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„Ohne Sehnsucht machen wir uns nicht auf den Weg“- 15+2

Mittwoch, März 21st, 2018

Ende des letzten Jahres hatte ich so ein Gefühl…

Erst am 11. Dezember die Erleichterung, dass die Fehlgeburt mit dem nächsten Zyklus nun wahrhaftig überstanden war und dann fast 12 Wochen nach der Gewissheit an meinem Geburtstag, dass wir kein Baby im Juni bekommen würden, hatte ich wieder einen Eisprung.
Aber ich blieb bei mir, Ende des Jahres. Ich war unsicher, ob es bei einem Test doch noch einen Rest Beta- HCG unseres verlorenen Babies anzeigen würde und irgendwie, ja irgendwie weil ich mir auch nicht sicher sein konnte, ob dieses „Gefühl“ dieses Mal Bestand hätte und aus so einem „Dieses Jahr 2017 lassen wir jetzt wie es ist…“, machte ich am Neujahrsmorgen mit maximaler Willensstärke für mich „erst“ und mit maximaler Aufregung bei 4+0 einen Test und der war positiv.
Schlagartig war natürlich alles anders. Da war nicht nur dieses „Yay! Ein neues Jahr!“, sondern auch „Oh Gott, oh Gott! Hoffentlich wird es auch ein gutes Jahr! Ein Jahr voller Hoffnung, Glück und Freude! Ein Jahr mit einem weiterem Baby!“
Ich hab zwei oder drei Tage später nochmal getestet und der Test zeigte zwar mehr an, aber es hätte bittedanke auch noch deutlicher sein können, ich war verunsichert. Sehr.
Ich zwang mich dazu keine weiteren Tests zu machen, ich zwang mich dazu raus zu gehen und die Ferien zu geniessen mit den Kindern und ging erst bei 6+0 zur Ärztin. Und da war ein Herzschlag! Und zwei Wochen danach immer noch. Immer kleiner als die Ärztin rechnete, aber für mich zeitgerecht und das kleine Zauberwesen wuchs stetig, auch das liest sich nun so stimmig und wie vorher besitmmt, aber es war wahnsinnig aufregend und nicht immer einfach- und ich buk und buk meiner Aufregung entgegen…
Es war zum Teil auch schwierig, weil ich ja meine Medikamente nehmen musste gegen das Rheuma, dazu Progesteron und zum ersten Mal Blutverdünner und ich kam mir mit Folsäure und Vitamin D obendrauf eher krank vor, als guter Hoffnung, diese Last und Verantwortung keine Medikamente zu vergessen, das Progesteron bitte alle acht Stunden, das war eine Belastung. Und mir war unendlich schlecht und müde war ich und antriebslos, bin ich immer noch, kein Blumentopf zu holen gerade bei mir.
Zelda abzustillen fiel mir auch nicht leicht, aber diese Nächte gingen nicht mehr und das Stillen tat vor allem wahnsinnig weh. Ich bin noch immer unendlich dankbar, dass Nils mich dabei so unterstützt hat und mir Zelda von sich aus förmlich gemopst hat, um mit ihr Runden im Kinderwagen zu laufen bis sie schlief, bei mir war eher keine Beruhigung zu erwarten. :/ Mitterweile ist das scheinbar ewig her und ich bin sehr glücklich wie gut wir das hinbekommen haben.
Dass alle jetzt einschliesslich meiner Einer (inklusive Blasenentzündung) so oft krank waren in den letzten Wochen und noch der Heuschnupfen dazu, war jetzt auch nicht so aufbauend. Und nebenbei wuchs das kleine Wesen in mir, was ein Geschenk, während ich mir hier und da, auch wegen Röntgen beim Zahnarzt wahnsinnige Vorwürfe gemacht hatte.
Nun ist seit zwei Wochen emotionaler Ausnahmezustand, das kenne ich leider schon von anderen Schwangerschaften, diese besonderen Wochen, in denen ich für mich spät schon einmal ein sicher geglaubtes Kind verlor, dank eines Unfalls, das zerrt, zudem fast zeitgleich. Auch dieses Kind in meinen Bauch soll im September zur Welt kommen. Es ist oft hart, sich den Erinnerungen zu stellen, gerade morgen und übermorgen, sich nicht zu verlieren in alten Ängsten, tief durchzuatmen und mir zu sagen, dass ich dieses Kind so furchtbar wie es ist, zu jeder anderen Zeit im Jahr auch verlieren kann und auf ganz andere Weise. Aber ich weiss genau, was ich jetzt verlieren würde, das Wissen, das eine Sekunde reicht, um all das zu zerstören, eine falsche Stufe, eine Fehlentscheidung beim über die Straße gehen, ein falscher Softmarker beim Ultraschall, da ist einfach so eine Unruhe in mir, neben der Freude, die es definitiv auch gibt!
Die Kinder einzuweihen, war ein großes Fest, diesen Moment hatte ich spontan für mich allein, diese hemmungslose Freude war überwältigend, obwohl was heisst „Kinder“?! Zoe wusste es sofort, weil ich meine Periode nicht mit ihr bekommen hatte, kluges Mädchen das! Es war einfach wundervoll. Sie freuen sich so sehr, ehrlich und sind aufgeregt!
Und ich hab Kleidung gekauft, für einen Sohn schon vor einem Monat und neue Tragetücher…
Und auch wenn mich das weiter tragen der frohen Kunde unruhig macht, nach wie vor, als gäbe ich ein Stück vom Glück einfach her, ist es schön, die Freude und die gute Hoffnung zu teilen…