jour ordinaire

Der alltägliche Wahnsinn

  • You just keep on living until you feel alive again

    Und auf einmal ist es zehn Jahre her, das eine Furcht, eine Sorge, zur Gewissheit wurde. Dein Herz hatte aufgehört zu schlagen, das sah ich sofort, auch ohne, dass die Ärztin es sagen musste. Ich hatte bisher vier sogenannte Fehlgeburten in meinem Leben, aber nur einmal haben wir uns von einem winzig kleinen weissen Sarg verabschiedet, der Mann hatte ihn ganz allein ausgesucht. Es hat Monate gebraucht um all die Zusammenhänge zu verstehen und richtig einzuordnen, es hat Monate gebraucht deinen Namen zu sagen und nicht nur dein Kosewort, all das zuzulassen, Monate bis ich nicht mehr das Gefühl hatte, ich könnte nicht richtig atmen, als drücke mir etwas auf den…

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  • Nur zehn Minuten

    Vorhin unterwegs, wieder mal in so einem dazwischen gequetschtem Davor und Danach (nach dem Brot, nach dem Stillen, nach der Wäsche, vor dem Abendessen, vor dem Stillen, bevor jemand zu müde ist), meckerte ich noch eben auf Twitter, ein Stück weit getrieben und genervt darüber, dass wirklich überall Menschen sind, nicht nur zu Hause, sondern auch draussen sind so viele wimmelnde Menschen, die einem entgegekommen oder vor einem laufen oder die in Gruppen zusammen stehen, denen man ausweichen muss, ständig ist da wer und man, ich wollte einfach nur Alleinsein. Und wenn man einfach mal nur ein paar Minuten für sich sein möchte, um mal den Kopf frei zu kriegen,…

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  • Heute vor einem Jahr

    Vor einem Jahr bin ich nach Berlin gefahren, weil meine Mama im Sterben lag. Es war ein Mittwoch. Noch wenige Tage vorher, sah es viel besser aus, wir waren erschüttert wegen der Metastasen, die wir schon kannten. Aber irgendwie hoffnungsfroh, dass sie und wir mit ihr dank Bestrahlung und Chemo noch Zeit hätten. Am Wochenende hatte sie noch Besuch, ich wäre liebend gern ein Teil davon gewesen, aber ich hatte meine Anreise auf eine Woche später angekündigt. Freitag. Nur wenige Tage. Ich stand im regen Ausstauch mit meiner Schwester. An diesem Mittwoch schrieb sie mir kurz vor 11Uhr, dass die Ärztin gerade meiner Mama in ihrem Beisein gesagt hätte, dass…

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  • Lockdown №2, Tag 28

    Heute wie gestern zog es die vier großen Kleinen und mich erstmal raus und Henry blieb beim Papa im Tuch (was schlau war, denn gestern mit minus 8Grad war es so vereisst, dass ich gleich mehrmals ausgerutscht und gestürzt bin auf dem Spielplatz und der Rodelfläche, heute dagegen wars traumhaft und wir wollten gar nicht mehr rein, ich brauch nur dringend ne Schneehose 😅). Raus gleich früh kurz nach 8Uhr, weil Emil, das kleinste Schulkind um 10Uhr seinen ersten Call mit den anderen Drittklässlern hat. Bis dahin bleibt der Papa so homeoffice bedingt bereits für die grossen Vier gleich mal in der Nähe. Perfekte Arbeitsteilung. Während wir draussen sind, ist es…

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  • Lockdown №2, Tag 25

    Lockdown №2, Tag 25 Wir versuchen die Ferien gemütlich ausklingen zu lassen. Gar nicht so einfach, bei einem späten Frühstück, trug ich letzte Termine ein und wir versuchten gemeinsam raus zu arbeiten, wer wann in welchem Zimmer mit welchem Gerät am Montag bzw die kommende Woche am besten Arbeiten kann. (Zwei Jungs in einem Zimmer, einer im Teams- Call, einer parallel Gitarrenunterricht ist etwas ungünstig) In der Stoßzeit muss ich schauen, dass die Kleinen leise im Erdgeschoss bleiben und dabei kann ich nicht jeden Tag auf den Fernseher zurück greifen, auch wenn die Kleinen grad sehr anhänglich und kuschelig sind. Lilou geht manchmal gern Stiften und den Papa im Keller…

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  • Lockdown №2, Tag 23

    Irgendwo bei Twitter las ich das Wort „Pandemüde“ und ich finde es fast passend. Fast, weil es für unsere Situation nicht ganz passt. Ich bin müde und ausgelaugt, laufe auf Stromsparmodus oder schon Notstrom, anders kann ich es kaum beschreiben.  Ich hänge durch und es fällt mir schwer mich zu muttivieren, ob es an den Nachwehen des Dezembers liegt, wo die Abende lang und die Nächte kurz waren? Am Weltgeschehen? Der Art und Weise wie man da draussen oder im Netz miteinander umgeht? Der Ton ist so unfassbar rau geworden. Daran dass ich nur noch weiss, wie meine Freundinnen aussehen, die die ich noch habe. Dass meine Gelenke wieder mehr…

  • Lockdown №2, Tag 21

    Lockdown №2, Tag 21 Wunderschönes Puzzle zum neuen Jahr gestern gelegt. Nach vielen Wochen wieder gemerkt, wie sehr ich es liebe mein Augenmerk auf Kleinigkeiten zu lenken, die Farbe zu betrachten und die Teile zu sortieren und nicht nur kurz zu schauen, sondern einem Bild einen langen Moment Aufmerksamkeit zu schenken... gestern Abend begonnen und beendet, erst kam Zoe, dann Zelda dazu und zu dritt waren wir flott fertig. Das hat Spass gemacht... ich bin ja oft so gehetzt im Alltag und mag gern alles auf einmal an einem Tag machen, also auch ein kleines Training für mich konzentriert nur eine einzige Sache zu tun... ohne mal schnell dies oder…

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  • Lockdown №2, Tag 17

    Lockdown №2, Tag 17 Ein neuer Tag, ein neues Jahr... ein Pyjama- Tag mit viel Kuscheln, Kinderfilmen und Serien, wir haben mit den zwei neuen Memories gespielt, auf der Switch gezockt, gelesen und Reste vom Raclette gestern Abend verarbeitet, noch Soljanka und Tiramisu vernascht- und sind einfach angekommen, haben das alte Jahr und den langen Tag gestern losgelassen...

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  • In 2020 war ich dankbar (da)für,…

    *unser neuntes Kind, das ich wie ich es mir immer gewünscht habe ganz komplikationslos und flott zu Hause gebären durfte *den Mann an meiner Seite, mit dem ich wieder ein Stück gewachsen bin und ich denke mit nur etwas mehr Energie könnten wir einander noch besser sehen und wertschätzen als wir es in den vergangenen Monaten schon getan haben und eben ganz besonders, wenn es ruhiger war *unsere neun Kinder, die in diesem Jahr aneinander, miteinander und jeder für sich nicht nur in Zentimeter gewachsen sind *die Gesundheit unserer Kinder und das in jeder Situation, in der wir medizinische Hilfe benötigten, wir diese auch rasch und gut bekommen haben *das…