les moments

CN: Tod, Fehlgeburt, stille Geburt

Drei Jahre, ich kann es nicht glauben, ich lebe seit drei Jahren ohne dich weiter. Vor drei Jahren und fünf Tagen stand ich wie jedes Jahr am Grab deines Bruders, drei Jahre später habe ich mich gefragt: Ging es dir da schon schlecht? Oder warst du sogar schon verstorben? Ich weiss es nicht. Ich weiss, dass ich vor drei Jahren Fruchtwasser roch beim Aufstehen. Dennoch hofft man irgndwie auf einen Irrtum. Beim Frauenarzt morgens mit deinem Papa, ganz kurz Freude, weil deine Plazenta nicht mehr komplett den Muttermund verschloss und dann sahen wir es. Kein Herzschlag mehr. Und dann ging alles ganz schnell. Wir liefen zu Fuss aus der Praxis ins Krankenhaus. Alles wie durch Nebel. Blutabnahme. Einleitung. OP Besprechung für nach der Geburt, Abstilltabletten.

An alles gedacht. Dieses Mal, anders als Jahre zuvor hatte ich ein Einzelzimmer. Auch wenn ich mich bewusst so entschieden hatte, habe mich noch die so verloren und allein gefühlt, so ausgeliefert und hilflos, viele Stunden, viele Wehen und dann nach 1Uhr nachts warst du da, dein kleiner Körper, zweimal die Nabelschnur um deinen Hals. Ich fing dich auf und später die Planzenta. Wir hatten Zeit, nicht viel aber etwas und dann wurde ich in den OP geschoben. Endlich schlafen. Weg sein. Danach ging es morgens nach Hause, nur wenige Stunden später. Entlassen. Dein Papa holte mich ab, sah dich. Und dann ein Abschied für immer. Wie soll das gehen? Ein nie mehr? Surreal die Untertreibung des Jahrhunderts.

Wir machten weiter. Ich machte weiter. Liebevoll erklärten wir alles den Kindern, nachts kam die Trauer, die Schlaflosigkeit, die Bilder. Ich plante eine Beerdigung zwischen Ostern und zwei Kindergeburtstagen. Ja, surreal ist kein Ausdruck. Heute steh ich wieder hier und trage an Tagen wie diesen etwas von der Trauer ab, die sich angestaut hat. Du warst wunderschön! Und du fehlst so sehr! Morgen komme ich wieder her.

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