Tänzlein

Es gibt momentan ganz viele Dinge, die ich gern tun möchte. Ich habe einen kleinen Schimmer
davon, was sich für mich gut anfühlt und kreise um diesen Schimmer herum, möchte zugreifen,
aber es ist alles so ganz verschwommen, wenn ich danach greife, greife ich ins Leere. Ich
bekomme meine Wünsche nicht richtig zu fassen, immerhin habe ich eine Ahnung. Aber ich stoße
an Grenzen. Unüberwindbare Grenzen.
Früher dachte ich immer, wenn ich nur wirklich wollen würde, wenn man etwas wirklich will,
dann schafft man es auch. So im Groben mag das stimmen, aber ein arbeitsloser Mann, der von
Sozialhilfe lebt, der Zeit hat sich um die Kinder zu kümmern, während ich meinen Träumen
nachjage ich nur bedingt, dass was ich wirklich (auch) will. Aber es ist sonst niemand da. Der
Preis für diese Familie wäre ingesamt zu hoch für dieses oder jenes, was ich mir (auch) wünsche.
Und so wage ich eben ein Tänzchen zwischen Unerreichbarem und Realität, den Träumen
und Wünschen, meinen Träumen und Wünschen und dem Leben, das es zu vereinbaren gilt
mit vier Kindern. Ein Versprechen, das ich gab.
Es ist so wie es ist und eigentlich war es immer gut so. Eigentlich. Und bis vor kurzem. Aber im
Moment, trauere ich ein Stück weit ein Teil meiner Pläne ab, stampfe hier und da wütend und
trotzig auf- weil ich es doch so sehr will und all das spüre ich sehr deutlich. Trauer über das, was
ich niemals haben werde oder zumindest im Augenblick nicht haben werde können und knuffe mir
selbst in die Seite, sage mir „Kopf hoch! Konzentriere dich auf das, was geht, die Realität und leb
endlich wieder im Hier und Jetzt! Und sei wieder stolz auf das, was ist- was gut ist.“

Auf das was ich geschaffen habe und wieder mehr Vertrauen in die eigenen Schaffenskräfte haben.

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