Dieser Sommer kommt nicht zurück…

Wenn man hier Urlaub machen darf, dann bekommt man oft so einen Entspannungsdruck, man müsse quasi schon mit Schnuppern der Meeresluft auf der Stelle tiefenentspannt sein… dem ist leider nicht immer so, aber es wird ein wenig erwartet, ob nun von Dritten oder einem selber…

Nach einem Tag wie gestern, wo die zweite Läusekur anstand und ich mich vor Schmerzen abends kaum mehr auf den Beinen halten konnte, wird das schwierig mit dem dankbaren Genuss am Meer. Der schönste Abend war bisher verrückter Weise der Erste, vor Dankbarkeit und Erschöpfung zerfliessen, dass man den Weg geschafft hat, auch wenn ich super schlecht einschlafen konnte, denn genau an solchen Tagen, finde ich nicht zur Ruhe, der Körper ist so übern Punkt, es geht einfach nichts mehr, aber wie gesagt, der Abend war schön. :)

Ich bin dann gern jemand, der sich erinnert, unzufrieden mit sich oder der Gesamtsituation ist und dann anfängt Vergangenes zu beschönigen… dabei war ich in dem Moment, an den ich mich zu erinnern meine, genauso verunsichert, ob ich das Maximale aus dem Urlaub rausholen kann, ja das wird einem ja auch ein wenig vorgegaukelt in dieser Generation, du lebst quasi nur gut, wenn du die ganze Zeit gut drauf und glücklich bist und das funktioniert überhaupt gar nicht. Ich hab das für euch getestet.

Mal Loslassen, wenn nicht im Urlaub wann dann? Von der Fernbedienung und der Lieblingsserie, die einen sonst im Alltag gut tut und runter bringt und stattdessen ein Buch lesen und währenddessen zwanzig Mal auf Toilette müssen… :) Mal Loslassen von dem Müssen, dem wir sollten, den Essenszeiten, einfach allem und genau so schaffen besondere Momente zu erleben, die man im Alltag gar nicht hätte. Die Kinder beobachten im Spiel, genau zuhören und das Handy mal weg legen, wenn man angesprochen wird und eigentlich gerade mal 5 Minuten darin versinken wollte… Statt dem nach zu spüren, was gerade nicht da ist, ein feuerquallenfreier Pool, was anfangen mit dem, was da ist und so kam der Mann heute auf die Idee mit Schaufeln bewaffnet, den Kindern unten „einen Pool“ zu bauen am Strand und am Ende konnte er sechs Kinder begeistern, zum Teil auch nur kurz da gemeinsam zu buddeln und mitzubauen, diesen Moment habe ich heute so genossen!

Was sich daraus entwickelte, zu beobachten und auch abends, nach einem späten Nickerchen, weil ich total erschossen war, noch mal runter zu gehen, nochmal Badehosen anzuziehen, obwohl es schon fast Abendessenzeit gewesen wäre, zuzugucken und zu beobachten wie sie einander einbuddelten… fünf Kinder noch ganz aktiv hier unten, während zwei immer mehr und mehr in ihrem Zimmer versumpfen, für den Großen fast ein Feuerwerk, wenn man ihn mal nach unten lotsen kann, die Große ist zu vernünftig und sagt dann Sachen wie „Ich müsste auch mal wieder raus gehen!“ … all das hab ich heute aufgesogen. Die Gespräche mit Anton, der noch so viel Nähe braucht und immer mehr spricht, erzählt wo wir sind, „in die Dame“ und das wir mit dem Zug hergefahren sind… ich sauge alles auf. Emil, der so neben der Spur ist im Moment, die große Unruhe vor der Einschulung… Zelda, die die zwei Jahre weit überschritten hat, eigentlich so viel oder mehr spricht als Anton und sich so gut ausdrücken kann, riesig aussieht mit ihrem langen, schlanken Körper und so unfassbar niedlich ist… Noah, der sich rührend kümmert, die Großen beiden generell mit denen man sich schon ganz anders unterhalten kann und den Menschen hier und da zu fassen bekommt, der da heranwächst… Ben mit dem ich gestern ein paar gebratene Nudeln kaufen war, Tom der immer alles genau aufsaugt und aufnimmt… ich könnte ewig so weiter machen und du guckst und guckst und staunst und sehnst einen neuen kleinen Menschen herbei und begreifst in einem Bruchteil einer Sekunde, dass dieser Sommer so einmalig ist, nicht mehr zurück kommt und so einfach genossen werden muss, wie er kommt und geht, mit Wespen oder ohne, mit Quallen oder ohne… und während ich versuche aufzuschreiben, welche Gefühlsexplosionen, da heute und in den letzten Tagen in mir waren, steht der Mann mit den drei Großen auf der Terrasse und schaut sich dank Zoes Teleskop den Sternenhimmel an, nachdem ich mich herrlich mit fünf Kindern beim „Mensch ägere dich nicht!“ anmeckern konnte… :)

Ich mag niemanden belehren, nicht mal mich selbst, im Urlaub ist Zeit für die Dinge, die im Alltag oft keinen Platz finden, aber alles das, diese Liebe zu diesen Menschen hier, die ich Familie nennen darf, gehört kurz konserviert…

 

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