ich eine Hälfte des Frühstückstisch ab und fange an die Handtücher zu falten, nach Etagen wie immer. Emil grinst mich frech und niedlich von der Seite an. Ich koche nebenher Wasser und mache mir einen Tee, bringe die Handtücher hoch und hole letzte dreckige runter, flitze in den Keller und schalte eine Maschine Handtücher an, der Trockner läuft schon dank dem Mann und überfliege den Stand der Dinge, jetzt Handtücher, nachher dunkle Wäsche, morgen hell oder weiß, etwas Wolle. Beim Einfüllen des Waschpulvers fällt mir auf, was wir noch alles neu brauchen, versuche es mir zu merken für den abendlichen Einkaufszettel an den Mann. Ich fülle einen halben Korb mit Wäsche in einen anderen, der jetzt etwas sehr voll ist und bringe ihn hoch. Ich weiß, wenn ich jetzt diese Wäsche falte und nachher noch einen Korb, habe ich morgen an dem langen Tag nur einen zu bewältigen.
Emil ist anscheinend satt und derweil aufgestanden, wir gehen Hände waschen und Zähne putzen, ich wickle ihn und ziehe ihn an.
Als ich runter zurück in die Küche gehe, stehe ich immer noch in Unterhose in der Küche, esse ein schnelles Müsli und eine Banane, während ich auf mein Smartphone ein paar Tweets nachlese, stürze nebenher eine halbe Flasche Wasser runter, damit ich meinen Liter am Vormittag schaffe, da höre ich oben schon Anton. Ich muss weiter essen, ohne satte Mutter kein sattes Kind. Ich bitte Emil schon einmal hoch zu gehen, wie schon öfter, doch dieses Mal geht er wirklich hoch. Mit der Nerf seines Bruders, die Batterien brauchen: Einkaufszettel!
Esse etwas ruhiger auf und nehme meine Tasse Tee mit nach oben. Finde Emil neben Anton, der seinen Bruder anschmachtet. Perfekt. Gehe zur Toilette und mache mir Notizen, auch endlich eine Datei auf dem Handy auf, und ergänze nicht mehr in Gedanken meinen Einkaufszettel mit Wattepads und Q-Tipps, was mir beim Gesichtwaschen auffällt. Ich mache mir weiter Notizen zum Vormittag, statt zu duschen, jetzt fängt Anton an zu motzen, erstmal nur ein wenig. Trotzdem frage ich mich was besser ist ihn da lassen und schnell duschen oder ihn herholen. Hole ihn, damit ist mir wohler, aber da weint er auf der Decke. Da hilft nur der Föhn, schalte ihn kurz an, Anton sieht nicht groß glücklicher aus als zuvor, der Schlaf reichte nicht, viel Zeit hab ich nicht. Hüpfe unter die Dusche und rufe nach Emil, der auch jetzt wieder überraschend kommt. Es ist 9Uhr. Ich habe nur noch zwei Stunden und ich muss noch kochen.
Nach dem Duschen mache ich für Anton den Föhn an, putze meine Zähne gleichzeitig und versuche möglichst viel zu schaffen. Komme genau bis zum Abdeckstift und Puder. Der Rest liegt brach. Nehme Anton auf den Arm, als er spuckt, nehme also ein Tuch um ihn und mich etwas trocken zu tupfen und denke, wickeln wäre mal ne gute Idee. Beim Hände waschen im Anschluss, geh ich kurz übers Klo, also wieder Hände waschen, total klug.
Es geht wieder hoch, immer noch mit Anton auf den Arm und hole Klamotten aus meinem Schrank. Lege alles hin. Schlüpfe nur schnell in ein Top, um wenigstens neben einer Unterhose das Nötigste an zu haben, kicke mit dem Fuss die alten Klamotten eine Etage tiefer durch die Treppe. Als ich ins Bad gehe, kotzt Anton erneut, nichts zum aufwischen mehr da, wie klug schon alle Sachen runter befördert zu haben, nehme das frische Handtuch und wische ihn und mich ab, wische den Boden und kicke auch das Handtuch runter. Nun darf aber nichts mehr passieren, habe ja nichts mehr zum Aufwischen denke ich. Da sehe ich das offene Deo, das ich vorhin benutzen wollte, hab ich ganz vergessen, ach ja, da war ich vorhin stehen geblieben und genau mein Duft! Ich föhne einarmig meine Haare trocken, zumindest etwas. Versuche Anton noch mal abzulegen und ich habe Glück, er hat kurz Interesse am schwarzen Föhnkabel. Ich schminke mich zu Ende, wenigstens das Nötigste, juhu und bemerke ich bräuchte mal wieder eine Wimpernzange!
Anton weint, nehme ihn wieder sofort auf den Arm, finde er ist ganz schön nass, also runter und umziehen. Räume vorher das Bad noch etwas auf, so weit das geht mit Baby, hole meine Klamotten vom Bett und gehe vorsichtig die Treppe runter. Als er beim Umziehen immer noch weint, weiß ich kochen brauch ich gerade gar nicht versuchen, also auf das Sofa und stillen (und weiter Notizen machen, sonst ist alles weg). Es ist kurz vor 10Uhr. Ticktack.
Beim stillen schläft er ein, das Nickerchen morgens hat nicht viel gebracht. Versuche ihn vorsichtig abzulegen, doch natürlich wacht er auf und schaut mich aus müden Augen an. Es ist schon 10 nach 10 und ich hab nur noch bis 11Uhr Zeit. Dann muss ich mit anziehen von uns Dreien beginnen. Setze Anton in den Stokke Stuhl und fange an zu schälen, so schnell es geht, denn wer weiss wie lange Anton mich lässt. In dem Moment, als die Zwiebeln im Topf landen und schwitzen, bekomme ich eine Nachricht vom Mann, er bräuchte die Kopie einer Rechnung, also renne ich runter in den Keller und suche nach dem Original. Auf einmal weint Emil aus unbekannten Gründen, also tröste ich ihn und schaue dann, ob das beim Mann so passt. Als ich endlich wieder zum Schäler greife, hat Emil Hunger und wühlt im Kühlschrank. Ich gebe ihm was er will, eine Wiener, die nachher zur Suppe gegessen werden soll. Ich schaffe es tatsächlich, alles zu schälen. Das ist immer eine ganze Menge, denn ich koche nicht für vier eine Kartoffelsuppe, sondern für sieben Menschen. Das alles gelingt nur, indem ich Anton immer wieder einen Kochlöffel und Messbecher reiche, die er noch immerzu fallen lässt.
Also die Suppe köcheln kann, hab ich sogar noch zehn Minuten, also renne ich runter, hole den zweiten Korb Wäsche zum Falten hoch und aus dem Trockner, den ersten hab ich nicht mal berührt, seitdem ich ihn hoch getragen hatte, schmeiße die Handtücher von der Waschmaschine in den Trockner und dunkle Wäsche in die Waschmaschine, schalte beide Maschinen ein und gehe wieder hoch…
Ganz knapp das Wichtigste geschafft, ich bin geduscht, alle Anwesenden sind satt und Mittagessen ist so gut wie fertig, wir probieren das jetzt mit dem entspannten Anziehen und fahren in den Kindergarten… Das tägliche große Einsammeln darf beginnen.

Ich lachte also am Morgen, als ich in der Küche stand, um das oben aufzugreifen, weil ich effektiv nicht viel geschafft habe und wäre ich supermuttilike früher aufgestanden, hätte ich keine wertvolle Zeit mit meiner täglichen Pflege verschwendet. Da mir persönlich mein Schlaf aber viel wichtiger ist und es auch so irgendwie geht, lachte ich. Und so bewundernswert ist es ja nun nicht, morgens in Unterwäsche in der Küche mal eben so zwischen Tür und Angel ein Müsli im Stehen essen zu müssen. :)

Vorsätze für das Jahr

Montag, Januar 5th, 2015

*Bewältigungsstrategien für stressige Situationen finden, in denen ich mich einfach nur komplett überfordert fühle und Familienmitglieder anraunze, hektisch umher laufe, ganz gleich und unabhängig davon, ob ich mein Ziel erreiche oder nicht.

*Entschleunigung, wie jedes Jahr, weil leider wirklich viele Termine ohne mein Zutun auf dem selben Tag landen und oder aber zu wichtig sind, um sie nicht wahr zu nehmen, emotional wie anders geartet und daher ein Auge auf die Termine ruhen sollte, die man tatsächlich umlenken kann und dieses Umlenken, dann auch in Gang setzen.

*Verlässlichkeit, immer noch schaffe ich es regelmässig Dinge vor mir herzuschieben, zum Beispiel das Beantworten mir wichtiger Emails, winke an dieser Stelle mal feierlich zu allen die warten, aber auch weil ich überfordert bin von der Menge und der Verschiedenartigkeit meiner Aufgabenlisten.

*Psychohygiene, mehr loslassen, zulassen dass alle auch ohne mich auskommen und die Türe hinter mir allein schließen, um aufzutanken und um wieder bewusster und mit mehr Herz, weil es da ist wo es hingehört, da sein zu können.

*Fehler zulassen, einfach mal entspannt unperfekt sein.