Das war der Januar
Es liest sich vielleicht platt, aber ich kann gar nicht fassen, dass schon Februar ist. Nicht weil der Januar so kurz gewesen wäre, um Gottes Willen, der reicht für mindestens zwei Monate, aber als ich am 31.01. dastand und an unser Silvester mit Will und Salem dachte, kam mir nur ein Gedanke: „Das kann doch gar nicht sein, dass das jetzt einen Monat her ist?“ Ambivalent also, wie so oft, ein zu schnell vergangener und gleichzeitig vollgepackter Monat.
Was umtreibt mich? Klar, auch dass der Mann noch keine Zusage für eine neue Stelle hat. Da kann mir jemand* auch den Buckel runter rutschen, derdiedas sagte: „Mit den Kontakten und deinem Können findest du ganz schnell was Neues.“ Ja, nun. Der Januar ist jetzt herum und bekannter Maßen nach den Weihnachtsferien kein guter Monat, um irgendwo neu einzusteigen, plus man merkt der deutschen Wirtschaft doch auch an, dass es nicht mehr so ist wie vor ein paar Jahren und der Mann war fleissig, sehr sogar, schrieb schon viele Bewerbungen, bekam auch Feedback logischer Weise, oft aber ein langwieriger Prozess. Arbeitet noch, hatte seine Zahngeschichte. Es ist und bleibt zermürbend. Und das wirkt sich auch auf unser Miteinander als Paar aus, da müssen wir soviel mehr aufeinander achtgeben, dass uns diese Sorgen gerade nicht aufreiben. Und ja, ich bin immer noch sauer. Das ist einfach nicht okay gelaufen.
Dann macht mir mein Eisenwert zu schaffen, nach den kräftezehrenden letzten Monaten bin ich auf mehreren Ebenen angeschlagen, das braucht Zeit und Raum, der aber nicht da ist gerade.
Immerzu ploppen neue Tabs auf, erst heute kam wieder eine Mail aus der Schule. Für ein anderes Kind suchen wir seit Monaten händeringend einen Therapieplatz, keine Chance, bis auf Selbstzahler und da waren wir dann heute zum Kennenlernen. Einfach weils wichtig ist, auch wenn wir nach wie vor Weihnachtsgeschenke abbezahlen. Dazu war Lilou heute bei einer Kreativwerkstatt, Zelda ist morgen zum Schnuppern da, nachdem Anton seit über einem Jahr Klavierunterricht hat, kam mir die Idee, die Mädels, wenn schon kein Instrument und kein Sport in Frage kommt (bis auf Reiten fänden sie sicher mega), sie in ihrer Kreativität zu unterstützen und ich laufe seit Monaten mit einem schlechten Gewissen herum, weil ich keine Bastelangebote mehr mache am Nachmittag, wie früher bei den Großen. Da ist bei mir die Luft so raus, was saß ich mit denen da und was haben wir schöne Nachmittage zusammen verbracht.
Will wohnt jetzt offiziell seit drei Monaten nicht mehr zu Hause, Noah und Samu suchen weiterhin eine eigene Wohnung und wollen zusammen ziehen. Da Samu sein Studentenzimmer gekündigt hat, wünsche ich das den beiden so sehr, da er nun zwischen Mama, Papa und uns hin und her pendelt. Noah hat seine Probezeit bestanden und Ende Februar das erste halbe Lehrjahr rum, das ist so krass, während Will auf das Ende seiner Lehrzeit zusteuert. Und gerade auch absehbar lange brauchen wird, den Führerschein zu schaffen, ich denke bei Noah wird es auch dieses Jahr soweit sein. Tom arbeitet sich tapfer durch die FOS und Ben durch die 10. samt Anmeldung fürs Gymnasium. Also Mutterstolz auf ganzer Linie. Überall. Ich seh sie alle. Auch wenn ich das nicht immer schaffe zu zeigen, glaub ich.
Ich hoffe mit dem Verarbeiten des Erlebten, steigenem Eisenwert, vielleicht auch Sicherheit durch eine neue Stelle, die Kinder psychologisch noch besser unterstützt, längere Tage, mehr Sonne, wärmere Temperaturen kommt auch die Leichtigkeit zurück.


