les moments
Wie das so ist, wenn man aus der Hochfunktionalität in den Urlaub schlittert, beginnt die Zeit des Grübelns. Zumindest geht es mir so.
Ich habe gerade in diesen ersten Urlaubstagen mit mir gehadert, mich als Mutter hinterfragt. Bin ich ansprechbar genug, interessiert genug, sage ich den Kindern oft genug, wie sehr ich sie liebe? Und wie toll sie sind, jeder einzelne von ihnen?
Ich hatte nicht mal Worte dafür, hab sie nicht nal jetzt so richtig.
Seit mehr als 21 Jahren lese ich Eltern Ratgeber, ich hatte die „Leben und Erziehen“ schon auf dem Schoß, da war ich noch nicht mal schwanger.
Und somit sind viele Wege der Elternschaft schon auch an mir vorbei gezogen. Vieles würde ich gern im Nachhinein anders machen, ich habe es erst geschafft ab dem vierten Kind zu stillen, ich habe die ersten Zwei geferbert, weil ich dachte, das muss so. Das klappte bis das dritte Kind kam und aus dem Bett kletterte. Es gäbe so viel zu erzählen. Schon eine Weile lese ich, man solle nicht mehr loben. Mir leuchtet die Begründung ein, aber genau das wollen gerade meine großen Kinder hören und keine blumige Umschreibung. Sie wollen Anerkennung, Dankbarkeit und Gesehenwerden. Sie wollen hören, daß wir stolz auf sie sind, (und das sind wir, wir sollen es ja nur nicht _so_sagen, eigentlich). Da bleibt eine Unsicherheit, man will so gern alles richtig machen, aber das ist so schwer.
Das eine Kind fragt scherzhaft, ob man mal gucken soll, ob das Geschwisterkind zu Hause noch lebt, besagtes Kind meldet sich aus der Entfernung meist nur mit „Ja, nett.“ oder „Gut.“ und das kleinste Kind wird zwar schon eineinhalb Jahre alt, aber würde trotzdem gern den ganzen Tag auf mir wohnen, zumindest den halben oder immer mal wieder zum Stillen kommen. Auftanken.
Da ist so eine große Spannbreite in meiner Mutterschaft, die einen Kinder kleben an mir, die anderen sind möglichst weit weg und dazwischen sind noch Andere. Und auf alles möchte ich angemessen reagieren, jede Rolle, in jedem Stadium sein. Ich finde das unglaublich heraus fordernd und das wollte ich mal gesagt haben.
Ich bin nicht die zehnfach Vorzeigemama, ich spüre Verunsicherung und Selbstzweifel wie alle anderen auch.



