kontrolle gut, alles gut?
Ich hatte mir solche Mühe gegeben für heute. Soviel durchdacht, ich hatte einen Arzttermin um 8.30Uhr bei uns in der Stadt und Nils mit einem Kind in München um 9Uhr, das passt nicht wirklich zusammen. Da muss einer das Kleinkind minehmen. Also war der Mann um 7.30Uhr aus der Haustüre und ich zehn Minuten später.
Mein Kontrolltermin war so früh, dass ich nicht Warten konnte, bis die Schulkinder im Schulbus waren, sondern alle eher draussen waren und wir einander an unseren gegenüber liegenden Haltestellen nur noch zuwinkten. Bis dahin war alles gut, mein Bus kam, wir waren ohne Kinderwagen unterwegs, weil ich nach dem KiGa sofort weiter musste und mir das in Praxen einfach zu sperrig ist. Also waren wir schon kurz nach 8Uhr am Kindergarten, mehr als eine halbe Stunde eher als sonst, June lief ganz toll, wir waren super in der Zeit und dann waren ausgerechnet heute Henrys Schlappen nicht da. Ich musste sie suchen und wurde fahrig. Fand sie noch und zog sie ihm im Badezimmer beim Händewaschen an, schnappte June nach zwei Sätzen und flitzte zum Fenster, wartete, winkte und lief schnell mit June auf dem Arm zur Bushaltestelle, aber der Bus fuhr direkt an uns vorbei. Zeitlich ganz schlecht, also los gelaufen, zur Ludwig Thoma Treppe. Mit June auf dem Arm. 96 Stufen hoch in die Altstadt. Dann von da aus weiter zum Arzt. Ganz knapp pünktlich da, ich ausser Puste mit längeren Armen als sonst, June voller Energie räumte meinen Rucksack aus und um.
Als ich dann aufgerufen wurde, sah ich noch, dass sie etwas zu Essen im Rucksack gefunden hatte und sich in den Mund schob. Daran verschluckte sie sich auch prompt als ich gegenüber vom Arzt Platz genommen hatte, wurde rot, bekam keine Luft und ich übte mich gleich mal an erster Hilfe, ab dem Moment war der Tag eigentlich schon gelaufen und mein Nervenkostüm aufgebraucht. Ich hatte solche Angst, ausgerechnet. Der Arzt war super lieb, kenne ihn schon viele Jahre und die Untersuchung zeigte, bei der June nicht wie befürchtet auf meinem Schoss sitzen wollte, was sie sollte, alles war gut. Ich habs geschafft. Mit ein paar Tipps verliess ich das Sprechzimmer und zog uns beide an. Auf der Strasse verpassten wir erneut ganz knapp den Bus, warum sollte man auch warten, wenn eine Mutter mit Kind auf dem Arm angelaufen kommt und so lief ich mit June auf dem Arm einmal quer durch die Altstadt. um zu einer anderen Haltestelle zu laufen, die die am nähesten an unserem Zuhause ist, statt auf den nächsten Bus an der Straße stehend zu warten. Der kam dann etwas später. Ich sprach mir und June gut zu. Als der Bus kam, waren wir ja quasi schon zu Hause, ich entspannte mich, während June an mir hoch kletterte und den Halteknopf drückte und wenn der Busfahrer die Tür aufgemacht hätte, wäre ich auch versöhnt gewesen, so aber nur noch genervt und lief wütend nach vorn und schaffte es so raus. Was ist denn heute nur mit den Busfahrern los? Vorallem nach dem Berufsverkehr? Zu Hause angekommen hatte ich einen Kloß im Hals und merkte, dass jetzt wo die Sorge von mir abgefallen ist, das Medizinische geklärt ist, mein Fokus wieder da ist wo er eigentlich hingehört und eine ungehöre Leere und Traurigkeit breitete sich in mir aus. Da ist aber gar kein echter Raum, den muss ich mir suchen, da wartet ein Alltag, der früh am Morgen noch verlockend gewirkt hatte, was gäbe ich für eine kurze Pause, mal ein paar Tage nicht kochen müssen, nicht planen, nicht organisieren, nocht jonglieren, aber der Alltag reisst einen mit, manchmal gar nicht verkehrt, manchmal einengend. Wobei Alltag ja auch nicht so ganz stimmt mit Bewerbungsgesprächen und all dem Kram. Ich brauche eine Umarmung! Und versuche mal den Blick darauf zu lenken, was ich heute geschafft und was alles geklappt hat.



2 Kommentare
Jutta Krause
Ich umarme dich!!!! ????❤️????❤️
Croco
Fühl dich gedrückt.
Du hast doch heute schon bis zum Arzttermin mehr gestemmt als die meisten. Vorher noch ein Kind zum Kindergarten gebracht, es da nicht ohne Schlappen stehenlassen.
June ermuntert, bis dorthin zu laufen.
Mit Kind auf dem Arm in Rekordzeit durch die Stadt.
Kind beim Verschlucken gerettet.
Wieder mit Kind auf dem Arm zurück.
Ich wäre mehr als nur für den Tag durch.
Also: Chapeau. Das hast du alles super toll gemeistert und prima, dass du eben keine Diagnose erhalten hast, sondern zu Hause bleiben darfst,.