Archive for Dezember, 2015

Mein 2015

Donnerstag, Dezember 31st, 2015

Das Jahr begann leider entgegen aller Hoffnung doch so, wie ich es mir nicht gewünscht hatte. Alle Hoffnungen das Gesundheitstief möge im letzten Jahr bleiben und nicht einfach mitkommen, zerschlugen sich sehr schnell und somit ging es mir eigentlich nur immer mieser. Zu dem Gefühl, das etwas nicht stimmen, mein Körper auseinanderfallen könnte, gesellte sich ein emotionaler Balast, der sich in überirdischer Wut äusserte. Denn je länger und mysteriöser alles wurde, desto lauter wurden die Stimmen, die mir anders Last machten: „Bestimmt ist es psychisch!“ Somit verfiel ich noch mehr in einen Druck auf mich zu achten, zu gucken, dass ich Nischen für mich fand und wurde nur noch frustrierter, als das alles nichts half. Ich schlug verbal oft um mich und verlor mich mehr und mehr und jeden guten Bezug zu meinem Körper bis zu dem Tag an dem alles sich so zuspitzte, der Morgen an dem ich schon einen Termin beim Orthopäden hatte und mein Knie zuschwoll. Es ging dann eigentlich alles sehr schnell, man punktierte das Knie, drohte mir mit Abstillen müssen und es flogen Wörter umher wie Gicht und Rheuma, alles nur Verdachte und in meinem Kopf klingelte alles nur und ich stand da und wusste nicht wohin mit mir und meinen Wünschen, meiner Zukunft… Ich wollte doch noch Kinder, Stillen, Tragen, Trageberaterin werden und überhaupt, könnte ich so weiter leben wie bisher? So viele Unbekannte! Und dann kam es noch schlimmer, auch wenn ich das nicht gedacht hätte, ich konnte gar nicht mehr gehen, denn das andere Knie schwoll auch zu. Ich hatte eine solche (Todes-) Angst, wusste nicht ob ich je wieder laufen würde können und wie würde es nun weiter gehen?! Der Mann stand hilflos neben mir und musste auch irgendwie alles organisieren, seinem Arbeitgeber irgendwas mitteilen. Ich hatte ein solches Glück, dass ich nach vielen Telefonaten wirklich nur durch Zufall und nur wenige Tage später einen Termin bei einer guten Rheumatologin in München bekam und da wurde ich auch endlich behandelt, beide Knie wurden punktiert und mit Korstison gespritzt und ganz, ganz langsam kam mit den Wochen meine Bewegungsfreiheit zurück und es gab eine Diagnose. Ich wusste nun, dass ich abstillen müsste und auch da gab es Kämpfe und Diskussionen von beiden Seite, gutgemeinte Tipps, ich solle mich nicht so unterbuttern lassen und andere die knallhart sagten, dass müsste ich mal lieber ganz schnell hinbekommen. Es war eine ganz schlimme Zeit, ich wollte Anton (und mir auch) seine Zeit lassen und irgendwie auch mein Leben leben können, für meine Familie sorgen können. Zudem gab es auch hier viele Experten, die mir von ihren Erfahrungen erzählten, sowas hätten sie auch schon mal gehabt, aber das wäre wieder weg gegangen, aber meine Arthritis ging nicht weg und ist auch nicht so leicht, wie sie sein könnte, meine Ärztin schaute mich auch eindringlich an wegen der Wahl der Medikamente und meinem Kinderwunsch. Im Ostsee- Urlaub im April entschied ich mich, mir eine Therapeutin zu suchen, Angst war in meinem Leben nach dem Jahr der Fehlgeburten schon ein großes Thema gewesen und auch in den darauf beiden folgenden Schwangerschaften, aber nun hatte es dank der Monate Unruhe und nicht wissen, was mit mir passiert seinen Höhepunkt erreicht. Auch hier hatte ich Glück und fand super schnell Hilfe. Ich machte meine Ausbildung als Trageberaterin an einem Wochenende in München, was mir ganz viel bedeutete und wo ich auch für mich sehr viel mit nehmen konnte. Da mein Auge begonnen hatte zu zucken und das über Wochen nicht besser wurde mit anderen Empfindungsstörungen wurde mir ein MRT von meinem Kopf empfohlen, als das aber hinter mir lag konnte ich mich entspannen. Es zumindest versuchen. Ich hatte mit der sanfteren Medikamenten- Therapie für meine Arthritis begonnen und fieberte deren Wirkung entgegen, wobei ich auch Angst hatte vor den Nebenwirkungen, nach wie vor wird mein Blut streng und regelmässig kontrolliert. Durch das Kortison und das langsame Abstillen, das ich wirklich abgetrauert hatte, weil ich nicht wusste ob ich jemals wieder stillen würde können, hatte sich ein Zyklus in mein Leben gesellt und so kam es, dass ich dann auch wirklich Anfang der Sommerferien zum zehnten Mal in meinem Leben schwanger wurde, als Glücksbringer immer den Stein aus dem Osterurlaub dabei, in dem es aussieht, als befände sich ein kleiner Embryo. Ich erzählte das erste Mal in meinem Leben nicht mal dem Mann von meinem Verdacht und diesem Hauch von Linie auf dem Test, es war mein Geheimnis, wenn auch nur wenige Tage. Ich trug die kleine Seele mit mir herum, tat alles, was in meiner Macht stand und verliebte mich mehr und mehr und versuchte so viele erste Mal und Erinnerungen mit diesem Kind zu schaffen, wie es nur ging. Aber je mehr Zeit verging, desto mehr Liebe wuchs und damit die Hoffnung, es würde für immer bleiben… Wir fuhren in den vierwöchigen Sommerurlaub und entspannten, immer wieder war ich in den Gedanken bei diesem Kind, dass sie ersten zwölf Wochen schaffen sollte, musste…
Irgendwie haben wir das geschafft, ich weiß gar nicht wie, die Wochen flogen im zweiten Halbjahr so vorbei, gepickt mit vielen verschiedenen Arztterminen und Sorgen, die mehr in meinem Kopf waren. Wir genossen den Herbst, schufen schöne Erinnerungen mit den Kindern als Familie, feierten weitere Geburtstage und dann ging es schon mit großen Schritten dem Jahresende zu. Der Mann wechselte seine Arbeitsstelle und ist dadurch im Augenblick präsenter daheim, was die Vorbereitungen oft entspannter wirken ließen und am Ende des Jahres fand ich auch in der Twilight- Saga meine Zuflucht. Man könnte mich mit viel gutem Willen als leidenschaftliche Frau bezeichnen, sonst eher als obsessiv, denn statt einem Weihnachtsfilm nach dem anderen zu gucken und sich in der Stimmung versuchen zu finden, blieb ich irgendwie da hängen… Ich hoffe meine Familie litt nicht allzu sehr darunter :)
Mein Rheuma hat sich soweit stabilisiert, das liegt sicherlich an den Tabletten und an den Schwangerschaftshormonen, ich weiß nicht, was mich im nächsten Jahr erwartet, ich kann es nur auf mich zukommen lassen und hoffen. Ich weiß nicht wie es mir gehen wird, nach der Geburt, ob ich Stillen werde können oder gar nicht, wie es sein wird, ob ein schlimmer Schub kommt oder nicht… Ich wünsche mir für mich, mich mehr abgrenzen zu können, mehr für mich einzustehen und klar meine Meinung zu sagen und Dingen ihre Dramatik nehmen zu können, das wären meine Wünsche für das kommende Jahr und natürlich einen super Start für unser 7. Kind und das Leben zu Neunt! Das Jahr war trotz allem irgendwie ausgeglichen. Hätte ich nicht abgestillt, was mir das Herz aus der Brust gerissen hatte, weil es mir soviel gab, wenigstens die Hälfte der Kinder gestillt zu haben, wäre ich nie im Leben so schnell wieder schwanger geworden und obwohl es mir seelisch nicht prima geht, bin ich froh einen Weg in die richtige Richtung gemacht zu haben…

Mein Jahr in Büchern…

Mittwoch, Dezember 30th, 2015

1.) „Die Liebe in Grenzen“ von Veronika Peters
2.) „Welt in Flammen“ von Benjamin Monferat
3.) „Der Schwimmer“ von Joakim Zander
„Die See“ von John Banville, abgebrochen
4.) „Titos Brille: Die Geschichte meiner strapaziösen Familie“ von Adriana Altaras
5.) „Bis die Ärztin kommt“ von Josephine Chaos
6.) „Der Zug der Waisen“ von Christina Baker Kline
7.) „Erzähl es niemanden“ von Lillian Crott Berthung und Randi Crott
8.) „Ein ganz besonderes Jahr“ von Thomas Montasser
9.) „Call the Midwife- Ruf des Lebens“ von Jennifer Worth
10.) „Ein Morgen auf Meer“ von Nancy Thayer
11.) „Das Glück am Rande des Wassers“ von Nancy Thayer
12.) „Glückskind“ von Steven Uhly
13.) „Im Auge des Leuchtturms“ von Antonia Michaelis
14.) „Lasse“ von Verena Friederike Hasel
15.) „Willkommen am Meer“ von Kai-Eric Fitzner
16.) „Ein bitterkalter Nachmittag“ von Gerard Donovan
17.) 2x „Bis(s) zum Morgengrauen“ von Stephenie Meyer
18.) „Bis(s) zum Mittagsstunde“ von Stephenie Meyer
19.) „Bis(s) zum Abendrot“ von Stephenie Meyer
20.) „Bis(s) zum Ende der Nacht“ von Stephenie Meyer
21.) „Bella und Edward: Edward – Auf den ersten Blick“ von Stephenie Meyer
22.) „Bella und Edward: Die Welt von Bella und Edward: Das Biss-Handbuch“ von Stephenie Meyer
23.) „Bis(s) in alle Ewigkeit“ von Stephenie Meyer

Hinzu kämen unzählige Leseproben, um heraus zu finden welches Buch gerade für den Augenblick das Richtige ist. Außerdem las ich meinen großen Kindern „Die Wanze“ und „Heiße Spur in Dixies Bar: Ein neuer Fall für die Wanze“ von Paul Shipton vor und begann mit ihnen „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende, zudem las ich ihnen mehrere Bilderbücher vor, selbst ein paar Sachbücher, Artikel und Comics… Ich habe vielleicht 8-10 Bücher in den Händen gehalten, die anderen waren E-Books, weil es praktischer war. Ich habe exakt ein Buch zwei Mal gelesen und weiß gar nicht, ob das schon der Moment ist hier weit auszuholen, warum ausgerechnet das… Fest steht es gab einige bedeutsame Bücher. „Welt in Flammen“ war episch, daran musste ich erst denken, als mein Schwiegervater es zu Weihnachten geschenkt bekam, „Titos Brille“ war bewegend und witzig, „Der Zug der Waisen“ eine Leihgabe von meiner Schwiegermutter riss mich auch mit, ebenso der folgende Roman „Erzähl es niemanden“, den ich nur las, weil mich das Cover und Titel so gelockt hatten, die ich in einem ICE entdeckt hatte… „Glückskind“ entdeckte ich am Strand ebenso wie „Im Auge des Leuchtturms“ beide könnten nicht verschiedener sein und sind besonders. Letzteres ist einfach so schrecklich gut geschrieben, dass man wissen muss wie es ausgeht und zumindest mir ging es so, ich wollte es hinter mich bringen und mein Herz wieder langsamer schlagen lassen :) „Lasse“ ließ mich ewig nicht los, tauchte immer wieder in Gedanken auf wie die Autorin des Buchs :) Und zu guter Letzte nun die Bis(s) Reihe um die ich Jahre einen weiten Bogen geschlagen hatte. Ich bin ja entweder ein Entdecker oder aber ich meide solche Kassenschlager, der berühmte Siedler von Catan- Effekt, ich kann dann nicht und so packte mich die Reihe erst zehn Jahre nach Erscheinen des ersten Romans. Und es schüttelte mich durch. Die letzten 6 Wochen dieses Jahres hat es mich sehr vereinnahmt und das hat verschiedene Gründe. Es erinnert mich sehr an mich früher, an eine Zeit in der es den Mann an meiner Seite noch nicht gab und auch als es ihn zaghaft gab. Es gab Zeiten in meinem Leben, in denen ich nicht, niemals gedacht hätte einmal hier so zu sitzen… Heute morgen dachte ich erst an die Zeilen, die ich vor einer Weile schrieb, wie das alles hier mit uns begann und ob ich die nicht nochmal zur Hand nehmen, durchgehen und veröffentlichen sollte… So drücke ich mich weiter kryptisch aus, das muss reichen, mein Innerstes bleibt mir :)
Fürs nächste Jahr liegen weitere Bücher entweder schon hier oder in meiner Leseprobe, wenn ich mich von dieser Reihe hier verabschieden und loslassen kann… Es hätten mehr Bücher sein dürfen, aber ich bin zufrieden :)

Meilensteine

Mittwoch, Dezember 16th, 2015

Am Montag rutschte ich in die 24. Woche und die Erleichterung, die ich dabei empfand war so groß, so ein berauschendes Glücksgefühl! Ich war angespannt, gerade in den vergangenen beiden Wochen, alles wirkte auf mich noch so zerbrechlich, so überaus fragil, nur einem Atemzug entfernt davon alles zu verlieren. Das hat sich natürlich in gewisser Weise nicht groß verändert, aber jetzt haben die Maus und ich eine echte Chance. Wenn jetzt etwas wäre und das wünsche ich mir für uns (und niemanden!) auf gar keinen Fall, aber ausgeschlossen ist es nicht und vielleicht habe ich wieder mit vorzeitigen Wehen zu kämpfen, die mich ja schon jetzt immer mal wieder ärgern, aber wir könnten kämpfen, wir beide- um unser gemeinsames Leben. Und das ist so unglaublich viel, mehr kann man sich doch gar nicht wünschen. Auch wenn ich natürlich fest vorhabe (wie bisher immer) den Geburtstermin zu erreichen und unsere Maus gut zur Welt zu bringen…
Es sind diese kleinen Meilensteine, die man als werdende Mama nimmt, die einem so gut tun: der erste positive Test, die „Fruchtanlage“ in der Gebärmutter im Ultraschall, die einem zeigt, dass alles dort ist, wo es hingehört, der Herzschlag des Wunders, die ersten wackeligen Wochen gemeinsam schaffen, die ersten sicher gefühlten Bewegungen im Bauch, das Bergfest und nun eben Überlebensfähig. Da liegen noch viele Wochen vor uns und je nach Tagesform sieht das noch so verdammt viel aus oder manchmal beinahe erschreckend wenig, um sich noch die einen oder anderen Gedanken rund um die Geburt zu machen oder aber noch das eine oder andere zu besorgen…

Und die glückliche Gewinnerin ist…

Mittwoch, Dezember 9th, 2015

SUE! :)

Meine Glücksfee hat gelost und dich gezogen, vielleicht magst du mir mal deine Adresse mailen und dann schaffe ich es in etwas mehr Geschwindigkeit als üblich etwas Kleines los zuschicken!

Danke für deine lieben Zeilen <3

Leben mit Kleinkindern

Mittwoch, Dezember 2nd, 2015

Ich bin ein klitzekleines bißchen genervt, ich könnte eine Auszeit gebrauchen. Aber egal, auch in dieser Woche zwei Tage Stroh auf dem Programm, dazu ist immer jemand krank, letzte Woche irgendein Infekt, exakt davor Magen- Darm, jetzt eine Platzwunde seit gestern beim Vorschulkind. Das Vorschulkind steht also unter Beobachtung, deswegen fiel also heute für beide der Kindergarten aus, zwar ein Gang weniger, als es ist ihnen fad, logisch. Ich bin müde und egal, träume vom stillen Kloster oder so :)
Das kleine Kleinkind läuft mir nach, egal wohin ich gehe, weint wenn ich mich entferne, räumt alle Spiele aus und verteilt den Inhalt im Wohnraum oder entfernt die Dinge aus dem Vorratsschrank (heißt zu gut deutsch, er wirft sie auf den Boden, man muss schnell sein, damit keine Glasbehälter fliegen), wenn er damit fertig ist oder ich das unterbinde, holt er den Hochstuhl, damit er in der Küche auf den Arbeitsflächen alles abräumen kann (zum Beispiel die Büroklammern) und wenn das nicht geht, stehen die Putzmittel hoch im Kurs… Vielleicht sollte ich mich zusammen reißen und das Kind verwirren, indem ich heute Abend, die Spiele zu den Putzmitteln, diese in den Vorratsschrank und die Vorräte in den Spieleschrank räume? Und alle Hocker, die zum Händewaschen gehören und die Stühle an die Decke nageln? Ach da komme ich ins träumen… alles nur eine Phase, wie die vom großen Kleinkind alles mit Tape einzuwickeln, heute ist das Playmobil Auto dran… So kreativ und man bekommt so viel zurück … :P

Während ich das schreibe, schüttete das kleine Kleinkind das Desinfektionsmittel aus, vielleicht sollte ich ihm zeigen, wie man den Wischmop benutzt?! GRRR…

Und während man alles wieder versucht einzusammeln und das Chaos im Zaum zu halten kommt das Vorschulkind:
„Dürfen wir Chips?!“
„Nein!“
„Du bist SO gemein!“
„Ja, am Besten du rufst die Polizei!“

Ich grinste und dachte: „Hey ein Versuch ist es wert, vielleicht nehmen die mich mit?! Nur ein bißchen?!“ :)