Day Before 18

Lieber Tom Clueso,

vor Wochen hast du schon gefragt: „Wann hab ich endlich Geburtstag?!“ Die große Unfreude über das Warten veränderte sich, ich meine Aufregung und große Erwartung ausgemacht zu haben auch wenn da noch immer diese unbändige Ungeduld war. In den letzten zwei Wochen gab ich dir immer die Antwort, dass ich leider nichts dafür könne, dass du noch warten musst, schließlich hast du dir diesen Tag ausgesucht.
Dieses Jahr ist besonders. Wieder ein Schaltjahr wie vor vier Jahren. Und gewartet habe ich die letzten Tage auch mit dir. Eigentlich gibt es heute nicht viel an das ich mich erinnre. Vielleicht würde sich das ändern, wenn ein bißchen hier blättern würde. Morgen früh haben wir nicht viel Zeit. Ich muss zu meinem Kurs und so bin ich wohl das erste Mal unfreiwillig an deinem Geburtstag nicht da. Also zumindest bis zum Nachmittag. Aber ich weiß, da sind so liebe Menschen, das wird dich nicht stören. Vielleicht fällt all die Anspannung morgen von dir ab, vielleicht erst am Sonntag.
Wirklich beginnen zu erinnern werde ich mich wohl morgen schon. An den Termin am Morgen, meine Angst nicht das Richtige zu tun. Einleiten wollte ich nicht, aber noch länger warten auch nicht. Wenn morgen deine besten Freunde hier klingeln werde ich fast wieder da sein und dann ging es vor vier Jahren ja eigentlich auch erst los.
Ein Wunder. Du kleiner Wirbelwind bist ein Wunder. Aber das weißt du doch hoffentlich? Nicht nur deine Zeugung so einzigartig schicksalsträchtig, sondern da war auch echte Sorge, als ich in der 17. Woche am CTG hing und das Gerät Wehen aufzeichnete, die da nicht sein sollten. Diese Zeit hat mich verändert damals mit dir. Vielleicht konnten wir deswegen nicht von einander loslassen. Wenn ich dir jetzt gesagt habe, du wolltest nicht aus meinem Bauch, hast du einmal gesagt, du hättest ja nicht gewusst, ob das weh tut, was ich schon sehr niedlich fand und dann ein anderes Mal, es wäre eben so kuschelig gewesen in mir. Vielleicht hast du recht, vielleicht wollte ich auch noch gar nicht loslassen damals.

Ach mein Herz. Du bist so ein süßer Dickkopf. Schon so groß. Ein echtes Kindergartenkind. Ich hab dich schrecklich lieb.

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