Archive for August, 2016

Wusstet ihr schon immer, dass ihr sooo viele Kinder bekommen werdet?!

Mittwoch, August 31st, 2016

Ich werde das oft gefragt, wir werden das oft gefragt, als könnte man einen verstohlenen Blick in die Zukunft werfen und wüsste dann alles. Ich wusste gar nichts. Ich wusste nur, dass ich für mich das Richtige tue. Irgendwie. Ich wusste, dass ich keine Wahl hatte. Als wäre es vorher bestimmt… Der folgende Text enstand vor bald sieben Jahren, nicht mal zwei Monate nach der Geburt des vierten Kindes… Das Traurige ist, dass ich danach wirklich drei Fehlgeburten erlitt und mein Wunsch doch so hart auf die Probe gestellt wurde, aber ich konnte nie aufgeben… Da war das Gefühl, nein die Angst etwas Wichtiges, Jemand wichtiges zu verpassen…

„Manchmal frage ich mich, ob mit mir was nicht stimmt. Irgendetwas muss ja mit mir nicht stimmen, dass ich mir noch mehr Kinder wünsche. Jedenfalls ist das nicht so normal, nicht die Regel, nicht mal eben wie Milch im Supermarkt kaufen.
Eigentlich habe ich doch hier alles Glück der Welt. Ich habe vier gesunde Kinder. Ich habe ohne größere Probleme vier Kinder ausgetragen und vier Geburten überlebt und erlebt. Und dennoch. Es fehlt etwas. Jemand fehlt. Es fühlt sich nicht komplett an. Trotzdem frage ich mich, ob ich das jemals tun werde- mich komplett fühlen. Manchmal fühl ich mich fast fahrlässig nochmal all das hier, all unser Glück in die Waagschale zu werfen und noch einmal alles zu riskieren.
Ich hab Angst. Angst ein Kind zu verlieren. Angst eine Schwangerschaft nicht mehr richtig gut verkraften zu können. Angst ein krankes Kind zu bekommen. Angst einen Vater mit fünf Kindern zurück zu lassen. Angst einfach zuviel zu wollen, anstatt mit unserem jetzigen Glück zufrieden zu sein.
Jetzt mach ich mir einfach Gedanken. Ich hab eine riesengroße Angst. Angst, dass einem Kind etwas schlimmeres fehlen könnte, als das vorher dagewesene. Ich habe Angst, dass mein Körper ein Kind einfach ausspucken würde, weil er noch eines mehr auszutragen nicht schafft. Ich hab Angst alles noch einmal in die Waagschale zu werfen und für mein jetzige Glück bezahlen zu müssen.
Ich weiß all das ist fruchtlos. Aber ich kann nicht anders als zu Grübeln. Vorallem wenn die Hebammen- Oma nach der Geburt weint, weil sie so glücklich ist, dass alles gut verlief, weil das eben nicht selbstverständlich sei und als man das abtun möchte als „Oma-Kram“, die eigene Hebamme aber ziemlich das Gleiche sagte, beide sprechen von Statistiken. Das macht mich zusätzlich doch sehr nervös. Groß bekommt man sie doch. Genug Liebe ist auch da. Aber diese verfluchte Angst. Ich habe das Gefühl einfach naiv zu sein, wenn ich diesem Wunsch nachgebe. Ich habe Angst nicht dankbar genug zu sein für das, was wir jetzt haben.
Jeden Tag, wenn ich an Ben oder Tom schnuppere, jeden Tag wenn ich Zoe und Noah drücke, wenn sie in den Kindergarten gehen, jeden Tag wenn ich meinen Mann küsse und allen Dreien aus dem Fenster runter winke mit Tom auf dem Arm und Ben neben mir auf der Couch, bin ich froh und dankbar und dann für diesen Augenblick ist doch alles andere sowas von egal.“

Es ist vielleicht so nicht das gelungeneste Stück Text vom Hadern und Zaudern, aber es zeigt, dass unser Weg kein einfacher war. Sich immerzu zu hinterfragen, ob man nicht einfach völlig den Verstand verloren hat, wie schwer es doch manchmal war sich dafür zu entscheiden alles anders zu machen von vorn bis hinten, um einfach nur glücklich zu sein… Und jedes Mal, wenn jemand fragt , warum wir uns das schon wieder angetan haben… Weil wir gar nicht anders konnten… Aber es war nicht einfach, es ist nicht einfach, anders zu sein. Das sind meine blauen Haare. Ich habe viele Kinder, weil ich will. Und das Glück hatte zu können.

Zwischen den Zeiten…

Mittwoch, August 31st, 2016

Die Hälfte unseres Urlaubs am Meer ist schon um und wie immer um diese Zeit, werden verschiedenste Emotionen an die Oberfläche gespült, wie Wellen an den Strand, sie zeigen sich nur kurz, aber bevor ich sie zu fassen bekomme, ziehen sie sich wieder zurück ins Dunkel des Meeres…
Während ich in der letzten Woche noch dem süßen Nichtstun frönte, jeden Tag genießen konnte und ganz im Augenblick versunken war, drängen sich nun immer mehr die noch zu erledigenden Aufgaben in den Vordergrund, zudem alles was ich noch für mich tun wollte und nicht geschafft habe, Sorgen um die Gesundheit der Familie, Konflikte innerhalb der Familie, die sich einfach ergeben, wenn man jeden Tag zusammen und so gut wie nie allein ist…
So zwischen dem Festhaltenwollen der Ferien, verträumt auf die letzten vier Wochen Ferien zurück blicken, mit großen Augen auf das unvermeidlich Kommende schielen und ein bißchen Herbeisehnen meines geliebten Herbstes… Von allem etwas, teilweise zuviel, manchmal zu wenig und oft genug genau richtig… Einfach mittendrin…

In zwei Wochen werde ich vier Schulkinder haben, ich werde anfangen einen Geburtstag vorzubereiten, mir wird einfallen, dass ich dann auch bald Geburtstag habe und werde wie immer zuviel zu tun und zu wenig Zeit haben, ich werde das hier einfach vermissen, wie immer und manchmal spüre ich das schon jetzt…

Wenn ich versuche das zu verdrängen und mich zu zwingen mehr zu genießen, gelingt mir das immer weniger… Also atme ich einmal tief ein und schreibe das erste Mal in diesem Urlaub auf, was mich bewegt, das war mir wichtig, saß mir im Nacken und manchmal kann ich erst Loslassen, wenn ich schreiben konnte…

damals™

Donnerstag, August 11th, 2016

Wenn unser gemeinsames Leben einer Zugfahrt gleichen würde, begann die Fahrt in Oldenburg in Holstein mit dem Ziel Berlin. Wir fuhren aber nach einem kurzem Umstieg in Hamburg, vorerst lieber nach München.

Es begann wohl mit mir selbst in einer 40qm großen Altbau- Wohnung in einem Hinterhof in Berlin Friedrichshain. Nikotingelbe Wände, zumindest sah es so aus, ich denke sie waren tatsächlich irgendwann einmal gelb gewesen, der Boden bis auf Küche und Bad ein einziger grauer, dunkler Fleck namens Teppich. Ein lang geschnittener Flur mit simplen Schuhregalen aus Holz, führte vorbei an der Toilette mit altmodischem Schloss ins große Wohn- und Schlafzimmer, in dessen rechter Ecke ein wenig schöner Kachelofen mit beigen Fliesen stand, für den der Keller reichlich Platz als Kohlelager bot, zumindest zu Beginn der kalten Jahreszeit. Doppelt verglaste große, lange Holzfenster, die ich wirklich liebte, gaben den Blick frei auf ein etwas gepflegteres Haus unserem gegenüber mit schönen verputzten Außenfassaden. Ich wohnte definitiv im besseren Haus fand ich, weil ich die schönere Aussicht hatte. Auf unser Haus im Hinterhof hätte ich nicht schauen wollen. Eine große Küche mit weiterem Holzfenster barg ein kleines Geheimnis, nämlich die Tür in eine schöne neue Dusche, die früher einmal Abstellkammer gewesen war. Zumindest war sie dort in der Wohnung über mir. Wie das Verhältnis Dusche, Kammer und Küche in der Wohnung unter mir war, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Ich war nicht sonderlich ordentlich, das gebe ich zu, es war auch alles nicht so sauber. Aber für wen auch? Mir war es nicht wirklich wichtig. Wichtiger war mir der Ausdruck meiner Wohnung, der Charakter. An den Wänden hingen aus Zeitungen ausgeschnittene Bilder aus dem Kulturteil, Zitate, Gedichte, Postkarten und selbst gebastelte bunte Collagen, die einen krassen Gegensatz zu meinem siebzehnjährigen Anblick beim Auszug aus dem Elternhaus bildeten.
Und es begann natürlich mit ihm. Genau genommen an diesem Tag, als er von der Ostsee weg von seinen Eltern zu mir nach Berlin fuhr, um mich das erste Mal zu sehen. Es war der 11. August 2002. Ich wohnte knapp ein Jahr in meiner Wohnung und er war wie schon seit seinen allerersten Lebensmonaten mit seinen Eltern in ihrem Haus an der Ostsee im Sommerurlaub und hatte sich genau an diesem Tag in den Zug nach Berlin gesetzt. Ein Abenteuer für uns beide, schließlich hatten wir einander nie gesehen. Seine Stimme hatte ich erst einen Tag zuvor das allererste Mal in meinem Leben gehört, wobei mir erst bewusst geworden war, dass der Mensch, den ich da treffen wollte, wirklich erst neunzehn Jahre alt war.
Nie werde ich die Aufregung vor diesem ersten Zusammetreffen vergessen. Es war ein heißer Tag im August, es hatte bestimmt 30 Grad. Abends zehn Minuten vor sechs sollte er am Bahnhof Zoo ankommen, leider war ich wie immer zu spät dran und dementsprechend außer Atem. Ich war achtzehn Jahre alt. Ich hatte mir meinen schwarzen Pony noch mal selbst geschnitten und dahinter orangenes oder leuchtend rotes Haar, je nachdem wie ausgewaschen die Farbe gerade war. Meistens wickelte ich bunte Tücher um meinen Kopf. Ich meine an diesem Abend ein grünes T- Shirt getragen zu haben und eine braune Schlaghose aus Cord. Er hatte lange dunkelblonde Haare, trug irgendein graues T- Shirt und eine Baggy. Als ich ihn das erste Mal sah, dachte ich nur wie gut er wirklich aussehen würde und ich weiß, dass das erste was er dachte war, dass ich sehr klein wäre, bis ihm auffiel, dass ich komisch gebückt laufe, denn so klein bin ich eigentlich nicht, möchte ich an dieser Stelle anmerken. Er war so süß und redete unglaublich viel, auf dem Weg in meine Wohnung. Wir fuhren mit der U- Bahn, daran kann ich mich erinnern, eingestiegen am Alexander Platz. Auf dem Weg dahin hatte er mir erzählt, er wollte unbedingt die Welt sehen, zumindest bekannt werden, und er wollte nach Tokyo. Ich werde auch nicht vergessen wie blöd ich das fand, denn dies bedeutete, dass ich eigentlich gar nichts mit diesem Jungen anzufangen brauchte, wenn er wirklich weg wollte.
Zu Hause angekommen ging er erstmal duschen, denn es war nicht nur ein warmer, sondern auch ein besonders schwüler Augusttag. Und er sah verdammt gut aus, wie er da aus der Dusche kam, also oben ohne- unten war er zu diesem Zeitpunkt noch akkurat bekleidet. Um den Kopf hatte er ein Handtuch gewickelt. Ja, diese Augen, das Lachen hatten mich schon gewonnen. Wir schauten an diesem Abend einen Film zusammen, hörten lange Musik und stellten fest, dass wir die gleichen Stücke mochten. Wir bemerkten auch erst jetzt, dass wir im selben Jahr geboren wurden, dass heißt nicht nur mit der gleichen Musik, sondern mit den gleichen Serien und all dem, was einen so interessiert groß geworden waren. Er erzählte von seiner Familie und ich von meiner. Wir stellten fest, dass unsere Schwestern bis auf einen zusätzlichen Buchstaben und einer daraus resultierenden anderen Aussprache, den gleichen Vornamen hatten, wir beide die älteren Geschwister waren. Ich war einfach schon hin und weg. Ich zeigte mich spontan freizügig, was sonst nicht meine Art war und er zeigte eher unfreiwillig auch schon das Wesentliche. Es war ein unheimlicher schöner Abend, er erzählte mir das er gern zehn Kinder hätte und ich hörte mich sagen, dass das schön klänge. Das- aus meinem Mund, das lag nur an ihm. Wobei die Zahl zehn eher ein Symbol für mehr als das obligatorische 1,36 Kind pro Familie waren. Es war also an diesem Abend nicht unbedingt ein gegebenes Versprechen für eine Großfamilie, auch wenn das zu diesem Zeitpunkt- wo immer das auch genau herkam, wenn nicht aus tiefstem Herzen,- alles andere als abwegig erschien. Er sagte auch, dass er seiner Frau dann eine Schönheits- Operation bezahlen würde, weil die ja dann garantiert erschlafft wäre. Nie werde ich das vergessen, was hatten wir gelacht. Als wir beide müde wurden, legten wir uns in mein Bett und schliefen. Zugegeben ein bißchen enttäuscht war ich, hatte er doch die ganze Zeit über, nicht einmal versucht mich zu küssen, dabei hatte ich die ganze Zeit darauf gewartet. Ein wenig zweifelte ich an mir. Fand er mich doch nicht so anziehend, nicht attraktiv? Die Antwort auf meine Frage bekam ich wenige Stunden später mitten in der Nacht. Ich drehte mich zu ihm um und da küsste er mich. Und ehrlich gesagt, nach Zigaretten, Alkohol und überhaupt so mitten in der Nacht war das eher nicht so romantisch. Aber als wir uns dann das erste Mal so richtig küssten, mit geputzten Zähnen und angenehmer Mundflora, da war es wie Feuerwerk. Das ist es bis heute, darf ich versichern. Noch nie hatte ich so empfunden, ich war wie verzaubert, ich war verliebt. Bis über beide Ohren. Das hier war etwas ganz besonderes. Ich spürte das mit jeder Faser meines Körpers. Wer hätte das nur je erahnen können, als wir uns kennen gelernt hatten…

Meinen Namen mochte ich nicht, deswegen hatte ich mich selbst “Anna” genannt. Als Anna trug ich ausschließlich schwarze Kleidung, hörte Blackmetal und hatte Probleme verschiedener Art. Zum einen war ich sehr dünn, sehr wahrscheinlich hatte ich Probleme mit dem Essen. Ich war mehr als unglücklich und hatte schlimme Depressionen und verletzte mich selbst, auf vielfältige Art. Ich las unheimlich viele Bücher über alles was mich interessierte: Sekten, Glauben, Depression, Psychoanalyse, über die Seele im Allgemeinen und Metal. Überhaupt las ich viel und ich war gut informiert. Was dazu führte, dass ich oft Angst im Dunkeln hatte und mich generell fürchtete. Alles in allem führte eigentlich mehr oder minder dazu, dass ich meines Gleichen suchte und fand. Gleichaltrige, die schrieben. Über sich, ihre Gefühle, schwere Gedanken, Fragen die im Kopf hämmerten und leider auch die Verletzungen, die sie sich selbst zufügten.
Dort traf ich ihn: Kojote. Es muss im Jahr 2000 gewesen sein. Wir schrieben uns schöne, aber meist traurige Sätze in das Gästebuch einer Freundin von mir hin und her. Vielleicht hatte ihn fasziniert was er las, ich war zerbrechlich und zart. Mich hatte auf jeden Fall fasziniert, was ich las. Irgendwann schrieben wir uns Emails und so tauschten wir uns gleich im Januar 2001 aus, ich schrieb: “Das Gefühl völliger Einsamkeit… lebend im Chaos…” und er schrieb zwei Tage später zurück: “Du musst dich niemanden gegenüber äußern, dein Geist ist dein… er gehört dir und alleine du bestimmst, wem du Eintritt gewährst. Sobald du ihn aber öffnest, besteht Gefahr verletzt zu werden durch Ignoranten, Idioten, Unwissende oder durch jemanden, der meint es besser zu wissen.” Seine Worte fand ich wunderschön und ich erschrak etwas, als ich erfuhr, dass der Mensch, der mir so schöne Dinge schrieb angeblich gerade erst siebzehn Jahre alt war. An seinem achtzehnten Geburtstag schrieb ich zufällig und gedankenverloren: “Ich wünschte, ich könnte einmal in deine Augen sehen.” Woraufhin hin er mir ein wunderschönes Bild schickte, auf dem er mit dem Gesicht leicht zur Seite geneigt nach unten schaute und schrieb: “Meine Reisen ans Meer, die endlose Freiheit der See, die Stunden der gemütlichen Einsamkeit und des Nachdenkens”. Jahre später würden wir gemeinsam genau dort diese Stunden genießen, Seite an Seite. Er schrieb weiter: “Ein Junge sitzt an der Mole. Er trägt verwaschene Jeans, einen Wollpulli und er ist barfuß. Lächelnd sieht er dich unter langen blonden Haaren an. Seine Augen, sie sind von hellem blau und durchzogen mit goldenen Ringen. Er zieht dich an sich, gemeinsam sitzt ihr dort stundenlang und betrachtet den Sonnenuntergang. Du fühlst dich geborgen. Zum Abschied küsst er dich sanft auf die Stirn: „Hab keine Angst, Anna!” Wir schrieben uns eine Weile so hin und her, meine Angst ihn zu erschrecken mit meinen Gedanken war groß, aber auch ihn zu enttäuschen, durch mich selbst, weil ich gar nicht so interessant war, wie ich mich vielleicht las. Immerzu war ich hingerissen von seinen Worten: “Es verließ meine Hände ohne durch meinen Geist zu gehen…”
Ohne das es mir richtig bewusst war, lud er mich ein mit ihm ins Kino zu gehen, der Film hieß “Grüne Wüste”. Jetzt schrieb er, möchte er mir unbedingt in die Augen schauen, schickte mir ein Bild vom “Puppetmaster”, auf dem man eine Frau sieht, die eine gleichgroße Marionette hält, deren Strippen abgerissen sind. Er deutete an, er würde sich nach Berührung verzehren. Ich wohnte aber zu weit weg, nahm dieses Umwerben vor allem gar nicht als solches wahr, dafür war ich viel zur sehr mit mir selbst beschäftigt. Zwei Wochen später schrieb ich, ich würde nicht immer eine Möglichkeit haben an einen Rechner zu kommen und er solle sich nicht so viele Gedanken um mich machen, außerdem “Ich bewerbe mich gerade fleißig auch wenn ich gar nicht so richtig weiß wo lang. Ich finde meinen Weg nicht.”
Erst mit der Zeit wurde uns beiden bewusst, dass wir 600km weit voneinander entfernt wohnten. Wir waren beide in Partnerschaften verstrickt und dennoch schickten wir uns regelmäßig von Herzen, was uns bewegte. Unsere Zeilen aneinander wurden immer persönlicher. Aber wir tauschen auch Dinge aus, die uns ausmachen. “Grau? Grau ist keine Farbe. Grau ist ein Zustand. Wenn man zwei Nicht- Farben mischt, kommt unmöglich eine eine neue Farbe heraus.”, schrieb ich mich genau auskennend.
Ich fragte ihn, was in ihm vor ginge und er verfasste: “Sehnsucht, Begierde, Verlangen.”- “Träumst du?”, fragte ich ihn. “Ja. Immerzu. Von allem.”, erwiderte er. “Kleiner Tagträumer” nannte ich ihn daraufhin in der nächsten Mail und warnte ihn ein weiteres Mal, dass ich auf die Gunst von netten Leuten angewiesen wäre, um ins Internet zu kommen. Wir tauschten noch schnell Adressen aus, mit echten Namen für alle Fälle. Dann herrschte ein halbes Jahr Stille.
Als ich wieder schrieb, waren sechs Monate vergangen, gefüllt von Heulkrämpfen und der Unmöglichkeit in die Schule zu gehen. Ich musste ihm von der komplizierten Beziehung zwischen den zwei Jungen erzählen -beste Freunde-, von denen ich den einen über alles liebte, von ganzem Herzen und er mich auch, mit dem anderen war ich aber mittlerweile fest zusammen. Es war kompliziert und obwohl ich nicht allein für das Chaos von Gefühlen verantwortlich war, fühlte ich mich elend, schlecht und schrieb an Kojote:: “Ich bin eine dreckige Mischpalette.”
Ich trennte mich. Und versuche Abstand zu gewinnen von den beiden Jungen und meinem alten Freundeskreis. Außerdem befreite ich mich von meinen schwarzen Klamotten und versuchte irgendwo mich zu finden, auch in den bunten Geschäften Berlins, was nach Jahren in schwarz eine große Herausforderung war. Ich mochte nicht die neuen Kleider, ich mochte mich nicht. Ich musste nicht nur die alten Kleider ablegen, sondern auch mein Bild von mir, das was ich damit verband, musste mich neu erfinden und lernen mich zu mögen.
Ende 2001 tauchte sie zum ersten Mal auf, die Frage die unser beider Leben von Grund auf verändern würde: “Sag mir einfach, wenn es mal von deiner Seite aus möglich wäre nach Berlin zu fahren.”
In der Zwischenzeit fand ich mich selbst in einer Beziehung zu meinem Nachbarn, einem Architektur- Studenten. Ein großer Schritt raus aus dem komplizierten Dreieck. Neben diesem Mann, der sechs Jahre älter war als ich, lernte ich mich zu mögen und neue Facetten an mir zu entdecken, die ich nicht kannte. Fand aber auch versteckt in mir, Interessen die vergraben lagen, wie die Liebe zur Kunst. Auch wenn wir am Ende keine große Liebe mit einander fanden, brachte er mich mir selbst ein Stück näher. Weil sein Studienjahr in Berlin vorüber war, zog er wieder weg in die Nähe von Kassel. So hatte ich seit Jahren die Möglichkeit durch Besuche bei ihm, etwas Neues zu sehen und zu erleben, fuhr unter anderem das erste Mal mit der Mitfahrzentrale, später öfter, gewann zaghaft mehr und mehr Selbstvertrauen, organisierte mich zusehens leichter und begann mich zu mögen, wie ich jetzt war.
In dieser Zeit hatte Nils ebenfalls eine Beziehung zu einem älteren Mädchen, die jedoch auch nicht so glücklich verlief. In einer der vielen Emails fragte ich ihn, ob er sie überhaupt lieben würde. Die Antwort, die ich von ihm bekam, überrauschte mich damals leider nicht.
Nachdem Monate verstrichen waren in denen sich nicht genug bewegt hatte, blieb in mir das Gefühl zurück, etwas müsse sich ändern. Mein Selbsterhaltungstrieb wurde aktiviert. Noch härter wollte ich an mir arbeiten.
Ich hatte Schwierigkeiten morgens aus dem Bett zu kommen, blieb dafür lange auf “Ich kann nicht schlafen, jetzt wo die Dunkelheit sich wie ein Tuch bedrohlich um mich hüllt.“, ging nachts durch die Berliner Straßen lange Wege spazieren. Ich war oft traurig und nachdenklich, schaffte es nicht regelmässig in die Berufsschule, die ich zu diesem Zeitpunkt besuchte, kämpfte immer noch hart dagegen an, mich nicht selbst zu sabotieren, was besser gelang, aber dennoch nicht immer. Teilweise missbrauchte ich dafür Zigaretten, Alkohol und auch meine Affäre. Ich ertrug das dahin vegetieren in meiner Wohnung nicht mehr und suche mir ein neues Ziel. Ich wollte nun doch mein Abitur nachholen, damit ich studieren könnte. Ich bekam auch problemlos einen Platz an einer Schule. Die ganze Zeit über schrieb ich meine Gedanken im Tagebuch nieder: “Ich hoffe, dass mir das Schreiben hilft… damit ich meine Entwicklung dann später besser verfolgen und mir Fragen, die ich mir im Moment stelle, beantworten kann.” Ich schrieb mir selbst entgegen, weil ich Antworten in mir suchte.
Im Januar 2002, gleich nach dem Jahreswechsel hatte sich etwas Grundlegendes verändert. Ich unterzeichnete meine Emails an Nils nicht mehr mit “Anna”, sondern mit “Jen”. Allein diese Kleinigkeit zeigt wie viel mehr Zugang ich zu mir selbst hatte. Im März wurde ich mutig und begann eine Nachricht an ihn mit “Hey, Süßer.” und bekam ein paar Wochen später zu Ostern eine Karte von ihm. Im März 2002 hielt ich an Nils auch fest: “Tatsachen sind, wir haben eine Affäre mit ein paar Emotionen, die undefiniert im Raum stehen… Ich will hier weg- ich hasse Berlin!… Und irgendwann ziehe ich hier weg, nächstes Jahr vielleicht und dann wandere ich aus. Ich weiß das klingt total verrückt…” Und diese Worte waren aus meinem Mund gekommen. Ein weiteres Zeichen dafür, wie verzwickt alles war, wie kompliziert und all das wollte ich nur noch hinter mir lassen. Wenn etwas in deinem Leben so in der Luft schwebt, gefühlt genau vor dir und du bekommst es nicht zu greifen, so ging es mir damit. Das nächste Jahr würde ich schon gar nicht mehr in Berlin sein, der Umzug war näher, als ich zu hoffen gewagt hätte.
Im April war es noch kalt und ich schrieb, dass ich kein Geld mehr für neue Kohle zum Heizen hätte, obwohl es noch so kühl sei. Halb erfrieren würde ich und deshalb eine Erkältung mir mir herum schleppen. Diese Email unterzeichnete ich wagemutig schon mit “Hab dich lieb”. In einer anderen Mail hieß es: “Hey Süßer, wenn du nichts besseres mit deiner Zeit anzufangen weißt, dann komm doch im Sommer zu mir nach Berlin, dann zeig ich dir mal unsere Hauptstadt.” Vielleicht war das jetzt im Nachhinein der Start für die Planung unseres ersten Treffens.
In dieser Zeit machte ich schon eine Verhaltenstherapie, die mir gut tat, mehr und mehr lernte ich mich auf die diese Stunden vorzubereiten und die Zeit dort intensiv für mich zu nutzen. Nils und ich schrieben immer intensiver, sprachen über unsere Beziehungen und auch über unsere Wünsche und Vorstellungen, wie wir uns wohl fühlen würden und das man sich selbst nicht aus den Augen verlieren sollte als Paar.
Im Mai trennte sich Nils dann von seiner Freundin, das tiefe Gefühl von Verbundenheit hatte gefehlt. Wenige Wochen später im August folgte ich diesem Vorbild und beendete auch meine lose Beziehung, kurz bevor unser erstes Treffen unmittelbar bevorstand.
Auf diese erste Begegnung freute ich mich sehr. Trotzdem besprach ich mit meiner Freundin, dass ich sie im Laufe des Tages anrufen würde, damit sie wüsste, dass es mir gut ginge, immerhin würde ich jemand Fremden aus dem Internet treffen und es blieb irgendwo ein Risiko. Selbstverständlich vergaß ich vor lauter Quatschen mit Nils sie überhaupt anzurufen. Wenn ich mir zu viele Gedanken über diese Tage mit Nils machte, fragte ich mich auch, wie das wohl wäre drei Tage mit einem Menschen zusammen sein zu müssen, den man am Ende vielleicht gar nicht mag. Auch wenn ich mir das gar nicht vorstellen konnte, aber das schien alles total verrückt. Ich dachte ziemlich viel nach, vor lauter Herzklopfen.
Am Abend bevor ich Nils das erste Mal traf war ich total nervös, richtig aufgeregt. Irgendwo tief in meinem Herzen wußte ich, dass etwas wichtiges passieren würde zwischen uns, irgendetwas, aber nie hätte ich geahnt, wieviel. Ich schlief in dieser Nacht bei meinen Eltern und hatte mir noch einmal extra die Haare geschnitten, bevor ich mich von dort auf den Weg zum Bahnhof Zoo machte, um ihn zu empfangen
Als ich Nils dann traf, stand ein Mensch vor mir, der so ganz anders war, als die Männer zuvor in meinem Leben. Er war genauso alt wie ich, was schon einmal den ersten Durchbruch darstellte. Und es schien, als müsste er nicht gerettet, kein Rätsel gelöst werden. Ich sah ganz klar vor mir, dass ich aus meinem klassischen Muster ausbrach und mich einem netten Jungen zuwendete. War ich früher süchtig nach Schmerz, suchte ich mir vorher wirklich nur junge Männer aus, die ganz offen kundig meine Hilfe brauchten oder nicht in der Lage waren mir zu zeigen, was sie empfanden, wollte ich den Kreislauf nun durchbrechen und das Richtige für mich tun. Was mir einiges abverlangte, weil ich es nicht gewöhnt war, so einen vorerst unkomplizierten Menschen vor mir zu haben, der keine Scheu hatte zu zeigen und zu sagen, wie und was er fühlte. Ich fragte mich, ob er wüsste worauf er sich einließe, denn nach wie vor fühlte ich mich kompliziert, vielleicht sogar anstrengend mit all meinen Gedanken. Aber es blieb zwischen uns, wir waren ganz bei uns. Ich wollte mir und meinem Partner gegenüber ehrlich sein, also erzählte ich auch ohne Scheu von meinem Gefühlschaos und dass ich Zeit brauchen würde mich selbst zu finden, dass auf einem Weg wäre, von dem ich nicht wissen könnte, wohin er mich führte und ob er da Teil von mir sein kann, ich war wirklich eklig ehrlich: “Erst wenn ich ein eigenes Leben habe, werde ich imstande sein, es mit jemanden zu teilen.” Erst dann gäbe es ein Gleichgewicht von Geben und Nehmen.
Er kümmerte sich um mich in diesen ersten drei Tagen unserer Beziehung, bearbeitete meinen Abwasch, kaufte ein, während ich zu meiner Therapie- Stunde in Pankow war.
Jahre später erfuhr ich, dass er meine Abwesenheit auch dazu genutzt hatte, von meiner Wohnung aus seine Eltern anzurufen, mit seiner Mutter telefoniert hatte, der er damals offen erzählte, ich wäre die Richtige für ihn.
Nach drei Tagen bei mir brachte ich Nils zum Flughafen. Uns fiel dieser Abschied von einander schwer, vielleicht waren wir deshalb auch dieses Mal zu spät dran, keiner von uns beiden hatte sich die Mühe gemacht, zu schauen wann wir pünktlich los müssten um den Flug zu erwischen. Ich liebte und war beeindruckt von der Art mit der er lässig und seelenruhig sein Ticket umbuchte, als wäre das nur eine Kleinigkeit. An seiner Stelle wäre ich hysterisch ausgeflippt. Als er wirklich weg war, fuhr ich nach Hause. Von wo wir den ganzen Tag telefonierten und uns die schönsten Sachen ins Ohr schmachteten. Seine Eltern fanden unsere Telefonrechnung dann nicht mehr so schön. Spät am Abend, als er also schon wieder zu Hause bei sich war überlegte ich, dass ich ihm nun doch hinterher fahren könnte. Ein bißchen Zeit blieb mir noch, bis die Ferien zu Ende wären und die Schule beginnen würde. Kaum war er abgereist, fuhr ich also mit dem Zug hinterher. Mir kam das verrückt vor, wie in einem Film. Wieder war ich aufgeregt.
Um 19Uhr rannte ich los und fuhr zu meiner Bank, zahlte anschließend mit meinen letzten 85 Euro ein Zugticket, was total verrückt war, weil es der 15. des Monat war und ich somit kein Geld mehr auf meinem Konto hatte, absolut nichts. Noch am gleichen Abend packte ich also meine Sachen und fuhr mit dem Nachtzug. Es war das Jahr des Hochwassers und so gab es viele Stolpersteine unterwegs, am frühen Morgen sah ich das erste Mal in meinem Leben die Stadt München, zumindest den Hauptbahnhof. Er holte mich dort ab und fuhr mit mir in das schöne Haus seiner Eltern, das mich total beeindruckte. Es waren wunderschöne Tage, ich lernte ein paar chaotische Freunde kennen und seinen besten Freund, wir redeten viel, sahen uns Fotoalben an. Vor der Abreise lieh ich mir Geld von Nils, so richtig mit Vertrag, weil wir alles richtig machen wollten, damit ich zurück nicht verhungern müsste und fuhr am 18. August wieder nach Hause. Schluchzend. Wir kannten uns zu diesem Zeitpunkt eine Woche. Was war ich durch einander. Es war ein Sonntag und am nächsten Tag sollte die Schule wieder los gehen, aber ich war so müde von der Fahrt, die anstrengend und voll war und auch voller Eindrücke und Gefühlen. Ich schwänzte meinen ersten Schultag und begann so einen Tag später. In meinem Kopf drehte sich alles, alles war so schnell passiert, ich war überrumpelt von meinen eigenen Gefühlen, soviel Veränderung auf einmal in meinem Leben, ich war durcheinander und furchtbar verliebt. Für ihn blieb bis auf eine Freundin ein paar mehr Kilometer weiter weg, alles beim alten. Er machte genau so weiter wie vorher. Und auch wenn es noch so früh in unserer Beziehung war, fragten wir uns beide unabhängig von einander wie es weiter gehen könnte mit uns. Erst einmal machten wir uns Gedanken, wann wir uns das nächste Mal sehen könnten.

Die erste Ferienwoche

Donnerstag, August 11th, 2016

Eigentlich liegt diese nun schon fast eine Woche hinter mir, aber ich habs nicht eher geschafft zu schreiben…
Am Sonntag schon war ich etwas nervös, könnte man sagen. Die Aussicht drei Wochen lang allein sieben Kinder erstmalig von Montag bis Freitag zwischen 8 und 19Uhr betreuen zu dürfen war dann doch etwas überwältigend… Mir kam auch in den Sinn wie schwierig das alles für die Kinder war, die sich sonst zum Teil auch vormittags mal aus dem Weg gehen konnten, stand ihnen nun bis auf wenige Ausnahmen ein 24Stunden rundum Beisammensein bevor… Die Konflikte, die es schon zuvor gab, könnten sich vertiefen und woanders tun sich womöglich diverse Möglichkeiten und Chancen auf, dachte ich- und genauso war es… Ich war also aufgeregt am Abend vorm Antritt meines neuen echten 24h Mutterjobs, man könnte auch sagen, ich hatte echt Bammel, auch wenn mir das etwas albern vorkam, waren ja schließlich meine Kinder, die mich da erwarteten, keine Horde Außerirdischer oder doch? :)

Gleich am Montag so zwischen Frühstückstisch abräumen, Zähne putzen und irgendwo Ordnung machen, hatte ich eine Idee. Wir könnten ja auf ihren Lieblingsspielplatz (etwas weiter weg) gehen und das machten wir dann auch gleich, wo ich eine Vorschulkindmutter traf und eine zweite tolle Idee hatte, geradezu genial! Ich könnte ja „Pokémon Go“ installieren, das sollte doch zu schaffen sein, also kramte ich nach dem Passwort für den Appstore und freute mich, dass irgendwie irgendwo Platz auf meinem Handy zu finden war und dank der Hilfe meiner pfiffigen Kinder bastelten wir noch an Ort und Stelle an meinem Profil. Dann war ich allein und ich fragte mich schon das erste Mal wie schlau das wohl jetzt gewesen war, denn fünf Kinder liefen als Herde von einer Ecke des Spielplatz in die andere und fingen an sich zu streiten, wer wann wo etwas fangen könnte sollte müsste dürfte. Wir liefen dann Heim, ich kochte irgendwas und am Nachmittag kam eine meiner liebsten Freundinnen, die uns oh Wunder auf einem Spielplatz antraf, wo wir einen Pokéstop hatten und Pokémon suchten. :)
Am Dienstag hatte ich die geniale Idee einer Altstadt Rallye nach dem Frühstück, zwischen Abräumen und Zähneputzen (vielleicht erkennt man ein Muster), ich wollte „nur kurz“ so zwischen Brunch und Lunch ein paar Pokémon jagen, es nieselte, wir kauften Eis und Trinkpäckchen, besuchten einen Spielplatz, machten da Pause, jagten dann durch den Schlossgarten rauf und runter, waren auf einem weiteren Spielplatz, wollten nur kurz auf einem anderen Spielplatz einen Pokéstop machen und waren dann erst kurz nach 18Uhr zu Hause… Ich kochte, die Kinder putzten alles leer und eine ganze Melone hinterher und gelaufen war der Tag… :)
Am Mittwoch lief ich dann mittags, nachdem ich versucht hatte den Haushalt einzuholen, in der Sonne hin und her damit ich Bälle einsammeln konnte für unser Spiel, die waren nämlich aus, die Kinder machten derweil eine Pause von ihrem anstrengenden Ferienprogramm und sahen sich den Fernseher genauer an, bastelten, lasen, spielten und stritten.
Am Donnerstag machte ich genau das Gleiche wie am Tag zuvor, nur faltete ich irre viel Wäsche weiter und packte Taschen fürs Freibad, außerdem erwarteten wir einen Freund des Großen mit dem wir dann auch gleich ins Freibad fahren wollten, wo ich dann angekommen erstmals in meiner Freibadbesuchskarriere feststellte, dass wir zwar genau die Anzahl Taschen dabei hatten, die ich auch hätte mitnehmen wollen, aber eine davon war die des Sohnes Freund und meine Tasche mit den Badesachen stand zu Hause, also raste ich mit dem Bus wie eine Bekloppte nach Hause, holte die Tasche, rannte an einem Spielplatz aus den falschen Gründen vorbei und wieder zur Bushaltestelle um ein zweites Mal ins Freidbad zu fahren, wo wir noch eine nette Zeit bis zur Schließung in Badebekleidung hatten. Ich suchte mit der Großen am Abend noch über eine Stunde vorm großen Sommergewitter Pokémon und daheim machten es sich die Jungs in ihrem Lager im Keller gemütlich und gingen fast zeitgleich mit uns Erwachsenen ins Bett um dann…
am Freitag frisch und fröhlich wieder aus dem Bett zu hüpfen, woran es mir gleichermaßen und ausreichend mangelte und fehlte. Es zeigten sich doch nach der ersten Woche auch erste Ermüdungserscheinungen, so erwachte ich alter Morgenmuffel mit dem klaren jammerigen Gedankengut von „Ich kann nicht mehr!“… Ich zauberte ein superdupertolles Angeber „Schön, dass du da bist Sohnfreund/We survived die erste Ferienwoche“ Frühstück für alle und ging dann einkaufen mit einem anderen Sohnkind und den Kleinen, während alle anderen sich dank Niesel- und Regenwetter nochmals den Fernseher gaaanz genau ansahen. Die jungen Freude hatten um Verlängerung gebettelt, die sie auch bekommen sollten und am Nachmittag hing dann immer mehr der Vorschüler durch, der sich später abends einmal erbrach und unsere Wochenendmission bedrohte… Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andernmal erzählt werden oder so…. auch das dieser am nächsten Tag schon wieder munter wie ein junges Reh herum sprang, während das große Tochterkind dann sterbend auf dem Sofa lag und es bis gestern immer wieder tat- es kommt in Wellen… Ach und beim Friseur war ich mit der Großen da irgendwo zwischendrin (mit den beiden Kleinen) auch noch und bin etliche Kilometer mit diesen und jeden Kindern gewandert, denn wir wollen die Allerbesten sein… :)

💛

Ein von fraukassiopeia (@fraukassiopeia) gepostetes Foto am

Ich wipp das.