jour ordinaire

Der alltägliche Wahnsinn

  • Dritte Woche vor Ferienbeginn

    Es ist so viel los in diesen Wochen, ich komme mit Festhalten gar nicht mehr nach. Ich weiss nicht, wann wir zuletzt mehr als sechs Wochen hatten zwischen Pfingst- und Sommerferien, schon irre dann sich zwischendrin bewusst zu machen, dass das hier unsere letzte Woche vor den Ferien hätte sein können, nämlich Woche 6 nach Pfingstferien. Nachdem Zelda letzte Woche Mittwoch von ihrem ersten Schullandheim zurück kam, fuhr heute Anton weg. Mein großer, toller, lieber Junge, diesen Monat wird er schon 10! Wechselt an unserer Schule im September dann von Grund- in Mittelstufe. Wahnsinn, wir haben somit dann mehr Kinder zweistellig als einstellig. Ein weiteren Meilenstein als Großfamilie erreicht. Wegen…

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  • angenähert…

    Vor unserem Pfingsturlaub war ich total verzweifelt, ich schrieb mir meine Ohnmächtigkeit hier von der Seele, ich war so eingenommen von dieser Zukunfts- und Existenzangst, dass ich mich gar nicht richtig aufs Packen konzentrieren konnte, sondern mit dem Mann immer wieder zusammen kam und redete… packen musst ich trotzdem, aber es ging mir bei Weitem nicht so geübt von der Hand. Ich musste mich wirklich dazu zwingen mal kurz an was anderes zu denken.  Dann bekam Nils an der Ostsee einen Anruf von einer Leitung in der Caritas, ein total nettes Gespräch und da hellte sich alles auf, ich konnte mein Glück kaum fassen. Aber da wir nichts Schriftlich hatten,…

  • Mal wieder etwas Rückbildung für mich…

    Freitag Morgen ging es für mich und June nach dem Weg zum Kindergarten erst einmal Geld holen, für die Kaution und dann in die neue Hebammenpraxis. Ich war seit sehr vielen Jahren in keinen Rückbildungskurs mehr, hallo Gleichberechtigung. Anlässlich der Anmeldung zum Kurs gab es auch gleich feministischen Austausch mit meinem Mann, in dem ich ihn auf die Uhrzeiten hinwies, pädagogisch wertvoll so, dass Mama vorher zum Kindergarten kann oder abends, wenn sie grad die Kids ins Bett gebracht hat und dass Mütter so zum Sport doch meistens ihre Babies mitschleppen, (falls sie überhaupt gehen können, denn andere Kleinkinder sind meistens nicht so gern in den Kursen gesehen) und so…

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  • „Das Netz ist ein guter Ort, wenn…“

    „… wir ihn dazu machen…“ so oder so ähnlich schrieb Johannes Korten damals im Internet und es wurde diskutiert. Es war ein Appell, ein Gedankenanstoss. Daran musste ich heute denken, als ich mich wieder einmal maßlos über Menschen in diesem Internet geärgert habe. Ich bin vielleicht kein Digital Native, wie meine Kinder, aber ich war früh im Netz unterwegs. Verbarg in Websites irgendwo versteckt Gedankenfetzen, Fotos und Gedichte, um meinem (Welt)Schmerz und den Depressionen einen Raum zu geben, wir sprechen hier so von rund um 2000. Ist also schon ne ganze Weile her.  Und damit war ich nicht allein. Es gab so viele, die es mir gleich taten. Man lernte…

  • dazwischen…

    Meine Erfahrung sagte mir, dass diese Wochen nach den Pfingstferien heftig werden würden. Leider keine self fullfilling prophecy, die sich mit dem richtigen Mindset ändern liesse, sondern ein Fakt, der sich leider Jahr um Jahr immer wieder bewahrheitet. Irgendwo las ich mal, diese Wochen seien „die Adventszeit des Sommers“ und es fühlt sich auch ganz danach an.  Es sind nicht nur große ausserordentliche Termine, ob nun ein Arztbesuch, Abschieds- und Sommerfeste oder letzte Elternabende in gefühlt jeder Klasse, sondern es sind auch ein Haufen Zettel, wegen Zecken, Ausflügen, Hitzefrei, Umschläge mit Geld, Vertragsänderungen. Ich stehe andauernd vor dem Kalender und schubse mir mit dem Mann Screenshots von irgendwelchen Mails und…

  • Abreise Fuck Up

    Ich habe in dieser Woche viel darüber nachgedacht, inwiefern man eigentlich von „uns Frauen“ erwartet, dass wir unseren neuen Alltag als frisch gebackene Mama, genauso sensationell gebacken bekommen wie zuvor. Gefühlt erlebe ich das häufig, dass man gerade Grossfamilienmüttern dieses Straucheln nicht zugesteht, weil „sie ja schon wissen wie es geht“, gerade die, die noch mehr erleben wie alles durchgeschüttelt wird, weil sie viel mehr Menschen im Blick haben und verschiedene Stadien des Lebens gleichzeitig erleben. Und das über Jahre, manchmal Jahrzehnte hinweg. Ich störte mich diesmal daran, wie ein jeder nun davon ausging, ich würde das schon wuppen, das mit dem Packen, den zwei Anreisen, den zwei Haushalten, alles…

  • Von wegen „nahe“…

    Seit wann muss ein Kindergarten wirtschaftlich arbeiten?  Verzweifelt, erpresst und ohnnächtig fühle ich mich seit Anfang der Woche, als unsere Erzieherin auf mich zukam und mir zähneknirschend mitteilte, wir müssten ab September jetzt für die Kinder Mittagessen mitbuchen und bezahlen. Aber das ist ja irgendwie nicht alles. Seit der Einschulung des ersten Kindes, seit unserem Umzug, gehen unsere Kinder nur bis 12Uhr in den Kindergarten. Weil mein Mann arbeiten und nicht zu Hause war, konnte ich so jahrelang meinen Alltag allein bestreiten, mit den Babies und Kleinkindern in den Kindergarten flitzen und dort ein bis zwei Kinder abholen, nach Hause hechten, dort für alle kochen, denn um 13Uhr kamen die…

  • Vollgepackt mit tollen Sachen…

    Ich glaube es war das erste Mal, daß ich mit einem noch so frischem Baby ganz allein mit fünf Kindern bei einem Fest war, ohne einen Mann, der nachkam, vorallem nicht so lang. Auf der einen Seite fühlte es sich letzten Freitag dort sitzend richtig scheisse an. Ich fragte mich, wie das eigentlich passieren konnte, nicht nur das Ende des Wochenbetts, zurück im Alltag, nein das sind doch so ganz alte Pfade- sie hat die Kinder, er ist am Arbeiten. Ich hasste alles daran und auf der anderen Seite war ich ganz stolz, auf mich sebst, weil ICH das geschafft hatte und weil wir einfach ein super Team sind, auf…

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  • Tschüss Wehmut, Hallo Alltag

    Heute war also dieser Ruck zurück in Richtung Alltag, nach all diesen Monaten, nach der Kündigung des Mannes und Junes ersten Wochen geht es wieder zurück ins noch neuere alte Modell: Der Mann arbeitet von zu Hause aus- im Homeoffice. Das ist ja für alle Beteiligten immer ein bisschen tricky. Was nett klingt, immer so ein bisschen wie „Ach wie schôn, dein Mann ist immer da“, bleibt in der Umsetzung immer eine Herausforderung. Es ist doch nicht immer leicht, leise(r) zu sein und den Mann nicht aus seiner Konzentration zu reißen, weil er sich fragt, ob ich oder wir (seine) Hilfe brauchen und zum anderen irgendwie auch, dass der Papa…

  • Ein Jahr ohne Hazel

    TW: Blut, Fehlgeburt, Stille Geburt, Sternenkind Naiv vielleicht, aber ich dachte der schlimmste Tag, würde der Geburts- und Todestag sein, aber ich habe seit heute Nacht schlimme Flashbacks und da liefen dann auch schon die Tränen… ich denke das ist normal, wenn es sich das erste Mal jährt und so kamen die Erinnerungen, die ich vor einem Jahr das erste Mal niedergeschrieben hatte, schon in der Nacht…  Vor einem Jahr lief ich morgens mit dem Mann zum Frauenarzt und diesen Weg lief ich danach nicht noch einmal, ich nahm Monate später immer den Bus… Zur Vorsorge waren wir gekommen, angespannt nicht nur wegen der Placenta Praevia Totalis, das große Kind wusste…

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