Der Sommerritt
Acht Wochen waren seit den Pfingstferien vergangen, vier Kindergeburtstage hab ich in der Zeit vorbereitet, zwei davon noch zu Hause gefeiert, den dritten gleich hier am zweiten Tag im Urlaub, den vierten werden wir dann zu Hause am ersten Schultag feiern.
Wir hatten zwei Abschlüsse zu feiern und haben vier große Kinder beschenkt, weil wir so unfassbar stolz auf sie sind, was jeder einzelne für sich erreicht hat!
Wir hatten in diesen Wochen, der Adventszeit des Sommers, drei Schulfahrten der Kinder, Sportfeste, sehr viele Ausflüge, auch als Schullandheimersatz, Sommerfeste, Schulkrisen, EB Sitzungen, viele Friseurbesuche, Einladungen zu Kindergeburtstagen, unzählige ganz reguläre und ebenso viele wirklich wichtige Facharzttermine zum Teil mit Papierkram zur Diagnostik für Kinder und uns Erwachsene.
Ich war wann immer es ging im Freibad mit den Kindern, war auf dem allerbesten ersten Konzert, war im Verkehrsmuseum, in der Stadt ein neues Lastenrad anschauen, weil ab September alles anders wird, habe hier und da gelesen, Freundinnen getroffen, war wirklich echt beim Sport bis ich mich Schonen musste, weil ich keine Nachblutung riskieren wollte. Wir hatten Läuse, Läusealarm in der letzten Woche in einer Klasse, Bettwanzenalarm aus einer Schulfahrtunterkunft, Klassenkameraden mit Magendarm und ungewaschene Hände nach Wildtieren. Es war ein Ritt! Und wir hatten wenig Streit, gerade die letzten zwei, drei richtig schlimmen Wochen, trotz Arbeit in Probezeit. Ich habe viele Geschenke und Aufmerksamkeiten auf den Weg gebracht. Aber vieles eben auch nicht. Weil ich keine Superheldin bin. Ein Kind hat sich nicht mehr getraut nach dem Sommerfest etwas einzeln für die Lehrerinnen mitzunehmen, ich habe vergessen den Lehrerinnen, die mit den Zehnern fünf Tage in Wien waren eine Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, was ich sonst immer versuche und mir einfach wichtig ist, und bei den anderen Fahrten geschafft hatte. Ich hab zwar zehn Menschen in der Schule Blumen und selbstgemachtes Süsses zukommen lassen, aber durch Henrys Kranksein, der Sorge er hätte Angina, und die letzten kurzen Tage der Schulkinder nichts mehr für die tollen Menschen, die bei uns im Kindergarten arbeiten, ich habs nicht geschafft, noch etwas selbst herzustellen. Ich habe einer Freundin keine Aufmerksamkeit zum Geburtstag geschickt und ja diese Dinge, nagen an mir, die hätte ich gern noch geschafft. Aber mehr ging nicht, ich habs versucht wie Beppo zu machen, Woche um Woche genommen. Sechs von sieben dieser Wochenenden hatten wir etwas zu erledigen. Termin um Termin gerockt und bloss nicht zählen, nicht verzweifeln, spontan zur Zeugnisverleihung von Will mit den zwei Kleinsten, weil wer hätte sonst aufpassen sollen?
Jetzt bin ich unfassbar dankbar hier zu sein, ich freu mich über das eigene Fahrrad, das nun hier steht, ich hatte ja nach Pfingsten eins gebraucht entdeckt und Nils hatte es in den letzten Nächten abmontiert und mit Hilfe eines Fahrradversands hoch geschickt, Antons altes Rad, wir hatten Toms uraltes für Anton überholen lassen, weils größer ist, was Anton nun zu Hause hat, und das kleinere ist hier dank Oma, die dieses Rad, von uns zusammen gesammelte Vorräte, Bücher, Konsolen, Tonie Box und Klimbim mit in den Norden gefahren hat, als sie kurz hier oben war, Anfang der Woche. Kommende Woche kommt schon Ben, dann sind acht Kinder hier, so gern hätte ich Noah und Samu hier gehabt, aber das war leider nicht möglich, dafür kommen noch mein Papa und Nennonkel Ende August und Will und Salem Anfang September bis wir los fahren. Ich freu mich auf eine weitere Urlaubswoche vom Mann, bin so glücklich hier zu sein, kann durchatmen, lesen, schlafen, was leckeres essen, im eiskalten Wasser schwimmen und sorglos sein. Alles nicht selbstverständlich, ich geniesse es sehr!


