les moments

Gestern ging es mir nicht gut, im Laufe des vormittags wurde ich von meinen Gedanken mehr und mehr überrannt. Der Tod meiner Mama ist nun vier Monate her und ich konnte nicht aufhören daran zu denken, dass sie gar keine Zeit hatte sich von der Welt zu verabschieden, alles ging so furchtbar schnell.
Ich, wir Drei hatten vielleicht noch Zeit ihr Worte voller Liebe mitzugeben, aber mit mir konnte sie zum Beispiel gar nicht mehr sprechen, sich nicht wirklich verabschieden. Ich bin mir nicht mal sicher, ob sie noch so richtig bewusst mitbekommen hat, dass sie sterben wird. All das liess mich nicht los.
Dann sah ich Samstag spät mit meiner großen 15Jährigen noch „Wild- Der große Trip“ und es war ein schöner Abend mit ihr! Ich hatte nur total vergessen, warum die Hauptfigur sich auf den Weg macht, ich hatte damals 2016 erst das Buch, dann die Verfilmung gesehen, so hat der Film nach so langer Zeit und so kurz nach dem Verlust auch einiges aufgewühlt, zu sehen was Trauer anrichten kann. All das wofür aber in diesem Jahr keine Zeit war, wir haben Kinder, die sich auf uns verlassen, uns brauchen, mehr als in jedem anderen Jahr. Man hat auf der einen Seite vielleicht das Glück weiter machen zu müssen, aber auch gar keinen Raum für etwas Anderes.
Ausgerechnet mit der Großen sah ich nun also diesen Film, das Kind, dass meine Ma mit 40 zum ersten Mal zur Oma gemacht hatte.
Und das hing mir nun gestern so nach, ich musste raus in die Natur, mich spüren und ich hatte Glück, Lilou schlief daheim und ich hatte so mal einen echten Moment nur mit meinem Mann. Der Wind, die Luft tat so gut. Und nach zwei Stunden Laufen in der mittlerweile richtig warmen Sonne spürte ich mich ganz wunderbar, hatte mich wieder selber eingefangen und war einfach auch mal körperlich so richtig müde und ausgepowert. Das war in dem Moment genau das Richtige gewesen.
All diese Gedanken und Gefühle haben ihre Zeit, nehmen sich ihren Platz im Alltag, all das braucht eine Stimme.

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