les moments

Gestern waren wir Eltern zu der Hochzeit einer lieben Freundin eingeladen, zur kirchlichen Trauung und der Feier im Anschluss… Ich war in vielerlei Hinsicht vorab total aufgeregt, angefangen bei was soll ich nur Anziehen?! Fünf Wochen nach der Geburt, stillkompatibel, stützend und dem Anlass halbwegs angemessen? Ich bin fast verzweifelt. Zudem ist Lilou so ein noch kleiner anhänglicher Mensch, es gab eigentlich keine Zeit etwas auch nur anzuprobieren, an neu Kaufen war gar nicht zu denken. Endlich am Donnerstag dann fand ich Zeit, aber nur weil Nils Homeoffice hatte und nachtsmittags Lilou im Tuch hatte. Abends hätte ich keine Chance gehabt. Nun spielte mir zu, dass ich Freitag ausgerechnet einen Tag vor der Hochzeit zum Friseur durfte, das gab mir etwas Selbstvertrauen und sollte das fehlende Schick der Kleidung ausbügeln. Der Mann hat es da viel leichter, er hat einen perfekt sitzenden super schönen Anzug… dann war ich natürlich mega aufgeregt wegen Lilou. Sie weint eher mehr und als sie dann gestern die Trauung in der Kirche komplett verschlief und nur gelegentlich kurz mupperte, war ich schon sehr dankbar und bei mir liefen ungehindert nur so die Tränen, die Worte die gesagt wurden, der Gitarrist, der so wundervolle Stimmung verbreitete, ich hab die ganze Zeit geweint und wie viele Anwesende bestimmt auch Momente mit ihr und ihrem Bräutigam Revue passieren lassen. Beide passen so gut zusammen und ich hab das damals schon gedacht, als ich ihn kennen lernen durfte. Ein Mensch, der einem anderen Menschen gut tut, den sollte man festhalten. Im Anschluss gingen wir kurz Heim, ich hatte mich bis dahin nicht getraut schon eine Fahrt zur Party zu organisieren, ich hatte einfach keine Vorstellung davon wie Lilou alles finden würde. Ich stillte sie auf dem Weg zurück nach Hause im Tuch, zog mich nochmal schnell um und dann wagten wir es ein Taxi zu ordern und Lilou schlief, sie schlief auch als wir dort ankamen, draussen standen und die Liveband laut Stimmung verbreitete. Ich erwartete, dass sie jeden Moment aufwachen würde, aber nichts. Ich liess sie nicht aus den Augen, wollte mich den einzigen Menschen, die ich kannte nicht aufdrängen, aber hatte dennoch eine schöne Zeit! Erst beim zweiten Gang wurde sie wach, gestillt, mehrmals gewickelt und knöterte und weinte dann leider so, dass wir das Taxi heim bestellten ohne uns verabschieden zu können. Es war eine so unglaublich schöne Feier und ein Geschenk diesen Moment miterleben zu dürfen, auch wenn wir um kurz nach 20Uhr schon aufbrachen, bis dahin hatte ich alles aufgesogen. Seit halb zwei waren wir unterwegs gewesen. Ãœberall fand ich Dinge hier und da, die die Handschrift meiner Freundin trugen, so sehr sie waren, es war zauberhaft, sie wirkte einfach anwesend, kümmerte sich liebevoll um alle 150 Gäste… ich hoffe beide haben diesen Tag genossen und ich wünsch ihnen nur das Allerbeste…

 

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