jour ordinaire

Der alltägliche Wahnsinn

  • #sovielvermissen

    Aber vor allem vermisse ich meine Mutter. Sie war zuletzt hier, sozusagen gesund, 2019. Ende Oktober zu Halloween. Kaum drei Wochen nach den plötzlichen Tod meines Schwiegervaters. Ich spüre das Jahr um Jahr in meinem ganzen Körper, es war das allerletzte Mal, dass ich von Angesicht zu Angesicht mit ihr gesprochen habe. Sie fehlt mir so. Sie konnte nicht mehr so gut laufen, nicht schmerzfrei, als sie hier war. Wir machten uns Sorgen, aber schoben es auf die Gelenke, sie war ja beim Arzt. Es war nichts zu finden. Vielleicht wäre eine OP von Nöten wie bei beiden Schultern. Davor hatte sie zurecht Angst, es waren zu viele Eingriffe in…

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  • Habt ihr keine anderen Hobbies?

    Das hörten wir über die Jahre öfter. Die meisten Gespräche verlaufen eigentlich so: „Neun Kinder?!“-„Mit einem Mann?“- „Sind da Zwillinge dabei?“-„Was sagt denn ihr Mann dazu?!“- „Habt ihr keinen Fernseher?“- „Was sagen denn die anderen Kinder dazu?!“- „Welches Auto fahrt ihr?“- „Seid ihr religiös?“- „Wohnt ihr in einem Schloss?!“- „Habt ihr denn gar keine anderen Hobbies?“ – Hahaha. Mein Name ist Jeanine, ich bin 39 Jahre alt, eine mittelgroße, übergewichtige, durchschnittliche Frau, geboren in Berlin und der Liebe wegen nach Bayern gezogen. Seit über zwanzig Jahren bin ich zusammen mit meinem Mann. Mit ein und dem selben Mann, den ich so sehr wollte, dass wir recht schnell nach dem Kennenlernen…

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  • Eine weitere Zahn- OP

    Es waren immer die Schmerzen vor denen ich Angst hatte. Keine Worte, keine Komplikationen. Auch keine Angst vor der Vollnarkose- ich hatte schon zwei Vollnarkosen und nach den letzten Ereignissen wusste ich, man muss sich wirklich nicht durch alles allein durchkämpfen.  Ich hatte auch keine Angst vor dem Eingriff an sich, ich hatte mich ja soweit das ging abgesichert und auf den Titanunerträglichkeitstest bestanden, weswegen wir auf Keramik umschwenken mussten. Und das Team da ist toll, ich hatte ja leider in diesem Jahr recht zügig hintereinander zwei verschiedene Praxen austesten müssen und bei dieser hier fühlte ich mich wirklich sicher. Ich hatte eher Angst vor den schwächelnden Selbstheilungskräften meines Körpers,…

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  • Zwei Tage

    Am ersten Schultag brachte Nils morgens die Jungs zum Schulbus, ich machte Zelda derweil ganz entspannt und ohne Hektik fertig, ich hatte nur vier Stunden geschlafen und war extra früh aufgestanden, damit ich wirklich angezogen und frisiert sein würde, bevor die Kinder mich brauchen. Leider kam der Schulbus zu spät am ersten Tag und somit gab es etwas Chaos wo jetzt der Sohn mit dem Kaffee fürs Elterncafé eigentlich gelandet war.  Nils checkte noch mein Rad und das erste Mal in unserer Einschulungsgeschichte setzten wir uns auf die Räder und fuhren mit der Erstklässlerin zur Schule samt Schultüte und Ranzen im Lastenrad, statt mit einem Taxi. Leider konnten wie letztes…

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  • Weil sie fehlt…

    CN/TW: Tod Ich frage mich, warum ich mir zur Zeit immer zielsicher die Bücher heraus suche, in denen jemand stirbt. Meist an Krebs.  Natürlich hat auch die Zeit mit meinem Vater mich aufgewühlt. Mit ihm fehlt die Routine.  Nach dem Tod meines Schwiegervaters vor bald drei Jahren habe ich meine Schwiegermama unzählige Male gesehen, auch meine Schwägerin regelmässig. Wenn wir uns also sehen, ist es nicht so als sässen wir zusammen und würden immerzu an den plötzlich tödlich Verunglückten denken, an die guten wie die weniger guten Erinnerungen. Auch mein Vater und meine Schwester hatten ihre Routine, stützten sich gerade im ersten Jahr gegenseitig? Meine Schwester kam jede Woche, war…

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  • Aus diesem Internet

    In den letzten zwei Tagen sind zwei Dinge passiert: mein Mann hat einen wenig tiefsinnigen, wirklich kurzen Abriss über unsere Großfamilie anderswo geschrieben & einen Tag später wurde der letzte TV Beitrag meiner Freundin Andrea und ihrem Mann Marc mit ihren zehn Kindern geteilt, der ebenso kurz und nur ein winzig kleines Fragment ihres Lebens zeigt. Aber worum geht es?! Repräsentation! Doch wenn solche Beiträge online gehen, passiert eigentlich immer das Gleiche. Nehmen wir mal an, ich poste heute ein Foto von meiner Oberweite (unterm Oberteil) und schreibe dazu: „Ich habe große Brüste!“ Dann sind die ersten Kommentare meist: 🧡“Oja, kenn ich. Ich hab auch große Brüste.“ Dann wirds meist…

  • 20 Jahr, graues Haar…

    Seltsam ausgerechnet in diesem Jahr schon hier zu sein, hier begann ja irgendwie alles und in Berlin. Du fuhrst aus dem Urlaub mit deinen Eltern zu mir, nach Berlin. Dort sahen wir uns das allererste Mal, ich war noch 18, du schon 19. Wir haben den ganzen ersten Abend nur geredet, und es gab erstaunlich viele Parallelen, Dinge die uns verbunden haben… und wir sind irgendwann nachts eingeschlafen, der erste Kuss fand erst irgendwann in der Nacht beim Aufwachen statt. 😅 (Das wolltet ihr wissen! Aber ich war echt nicht ganz so sicher, ob dieser Junge genauso empfand wie ich und ich bin für meinen Mut bei Menschen, nicht wirklich bekannt.)…

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  • Endlich Urlaub?!

    Unser zweiter und letzter Urlaub des Jahres im Haus meiner Schwiegermama und Schwägerin hat begonnen. Während des letzten Urlaubs rund um Pfingsten hatten wir hier Covid 19, ich war frisch schwanger, war erkrankt, ohne Hilfe mussten wir da durch, uns Kranken ging es nicht gut und wir kamen nur langsam wieder auf die Beine, aber wie damals schon geschrieben, wir haben das Beste aus diesem Urlaub gemacht.  Wie ebenfalls schon Pfingsten geschrieben war schon der Urlaub davor im Herbst im Familienhotel, der ja nun eine absolute Ausnahmeerscheinung war, etwas holprig, wir hatten dort einen wirklich fiesen Magen- Darm- Infekt, Henry spuckte eine Woche lang durch. Was ich jetzt merke, nach…

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  • Der Sprung

    Noch etwas mehr als 12 Stunden dann beginnt unser Urlaub, diese letzten Wochen haben mir bis dahin mir so unglaublich viel abverlangt, körperlich, emotional und mental.  In diesen ersten sieben Monaten des Jahres wurden mir nicht nur zwei ungeborene Babies genommen, ich verlor neben drei Zähnen, auch auch ganz viel von mir.  Wenn der Winter sich dem Ende zuneigt und der Frühling sich langsam zeigt, fange ich meist an die Wochen zu zählen bis im Mai das Freibad aufmacht. Meine Seelenzeit-‚ meine für mich allein und die gute Zeit mit meinen Kindern. Dieses Schwimmen im blauen Becken ist für mich so unsagbar wichtig, weil es die einzige regelmässige Zeit ist,…