Archive for Oktober, 2016

Zahlenspiel 2.0

Freitag, Oktober 28th, 2016

Mit noch 17 zog ich zu Hause aus.
Mit noch 18 lernte ich Nils kennen.
Mit gerade 19 zog ich zu ihm nach/ bei München.
Mit 20 habe ich ihn geheiratet und war unwissend ganz frisch schwanger.
Mit gerade frisch 21 wurde ich zum ersten Mal Mutter.
Mit 22 das zweite Mal.
Mit 24 das dritte Mal.
Und noch bevor ich 26 wurde, das vierte Mal.
Im Alter von 27 hatte ich drei Fehlgeburten in nicht mal einem Jahr.
Ich durfte zum fünften Mal Mutter werden mit noch 28.
Zum sechsten Mal mit 30.
Zum siebten Mal mit 32.
Mit Nils zusammen bin ich seit über 14 Jahren und verheiratet seit 12 1/2.
Ich habe mit ihm zwei Töchter und fünf Söhne.

Vier Kinder habe ich „übertragen“, drei kamen vor dem errechneten Termin.
Zwei Mal hat man versucht einzuleiten, nur ein Mal hat es wunderbar geklappt.
Von sieben Geburten hatte ich genau zwei Mal einen Blasensprung, bei den zwei letzten Geburten.
Alle sieben Geburten waren spontan. Sechs Kinder wurden im Krankenhaus geboren, die große Tochter in München, die fünf Jungs in unserem Krankenhaus vor Ort, die vier ersten davon im selben Kreisssaal. Die siebte und letzte Geburt, war die erste Geburt, die zu Hause stattfand.
Meine Kinder waren von 53 bis 56cm lang und von 3820 bis 4790Gramm schwer. Und bis gerade eben dachte ich, Anton und Zelda hätten genau das gleiche gewogen, also beinahe 5kg, die Schwersten, aber Zelda war noch mal 20g schwerer.
Ich war in meinem Leben bisher zehn Mal schwanger, geschätzt etwa (!) 70 Monate. Das sind über fünfeinhalb Jahre meines Lebens. Nur ein Mal davon war ich zeitgleich mit meiner Schwester guter Hoffnung.

Ich fing an zu bloggen, als ich mit Noah schwanger war, also mit 22, in diesem Herbst schreibe ich also schon 11 Jahre auf diesem Blog, unter dieser Domain, mit diesem Pseudonym.

Unsere vier Großen sind in der 6., 5., 3. und 1. Klasse. Emil geht im zweiten Jahr in den Kindergarten und somit gehen wir ins zehnte Jahr hintereinander ohne Unterbrechung in diesen Kindergarten. Wir haben davon die ersten zwei Jahre nur ein Kind gebracht, dann fünf Jahre zwei Kinder zur gleichen Zeit, dann ein Kind ein Jahr allein und wieder ein Jahr zwei Kinder zur Zeit, gefolgt von nun diesem einem Jahr ein Kind und dann gucken wir mal, theoretisch ab nächsten Jahr wieder zwei Kinder gleichzeitig.

Ich hatte zu Hause immer alle Kinder bis zum Kindergartenstart mit rundum drei Jahren. Das heisst seitdem Zoe nicht ganz eineinhalb war, hatte ich immer parallel zwei Kinder zeitgleich im Haus bis zu Emils Geburt. (Dann zeitweise und ein halbes Jahr vormittags drei Kinder gleichzeitig durch die Tagesmuttertätigkeit.) Und dann ab Emils zweiten Geburtstag wieder zwei, denn dann schlüpfte Anton. Seit Emils Kindergartenstart im vergangenem Jahr wieder nur ein Kind, aber dann wurde ich ja sofort schwanger und seit einem halben Jahr hab ich wieder zwei Küken hier.

Die Kinder wurden mit einem Altersabstand von 17, 23, 18, 33, 25 und 20 Monaten geboren. Das bedeutet ich habe vier Kinder in nicht ganz fünf Jahren geboren und bekam schlussendlich in elf Jahren, sieben Kinder.
Ich habe also vor bald zwölf Jahren die erste Windel gewechselt und damit nie mehr aufgehört, oftmals zwei Kinder zur Zeit, mit der gute Nacht Windel von Emil sind es abends aktuell sogar drei. Ich habe gestillt und Fläschchen gegeben. Oder für kurze Zeit stereo Flaschen gereicht.
Ich habe den drei ersten Kindern die Flasche gegeben, vier weitere gestillt- 14, 18 Monate und etwa 9 Monate, danach bekam Anton die Flasche, damit ich das erste Mal meine Rheumamedikamente nehmen konnte.
Ich habe darauf bestanden die drei ersten Kinder früh in ihren eigenen Betten (ein)schlafen zu lassen und die letzten vier wurden lieber in den Schlaf begleitet, erst stillend, dann kuschelnd.
Ben schlief daher die letzten Jahre nur neben mir ein, bis ich schwanger mit Anton wurde. Ben, Emil und Anton schliefen abends nur unter dem Geschuckel des Kinderwagens ein, davor beim Stillen bis sie (nach dem Kinderwagen- Intermezzos) soweit waren mit uns in einem Bett liegen zu bleiben bis sie schlafen. Die beiden kleinen Jungs schlafen immer noch mit mir oder Nils ein, wenn ich das mache oft noch mit Zelda- werden dann umgebettet und Anton ruft nachts nach seinem Papa, der dann dank Etagenbett bei ihm (unter Emil) weiter schläft.

Die beiden Großen teilen sich exakt die gleichen Zahlen zu ihrem Geburtstag. Nur anders gewürfelt. Deswegen waren sie und wegen ihrem Charakter immer Yin und Yang.
Das dritte Kind kam am 03.03. zur Welt, das Vierte um 4.40Uhr.
Während das dritte Kind die selbe Zahl in Monat und Tag hat, hat das Vierte eine andere Zahl zwei Mal in Monat und Jahr.
Die Tochter wurde einen Monat und einen Tag nach mir geboren, das sechste Kind einen Monat und einen Tag nach dem Fünften.
Das erste Kind wurde in dem Jahr geboren als die Omas 40 und 50 wurden, das Sechste als beide 50 und 60 wurden und werden.
Das erste und das zweite (und nun siebte) Kind haben das gleiche Sternzeichen wie die Großeltern väterlicherseits und sind nur wenige Tage vor oder nach ihren Geburtstagen geboren, das vierte und das sechste haben die gleichen Sternzeichen wie die Großeltern mütterlicherseits.
Alle Kinder hatten bis zu Zeldas Geburt ein anderes Sternzeichen und einen anderen Geburtsmonat- nun teilen sich Noah und Zelda mit zehn Jahren Abstand Sternzeichen und Geburtsmonat, wobei Zeldas errechneter Geburtstermin genau Noahs 10. Geburtstag war, freundlicher Weise suchte sie sich für ihre Ankunft einen anderen Tag aus.
Zelda ist das erste Kind, dass an einem geraden Tag und einem geraden Monat und einem geraden Jahr Geburtstag hat, alle anderen Kinder haben gerade und ungeraden Zahlen in ihrem Geburtsdatum.
Ben ist das einzige Kind, dass in einem ungeraden Jahr geboren wurde und somit exakt ein Jahr nach seinem Bruder, sonst wären alle Kinder augenscheinlich immer im Abstand von zwei Jahren geboren worden: 2004, 2006, 2008, 2009, 2012, 2014, 2016.
Wir haben zwei Kinder die in den ersten zehn Tagen eines Monats, nun zwei die in den Zehnern und drei die in den Zwanzigern Geburtstag feiern. Ein Kind, das am 30. oder 31. Geburtstag hätte, haben wir nicht. Wir haben zwei Kinder, die an einem Montag geboren wurden, Kind 3 (Tom) und Kind 6 (Anton), eines für den Dienstag, Kind 2 (Noah), zwei Kinder haben am Mittwoch zu uns gefunden (Kind 4 und 5- aka Ben und Emil) und zwei Mädchen erblickten am Samstag das Licht der Welt, nachdem am Abend zuvor die Wehen eingesetzt hatten. Es ist noch kein Sonntags- Donnerstags- oder Freitagskind dabei gewesen, dabei hätte die Woche Tage genug für unsere Kinderanzahl.
Die Mädchen sind über elf Jahre auseinander, aber Zoe war der vierte Mensch auf diesem Planeten, der Zelda gehört und gesehen hat. Beide Mädchen haben entweder ausschließlich jüngere oder ältere Brüder. Beide Töchter haben braune Augen, wie ein Bruder, nämlich Emil/Kind 5 (und meine Wenigkeit)- alle anderen Kinder haben grün oder blaue oder grünblaue Augen wie der Papa. Noah/Kind 2 hat meiner Meinung nach sogar zwei verschieden farbige Augen…

So, mir fallen bestimmt noch zig Kleinigkeiten ein, die werde ich dann noch hinzufügen…

Liebe & Fürsorge ist überall- gemeinsam gegen den Krebs

Donnerstag, Oktober 27th, 2016

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Ich lese Anne schon so lange, eine der ersten Bloggerinnen, die es gab. Eine wundervolle Frau, die wunderschön schreiben kann und uns an ihrem Leben teilhaben lässt.
Im letzten Jahr zog es mir den Boden unter den Füßen weg, als ich las, sie hätte (bereits das zweite Mal) Krebs… Aber sie kämpfte und hatte ein halbes Jahr gemeinsam mit uns die Hoffnung, dass er endlich weg wäre dieser Mistkerl- raus aus ihrem Kopf. Aber er ist noch immer da und sehr aggressiv, dieser Krebs und sie ist momentan schon sehr beeinträchtigt. Aber sie gibt nicht auf, sie ist nicht nur tapfer und voller Lebensmut, sondern geht in den kommenden Tagen erneut weit weg von zu Hause, um dem Krebs ein weiteres Mal entgegenzutreten…
Anne nimmt nicht gern Hilfe an, aber weil sie alle Kraft braucht um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und sich nicht noch Sorgen machen soll ums Geld, haben wir -Annes Freunde- diese Aktion gestartet…

Darum meine Bitte- lest, teilt und spendet- jeder Euro hilft… <3 Danke!

Letzte Male…

Donnerstag, Oktober 20th, 2016

Die große Tochter kam soeben von der Schule nach Hause und präsentierte mir den allerletzten Milchzahn…
Vielleicht auf Grund ihrer Zahnstellung nicht der letzte Zahn, den sie verlieren wird, aber eben der letzte Zahn von denen, durch die wir uns vor 10 Jahren gequält haben- diese fiesen letzten Backenzähne und nun fällt da einfach der Letzte aus…

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Und vielleicht sind das die Momente, in denen sich das ganz rund anfühlt, eine große und eine kleine Tochter, die eine bekommt ihre ersten Milchzähne und die andere verliert sie… Hachjanun…

„Nur mal kurz gucken…“

Mittwoch, Oktober 19th, 2016

Das sagten die Leute immer früher, wenn sie vom Strand die Treppe hoch auf das Grundstück meiner Schwiegereltern vors Haus mit Flachdach liefen und dann plötzlich mitten im Garten standen (oder sie wollten den Weg auf die Strasse abkürzen oder zur Toilette) oder wenn sie übern Zaun schauten auf Zehenspitzen… „Aber wir wollten doch nur mal kurz gucken…“
Einmal leicht bekleidet im „heimischen“ Garten, fragte ich dann frech zurück, ob ich auch mal zu ihnen nach Hause kommen darf… „nur mal kurz gucken“… Der Blick- unbezahlbar. Denn „Ja, aber…!“

Nun ist es so, dass man gern mal uns kennen lernen oder uns besuchen möchte. Nur mal kurz „Hallo“ sagen. Kurz vorbei kommen. Kurz einen Kaffee trinken. Nur mal kurz. Man kennt das vielleicht ausm Wochenbett. Nur mal kurz das Baby angucken. Man braucht auch vorher nicht aufräumen, das tut nicht Not, wäre quasi nicht nötig, also wirklich nicht. Denn nur kurz.
Bevorzugt im Urlaub, nur mal kurz vorbei kommen- am Strand wie praktisch mit dem ganzen Meer wie schön, aber wir haben uns doch so lange nicht gesehen… Mensch. Nur kurz. Ich brauch zu meinem Kaffee auch keinen Kuchen, echt jetzt.

Also abgesehen davon, dass man uns gern auch rund ums Jahr hier zu Hause besuchen darf, haben wir als Familie(!) festgestellt, dass wir uns dann manchmal(!) wie im Zoo fühlen. „Guck doch mal! Wie niedlich! Eine frei lebende Großfamilie! Mensch, toll! So nett, wie sie so alle zusammen leben! Darauf ein Erinnerungsfoto mit diesen Exoten!“

Ich hab da so den Löwenzahn- Soundtrack im Ohr, wenns an der Tür klingelt. „Heute sind wir bei einer Großfamilie zu Gast. Klingt komisch, ist aber so. Die haben sogar einen Fernseher, auch andere Hobbies, sind nicht sonderlich religiös, kommen selber aus einer ganz normalen Familie und warum die trotzdem so viele Kinder haben, das erzählen wir euch heute!“

Witzig auch ist, dass *die Leute* nicht uns fragen, sondern meine Schwiegermama. Als hätte die unseren Kalender im Kopf. Ja aber nun sei ich doch mal nicht so, ist doch nur kurz… Aber hey- wir sind schon groß, fragt uns! Nur leider sagen wir auch mal nein, weil wir keine Lust haben, weil ich an manchen Wochen mehr zerschossen bin, als an anderen, weil ich mich eben doch wohl fühlen mag, wenn ich Fremde in mein Haus lasse, weil nämlich Überraschung(!) nicht meine liebe Schwiegermama vorher den Tag wuppen musste, sondern ich. Weil ich aufräumen musste, niemand sonst. Naja, vielleicht hilft der Mann. :P Fragt uns! Denn wir müssen die Tür aufmachen!

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Und nun zum spannenden Teil… aber dazu muss ich ausholen. Ich will ja schliesslich auf etwas hinaus… Ich ziehe das mal als Beispiel heran. Heute also hatten wir mal Besuch. Eine Freundin der Oma. Weil die lieber Weise eben immer so wunderschöne Bilder für unsere Kinder gemalt hat, all die Jahre und nun ein neues für Zelda hatte, da darf man ja auch mal sehen wollen für wen man das gemacht hat, das tolle Bild, indem soviel Liebe zum Detail und Zeit steckt, das uns sehr viel bedeutet und weil man sich schon mal gesehen hat, es ne liebe Freundin ist, weils Oma eben auch sehr viel bedeutet und wir die Oma sehr lieb haben, freut man sich auf den Besuch und Oma bringt sogar den Kuchen mit. Die Gastgeberin hat sich mal unter Kontrolle beim Vorbesuchsputzen und alles ist entspannt, die Kinder spielen und erzählen, nachdem natürlich ein Foto gemacht werden musste. Dafür gab es sogar ein Ü- Ei als Belohnung. Wenn das Foto nicht für einen sehr, sehr lieben Menschen gewesen wäre…, aber ich bin schon still, Omas sind eben stolz auf Kinder und Kindeskinder und haben Freude daran, dass jemand anderes uns genauso toll findet, wie sie uns… wäre und bin ich auch, also stolz und freudig.
Und es war schön, um die Kinder kümmerten sich liebe Frauen, man spielte ausgelassen… Ich hab mich wirklich gefreut! Und nun bin ich bereit für das kleine ABER…

Aber als der liebe Besuch ging, sagte Oma „Und das nächste Mal kommen wir zu dir!“- Der Besuch lacht, als wäre das der komischste Witz gewesen, den man machen konnte. Wie absurd! Haha! Und erweitert noch um, denn dort dürfe man keine Schokolade auf dem Sofa essen (Wir erinnern uns an die mitgebrachten Ü- Eier). Ja, bei mir auch nicht so gern, aber leider war ich nicht schnell genug gewesen und ich bekam das auch nicht richtig mit, wenn ich in der Küche stehe und den Abwasch mache…

Worauf ich hinaus will ist, Achtung: Ich mag niemanden wehtun oder verletzten, es bezieht sich auch nicht auf eine böse Person X (ich schreibe das, weil es mir schon sooooo oft aufgefallen ist, also uns) und ich arbeite hart daran meine Meinung kund zu tun und wenn situationsbedingt nicht sofort, dann später, doch: Liebe Menschen, denkt nach!
Ist es wirklich so absurd, lieber bei einer Grossfamilie einzufallen, als selber einzuladen? Ist es keine Arbeit, so selbstverständlich noch einen Teller oder eine Tasse mehr zu nutzen? Noch ein Bedürfnis mehr unter diesem Dach? So unvorstellbar, dass man drüber lachen muss, eine Familie mit vielen Kindern einzuladen?! Nur mal so als Denkanstoß? Ich finde das nicht lustig eher schade, vielleicht tut mir das auch ein wenig weh. Sind wir so schlimm? Naja… also… ich käme auch nur kurz… „Aber wir haben ja gar nicht so viele Stühle…“ Aber wir haben noch viel mehr Platz, weil?! Und da wäre es noch an mir, dass so eine Anfahrt nicht immer witzig ist mit diesen vieeeelen Kindern… Fakt ist, ich lade wahnsinnig gern mir liebe Menschen ein, ich liebe Besuch, das Beisammensein, wenn ich Zeit hatte mich drauf einzustellen oder gar geladen habe…, (und ja ich verabscheue Spontanitäten, ich finde mein Leben spontan und flexibel genug für Neun.)… unter der Woche ist immer mal ein Kind mehr hier oder zwei, sogar über Nacht, ich kann also gar kein verschlossenesr Einsiedler sein, weil es nicht geht, ABER man ist eben immer hier bei uns.
Ich hoffe, man versteht die Intention dieses Beitrags. Ich verstehe ja dieses „mal Mäuschen spielen wollen“, ohne diesen voyeuristischen Hang gäbe es wohl einfach keine Blogs… Also nicht einfach betroffen angesprochen fühlen. Aber nun… nur mal kurz, meine Gefühle dargelegt… und eine Botschaft: Ladet auch mal kinderreiche Familien ein! Einfach so, weils nett sein könnte. Nur kurz, versteht sich.

6 Monate Zelda

Sonntag, Oktober 16th, 2016

Sechs Monate bist du nun schon bei uns, zumindest in unseren Armen, ein Teil von uns bist du schon so viel länger als nur dieses halbe Jahr.
Du bist schon so ein großes Mädchen geworden, du entwächst dem Neugeborensein nur weiter von Tag zu Tag und weiter in die Rolle eines großen Babymädchens hinein. Du bist so wach, so zäh, so stark, so fröhlich, so lieb, so vertrauensvoll, so klug und unglaublich niedlich…
Heute hast du immerzu versucht deine Knie unter den Po zu schieben, ich glaube du möchtest nicht nur weiter brummkreiseln und rückwärts robben, sondern endlich auch vorwärts kommen.
Wenn ich dich trage, hälst du dich fest, an der Tuchbahn neben dir, meinem Oberteil oder meinen Haaren, sicher ist sicher. Und wenn wir dann so unterwegs sind, müssen hin und wieder die Arme raus, bist halt schon gross und nicht mehr eingeknautscht allzeit schlafbereit. Du möchtest was sehen und auf keinen Fall etwas Wichtiges verpassen. Schlafen bitte auch nur mit mir, kurz nach dem Einschlafstillen bleibst du vielleicht auch noch liegen, aber nie lange. Das ist dir nicht geheuer. Den Raum darf ich noch kurz verlassen. Aber Föhn, Staubsauger und Rührgeräte ängstigen dich seit Neuestem. Dafür freust du dich über jedes bekannte Gesicht und das mit dem ganzen Körper mit Armen und Beinen und Strahlen übers ganze Gesicht.
Weil es hier so viele Gesichter zu merken gibt, kann dir Oma (oder jemand anderes) ohne Mama schon mal Angst machen. Und generell ist Mama doch auch noch ein bisschen besser als Papa, schliesslich hat die was zu Essen und das brauchst du oft. Wo du vor Monaten stundenlang durchhielst, meist die ganze Nacht mit deinem Daumen zufrieden warst, brauchst du mich nun viel öfter. Da gibt es einfach soviel Sicherheit, wenn die Welt sich doch zu schnell bewegt… Und da komische Dinge mit dir passieren, wie eben Robben bis man unterm Sofa oder unter Tischen und Stühlen feststeckt oder man sich im Stokke Newbornaufsatz aufrecht hinsetzen kann, Brot mümmeln und sich noch zu oft verschlucken…
Da ist soviel von dir, was du schon zeigst und wenn du dann so strahlend neben deiner großen Schwester auf dem Bett liegst, kann ich mein Glück noch immer nicht fassen, dass es dich gibt, ich dich habe, du wirklich da bist und unsere Familie noch so viel toller machst!
Ich liebe doch so unendlich sehr und du hast mich einfach nur weil es dich gibt, noch glücklicher gemacht…

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Halb voll, halb leer?!

Freitag, Oktober 14th, 2016

In den letzten Tagen hab ich es geahnt. Die Steifigkeit morgens nach dem Aufwachen, die Schmerzen in den Ohren nach dem Stillen auf der Seite in der Nacht, in der linken Schulter zum Oberarm, im Nacken und im Rücken, in den Fingern, wenn ich sie gerade mal wirklich genutzt hatte und das Pulsieren in den kleinen Gelenken ab und zu…
Und dann wache ich auf und das Knie fühlt sich ungut an, was ich ganz selten mal hatte, aber wieder verschwand. Doch es schmerzt, im Sitzen traue ich mich, berühre es und spüre sofort die Schwellung, das ist ungut.
Ein bunter Haufen aus alten Bildern taucht vor meinem inneren Auge auf. Es ist wie bei Anton die gleiche Zeit, nur dass ich eben jetzt schon die Hälfte meiner Tabletten nehme. Die Frage, ob ich das nun wieder allein hinbekomme. Meinen nächsten Termin hab ich erst in über einem Monat. Meine Rheumatologin weiß noch nicht mal, dass ich stille und trotzdem die halbe Dosis Tabletten nehme, ich glaube sie wollte das damals vorschlagen, aber ich hatte abgeklärt gemeint, mein Kind sei kein Versuchskaninchen und ich werde eben nicht stillen können, wenn es mit den Gelenken nicht mehr geht, nur stand ich damals nicht wo ich heute stehe, das war vor der Geburt des kleinen Mädchens.
Jetzt bin ich mitten drin in meinen Gefühlen, im Stillen. Nach der Geburt (als ich es kommen fühlte mit dem Hormonabfall) hatte ich die geniale Idee mal den Kinderarzt nach seiner Meinung zu fragen und er war da recht zuversichtlich, dass durchaus beides Gehen würde. Und so nahm ich in den ersten drei Monaten 1/4 der Dosis und als es schlimmer wurde erhöhte ich auf die 1/2 meiner Dosis. Ich habe Zelda nicht an die Flasche gewöhnt, weil ich gar nicht daran denken wollte, was sein könnte. Weil ich keine was/wäre/wenns sinnbefreit im Kopf durchgehen wollte, sondern im Ist bleiben wollte. Sie nimmt keinen Schnuller und kennt keine Flasche. Und noch steht nichts fest, aber vielleicht muss ich mich doch damit auseinander setzen, was kommen könnte.
Zelda ist nun so gut wie ein halbes Jahr alt, ich konnte ein halbes Jahr vollstillen. Das ist doch schon mal was oder? Das ist mehr, als ich zu hoffen gewagt hatte. Aber es bleibt ein Stich, weil ich sie doch so gern ein weiteres halbes Jahr stillen möchte… Auch wenn ich weiß, dass vielleicht das Abstillen ein Drama sein kann, aber die Flasche kein Weltuntergang ist, ist es nicht das, was ich wirklich will.
Nun habe ich mich notdürftig eigenmächtig mit Kortisonsalbe behandelt und warte den Termin zur Blutkontrolle beim Hausarzt am kommenden Donnerstag ab, den ich heute morgen schnell ausgemacht hatte, denn einen Bluttest umgehe ich auch schon sehr lange, um zu gucken, ob ich das Medikament überhaupt noch so gut vertrage, wie ich gerade annehme und dann könnte ich gegebenenfalls immer noch auf meine eigentliche Dosis erhöhen, ob nun stillend oder nicht…
Außerdem hab ich Sorge, was meine Rheumatologin von all dem hält, immerhin hab ich beim Stillen ein Medikament genommen, ohne explizit mit ihr zuvor darüber zu sprechen.
Ich habe die Krankheit noch nicht lange, ich weiß nicht wie ich mich verhalten soll, wie mein Körper mit ihr umgeht, die Hälfte der bekannten Erkrankung bis hierher war ich schwanger und weitestgehend symptomfrei. War das schön! Aber ich weiß dadurch eben nicht, ob im normalen Alltag auch weiterhin diese Tabletten reichen, stillend oder nicht oder härtere Geschütze aufgefahren werden müssen… Wo wir wieder bei was/wäre/wenn wären… Aber mir fehlt einfach die Erfahrung mit meiner Krankheit…
Fakt ist, ich muss aufpassen, das ist wohl das eine Mal im Leben wo ich vernünftig sein und doch an später denken muss und daran was ist, wenn ich nicht gut auf die Gelenke acht gebe, an mich selber denken, an mein ich in ein paar Jahren, weil ich die eben noch ein paar Jährchen brauche und nicht einfach was kaputt machen kann, weil es jetzt irgendwie geht und das später dann bereuen könnte… Also in Gedanken stark sein und mir sagen, wenn ich abstillen muss, dann ist das so, aber vielleicht kriegen wir das auch noch einen Moment länger hin…

Ich bleibe also beim Glas lieber bei „is noch was drin…“, ich gucke wo die Reise hingeht… Und muss mir doch mehr Zeit nehmen für Sport, was gerade oft einfach nicht geht, so wie zu vieles gerade nicht geht, dann ist das Tragen sicherlich nicht so optimal, aber eben auch zeitlich begrenzt, zumindest für mich… All das gibt mir noch so viel, all die Nähe zu meinem Kind und alles rund ums Tragen ist eben auch mein Hobby zur Komponente, dass es mein Leben eben doch im Alltag enorm erleichtert… Ich hoffe aufs Beste mit meinem Knie, auf weiterhin Beweglichkeit, denn ich weiß, wie schnell das kippen kann und genieße den Augenblick, denn mehr bleibt wohl erstmal nicht…

Im zehnten Jahr

Dienstag, Oktober 11th, 2016

Gestern Abend fand der erste Elternabend in diesem Kindergarten statt mit Elternbeiratswahl im Anschluss, in den ich mich unter Umständen sogar gern hätte wählen lassen, in netter Gesellschaft, aber ich schwänzte. Denn mir geht doch die Puste aus in letzter Zeit und ich muss nicht überall sein, versuche ich mir zu sagen. Und da die kleinste Person in diesem Haus keine Begeisterung für abendliche Ausflüge aufbringt, gestern viel geweint hatte und dies vermutlich am Abend in lauter und ungewohnter Umgebung fortgeführt hätte, blieb ich dem Informationsabend fern. Obwohl es eben auch mal schön ist, abends mal nicht hier zu sein, das eine oder andere bekannte oder neue Gesicht zu sehen…
Ich las also stillend, vor-, zurück- und hin- und herrollend „Harry Potter und das verwunschene Kind“ auf Bens Schreibtischstuhl sitzend vor, anstatt mit der kleinsten Tochter auf einem festen kleinen Stuhl aus Holz zu sitzen.
Was mir heute dann auffiel: Es wäre der zehnte Elternabend dieser Art gewesen- in Folge. Wir sind im zehnten Kindergartenjahr in Folge. Aktuell nur mit einem Kind. Am Endes diesen Jahres wird es das dritte Kind sein, dass ein Jahr allein gehen musste und die Große ging sogar zwei Jahren von Vieren allein. Ich werde im Laufe dieses Kindergartenjahres mein sechstes Kind anmelden, auch wenn mir das aktuell noch sehr weit entfernt vorkommt. Sehr, sehr weit, weil er sich eben nicht gern von mir trennt. Und ich erinnere mich eben vielleicht gerade heute an die Zeit, in der ich aufgeregt mein erstes Kind im Kindergarten anmeldete. Und fühle mich nach einem Treffen mit liebsten Freundinnen am Freitag zum Frühstücken an die Zeit erinnert, als ich mein erstes Kind in den Kindergarten brachte und am Nachmittag holte, wo wir uns spontan immer verabredeten, was eine wilde und schöne Zeit.
Meine große Zoe, die damals diesen ersten großen Schritt mit noch nicht ganz drei Jahren wagte. Gemeinsam mit ihrem Papa und mir, die Noah an der Hand hielt und Tom unterm Herzen trug. Und heute küsste ich das fünfte Kind, wie aktuell jeden Morgen und verabschiede es mit dem Papa zum Kindergarten…