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41. Schwangerschaftswoche

Donnerstag, September 13th, 2018

Ich weiß nicht recht, wo ich anfangen soll… ich bin definitiv nicht gern schwanger und ich mag jeden ganz doll verhauen, der mir erzählen möchte, dass ich den Bauch bald noch vermissen werde. Das mag ja sein, denn so ein schöner runder Bauch schreit nach Leben, nach Zauber, nach Wunder… aber ich bin ja nach vier verlorenen und sieben geborenen Kindern durchaus in der Lage mich zu erinnern… ich kann seit Januar nicht normal essen, es geht mir schlecht, ich hielt mich auf Trab, um fit zu bleiben, weil ich so gut wie alles allein machen muss, nicht weil ich will, nicht weil ich Hilfe ablehne, sondern weil da kein magisches Zauberpony in der Ecke wartet… dazu kommen all die Verantwortung, die ich trage seitdem ich denke, ich bin schwanger… all die Unsicherheit, die ja bitte immer hoffnungsvoll bleiben soll… meine Blutwerte werden gerade schlechter, das schiebt meine Rheumatologin auf die Schwangerschaft, in meinem Gesicht tut mir alles weh, weil da noch so ein Rest Erkältung sitzt, die ich einfach nicht richtig auskurieren kann, ich wuppe die Abende, an denen der Mann zur Physiotherapie muss und eigentlich ja nur etwas später kommt… ich könnte ewig so weiter machen… mein Körper schreit danach endlich verlassen zu werden, kein Gefäß mehr zu sein, auch wenn ich weiß wie viel Geburtsarbeit noch vor mir liegt (und mich erschaudern lässt, ich gebe es immer wieder zu) und dann die läppischen vier Wochen sowas wie Wochenbett, in denen ich mich von Schwangerschaft, Geburt und den Verletzungen erholen und heilen darf.

Schwanger sein ist für mich einfach der einzige legale Weg an ein Kind zu kommen… und es gab unendlich viele Momente in dieser Schwangerschaft, in denen ich dachte, ich mag das einfach nie mehr wieder erleben, wenn dieses eine Kind noch geboren wurde… ich bin einfach keine 21 mehr, Gott sei Dank und leider in einem.

Ich bin stolz, auf alles was ich in den letzten Wochen erreicht und geschafft habe, aber auch weil ich eben keine Wahl hatte, ich hielt mich wie oben beschrieben fit und hielt mein Aktivitätslevel hoch. „Überanstreng dich nicht“ las ich so oder ähnlich in den letzten Wochen der Ferien, aber jetzt mit der Schulzeit ist es gefühlt schlimmer, ob es nun an der noch einmal fortgeschrittenen Schwangerschaft mehr liegt, an meinen Immunsystem, dem Stress, der abfiel aber auch der Stress, der jetzt erstrecht präsent ist… Elternzeit schön und gut, aber was ist mit den besonders kraftraubenden Tagen vor der Geburt? Wie soll man entspannt in eine Geburt gehen? Ich bin emotional auch so müde, ich glaube, ein Stück weit verdaue ich noch, dass all mein Gefühl von „sie käme eher“, nicht eintraf, damit hab ich tatsächlich so überhaupt nicht gerechnet, nein schlimmer noch… Tag um Tag vergeht…

In der Maschinerie gefangen… in den letzten Monaten dachte ich oft an eine Alleingeburt, meine Geburt mit Anton war sehr traumatisch. Und die Geburt von Zelda zu Hause dagegen so schön und heilsam, der Rest nicht unbedingt. Der Weg hierher auch nicht. Oft habe ich mich allem entzogen, war Wochen nicht beim Arzt. Und nun?

Gestern war nach der Einschulung der erste richtige Tag im Alltag. Die Oma hatte kurz den Anton um 12Uhr vom Kindergarten geholt, aber fuhr dann gleich wieder weg, nach einem Schnack, während ich Mittag machte für die fünf Schulkinder, die um 13Uhr kamen… mir war etwas komisch gestern. Ich versuchte mich zu pflegen, bewusst langsamer zu machen, kümmerte mich um meine Füße (was für eine verfluchte Verrenkerei), Frühstückte in Ruhe, inhalierte, machte eine kleine Runde Sport für den Rücken… nach dem Mittagessen als die Spülmaschine lief, musste ich mal wieder den ganzen Tag zur Toilette. Im Anschluss wollte ich mich hinlegen und ausruhen, nur kurz, etwa 30min reichen ja, aber Zelda schlief ein und so war ich auf Habacht sie auch wirklich zu wecken im Anschluss, denn auch ohne Mittagsschlaf war sie letzte Woche mal bis 22Uhr wach und mit kann es dann mal Mitternacht werden, wenn man dann gern mal abends Luft holen möchte, ist das eher ungut, wenn ich eh bis nach 21Uhr zwei Kids in den Schlaf begleite, von denen einer die Nacht neben mir schläft… die Kinder stritten hier und da laut und ich verpustete etwas Schmerzen, zog mich ganz bewusst eine Stunde zurück trotz der Geräuschkulisse auch mit schlechtem Gewissen, weil ich es eben nicht zum Spielplatz oder ins Freibad geschafft hatte), ging später dann nochmal durch die Haare des Lausbuben, sicher ist sicher, machte Abendbrot und dann kam der Mann… jeden Abend begleite ich die Jungs… aber gestern wollte ich es aufteilen, Anton macht der Alltag wieder zu schaffen und ich wollte, dass er die Chance hat schnell einzuschlafen, das gelang dann dennoch erst gegen 20.30Uhr. In der Zwischenzeit hatte sich meine Hebamme schon gemeldet, ob ich dann jetzt wie verabredet zum Kreisssaal käme wegen der Vorsorge… also natürlich nochmal Toilette und loshupfen genau dahin, Stress Stress Stress… aber umso eher ich da wäre, käme ich wieder nach Hause…

So legte ich mich aufs Bett mit meinem engen Gurt, sie untersuchte mich, wie ich das hasse, aber die Hoffnung ist ja da, dass sich doch was getan hat und während ich da lag, plante sie schon die nächsten Tage. Ich war erst Montag bei der Vorsorge wegen der 40+3 Regelung, es waren gerade mal zwei Tage vergangen und ich soll am Freitag schon wieder zum Frauenarzt, in meinem Kopf schrillte es und schrillte noch lauter, als sie meinte, sonst massiere sie, wenn ich mag natürlich am Samstag mal den Muttermund, das kannte ich noch von Zelda und hatte tatsächlich geholfen vor zwei Jahren, aber ich war nur überfordert, ich ging gedanklich in Abwehrhaltung, ich war so müde… ich wollte das alles gar nicht hören, ich will doch nur hören, dass bald dieses Kind kommt… das CTG schrieb und sie meinte noch beim Hinausgehen, so vorbildlich würde unser Baby das machen, ich sehe so müde aus, da könnte ich schnell heim gehen… keine 5min später schlug das Gerät heftig Alarm, ich drückte auf den Herztonknopf und wartete, ob das Gepiepe aufhören würde, denn ich dachte sie war weg geflutscht… passiert ja… aber ich bekam schlimme Schmerzen, das kenne ich leider auch und Gott sei Dank weiß ich das einzuordnen, teilweise wachte ich nachts mit richtig starken Schmerzen auf, entweder liegt sie dann doof oder die Bauchmuskeln krampfen richtig, so dass ich kaum aufstehen kann… also lag ich da und wand mich und dann kam sie zurück und lenkte meine Aufmerksamkeit auf die Herztöne… von entspannten 120Schlägen, hämmerte es nun bei über 185 und deswegen schlug das Gerät Alarm. Oh. Gar nicht schön und es hörte nicht auf… sie wand sich… wie schon Montag beim Arzt, aber da hatte ich im Sitzen schreiben dürfen und war so stolz auf mich gewesen, dass ich das erfragt hatte, da war sie aber auch nach fünf Minuten gleich ruhiger geworden, also genau anders herum… ihre Bewegungen waren aber gestern Abend so schmerzhaft, das kannte ich so nur von Ben. Ben war das eigentlich vorher Schädellagen- Kind, dass sich in der 40. Woche im Kreisssaal vor der Hebamme von Quer- in Beckenendlage gedreht hatte, um am nächsten Morgen wieder in Schädellage zu liegen, der unter der Geburt keine Anstalten machte, das Becken zu Kontakten und dann in einem Rutsch kam, aber vorher einmal mit den Schultern stecken geblieben war, dieses Verhalten zog sich ja nach der Geburt weiter… :) Bei Lilou ist das aber anders, sie sitzt seit Wochen ganz lieb und geduldig tief im Becken mit dem Kopf, nur ihren Körper dreht sie hin und her… oder sollte ich sagen wuchtet… nun empfahl meine Hebamme das Kind festzuhalten… damit sie sich beruhigt, aber das ist sie gar nicht gewöhnt, auch enge Kleidung behagt wieder ihr noch mir… sie ist da eher die Freischwimmerin. :) Ich machte mir dann echt Gedanken, meine Hebamme meinte, das wäre eigentlich nicht pathologisch, aber theoretisch müsste man jetzt länger CTG schreiben, mein Fluchtinstinkt war geweckt… noch länger? Ich schnaufte und stöhnte und Lilou flippte weiter aus… ich dachte, man darf gar nicht dran denken, was unter der Geburt in einem Krankenhaus passieren würde, wäre eine andere Hebamme hier neben mir… ich gab mir Mühe Lilou zu beruhigen, aber es gelang nicht wirklich. ich setzte mich dann auf, aber da war meine Hebamme schon wieder, hielt den Bauch und meinte fast schon anerkennend, aber eben so, dass ich mich verstanden fühlte, dass Lilou wirklich unglaublich viel Kraft hat und dass sie sehen würde, wie weh sie mir gerade täte… sie nahm das CTG ab… das half leider nicht weiter. Lilou beruhigte sich erst nachts, Stunden später… natürlich macht man sich als Schwangere Gedanken, ich fühlte ja, wie aufgewühlt sie war… und das war ich ebenso. Ich will diese Kaskade an Untersuchungen und Kontrollen nicht, aber ich mag auch weiterhin eine Hausgeburt. Ich weiß einfach nicht, was ich tun soll… ich wusste, dass sich so erschöpft wie ich war, kein Kind bekommen würde können. Irgendwann schlief ich ein und nur ein paar Stunden später war ich wieder wach und wurde gebraucht…

Ich bin so dankbar für diesen Mann, der seit Jahren saufrüh aufsteht und den Frühstücksdienst übernimmt, den Kindern Brote macht und seien sie noch so un- Bento, damit ich liegen bleiben kann, weil schwanger oder Stillnächte… Das tut so gut, aber der Rest klebt an mir… heute ist er sogar im Homeoffice, was nicht bedeutet, dass er mich betüddeln kann und mir alles abnehmen, aber das eine oder andere eben schon…

Ich mag am Liebsten flüchten… mich verstecken… vor den Sorgen, den Kontrollen, dem Warten… dem immer weiter Warten… ich kann gar nicht mehr aufzählen wie oft ich schon Küchenrolle oder Klopapier für die Zeit nach der Geburt nachgekauft habe, wie oft ich das Bad schon sauber geputzt habe, damit ich da ein paar Wehen in Ruhe veratmen kann und mich Pflegen nach der Geburt, wie oft ich Staub im Schlafzimmer gewischt habe, dass mein gut duftendes Gebärzimmer sein soll… ich fühl mich so emotional ausgelutscht und müde… und mir steckt der Abend noch in den Knochen, während ich überlegen muss, ob und wann und wie ich morgen erneut zur Kontrolle watscheln darf…  erwähnte ich schon wie emotional ausgelutscht ich mich fühle?

40. Schwangerschaftswoche

Montag, September 3rd, 2018

Ich stehe in meinem Schlafzimmer und denke, dass mir vermutlich irgendwann rückblickend diese Tage wie verzaubert vorkommen werden, aufgeladen, sehnsuchtsvoll, in Erwartung auf ein Wunder…
Tatsächlich wache ich jeden Morgen total genervt auf und realisiere, dass ich ja *immernoch* schwanger bin.
Alles ist schön hergerichtet, die Räume strahlen eine Wärme und Behaglichkeit aus, die sogar mich einlullen, die Kinder warten genauso liebevoll und erwartungsfroh auf die Geburt wie wir Großen. Was gäbe ich drum, noch ein paar Tage in den Ferien Zeit zu haben, zum Ankommen mit dem kleinen Babymädchen, ohne Alltag, ohne Schule und ohne Kindergarten. Einfach nur wir in unserer Blase, danach wäre ich sicherlich froh, der Papa dann auch, wenn die Kinder hier und da ein paar Stunden weg sein werden. Aber mit jeden Tag, der ereignislos vergeht, verstreicht einmal mehr die Möglichkeit auf ein in Ruhe Ankommen. Das macht mich unendlich traurig, gerade nachdem ich wie aufgezogen war, als wir vor (gerade mal) einer Woche hier ankamen und das vorherrschende Gefühl war, bloss noch schnell alles fertig zu haben, bevor…
Langsam wird mir alles zu viel, ich bin genervter von Kommentaren als sonst, ich möchte allein sein, meine Ruhe haben… und endlich dieses Baby gebären.
Hinzu kommt, ja das möchte ich auch festhalten, dass meine Hebamme gefühlt nicht so für mich da war und sein konnte, wie ich mir das gewünscht hätte, ich mich ab und an nur ins Leere meldete, sie nicht antwortete, ich mich dadurch nicht so gut aufgefangen und behütet fühlte, was dazu führte, dass ich oft dachte, dann mache ich das alles eben allein…
Meine Stimmung hat also einen Tiefpunkt erreicht. Ich bin gespannt, wann sich die Glückseligkeit in mir ausbreitet, weil unser Mädchen endlich da ist…
Bis dahin sorge ich dafür, dass ich jeden Tag eine Aufgabe habe, Läuse auskämmen zum Beispiel (uah) und einmal alle Bettwäsche waschen, Wände streichen, Einschulungs“geschenke“ einwickeln, Pakete zurück schicken und alles besorgen, was noch fehlt von letzten Geschenken über Hausschuhe zu wollenden Babysocken, Vorkochen, Schultaschen auf Vordermann bringen, Gesellschaftsspiele spielen und nach Tagen endlich nachlassendem Regen mal wieder auf den Spielplatz gehen und frische Luft atmen können… und dort wie so eine sehnsuchtsvolle naive Frau in freudiger Erwartung denken: „Wer weiss, wann ich das nächste Mal raus komme…“

Zerrissen

Montag, August 27th, 2018

Normalerweise fällt mir der Abschied von Meer unendlich schwer. Manchmal geht es etwas leichter, wenn wir Pfingten fahren durften und klar ist, dass wir nach dem Sommerwahnsinn nochmal kommen können… aber am Ende des Sommers ist es immer besonders traurig, bleischwer das Herz, weil man keine Ahnung hat, wann man wieder hier sein darf…

Dieses Jahr nochmal schlimmer, ist das Gefühlschaos perfekt, die Sorge auf die letzten Meter noch hier im Haus zu entbinden oder während der Fahrt heim (die letzte Geburt dauerte 1 1/2Stunden), gepaart mit der Aufregung und Vorfreude und gleichzeitig der Hoffnung und Sorge, ob man noch *alles* rechtzeitig schafft *vorher* zu Hause…

Und im Herzen bei jedem Abschied von Meer immer diese Zeitraffermomente vom Zauberhaus. Das Wissen, dass wir sehr wahrscheinlich beim nächsten Mal ein grosses Baby, fast Kleinkind dabei haben werden, denn so hochschwanger war ich hier oben noch nie. Das erste Mal so dermassen kugelrund, obwohl mir einfällt, dass ich mit Kugelbauch Ben, unserem ersten Septemberbaby, schon mal am Meer war, dennoch nicht so kurz vor dem Termin, damals noch im Bungalowhaus lange vor dem Neubau. Ansonsten fuhr ich schon öfter von Zauberhaus fort, frisch schwanger oder wurde es knapp danach, nicht immer durfte das Kind bei uns bleiben. Dennoch dreht sich alles um dieses Haus, diesen Ort, so viele Entscheidungen, die wir dort fällten, soviele Meilensteine, die wir dort erlebten…

Das erste Mal im Zauberhaus war ich allein mit Nils etwa ein dreiviertel Jahr nachdem wir uns kennen gelernt hatten, vielleicht wars auch schon ein Jahr her. Nils hatte mir nach unserem Kennenlernen am 11.August etwa einen Monat später einen Heiratsantrag gemacht und nun hier oben, fast ein Jahr später trotz unglaublich viel Streit, fanden wir den Mut alles genauer zu planen, denn dort gab es einen Leuchtturm, in dem man heiraten konnte und so wurde nur kurze Zeit später nach und durch diesen Urlaub alles ernster und greifbarer- die Anmeldung beim Standesamt im September für de Hochzeit im Februar, nur wurde es eine Mühle an der Nordsee, statt dem Leuchtturm an der Ostsee.
In diesem Jahr der Hochzeit waren wir nicht am Meer, denn ich war mittlerweile sehr schwanger, Zoe kam dann als unser erstes Kind im November und mit ihr fuhren wir als Familie im Sommer drauf das erste Mal ans Meer. Und fuhren mit Noah im Gepäck wieder heim. Ein Jahr später mit Noah als Baby und Zoe hoch… und wieder ein Jahr später frisch schwanger mit Tom im Bauch, ein Jahr später mit drei Kindern an der Hand und dem Wunsch nach Ben im Herzen wieder Heim. Diesen Urlaub vergesse ich nie, es war so klar, Tom braucht so einen Partner in Crime wie Zoe und Noah es waren und dann war ich wirklich ein Jahr später oben hochschwanger mit Ben im Bauch- ein Jahr später schon lief Ben mit 10 Monaten nackig am Strand entlang! Er lief! Es folgte eine furchtbare Zeit voller Kinderwunsch und Verlusten- ein langes schlimmes Jahr, ein Sommer an dem ich schwanger vom Meer weg fuhr und das dritte Kind in Folge nur kurze Zeit später verlor, um dann endlich Ende des Jahres mit Emil schwanger zu werden… Im folgenden Sommer drauf, dann mit einem einen Monat altem Baby ans Wasser, dann ein weiteres Jahr später wieder der Wunsch geflüstert in den Wind und wieder ein Jahr später mit Minibaby im Sommer und ein zweites Mal im Herbst dann mit drei Monate altem Anton ans Meer, ein Jahr später mehr als ein Wunsch, denn ich hatte bereits ganz frisch ein Baby unterm Herzen als wir mit sechs Kindern am Meer waren, im Sommer darauf war sie da, unsere zweite Tochter- Zelda- und wir besuchten die Ostsee mit sieben Kindern, ein Jahr später wieder eine Abfahrt mit Baby unterm Herzen, das nicht bleiben durfte und dann in diesem Jahr mit Riesenmurmel am Strand und ganz viel Hoffnung- so ging es Jahr um Jahr bis heute…

Aber nicht nur neue kleine Menschen begleiteten uns, die Kinder wuchsen und wuchsen, jedes Jahr gefühlte Meter… von den kleinen Babies am Strand blieb nicht fiel, daraus wurden Kinder, die allein an die Promenade gehen, abends spazieren, nach uns ins Bett oder gar nicht erst an den Strand… wie sich alle miteinander verändern, noch viel mit einander spielen, aneinander wachsen und miteinander aufwachsen ist schön zu sehen… und ganz besonders brennen sie sich ein diese Momente oben an der Ostsee, wenn Nils mit den Großen vor mir geht, während er den Kinderwagen schiebt, schiebt sich ein Bild über die junge Frau neben ihm, die meine Tochter sein soll, aber gerade erst von Papa und Opa auf den Schultern genau dort getragen wurde…

Dieser Sommer kommt nicht zurück…

Donnerstag, August 16th, 2018

Wenn man hier Urlaub machen darf, dann bekommt man oft so einen Entspannungsdruck, man müsse quasi schon mit Schnuppern der Meeresluft auf der Stelle tiefenentspannt sein… dem ist leider nicht immer so, aber es wird ein wenig erwartet, ob nun von Dritten oder einem selber…

Nach einem Tag wie gestern, wo die zweite Läusekur anstand und ich mich vor Schmerzen abends kaum mehr auf den Beinen halten konnte, wird das schwierig mit dem dankbaren Genuss am Meer. Der schönste Abend war bisher verrückter Weise der Erste, vor Dankbarkeit und Erschöpfung zerfliessen, dass man den Weg geschafft hat, auch wenn ich super schlecht einschlafen konnte, denn genau an solchen Tagen, finde ich nicht zur Ruhe, der Körper ist so übern Punkt, es geht einfach nichts mehr, aber wie gesagt, der Abend war schön. :)

Ich bin dann gern jemand, der sich erinnert, unzufrieden mit sich oder der Gesamtsituation ist und dann anfängt Vergangenes zu beschönigen… dabei war ich in dem Moment, an den ich mich zu erinnern meine, genauso verunsichert, ob ich das Maximale aus dem Urlaub rausholen kann, ja das wird einem ja auch ein wenig vorgegaukelt in dieser Generation, du lebst quasi nur gut, wenn du die ganze Zeit gut drauf und glücklich bist und das funktioniert überhaupt gar nicht. Ich hab das für euch getestet.

Mal Loslassen, wenn nicht im Urlaub wann dann? Von der Fernbedienung und der Lieblingsserie, die einen sonst im Alltag gut tut und runter bringt und stattdessen ein Buch lesen und währenddessen zwanzig Mal auf Toilette müssen… :) Mal Loslassen von dem Müssen, dem wir sollten, den Essenszeiten, einfach allem und genau so schaffen besondere Momente zu erleben, die man im Alltag gar nicht hätte. Die Kinder beobachten im Spiel, genau zuhören und das Handy mal weg legen, wenn man angesprochen wird und eigentlich gerade mal 5 Minuten darin versinken wollte… Statt dem nach zu spüren, was gerade nicht da ist, ein feuerquallenfreier Pool, was anfangen mit dem, was da ist und so kam der Mann heute auf die Idee mit Schaufeln bewaffnet, den Kindern unten „einen Pool“ zu bauen am Strand und am Ende konnte er sechs Kinder begeistern, zum Teil auch nur kurz da gemeinsam zu buddeln und mitzubauen, diesen Moment habe ich heute so genossen!

Was sich daraus entwickelte, zu beobachten und auch abends, nach einem späten Nickerchen, weil ich total erschossen war, noch mal runter zu gehen, nochmal Badehosen anzuziehen, obwohl es schon fast Abendessenzeit gewesen wäre, zuzugucken und zu beobachten wie sie einander einbuddelten… fünf Kinder noch ganz aktiv hier unten, während zwei immer mehr und mehr in ihrem Zimmer versumpfen, für den Großen fast ein Feuerwerk, wenn man ihn mal nach unten lotsen kann, die Große ist zu vernünftig und sagt dann Sachen wie „Ich müsste auch mal wieder raus gehen!“ … all das hab ich heute aufgesogen. Die Gespräche mit Anton, der noch so viel Nähe braucht und immer mehr spricht, erzählt wo wir sind, „in die Dame“ und das wir mit dem Zug hergefahren sind… ich sauge alles auf. Emil, der so neben der Spur ist im Moment, die große Unruhe vor der Einschulung… Zelda, die die zwei Jahre weit überschritten hat, eigentlich so viel oder mehr spricht als Anton und sich so gut ausdrücken kann, riesig aussieht mit ihrem langen, schlanken Körper und so unfassbar niedlich ist… Noah, der sich rührend kümmert, die Großen beiden generell mit denen man sich schon ganz anders unterhalten kann und den Menschen hier und da zu fassen bekommt, der da heranwächst… Ben mit dem ich gestern ein paar gebratene Nudeln kaufen war, Tom der immer alles genau aufsaugt und aufnimmt… ich könnte ewig so weiter machen und du guckst und guckst und staunst und sehnst einen neuen kleinen Menschen herbei und begreifst in einem Bruchteil einer Sekunde, dass dieser Sommer so einmalig ist, nicht mehr zurück kommt und so einfach genossen werden muss, wie er kommt und geht, mit Wespen oder ohne, mit Quallen oder ohne… und während ich versuche aufzuschreiben, welche Gefühlsexplosionen, da heute und in den letzten Tagen in mir waren, steht der Mann mit den drei Großen auf der Terrasse und schaut sich dank Zoes Teleskop den Sternenhimmel an, nachdem ich mich herrlich mit fünf Kindern beim „Mensch ägere dich nicht!“ anmeckern konnte… :)

Ich mag niemanden belehren, nicht mal mich selbst, im Urlaub ist Zeit für die Dinge, die im Alltag oft keinen Platz finden, aber alles das, diese Liebe zu diesen Menschen hier, die ich Familie nennen darf, gehört kurz konserviert…

 

35+0

Sonntag, August 5th, 2018

So unwirklich, in wenigen Minuten bei 35+0, laut Arzt schon seit Freitag, egal wie ich es drehe, offiziell bin ich in der 36. Schwangerschaftswoche, was bedeutet: rund herum noch 35Tage ohne dich in meinen Armen.
Unwirklich, dass ich nach all der Unsicherheit, doch noch meine Hebamme sah, die ich vier Wochen nicht gesehen hatte und dass ich ihr morgen tatsächlich noch die Unterlagen für die Rufbereitschaft zur Hausgeburt in den Kreisssaal vorbei bringen werde und dort wahrscbeinlich eind Vorsorge machen lasse, damit hab ich wirklich nicht mehr unbedingt gerechnet. Eine grosse Erleichterung breitet sich nun in mir aus, zumindest mehr als zuvor… die Sorge war zu gross, der Widerstand noch grösser bei Wehenstart in diesen Kreisssaal gehen zu müssen, auf mich gestellt ohne Hebamme, die Sorge ist noch da, aber ich lese mich parallel in das Buch „Alleingeburt“ ein, nicht weil ich das so wahnsinnig attraktiv finde, sondern um mich zu stärken. Zeldas Geburt war so schnell und rasant und im Fall der Fälle, dass meine Hebamme (selbst theoretisch erst ab Septemver verfügbar) keine Zeit haben sollte, nicht erreichbar wäre, damit ich
stattdessen nicht sofort durchdrehe, falls dem so wäre…
Ruhig bleiben können, das wünsche ich mir auch für die kommenden vier oder fünf Wochen. Atmen, noch etwas geniessen können, vorfreuen und Vertrauen haben.
Unwirklich, dass ich in den kommenden sechs Tagen für eine weitere Reise an die Ostsee und 14Tage Urlaub dort packen soll. So unwiderstehlich der Gedanke auch ist, nochmal die lädierten Füsse ins Wasser zu halten, sich den Wind um die Ohren sausen zu lassen und vor allem noch mal Kraft zu tanken, da ist auch grosser Respekt vor dem Alleinsein dort oben, ohne Auto, ohne Hebamme und mit einer Geburtsstation, die eine Stunde entfernt ist, soviel zu meinem Buch und dem Selbstvertrauen, ich brauch das echt, den Mut zu wissen, ich schaffe das so oder so auch allein.
In diesem Zusammenhang dachte ich oft an die kleine Geburt Ende des letzten Jahres, über Tage hatte ich wahnsinnig grosse Schmerzen, körperlich wie seelisch und ich hab es völlig auf mich allein gestellt geschafft diesen Weg zu gehen, der für mich so wichtig und heilsam war. Diese Gewissheit suche ich auch jetzt in mir, neben dem Nestbau, dem Schönmachen des Hauses, dem Herrichten der Wäsche und des Schlafzimmers, dem Streichen der Wände, suche ich auch ganz viel in mir.
Wenn es meine letzte Geburt, mein letztes Wochenbett sein sollte, dann erwünsche ich es mir einfach nur schön. Ich suche Ruhe. Und horche in mich, auf Lilou und meine innere Stimme. Ich denke wir schaffen die Reise und entweder wuppen wir dann noch ein paar Tage zur Geburt oder wir verharren und nehmen noch Emils Einschulung mit, alles wird sich finden.
Aber es wirkt so nahe und fern gleichzeitig, wie war das auf der anderen Seite zu stehen? 5Wochen schwanger zu sein? Oder 7, wenn man die ersten zwei Wochen nicht zählt? Diese Unsicherheit und dieser lange Weg, der noch vor uns lag?
Ich spüre das kleine Mädchen immerzu, sie hat Kraft und Ausdauer. Aber sie kommt mir auch etwas zarter vor als ihre Geschwister.
Dennoch unwirklich, dass die Rumpeliese demnächst in meinen Armen liegen soll? Nur noch der August ohne dich? Dann machst du dich früher oder später auf den Weg?
Ich werde ein weiteres Mal zur Mama? Nur noch diese eine Reise und dann warten wir nur noch auf dich? So unwirklich!

Der Frau Kassiopeia ihr Zitronenkuchen

Donnerstag, Juli 19th, 2018

Eigentlich ist das gar nicht mein Rezept, sondern das meiner Familie. Ein altes DDR- Rezept ursprünglich „Selterskuchen“ genannt. Und da ich letztens via Instagram voll gemeckert wurde, ich solle meine Rezepte gefälligst auch aufschreiben & teilen, versuche ich das mal… :) Es handelt sich um einen stinklangweiligen Tassenkuchen. Heißt man wiegt nichts ab, man misst alles in Tassen. Meine Lieblingsbacktasse fasst etwa 150-170g Wasser, je nach Schwapps. Und ich hab auch nicht so einen fancy Küchenhelfer oder schickes Maschinlein, sondern ein stinknormales, langweiliges, arme Leute Handrührgerät, das ich mit meinen Händen bediene.

Zutaten für einen Kastenkuchen:

  • 4 Eier
  • 3 Tassen Mehl
  • 2 Tassen Zucker
  • 1 Tasse Öl
  • 1 Tasse Sprudelwasser
  • 1 Zitrone (Abrieb der Ganzen, sowie ganzer Saft)
  • 1 Prise Salz
  • 1 Päckchen Backpulver
  • Butter und Grieß für die Form
  • 1 Packung Puderzucker (250g)

und los gehts…

 

Zubereitung: 

  • Ofen auf 175/180Grad vorheizen
  • Form fetten und mit Grieß ausstreuen
  • in einer Schüssel die vier Eier mit dem Zucker schaumig rühren
  • Öl dazu geben & weiter rühren
  • Bio- Zitrone abreiben und den ganzen Abrieb dazu geben, aber nur ein paar Tropfen des Zitronensafts, denn Großteil davon landet später im Zuckerguss
  • sowie Salz & Backpulver
  • Mehl unterrühren
  • und ganz zum Schluss vorsichtig die ganze Tasse Sprudelwasser unterheben

Der Teig ist sehr flüssig und wird in die zu Beginn vorbereitete Form geschüttet und etwa 50Minuten bei 175/180Grad gebacken- unbedingt Stäbchenprobe machen. Wenn der Kuchen ausgekühlt ist, auf einen Teller stürzen.

Für den Guss: 

Den Saft der Zitrone mit einem ganzen Päckchen Puderzucker mischen. Es sollte eine dicke, zähflüssige Masse entstehen, die auf dem Kuchen nur schwer verläuft und daher so eine schöne & blickdichte Zuckerkruste bildet, die je nach Lust und Laune zuvor eingefärbt und vorm Trocknen mit Streuseln oder was auch immer, aufgehübscht werden kann.

Der Sommer mit Lilou…

Sonntag, Juni 24th, 2018

Ich finde ja schon länger, das klingt wie ein wunderschöner Film- oder Buchtitel, der mir seit unserem letzten Ostseeurlaub im Kopf herum geistert.

Wenn ich also dazu käme, zu schreiben über diese Wochen mit dir in meinem Bauch, dann unter diesem Titel, dachte ich…

Morgen vollenden wir beide die 29. Schwangerschaftswoche und es kommt mir vor, als wäre ich schon eine Ewigkeit mit dir schwanger, als würde sich die Zeit gegen uns verschworen haben und absichtlich nur so träge und langsam Tag für Tag dahin kleckern. Tatsächlich ist es natürlich wirklich so, dass ich von dir weiß, mit einer gewissen Sicherheit seit dem allerersten Tag dieses neuen Jahres, also seit dem 1. Januar. Das ist natürlich schon länger her.

Ich bin mit dir durch fast kniehohen Schnee gestapft, durch den Wald kreuz und quer, habe mir so etwas Zeit gestohlen und versucht meinen Gedanken zu entgehen und meinen Sorgen so etwas entgegen setzen zu können und der Hoffnung entgegen zu laufen, die ich umso mehr spürte, als nach diesem eiskalten Winter endlich, endlich der Frühling kam. Den wir in Venedig, in den paar Tagen, etwas vorfühlen durften und dann umso wundervoller innerhalb von zwei Wochen zu Hause hereinbrach, mit unglaublich warmen Wetter, von gefühlt jetzt auf gleich und wunderschönen Farben, endlich wieder Farbe, die jeder eingesogen hat. Wir haben gemeinsam dem Heuschnupfen getrotzt und nun gab es schon Tage, die sehr heiß und freibadlastig waren… wir beide im kühlen Nass, ob erst im Meer oder hier zu Hause im blauen Wasser… Jede Sekunde davon genossen, aber so kommt es mir vor, als hätten wir schon drei Jahreszeiten hinter uns… aber wir haben im Gegenteil noch fast den ganzen Sommer vor uns, noch ist Juni, es fühlt sich eben nur so für mich an. Trost bringt ein wenig, es anders zu betrachten… 78 Tage klingen weitaus netter, als noch elf endlose Wochen :)

Ich teile mir alles ein, oder es wird eingeteilt. Vor uns liegen eigentlich nur noch fünf Schulwochen. In dieser Woche feiert Emil seinen sechsten Geburtstag, darauf freuen wir uns alle sehr, das Vorschulkind am meisten. Und dann am Ende dieser fünf letzten Wochen, voll mit Abschieden, Geschenken und Ausflügen, liegt der Rauswurf von Emil und einen Tag später Antons vierter Geburtstag. Wir haben dann im Anschluss zwei Wochen zu Hause für Sommer pur und machen uns dann so alles gut ist, ich dann sehr hoch schwanger, nochmal auf den Weg zur Ostsee ans Meer. Zwar leider nur für zwei statt drei Wochen, aber so bleiben uns noch ein paar Tage mehr zu Hause, nämlich noch mal zwei Wochen bis zur Einschulung von Emil und dem Beginn des September- Wahnsinns mit zig Elternabenden… in diesen letzten zwei Wochen, wäre es wundervoll, wenn du Lust hättest dich auf den Weg zu machen, damit du bei seiner Einschulung dabei wärst. Aber wie ich mich kenne, die letzten zwei Kinder habe ich übertragen, die zwei davor machten sich nur wenige Tage vor dem erratenen Termin auf den Weg in unsere Arme, werde „ich“ warten bis nach der Einschulung zum Gebären, weil ich sicher erst dann abschalten kann und du das spüren wirst. Aber es wäre wundervoll, du kämst eher zu uns, nicht nur weil Zoe sich gleich Ende der ersten Schulwoche auf den Weg nach Frankreich macht für fünf lange Tage, die ich ihr von Herzen gönne, aber ich hätte gern, wenn auch vorerst nur für einige wenige Tage alle meine acht Kinder im Haus, unter meinem Dach und meinen Fittichen. Und während ich diese Zahl denke und ausschreibe „ACHT“ bekomme ich Gänsehaut und mir steigen Tränen in die Augen…

Da ist so unendlich viel Vorfreude, so viel Aufregung, so viel Unruhe und nicht mehr aushalten können vor sich sehnen nach dir…

Nachdem ich ein paar Wochen glaubte, du wärst ein Junge und ich konnte mich noch erinnern, während dieses Satzes der Ärztin gedacht zu haben „Ist das nicht die Nabelschnur?“, aber weder hatte ich nochmal gefragt, noch konnte ich mir sicher deswegen sein, gab es vier Wochen eine leidige Namenssuche und irgendwie wollte nichts so recht passen. Das fand ich so komisch. Daran kann ich mich auch lebhaft erinnern. Wieso gefiel mir vor der Schwangerschaft der Name „Johann“ so gut und wollte dann überhaupt nicht passen? Als Mama hat man da ja so ein Bauchgefühl, zumindest ich spüre dem potenziellen Namen des Ungeborenen nach, versuche ihn in Verbindung zu bringen mit dem Zauberwesen in meinem Bauch, aber da war nichts… stattdessen gefiel mir ein französischer Name unheimlich gut, für den ich, solltest du deinen Penis doch gut versteckt haben, das alleinige Sorgerecht beantragen müsste… :) Nun kam es aber zum großen Organschall ganz anders, unser Lieblingsarzt sagte nur „Also das ist KEIN Junge“… und alles ergab auf einmal einen Sinn…

Nur kurze Zeit später, suchte ich an einem Wochenende gleich nach dem Frühstück auf dem Sofa eingemümmelt nach französischen Vornamen und verliebte mich sofort in einen Namen: Lilou. Das klang so schön, ja einfach perfekt. Aber da gab es noch unsere Familie, die härtesten Kritiker überhaupt und die fanden ihn auch richtig gut, allen voran der Papa, der augenblicklich in Lachen ausbrach und sowas meinte wie „Na, der passt zu Zelda.“ #Multipass

Die Jungs dieser Familie haben sich sehr, sehr gefreut, dass es nochmal ein Mädchen gibt und ich musste erstmal loslassen von diesem Bild, des kleinen Jungen, annehmen, dass Anton unser letzter und kleinster Sohn bleiben würde, so wie es aussieht und mich drauf freuen, dass ich das allererste Mal in meinem fast vierzehn Jahren als Mama, zwei Töchter haben werde, die nacheinander geboren wurden… zwei kleine Mädchen. Damit habe ich im Leben nicht mehr gerechnet. Und es klingt traumhaft. Ich freue mich so wahnsinnig auf dich!

In dieser Woche habe ich (neben den Dingen für einen Sohn zu Beginn der Schwangerschaft und Tragetücher), die ersten Sachen für dich gekauft, einen kleinen Kuschelanzug und eine Neugeborenenmütze. Eine Decke hätte ich noch gern, ein paar Schühchen sind noch gut, denke ich und ich brauche noch unbedingt Strickwesten und Kuschelhosen. Ich glaube, meine Vorlieben für die ersten Wochen sind da recht vorhersehbar, langer Body, falls es schon kälter sein sollte, Strickweste und Kuschelhose, darin verbrachte Zelda gemütlich ihre ersten Wochen und Monate bis es heiß wurde, da werden die Mädchen aber in komplett unterschiedlichen Wetterfronten geboren sein und daher muss ich da etwas umsortieren und mich noch mal in meinen Baby- Klamottenvorräten umsehen.

Zelda spricht schon so viel, wie wird es sein, wieder ein kleines Zauberwesen im Haus zu haben, dass sich nur durch Geräusche und kleine Gesten bemerkbar machen kann? Wie werden diese letzten Wochen? Auch so entspannt wie in der Schwangerschaft mit Zelda oder lauert irgendwo noch ein Krankenhausaufenthalt? Wie wird die Geburt? Schaffen wir nochmal so eine traumhafte Hausgeburt? Wird das Wochenbett entspannter als das Letzte? Haben wir dann noch viel Zeit zum Genießen oder überrollt uns dann schon der Alltag?

Vor uns liegt noch soviel Sommer und ich hoffe, wir schaffen uns diese letzten Wochen zu versüßen mit Vorfreude, Kraft tanken und Mitte finden.

 

„Ohne Sehnsucht machen wir uns nicht auf den Weg“- 15+2

Mittwoch, März 21st, 2018

Ende des letzten Jahres hatte ich so ein Gefühl…

Erst am 11. Dezember die Erleichterung, dass die Fehlgeburt mit dem nächsten Zyklus nun wahrhaftig überstanden war und dann fast 12 Wochen nach der Gewissheit an meinem Geburtstag, dass wir kein Baby im Juni bekommen würden, hatte ich wieder einen Eisprung.
Aber ich blieb bei mir, Ende des Jahres. Ich war unsicher, ob es bei einem Test doch noch einen Rest Beta- HCG unseres verlorenen Babies anzeigen würde und irgendwie, ja irgendwie weil ich mir auch nicht sicher sein konnte, ob dieses „Gefühl“ dieses Mal Bestand hätte und aus so einem „Dieses Jahr 2017 lassen wir jetzt wie es ist…“, machte ich am Neujahrsmorgen mit maximaler Willensstärke für mich „erst“ und mit maximaler Aufregung bei 4+0 einen Test und der war positiv.
Schlagartig war natürlich alles anders. Da war nicht nur dieses „Yay! Ein neues Jahr!“, sondern auch „Oh Gott, oh Gott! Hoffentlich wird es auch ein gutes Jahr! Ein Jahr voller Hoffnung, Glück und Freude! Ein Jahr mit einem weiterem Baby!“
Ich hab zwei oder drei Tage später nochmal getestet und der Test zeigte zwar mehr an, aber es hätte bittedanke auch noch deutlicher sein können, ich war verunsichert. Sehr.
Ich zwang mich dazu keine weiteren Tests zu machen, ich zwang mich dazu raus zu gehen und die Ferien zu geniessen mit den Kindern und ging erst bei 6+0 zur Ärztin. Und da war ein Herzschlag! Und zwei Wochen danach immer noch. Immer kleiner als die Ärztin rechnete, aber für mich zeitgerecht und das kleine Zauberwesen wuchs stetig, auch das liest sich nun so stimmig und wie vorher besitmmt, aber es war wahnsinnig aufregend und nicht immer einfach- und ich buk und buk meiner Aufregung entgegen…
Es war zum Teil auch schwierig, weil ich ja meine Medikamente nehmen musste gegen das Rheuma, dazu Progesteron und zum ersten Mal Blutverdünner und ich kam mir mit Folsäure und Vitamin D obendrauf eher krank vor, als guter Hoffnung, diese Last und Verantwortung keine Medikamente zu vergessen, das Progesteron bitte alle acht Stunden, das war eine Belastung. Und mir war unendlich schlecht und müde war ich und antriebslos, bin ich immer noch, kein Blumentopf zu holen gerade bei mir.
Zelda abzustillen fiel mir auch nicht leicht, aber diese Nächte gingen nicht mehr und das Stillen tat vor allem wahnsinnig weh. Ich bin noch immer unendlich dankbar, dass Nils mich dabei so unterstützt hat und mir Zelda von sich aus förmlich gemopst hat, um mit ihr Runden im Kinderwagen zu laufen bis sie schlief, bei mir war eher keine Beruhigung zu erwarten. :/ Mitterweile ist das scheinbar ewig her und ich bin sehr glücklich wie gut wir das hinbekommen haben.
Dass alle jetzt einschliesslich meiner Einer (inklusive Blasenentzündung) so oft krank waren in den letzten Wochen und noch der Heuschnupfen dazu, war jetzt auch nicht so aufbauend. Und nebenbei wuchs das kleine Wesen in mir, was ein Geschenk, während ich mir hier und da, auch wegen Röntgen beim Zahnarzt wahnsinnige Vorwürfe gemacht hatte.
Nun ist seit zwei Wochen emotionaler Ausnahmezustand, das kenne ich leider schon von anderen Schwangerschaften, diese besonderen Wochen, in denen ich für mich spät schon einmal ein sicher geglaubtes Kind verlor, dank eines Unfalls, das zerrt, zudem fast zeitgleich. Auch dieses Kind in meinen Bauch soll im September zur Welt kommen. Es ist oft hart, sich den Erinnerungen zu stellen, gerade morgen und übermorgen, sich nicht zu verlieren in alten Ängsten, tief durchzuatmen und mir zu sagen, dass ich dieses Kind so furchtbar wie es ist, zu jeder anderen Zeit im Jahr auch verlieren kann und auf ganz andere Weise. Aber ich weiss genau, was ich jetzt verlieren würde, das Wissen, das eine Sekunde reicht, um all das zu zerstören, eine falsche Stufe, eine Fehlentscheidung beim über die Straße gehen, ein falscher Softmarker beim Ultraschall, da ist einfach so eine Unruhe in mir, neben der Freude, die es definitiv auch gibt!
Die Kinder einzuweihen, war ein großes Fest, diesen Moment hatte ich spontan für mich allein, diese hemmungslose Freude war überwältigend, obwohl was heisst „Kinder“?! Zoe wusste es sofort, weil ich meine Periode nicht mit ihr bekommen hatte, kluges Mädchen das! Es war einfach wundervoll. Sie freuen sich so sehr, ehrlich und sind aufgeregt!
Und ich hab Kleidung gekauft, für einen Sohn schon vor einem Monat und neue Tragetücher…
Und auch wenn mich das weiter tragen der frohen Kunde unruhig macht, nach wie vor, als gäbe ich ein Stück vom Glück einfach her, ist es schön, die Freude und die gute Hoffnung zu teilen…

Es so müde… ein bißchen Mimimi…

Freitag, Januar 26th, 2018

Ich geh schon die ganze Woche am Stock, bin halt auch hoch motiviert und ko gestartet, Sonntagmorgen erst nicht schwimmen, dafür beim Bäcker gewesen, den Mann schlafen lassen (mach ich sonst nie), dann war Nils ja Sonntagabend weg zu diesem Bloggerevent, während ich allein mit Geburtstagsvorbereitungen beschäftigt war und Kinder ins Bett bringen und dann wollte ich morgens früh raus, wegen den Überraschungs- Geburtstagsbrötchen und Ausschlafen des Mannes, dann stand ich eine Dreiviertelstunde in der Kälte bis der Schulbus kam und Zoe schon zum ersten Pratikumstag aufbrauch, Nils kam zwar wieder nach Hause wegen Bahn- Chaos und Schnee, aber arbeitend und ich kümmerte mich ums Abholen der Kindergartenkinder und all den anderen Kram, wie immer und weil Geburtstag… so oft hat er ja nun nicht Geburtstag. Abends waren wir dann Essen gemeinsam und zu Zweit und ewig spazieren und dann war ich platt. Die Nacht war kurz und ich wieder mittendrin am nächsten Tag, schnell die Getränkekisten hoch, viel Rechnungskram und dann ist das der Tag, an dem die zwei Jungs immer später kommen und mich das immer raus reißt am Nachmittag, zudem Anton momentan bei jedem Abholen im Kindergarten schreit wie am Spieß, sich auf den Boden wirft, wenn nicht im ersten Bus, dann im zweiten oder er steigt nicht aus, oder liegt dann an der Bushaltestelle, es ist wirklich ermüdend, auch zu Hause, er ist laut und schreit oft vor Frust, statt zu sprechen. Seufz. Phase. Geht vorbei, darf sie schneller. Zoe habe ich jeden Tag seit Dienstag morgens um 9Uhr verabschiedet und schon kurz nach 12Uhr in der Altstadt wieder eingesammelt nach dem Kindergarten, Mittwoch hatte ich dann morgens einen Arzttermin und der riss mich auch so raus aus meiner Morgenroutine und danach war ich gleich am Kindergarten, nachmittags kam sehr früh eine Freundin, Noah kam abends verletzt nach Hause gelaufen, ganz durch den Wind noch, weil er mit einem Freund beim Fangen spielen die Treppe runter gefallen war, die Nacht zum Donnerstag war übel, (generell sind die Nächte kurz und unterbrochen), Anton wuchtete sich nur von links nach rechts im Schlaf und abends hat es mich alles an Pobacken zusammen kneifen gekostet, noch schwimmen zu gehen, endlich mal wieder Zeit für mich und allein seit Samstag. Und heute denke ich nur: Durchhalten, irgendwie, obwohl mich die kommende Woche schon bedrohlich anlacht, Montag gleich zum Zahnarzt und vor allem weil Nils zwei Tage ein Event am Flughafen geplant hat und ich den Frühdienst übernehmen muss und mich eigentlich wieder Treffen will und und und, aber ich sagte mir „Das Wochenende kommt, da lädst du deinen Akku auf!“ dann kommt der Zweitklässler heim und verkündet: „Juhu! Morgen ist Schule! Freiarbeitssamstag!“ und alles was ich denken kann ist „Neee! NEEE! Bitte nicht!“, der bloße Gedanke morgen alles wieder schnell, schnell und husch, husch zu machen, lässt mich fast heulen. Und ich komm mir total albern dabei vorbei, nur ein paar Dinge hier hin und dort hin verschieben und dann passt das schon… Ich hatte mich gefreut mal wieder Schwimmen zu gehen, am Vormittag, wenn es noch leer ist, vielleicht Sonntag zu schwänzen, obwohl die Halle nächstes Wochenende zu hat, der Mann muss wie immer alles Frische morgen einkaufen gehen und kommt dann immer total beladen Heim und ich wollte entspannen und in Ruhe Frühstücken, mit dem Mann mal seit Ewigkeiten mittags mal wieder einen Kaffee trinken gehen, außerdem steht noch ein Einkauf beim Discounter auf dem Plan… ich bin so müde. Und ich brauch doch nur ne Pause und da wo ich sonst immer Unnötiges streiche, für das Schulkind ist das morgen wichtig und er freut sich drauf, Zwickmühle hoch Mama. Weder mag ich da morgen hin und mit anderen Eltern rumsitzen und arbeiten, noch mit sechs Kindern allein zurück bleiben, mal wieder und warten, dass sie zurück kommen… aber zwischen den drei Möglichkeiten müssen wir uns wohl entscheiden.

„Mit euch stimmt doch was nicht!“…

Mittwoch, Januar 24th, 2018

Wir werden regelmässig gefragt, ob wir schon immer wussten, dass wir so viele Kinder wollten oder wie das so ist? Oder obs dann auch schon egal war? Wie das passiert ist?- Obwohl das natürlich jeder weiss, also woher Kinder so kommen können. Oder man bekommt den total neuen Vorschlag, dass eine Schwangerschaft ja auch zu verhindern sei. Oder das übliche Großfamilien- Bullshit- Bingo. Der Mann sagt da regelmässig so ein Sprüchlein auf, ich fand das sehr spannend von ihm zu hören, vor allem, weil ich das ganz anders erlebt habe.
Also ja und nein, wir wussten das nicht. Ja- denn warum auch immer, am ersten Abend mit diesem Jungen, hörte ich mich Dinge sagen wie „Ja, voll toll! Großfamilie! Kann ich mir auch vorstellen!“ ICH! Zu ihm. Da hatte ich ihn das erste Mal gesehen und dieser Typ redete von zehn Kindern. Warum auch immer, völlig egal. Fakt ist, mit ihm kam mir das leicht über die Lippen. Es gab nämlich auch eine Zeit, da wollte ich gar keine Kinder. Weil ich dachte, ich wäre viel zu irre dafür und könnte das nicht gut. Und es wäre definitiv besser für mich und diese fiktiven Kinder, sie gar nicht erst zu bekommen.
Nein, weil man das nicht in dem Sinne plant oder planen kann? Ich hatte keine Ausbildung und in dem Moment, in dem ich mein Leben in den Griff bekam, sehr früh heiratete, ich war ja erst 20, in der Schule Erfolg hatte, mit meiner Depression umgehen konnte, da war ich schon schwanger, also in dem Moment, wo ich dachte, ich könnte dann wenn es eben nicht klappen sollte, doch vorher eine Ausbildung machen, war mein Lebensweg entschieden. Denn für mich war klar, ich muss meine Zeit sinnvoll nutzen. Kann ich jetzt keine Ausbildung machen, bekomme ich eben vorher Kinder, vielleicht ist es später zu spät und ich bin heute froh drum, so gefühlt und gedacht zu haben, denn ich hatte Recht! Es klappt nicht immer alles so einfach, wie man sich das zurecht gelegt oder „geplant“ hat, schon gar nicht mit zunehmenden Alter und das ich für mich Recht haben würde, erlebte ich schmerzlich nur ein paar Jahre später.
Als Zoe dann da war, war ich fix und fertig. Sie war kein Anfängerbaby! Es war emotional eine totale Achterbahnfahrt. Ich liebte sie so sehr, aber ich war überrumpelt von meinen Gefühlen, davon dass mich dieses kleine Wesen so in den Wahnsinn treiben konnte und an den Rand meiner Kräfte! Ich hatte nicht das Gefühl, alles richtig zu machen, ich fühlte mich unzulänglich, nicht gut genug. Und dennoch haben wir das irgendwie hinbekommen und obwohl sie mich oder uns, aber ich mag bewusst bei mir bleiben, also mich so gefordert hatte, ich einfach so durchgeschüttelt wurde, wusste ich als sie sechs Monate alt war, entgegen dem Moment im Kreissaal: „DAS will ich noch mal! Ich möchte einen kurzen Altersunterschied, ich möchte ein Geschwisterchen für dieses Mädchen.“ Und dann kam Noah wirklich! Was eine Zeit!- keine einfache Schwangerschaft, Streit mit der Familie, es war nicht so schön. Aber Noah war trotz aufwühlendem Start ein super lieber kleiner Kerl. Auch ein bißchen schon immer unser Sorgenkind aus verschiedenen Gründen, aber ganz anders als Zoe, die toll ist! Und ich war zufrieden und glücklich mit meinen beiden Kleinen. So richtig gefordert mit zwei Kindern unter zwei Jahren, aber zufrieden und wollte so schnell kein weiteres Kind, Nils schon. Und dann gibt es eben diese Geschichte mit dem Arzt, ich war schon darauf vorbereitet, immerhin hatten wir uns für natürliche Familienplanung entschieden, aber der Tom war Schicksal. Und dann gab es später den Moment mit drei Kindern im Urlaub, ich kann mich heute noch daran erinnern, dass wir uns beide ansahen und da fehlte jemand. Und dann kam Ben, aber immer… und wir hatten diese Grenze schon erreicht beim dritten Kind, allein das war ja total unnormal mit 24 das dritte Kind bekommen zu haben, immer war der Druck von Außen enorm. Ich glaube, jeder der das dritte Kind bekommen hat, kennt diese Sätze, die man dann hört. „War das geplant?“, „Nun ist aber Schluss?!“, Fernseher, Hobbies, Kondome, Religion- da lag schon alles auf dem Tisch. Wir hatten diese Grenze überschritten. Mit Anlauf. Und dieses Hürde im eigenen Kopf, im Herzen zu nehmen? Immer dieses eigene Hinterfragen? „Warum machst du das jetzt?“, „Was kompensierst du damit?“, „Was stimmt mit mir nicht?“- das war immer da, die ganze Zeit. Das ist das Stigma, was man trägt. Ein exotisches Wesen, das Dinge ganz anders „plant“. Ich habe selber ab und an Großfamilien gefragt: „Woher wusstet ihr, dass ihr wirklich noch mehr wolltet?“ und werde es heute auch sehr regelmässig gefragt. Meist kennt man die Antwort auf die Frage, ob man noch ein Kind möchte, schon bevor man die Frage gestellt hat, man geht nur so nochmal alles im Kopf durch, glaube ich. Unverantwortlich. Nicht weitsichtig genug, fahrlässig und „Wenn nun was passiert?“
Typsache. Ich bin definitiv eine Frau, die alles stubenlang herumwälzt und durch denkt, immer, gern nachts, gerade dann, Tage oder Monate immer und immer wieder. Aber ich kann so nicht leben, immer mit dem Worst Case im Nacken. Ich treffe sinnvolle Entscheidungen, lege Geld für die Kinder zur Seite, wenn es auch nicht viel für jedes Einzelne ist, weiß realistisch, dass ich ihnen vieles nicht ermöglichen werde können, so wie andere Eltern es tun, aber das nehme ich in Kauf. Ich habe keinen Ehevertrag, keinen Fallback. Weil es auch nie so kommen wird, wie ich mir das gedacht habe. Ich muss dann flexibel und anpassungsfähig sein. So sehe ich das, anders könnte ich wohl auch nicht leben wie wir es tun.
Ich könnte da noch weiter ausholen, aber das war nicht, was ich erzählen wollte.
Als Ben dann also da war, ich wurde 26 nach seiner Geburt und versuchte Monate später noch mal schwanger zu werden hat mir das Leben mit Wucht und Macht gezeigt, dass man eben nicht alles beschließen und planen kann, wie man denkt. Eine Fehlgeburt jagte die nächste und ich war emotional so ausgebeutelt als ich dann nach drei Verlusten in neun Monaten endlich dauerhaft schwanger war, mich darauf einlassen, das Glück annehmen, vorbehaltlos Freude empfinden, es ging nicht, vielleicht weil auch diese Schwangerschaft eine Zitterpartie war. Und ich glaube, es sind diese Erfahrungen die dich Demut lehren und echte Dankbarkeit, wenn eines deiner Kinder eventuell Trisomie haben könnte und dir am Ende der anderen Schwangerschaft gesagt wird, der Magen des Babies sei viel zu klein und das müsse man dann mal sehen, wenn das Kind zur Welt gekommen sei, diese Erfahrungen erden. Da ist es keine Phrase, dass jedes Kind ein Geschenk ist. Ich fühlte das genau so. Jedes Kind so einzigartig und wundervoll (und anstrengend, wie ich als Mutter :) )
Also nein, diese Kinder sind nicht einfach so (aus Versehen) passiert und es ist sowas von nicht egal, ob da nun noch einer mehr ist oder nicht, abgesehen von der Mehr- Arbeit, ist es eben auch mehr schön. Mehr einzigartig. Es war ein harter Kampf mit mir selbst, mich selbstbestimmt für mein Leben zu entscheiden, was immer noch heute und immer wieder unter die Lupe genommen und auseinander gepflückt wird, für dieses Leben mit dieser Familie, für diese Art zu Leben. Und auf der anderen Seite ein Leichtes jedes Kind zu bejahen und trotz Selbstzweifel, ob man dem wirklich, wirkllich, wirklich gewachsen sein wird, ob man das alles schaffen kann und wie nur- einfach ein Nicken, ein Blick, ein Händedruck, ein Moment, eine gemeinsame Entscheidung- genau DAFÜR.