Unbeschrieben

Jedes Jahr erfasst mich das Hochgefühl des neuen Jahres, wie ein frisches Notizbuch gefüllt mit unberührten Blättern, wie ein neues Tagesbuch voller weißer Seiten liegt es vor mir.

365, in diesem Jahr sogar 366 Tage satte Ungewissheit. Man hat vielleicht hier und da eine Ahnung, aber dieses Leben macht einfach immer wieder was es will und steuert unter Umständen gegen unsere Vorschläge, wie man diese Zeit gestalten könnte. Auf der einen Seite scheint es ein Segen, denn nichts Wissen heißt auch nichts befürchten müssen, auch wenn es hier und da doch eher nützlich wäre zu wissen, dass man an dieser oder jener Stelle erst einmal ein tiefes, tiefes Tal durchschreiten muss, bevor etwas neues Wundervolles beginnen kann. Diese Kenntnis wäre manchmal mehr als hilfreich, um diese Schluchten zu überwinden.

Aber so liegt es nun vor mir dieses ungebrauchte 2016 und ich weiß nicht, was mit mir passieren wird, wo ich ankommen werde.
Noch lange nicht, ist man nicht an der Stelle, an der man das Jahr verfluchen möchte und sich ein Neues herbeisehnt, noch zählt man nicht die letzten Tage oder wartet auf die nächste Hiobsbotschaft, noch ist nichts passiert, weder das eine noch das andere.
Für mich ist der Winter, der uns nun in Bayern besucht hat, ein Segen. Nicht nur die Tage zwischen den Jahren sind hier immer besonders ruhig, obwohl wir auch diesem Jahr mal wieder krank sind, aber sobald dieses Weihnachten „überstanden“ ist (was gerade auf der Zielgeraden am Anstrengendsten ERscheint), auf das ich mich eigentlich das ganze Jahr über freue, beginne ich mich zu entspannen. Wir wurden verwöhnt und waren umgeben von lieben Menschen und wenn dann diese terminfreie Zeit kommt, ohne Eile und Verpflichtungen, erfüllt mich ein innerer Frieden- wie ein Neustart.
Der Winter, den so viele jetzt verwünschen und stattdessen den Frühling herbeisehnen, tut das seinige dazu. Schnee legte sich in den letzten Tagen auf die Vorgärten und beleuchteten Bäumchen, draußen wurde alles noch ein bißchen leiser… Die Temperaturen zwingen einen nach drinnen, man macht es sich gemütlich und hat Zeit Kraft zu sammeln für das Wuseln in warmen Frühlings- und Sommertagen, die uns nach draußen locken und aktiv werden lassen. Jetzt ist es Zeit sich auf sie zu besinnen, ein bißchen Gelassenheit zu sammeln und für andere Tage im Herzen zu bewahren, wenn einen nicht gerade die Kinder in den Ferien in den Wahnsinn treiben… :)

In diesem Sinne: Frohes, neues Jahr!

2 Responses to “Unbeschrieben”

  1. isabella Says:

    Du schreibst mir aus der Seele. Schön, dass du das so gut in Worte fassen kannst 💖

  2. kassiopeia Says:

    Danke <3