Sieh genau hin, da ist so viel mehr…

Als ich am Donnerstag zum Kindergarten raste, schwer beladen mit Zelda, Anton vor mir herschiebend und tausenddrölzig eingekauften Sachen im und um den Kinderwagen, der Infekt am Kommen, die Sonne am Scheinen, ich viel zu spät, schon im Kindergarten angerufen, um Druck raus zu nehmen, nachher müsste ich eh noch zur Schule mit Mitbringsel und wollte mich hier einfach nur noch irgendwo hinsetzen und nie mehr aufstehen, traf ich eine liebe Kindergarten- Mama, die nun mit zweitem Kind wieder zurück in den Kindergarten kommt, also im September mit der Eingewöhnung beginnen wird, wie wir auch… und ich hab mich so gefreut sie zu sehen und blieben beide stehen und nahmen uns die Zeit, einfach einen Moment zu quatschen…
Ihre Tochter ist gerade krank und sie meinte, sie wären daher zur Zeit nicht untraurig in quasi Quarantäne, wären ganz bei sich, mit einander und beim Gehen, jeder seiner Wege, hat sie mich ermutigt wieder zu schreiben, das tue ich hiermit :)

Diese Worte hab ich mitgenommen und auch wenn es mir am Freitag und gestern noch schlechter ging, gab es da diese Momente… das Spielen am Freitag Nachmittag mit meiner Großen ganz allein, das Arbeiten in der Schule am Samstag Vormittag mit dem Zweitgrößten und seine Abschiedsaufführung, das Ankuscheln meiner kleinen Tochter mitten in der Nacht, ist sie selbst doch krank… dieser Moment, als mein kleiner Sohn gestern eingeschlafen war und ich dachte, ja hier sind wir, darum gehts, um euch… um diese Zeit, um das Zusammensein, also hab ich heute das doofe Handy abends weg gelegt beim Einschlafksucheln und das Buch rausgeholt, meinen Arm ums Kind gelegt und ihn gestreichelt und schwups weg war er… ich glaube, in diesem ganzen Quark, diesen ganzen Parties und Verpflichtungen, dem Gerenne und Besorgen geht genau das Verloren, für wen ich da renne und besorge… und egal wie viel ich schon abgespeckt und gestrichen und versucht habe, es mir, uns leichter zu machen… es hat trotzdem nicht gereicht.

Gestern war hier Straßenfest und ich wollte und konnte nicht mehr, nach fünf Stunden auf den Beinen beim Abschied, dann die Spannung, das Basteln und Proben vorher, die Gespräche zwischendrin und Gefühle, die da durcheinander flogen, ich konnte so richtig spüren wie alle Anspannung aus mir entwich und alle letzte Energie, als ich dieses Fest verließ und dann fast eine halbe Stunde zum Bahnhof mit meinem Kind lief… ich war zu Hause dann so ko, so glücklich und dankbar, stolz aber auch ausgelaugt, dann traurig und einfach nur noch krank, ich wollte nur hier und da einen Moment für mich erhaschen zwischen Tür auf und Tür zu der Kinder, die sich so sehr auf dieses Straßenfest gefreut haben… ich war bedrückt, weil nur wieder gefühlt meine Kinder rein mussten, während draußen noch groß weiter gefeiert wurde bis in die Nacht hinein… Und heute? Heute haben wir spät gefrühstückt und dann irgendwann Waffeln gegessen, etwas den Keller aufgeräumt, Wäsche gemacht und neben dem üblichen Haushalt, Harry Potter geschaut und gegrillt, gelacht und waren einfach nur wir zusammen ohne alles. Das tat so unglaublich gut! Und dann merke ich wieder was wir für tolle, humorvolle, intelligente und wunderschöne Kinder wir haben… die klar auch mal nerven, wir sie auch, das können wir echt gut, aber man hat endlich wieder mal die Kraft, die Augenlider ganz zu öffnen und genau hinzusehen… davon brauche ich in dieser letzten Woche noch so viel mehr… diesen Moment genau hinzuschauen…

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