Im Krankenhaus

Am Dienstag lag Noah auf der Neo und schlief im Wärmebettchen, bekam intravenös
Zucker in seinen kleinen Körper. Ich konnte noch nicht so lange stehen, aber war so oft es
ging bei ihm, durfte ihm einmal die Flasche geben, aber die Nachwehen waren zu heftig
und ich wusste da noch nicht das ich mir einen Stuhl hinstellen hätte können. Wir hatten
sehr viel Angst, weil niemand ausschließen konnte, dass die Ursache hierfür nicht etwas
sehr ernstes sein könnte, Kulturen waren ja angelegt, bis jetzt war noch nichts auffälliges
festgestellt worden. Wir sollten uns aber auf einen längeren Aufenthalt einstellen. Das Wärmebettchen hatte man runtergedreht, aber er konnte seine Temperatur noch immer nicht halten. Die regelmäßigen Zuckertests waren auch nicht besser, trotz getrunkener
Milch war der Wert zu niedrig, stellte man die Infusion runter. Zoe kam mich mit Papa und ihrer Tante besuchen. Leider durfte Zoe ihren kleinen Bruder nicht sehen und hatte auch nicht viel Ausdauer um lange zu bleiben.

Nach einer Nacht Schlaf, ging ich gleich um 6Uhr zu Noah um nach ihm zu sehen, der
Zucker lief noch und man hatte die Wärme des Bettchens runtergestellt. Nach dem Frühstück und Duschen durfte ich ihn wieder füttern, diesmal auf dem Arm, wir schön
das war. Ich brachte ihm seinen Schmusehund, den wir so liebevoll eingeschlafen hatten, aber auch der musstedesinfiziert werden, wie eigentlich alles andere auch. Seinen Spezialnuckel hatte er auch und eigene Kuschelschuhe, die ihm die Füße zusetzlich warmhielten. Ich setzte mich mittags zu ihm, verbog mir die Hand, nur um Noah den
Kopf zu streicheln und erzählte von zu Hause. Vom Papa, der ihn vermisst, der großen Schwester, machte ihm Mut, aber sagte ihm auch das wir solange bleiben, bis er die Hilfe nicht mehr braucht. Das Wärmebettchen wurde weiter runtergestellt und der Kinderarzt erklärte mir nachmittags, dass es noch kein Anzeichen für eine Infektion gab. Der
Kinderarzt war froh, dass wir uns nicht mehr so auf konkrete Aussagen versteiften, aber meinte, es wird wohl wenn so sein, dass sein Motor plötzlich anspringt und sein Kreislauf normal arbeitet. Die Infusion wurde langsam reduziert und man musste eben abwarten.
Ich fand er sah schon besser aus als am Tag zuvor. Es wurde Abend und die Zuckerwerte
wären in Ordnung, man musste die alte Infusionsnadel aus der rechten Hand ziehen, da
ging nichts mehr durch und hatte vorher schon eine neue gelegt beim Blutabnehmen an der linken Hand. Die Infusion war schon aus, als der Papa ihn abends ausserhalb des Wärmebettchens füttern durfte und ihn danach noch eine Stunde auf dem Arm halten durfte. Dann legte man ihn gegen 22:30Uhr ins Wärmebettchen zurück und ich ging
Schlafen.

Donnerstag morgen wachte ich schon gegen 5Uhr auf. Ich war so ungeduldig. Las, ging duschen, zog mich an. Wartete und wartete, bis zum Schichtwechsel um 6:30Uhr. Dann stürmte ich ins Neo-Zimmer und bekam kurz einen Schock, denn im Wärmebettchen lag unser Noah nicht mehr! Aber dann sah ich ihn wie die Schwester in auszog um ihn zu
baden und schon sagte sie diese himmlichen süßlich klingenden Worte: Die Nacht wurde
er so warm, dass man ihn aus dem Wärmebettchen nahm und in ein Kinderbett legte.
Völlig glücklich stand ich dann neben ihr und sah ihr zu wie Noah das erste Mal baden
ging- es gefiel ihm gar nicht gut, dass sie das Wasser über sein Gesicht laufen lies. Sie
sagte ich solle Frühstücken gehen, und der Arzt käme ja dann gegen 9:30Uhr. Um 8:30Uhr
war ich schon wieder im Neo-Zimmer und wollte zu ihm, da passierte es, sie gab ihn mir einfach mit aufs Zimmer. Ich war so glücklich, fragte mich, ob es das nur war. Ob alles überstanden war. Der Kinderarzt war recht zufrieden mit Noah, wollte aber abwarten ob
er nicht wieder einbricht und die schauen, was die neuesten Blutkultur-Ergebnisse sagen.
Ich saß da und hoffte und war nervös, um 14Uhr konnten wir heim oder eben nicht. Ich genoss unseren Jungen in der Zeit und fragte mich, was in seinem Körper wohl passierte.
Ich redete mit ihm, wie schön alles zu Hause ist. Kurz vor 14Uhr kommen Zoe, Nils und Karen. Zoe sieht das erste Mal ihren kleinen Bruder und will ihn gleich im Bettchen umherschieben, außerdem steht sie total auf seinen Nuckel! Wir teilten uns auf, Nils ging
mit Noah auf die Neo und ich zur Abschlussuntersuchung. Als die für mich vorbei war,
flitzte ich zurück zu Nils und Noah, noch immer mit Kinderarzt und ja, wir dürfen nach Hause. Endlich! Noah ist gesund!

One Response to “Im Krankenhaus”

  1. Souffleurlos Says:

    […] total durch den Wind bin und Sturzbäche weinte. Ich weiß, dass mein Verhältnis zu Noah seit seiner Geburt vorbelastet ist, aber mich rüttelt das hier ordentlich durch. Und dabei weiß ich doch, […]