Lügen haben einen großen Busen

Nachdem ich heute eineinhalb Stunden im Wartezimmer des Augenarztes saß,
ging ich zur Anmeldung und log: „Wielange dauert es denn noch? Ich müsste
nach Hause unseren Sohn stillen!“ (Das glaubt eh jeder!) Und das schöne, die
Kinder hatten ja alle gesehen, das war zu logisch. Nils hatte sie nur abgeholt,
als er von der Arbeit kam, damit die sich nicht langweilen. Die nette Dame ging
in Raum 3, kam heraus und verkündete: „Sie sind die nächste!“ Ätsch!

7 Responses to “Lügen haben einen großen Busen”

  1. Mizz Foxxy Says:

    *hehe* Raffiniert. ;-) Aber die Wartezeiten heutzutage sind ja auch unmenschlich!

  2. Mama Schwaner Says:

    Hihi, warum nicht auch mal das Kind für solche Sachen „ausnutzen“ und es der (meist) kinderunfreundlichen Gesellschaft zurückzahlen ;) Passt scho!

  3. hans. Says:

    jaja, und warum nicht gleich wieder auf dem heimweg mit dem kinderwagen alles über den haufen rennen? in der trambahn auf keinen fall mehr irgendjemand vorbeilassen und im supermarkt drei bis acht füße überfahren? sind doch eh alles nur kinderfeindliche asos. nur wir, wir sind die selbstlosen mütter, die sich aufopfern für familie und rentenkassen. aber wehe, zum geburtstag gibts keinen fünfkaräter oder zumindest die tolle armani-sonnenbrille.

  4. kassiopeia Says:

    Lieber Hans,
    kann es sein, dass du ein wenig zuviel fernsiehst? Zum Beispiel zuviel „Desperate
    Housewifes“?! Denn die Realität sind etwas anders aus.
    Schade, dass du es noch nie erlebt hast, dass „eine Mutter“ sich auch über andere
    Dinge freuen kann, als teure Ringe und Sonnenbrillen (die sich kein Mensch/Familie
    leisten kann)
    Sind gestresste Mütter nicht ein Symptom für eine kinderunfreundliche Gesellschaft?
    Aus meiner Erfahrung ist der Kinderwagen meist viel zu schwer, um damit nach
    Hause zu rennen. Wenn man allerdings mit diesen schweren Teilen 20km weit
    latschen muss, um einen Supermarkt zu finden, durch dessen Gänge, ja geschweige
    denn durch dessen Kasse man mit einem Kinderwagen (Gott, hilf den Mehrlingseltern!)
    kommt, ja dann kann es passieren, dass auch die bestgelaunste Mama genervt ist
    und die guten fröhlichen Vorsitze vergisst, während jemand sie fast umrennt, weil
    sie im Weg steht.
    Ja, Mütter wären weniger gestresst, wenn in dieser Gesellschaft sie und ihre Kinder
    nicht ständig derart begutachetet würden und sich 20 Hälse verrenken und stolpern
    nur um sich über das schreiende Kind auf der Straße aufzuregen oder kopfschüttelt
    an einer Mutter vorbeigehen, dessen Kind ihr wütend auf allen Vieren hinterher krabbelt.
    Mütter wären auch weniger gestresst, wenn sich nicht die komplette Flugzeugbelegschaft
    meckert und beschimpfend zu ihnen umdrehen würden. Aber was fällt Müttern auch
    ein zu fliegen. Sie könnten ja mit der Bahn fahren. Aber in der Bahn nerven Mütter mit
    ihren Kindern ja auch! Die sollen da bitteschön im Kinderabteil sitzen, dass es nicht
    gibt. Denn es gibt nur ein (!) Kleinkindabteil pro Zug (für max 5-7 Menschen).
    Ja, Mütter stünden wohl weniger im Weg rum, wenn es mehr Platz für sie, die Kinder
    und einen Kinderwagen gäbe, ob nun in der Straßenbahn, der U-Bahn oder der S-Bahn.
    Ja, Mütter stünden nicht dort im Weg, wo sich gestresste Menschen gerne hinfletzen
    würden, wenn ncht irgendwelche Idioten dort säßen, wo Platz für Kinderwägen sein sollte.
    Den sich Mütter wohlgemerkt teilen mit Radfahrern und Rollstuhlfahrern.
    Ja, Mütter wären wohl ausgeglichener, wenn es möglich wäre an einem Rückbildungskurs
    teilzunehmen, wenn man schon ein Kind hat. Noch ausgeglichener wären sie, wenn sie
    an einem Yogakurs teilnehmen könnten.
    Ja, Mütter gäbe es auch gar nicht so viel auf der Straße, wenn es nur mehr Angebote für
    sie gäbe, wie zum Beispiel Spiel- und Krabbelgruppen.
    Ja, Mütter müssten sich weniger Sorgen machen und könnten unbeschwerter durchs
    Leben gehen, wenn sie nur zum Arzt oder in die Apothek kämen mit ihren lästigen fetten
    Kinderwägen. Wenn es denn für eine Mutter mal so einfach wäre für sich selbst, mal eben
    einen Arzttermin auf den Abend zu bekommen, wenn der Mann wieder da ist.

    Ja, vieles wäre viel leichter. Und ja, mein lieber Hans: Kinder sind logischer Weise
    unsere Zukunft. Auch die Ihre. Oder was meinen Sie, welcher Zivi Sie später vor der
    Arzttüre aus dem Rollstuhl hebt, weil Sie mit Ihrem fetten Teil dort nicht durchpassen?!

  5. Souffleurlos Says:

    […] Nach Hans’ Beitrag dachte ich nach… […]

  6. übermüdet - das Väterblog Says:

    Meine Frau hat so Recht

    Und Hans, der ist kinderlos.

    Mehr dazu hier.

  7. Zwergenwiese Says:

    […] Kassiopeia’s Plädoyer für eine kinderfreundlichere Gesellschaft möchte ich nicht unerwähnt lassen, […]