wir waren aus.

Schon im Urlaub gab es Dinge, auf die ich mich zu Hause freute. Neben Noah, den ich wirklich ewig nicht gesehen hatte, mehr als sechs Wochen, so lange wie noch nie, waren da viele Highlights, auf die ich mich freute und noch immer freue.

Letztes Wochenende war da mein erstes Konzert als Erwachsene. Angespornt dadurch war ich im Urlaub mutig, ich fragte Will, ob er auf seine kleinen Geschwister aufpassen würde einen Abend und so buchten der Mann und ich für uns Tickets bei einem Candlelight Konzert: Tribut an Linkin Park. Irgendwie musste das sein. Ich hatte Zweifel, deswegen habe ich so lange überlegt, ob es nicht zuviel ist, zwei Konzerte binnen einer Woche und dann noch am Ende der ersten Schulwoche nach Einschulung und Geburtstag. Es war einfach zu erwarten ne Knallerwoche. 

Aber als ich Freitag Abend mit dem Mann an der Bushaltestelle in der Sonne stand, mein erstes Date seit wann auch immer hatte, fühlte es sich an wie eine Belohnung nach dieser ersten Schulwoche. Wir waren auf dem Weg zu unserem allerersten gemeinsamen Konzert nach über 23 Jahren. Ich war ganz kribbelig. 

Die Location war ein Traum, in der Residenz am Odeons Platz, ich war hingerissen. Das Publikum wie erwartet ganz vielfältig. Es sah alles zauberhaft aus und dann kam der Held des Abends, der Pianist der Stunde, Rodolfo  Facarelli, der uns Zuhörer ganz unheimlich sympathisch und charmant durch diesen Abend begleitete. Es war richtig schön. Ich hatte auch nicht so eine Panik wie bei meinem ersten Konzert ein paar Tage zuvor. Ich hatte Lutschbonbons und Nils an meiner Seite. Ein bisschen Gedanken hab ich mir um den „Lost“ Song gemacht, den er spielen würde, dieser wurde zum 20. Jubiläum des Album Meteora released, den Chester noch damals mit aufgenommen hatte. Dieses Lied hat mich während der Trauer um Hazel begleitet und mein Herz klopfte ganz laut, bevor er spielte. Ich kenne jedes Wort dieses Songs. Aber es ging, wie alles andere an diesem Abend. Es passte irgendwie alles. Auf dem Heimweg setzten der Mann und ich intensive Gespräche fort, wir waren so dankbar, dass wir diese erste Woche gut gewuppt haben. Und dann dachte sich das Universum: „Moment, die glauben schon das wars?“

Der Gefrierschrank im Keller verlor an Temperatur meldete Will. Ich dachte mir erstmal nichts dabei. Die Tür hatte geklemmt. Aber als wir nach Hause kamen, war erst das Ausmaß ersichtlich, das Teil taute einfach ab und mit ihm meine Bofrost Lieferung. Weil noch ausnahmslos alle Kinder wach waren, brachte ich gleich nach dem Heimkommen um 21Uhr die Kinder ins Bett, vergessen waren die romantischen letzten Meter von der Bushaltestelle Hand in Hand nach Hause. Der Mann brachte derweil das Kühlgut aus dem Keller in die Küche, zur Kühl- Gefrier- Kombi und quetschte alles rein. Als ich dann selber ko in die Küche kam hatte ich schon die nächste Hiobsbotschaft gelesen. Zelda hatte Magenschmerzen, sie stand hier im Flur mit einer Spuckschüssel in der Hand. Und sah kreidebleich aus. Wir Eltern waren echt panisch, es waren vier Schultage. Vier. Und beim letzten Infekt im Frühjahr spuckte sich die Arme die Seele aus dem Leib. Es war furchtbar. Und sogar ich kotzte, das mach ich sonst nie. Gerade als ich dachte, ok das ist wirklich das i- Tüpfelchen von Schlimm, motzte ich Anton an, was er hier un 22Uhr noch rumstromert im Flur. Tja, er hatte auch Magenkrämpfe. Bis nach Mitternacht litt der arme Kerl, irgendwann fand er in den Schlaf und seitdem sind wir in Habacht- Stellung. Der Abend war gelaufen. Und wir hatten Angst vorm Wochenende. Also bestellte ich bei Knuspr: Küchenrolle, Klopapier, Traubensaft, Desinfektionsmittel, Salzstangen, Tütensuppen und Cracker. Romantischer wurde es nicht mehr.

Aber wir haben es geschafft, das Wochenende mit reichlich todos zu füllen und ich hab geschafft Bens Geburtstag vorzubereiten, aber was besonders schön war, ich durfte allein in die Stadt fahren, neben all den Wiesn Verrückten und „Downton Abbey- The Grand Finale“ sehen, im Original. Deswegen konnte ich nicht bei uns ins Kino gehen, ich wollte es auf keinen Fall in Deutsch gucken. Es war so so schön! Dieses Alleinsein klar, auch wenn ich mich Einiges trauen und aus meiner Komfortzone raus musste, was immer gar nicht so einfach ist, war der Film war so schön, ich hab so geheult. Das letzte bisschen Neues. Obwohl ich die Staffeln wieder und wieder gesehen habe, erst in Deutsch und dann in Englisch mit englischen Untertiteln, ist es so eine Serie, die mich erdet und auch an die Schwangerschaft mit June erinnert. 🫶🏼 So kurz nach dem Filmstart ins Kino zu gehen war toll, gerade nicht wissend, ob wir bald alle flach liegen würden. Bisher blieb es ruhig, aber ich entspanne mich noch nicht so ganz. Jedes Knistern im Babyphone oder in der Nacht lässt mich aufhorchen, hautpsache Bens Geburtstag wird schön morgen! 

Und weils mit Pleiten, Pech und Pannen nämlich nicht reichte, ist des Mannes Display von Handy hin und Bens Handy. Alles an einem Wochenende. Und weils so schön ist, und wir einen Lauf haben, wie so oft, hat sich der Motor des Lastenrads vom Mann heute verabschiedet und das ist wirklich ganz, ganz, ganz schlecht. Bleiben Sie dran! 

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