Wider-Worte

Mein Vater sagt immer, dass es mit den Kindern nicht schwierig wird, wenn
sie sprechen können, weil sie einem dann das Ohr abkauen, sondern wenn sie
anfangen zu widersprechen.
Bis gestern dachte ich, mein größtes Problem wären Zoe’s heftige nicht enden
wollende Wutausbrüche, bei einem „nein“. Aber nun beginnt anscheinend
eine neue Ära, die mich verunsichert. Wir saßen gestern einen Moment alleine
beim Essen am Tisch, meine Wenigkeit und Töchterchen. Sie stellte die Füße
wieder auf ihrem TrippTrapp und abgesehen davon, „dass man sowas nicht tut“,
ist sie schon einige Male bei ähnlichen Aktionen vom Stuhl gefallen. Ich, weil
erziehungsberechtigt, sage also: „Zoe nimmst du bitte die Füße runter!“ Und
was sagt das Kind? -„NEIN.“ Stellen Sie sich das vor. Sie guckt vorsichtshalber
mal woanders hin und verzieht die Schnute und sagt „Nein.“ ? Sie schreit es
nicht lauthals, sie sagt es ruhig, als hätte sie nie etwas anderes getan: Nein.
Ich wieder: „Zoe, nimmst du bitte die Beine vom Stuhl.“ – „Nein.“ Aber dann-
schaute ich sehr, sehr ernst. Und sie nahm die dusseligen Beine wieder unter
den Tisch. Mal sehen wie lange das sehr, sehr ernst gucken noch funktioniert.

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