Hausfrauen- Anfall

Den bekomm ich gleich. Ist das jetzt das Schimpfwort des Jahres geworden?! HAUSFRAU?
Was soll das überall? Als Anhängsel für dämliche Tätigkeiten? Fürs Herabwerten von
unliebsamen Zusammenkünften?! Ich darf doch bitten- ein bißchen mehr Kreativität!
Ihr wisst schon, dass ich nur so eine dämliche kuchenbackende, mich ständig vermehrende,
Kinder selber hütende, das Heim in Ordnung haltene Hausfrau bin, oder?! Bin ich hier die
Quotenausnahme?
Ich hab heute 2 Stunden in der Küche meinen Abend verbracht und warum?! Weil ich
morgen fürs Kinderhaus meine erste Elternarbeits-Stunde vorbeibringe, in Form von
Cookies. Für jede nicht geleistete Elternarbeits-Stunde werden am Ende des Jahres 20
Euro fällig. Das heißt ich hatte heute einen Stundenlohn von 10 Euro- super. Fürs
Betreuen von Kindern BERUFSTÄTIGER MÜTTER, bekomme ich leider nur einen feuchten
Händedruck. Ihr wisst schon, dass diese sich selbst vergessenen HAUSFRAUEN, den
BERUFTÄTIGEN MÜTTERN den Arsch retten, wenn sie auf Fortbildung müssen, während
der Kindergarten geschlossen hat. Jedenfalls bin ich so eine HAUSFRAU.

Und wenn ich noch einmal hören muss, „dass das ja total schön ist, dass ich damit
glücklich sein kann“, bekomm ich einen Schreikrampf. Das erinnert mich immer an:
„Toll, das du trotz der Diagnose Krebs, weiterhin so eine Lebensfreude ausstrahlen
kannst.“

Und bitte: Keine Kommentare ala „Wir müssen doch zusammenhalten.“ Das versuche ich.
Ich finde das nur nicht lustig. Oder so ganz Kluge: „Wer sich den Schuh anzieht!“- Bla.

29 Responses to “Hausfrauen- Anfall”

  1. kaanu Says:

    Mit € 10 liegst Du gerade deutlich über meinem Stundenlohn. ;-)

    (Ich hasse dieses Vergleiche-ziehen, dieses wer leistet mehr, wer verzichtet auf mehr. Jeder leistet in seinem Bereich viel. Basta. Man soll die anderen in Ruhe lassen und nicht so viel urteilen und bewerten. Aktuell scheinen berufstätige Mütter im allgemeinen Kanon „wertvoller“ zu sein, in 10 Jahren werden es vielleicht wieder die sein, die die Erziehung nahezu komplett selbst in die Hand nehmen.)

  2. kassiopeia Says:

    Ich vergleiche nicht. Hier wird eine Job genommen und einfach entwertet. So zum Spaß. Oft
    auch aus Verlegenheit. Nicht mit mir. Ich mache einen Job! Wenn im Kindergarten einer
    kocht, putzt und betreut, ist das ein echter Job. Wenn ich das in der gleichen Zeit alleine tue,
    ein Witzchen. DAS kotzt mich an.

  3. kassiopeia Says:

    PS: HA. Wusste ich es doch. Ich verdiene im Kinderhaus gut ;)

  4. kaanu Says:

    Ich meinte mit dem Vergleichen nicht Dich, sondern die anderen, die der Meinung sind, zuhause bleibende Mütter haben es doch so viel einfacher. ;-)

  5. Frau Bergzwerg Says:

    Also ich selber bedauere weder berufstätige Mütter die sich beschweren noch Frauen die zu Hause sind und klagen. Jeder wie er will.

    Müssen die berufstätigen Mütter die nichtgeleisteten Arbeitstsunden nicht auch bezahlen? Oder meinst Du die die Ihre Kinder zu Dir nach Hause bringen und Dir nichts geben? Ich konnte das gerade nicht richtig rauslesen ;O).

  6. kassiopeia Says:

    @Frau Bergzwerg: Es geht mir nicht um Klagen oder Bedauern. Die Kinder betreue ich doch gern,
    weil sie auch nicht wüssten wohin, dafür wil ich gar nichts, dass ist mein Beitrag zum Thema
    Zusammenhalten. Ich meine das Erfinden neuer Wörter, einzig allein um Dinge herab zuwürdigen
    und belächeln, wie Hausfrauenwandern, Hausfrauen-Kaffekränzchen, Hausfrauenzeugs usw.

  7. Cecie Says:

    soll ich mal? ich oute mich. wenn ich einen haufen ungebildeter uninteressierter damen mit lockenwicklern aufm kopp aber ansonsten ausschliesslich „praktisch“ gekleidet meine, deren einziges gesprächs- und interessethema in der kotabsatzhäufigkeit ihrer kinder und dem austausch von backrezepten besteht, dann tituliere ich diese als „hausfrau“. für mich ist das ein synonym. wer ein besseres weiss, her damit!

    hausfrau is nich gleich hausfrau. und niemals würde ich das, was mütter mit kindern so den ganzen tag an kraft, zeit, nerven und liebe investieren, abwerten wollen (auch wenns leider auch genug andere gibt, die das alles eben nicht tun sondern nur die kinder in die welt setzen). und sorry, aber trotzdem muss ich den begriff „hausfrau“ „missbrauchen“, wenn ich bestimmte dinge auf den punkt bringen will…

    bin ich verständlich? ansonsten darfst du jetzt schiessen! ;o)

  8. kassiopeia Says:

    Aber genau das meine ich doch: Ich bin eine Hausfrau. Aber nicht so! Seid kreativ, bitte! Ich
    glaube nämlich nicht, dass irgendeine beruftätige Mutter es witzig und angebracht fände,
    wenn es solch ein „Bild“ von ihr gäbe. Überhaupt nicht, da wird nach Individualität geschrien,
    hier aber bitte auch!

  9. Cecie Says:

    ja menno *wimmer* wie soll man das denn sonst nennen? ich kann doch nix dafür, wenn viele hausfrauen tatsächlich ihre eigene karrikatur sind? es is allerdings erschreckend, wieviele sofort wissen was und wie es gemeint is… is also doch was dran!? *provozier* *nichbösemein*

  10. Frau Bergzwerg Says:

    Ach sooo

  11. Ines Says:

    Kann mal ne Hausfrau zu mir kommen??
    Ich bin so mehr oder weniger berufstätig, habe 3, nein 4, die permanent Unordnung schaffen und lebe in einem Saustall:-)
    Und ich meine, Hausarbeit ist alles andere als larifari – und es macht kein Spaß, mein job mir schon (manchmal).

  12. Ami Says:

    glitzy glam and shiny house girl.

    (den begriff lass ich mir patentieren.)

    es wird sich aber nichts ändern, dadurch dass der name neu wäre. veränderung fängt nun mal im kopf an. ein bisschen stolz und ein bisschen coolness und vermarktungsfähigkeit – dann rocken hausfrauen aber sowas von! (was sie jetzt auch schon tun, es geht ihnen ja aber um die aussenwahrnehmung)

  13. Cecie Says:

    frau ami, alles klar *notier* (hauptsache ich kann mir das merken)

  14. Giftzwerg Says:

    (Ich bin gerne HAUSFRAU und es ist mir scheißegal, was andere davon halten)

    *knuff*
    Als ob Du es nötig hättest, Dich von irgendwem irgendwie herabsetzen zu lassen. ;)
    (Ich für mein Teil staune jedenfalls immer wieder über die Balance, die Du hälst und trotzdem „cool“ dabei bleibst.

    Man kann jedes Wort irgendwie verballhornen, das ist nicht nur der Hausfrau vorbehalten.

  15. kassiopeia Says:

    @Cecie: Du stachelst mich nur an, in Worten festzuhalten wie das so für „alle“ berufstätigen Mütter
    mal wäre, so ein Bilden zum Schmunzeln…

    @Ines: Tut mir leid! Leider, leider keine Zeit- wir sind überbesetzt! ;)

    @Ami und Giftzwerg: Wenn ich als Hausfrau gebäre (ein Beispiel) muss ich einen Zettel ausfüllen,
    welchem Beruf ich habe. Und während es den arbeitenden Müttern vergönnt ist, nicht nur „berufstätig“
    zu schreiben, muss ich bei „Hausfrau“ bleiben. Was ich ja auch schlichtweg einfach bin. Deshalb
    fällt es mir doch etwas schwer über diese lustigen Verallgemeinerungen zu Lächeln. Zum Spaß aller
    eine dumme Hausfrau. Und wenn ich lesen muss, dass damit Lockenwickler und eine Gewisse Affinität
    zum Kinde einhergehen, muss ich kotzen über soviel Inhalt. Das macht es also aus? Dann ist wohl jede
    Frau ein Dummchen? Weil sie mal Lockenwickler trägt und viel übers Kind bloggt?! Ich find das scheiße.
    Weil ich mich auch nicht hinstelle und eine Karikatur von einer beruftätigen Mutter zeichne und dazu
    „was voll lustiges“ schreibe. Wie wütend wäre dann eine große Horde Frauen?! Wenn mich das stört,
    dann soll ich mal nicht so sein. Einfach drüber stehen. Aber das tue ich nicht. Es suckt.
    Hausfrauensport?! Was soll das sonst heißen?! Vormittags, mit Kindern, für Anfänger? All das steht
    da nicht geschrieben, sondern genau das. Wenn was im Haushalt nicht gelingt, heißt es gleich: „Ich bin
    halt nicht sone Hausfrau?!“ Und was heißt das genau? Es ist meist abwertend für irgendwas.

    Und Ami, ich rocke sowas von, das glaubst du gar nicht! ;)

    Giftzwerg, ich warte ja ehrlich gesagt auf das verballhornen von „der berufstätigen Mutter“.

  16. Isabella Says:

    Geld regiert die Welt!

    Und genau deshalb wird das Hausfrauen dasein entwertet! Eine Kindergärtnerin verdient an der Kinderbetreuung WIR – WIR HAUSFRAUEN ernten hingegen „nur“.

    Ich mach mir mittlerweile (schon noch, aber) nicht mehr allzu viel draus´.

    In letzter Zeit habe ich ganz empfindliche Antennen für unnötiges Gesülze und es fällt mir auf dass viele Frauen immer ärmer, fleißiger, müder, schneller, höher, weiter, schlanker, schöner als alle anderen sein müssen/wollen.

    Und Menschen hören sich gern selber reden. Aber nicht dass sie öfter mal darüber nachdneken WAS sie reden. Nein sie reden.. und vor allem einfach vieles NACH!

  17. Ami Says:

    die verballhornung von „berufstätiger mutter“ ist „rabenmutter“.

  18. Nadine Says:

    Ich mein, es ist zwar super abgedroschen aber „Familienmanagerin“ klingt wesentlich besser wie „Hausfrau“. Wobei da wohl auch wieder einige nen K***krampf kriegen werden. *schulternzuck* *wieder in die Ecke stell und weiter das Thema verfolg*

  19. kassiopeia Says:

    @Ami: Ich denke nicht, das es damit getan ist. Das ist ein nur ein Wort, das jede Mutter irgendwann
    mal an Kopf geknallt bekommt und/oder zu sich selbst sagt. Aber was ich meine, ich ein überzeichnetes
    Bild, der immer in Eile Frau, die morgens schon brüllt, weil sie zu spät dran ist, immer die
    Kinder zu spät abholt, nie Zeit mit den Kindern verbringt, die Kinder ständig bei Oma und Opa/
    Tagesmutter/Au Pair, eigentlich nur Abendbrot isst mit dem eigenem Kind, vor lauter
    Stress ständig Auffahrunfälle baut, den Kindergeburtstag vergisst, nie an Schulfeiern teilnimmt
    und und und. Solch ein Bild wie Cecie es beschreibt, wo jeder schön was zu lachen hat, gibt
    es für diese Mütter NICHT.

  20. Giftzwerg Says:

    Nein? Guckst Du nie Fernsehen?
    Ich finde, solche Bilder gibt es jede Menge…

  21. kassiopeia Says:

    Ich meine DAS eine Bild, wie DIE Hausfrau. Vorurteile gibt es für alle. Aber so wie es Cecie
    für die allgemeine Belustigung beschreibt, gibt es „die berufstätige Mutter“ wirklich nicht. Es
    wird einfach belächelt. Schau dir an, was mit Eva Hermanns Buch passiert ist. Zerfleischt.
    Ein Blick in die Politik, zeigt ganz klar eine Tendenz unserer Gesellschaft. Und deshalb gibt
    es nur für die eine Lebensweise ein Wort, „wenn ich bestimmte dinge auf den punkt bringen will“
    (Cecie) … Was mich nervt, ist DER Punkt, auf den das ganze gebracht werden soll, wenn
    einer schreibt er mache „Hausfrauen-Abendschule“. Welcher Punkt. Ich weiß welcher. Und
    das suckt.

  22. Cecie Says:

    schade, du hast mich komplett missverstanden. und dich angegriffen gefühlt. was weder so gemeint noch so beabsichtigt war. offensichtlich gelingt es mir aber nicht die richtigen worte zu finden, und deswegen ziehe ich mich besser zurück – du brauchst deine kraft und nerven für anderes.

    alles liebe, Cecie

  23. kassiopeia Says:

    Liebe Cecie, bitte um Himmels Willen, ich wollte nicht, dass du das Gefühl hast, ich wäre sauer auf
    DICH! Ich bin dir ehrlich gesagt dankbar für deine Ehrlichkeit. Denn während hier viele so tun, als
    würde man überhaupt nicht verstehen, was ich meine. Oder lieber schweigen, hast du den Mut gehabt,
    zu sagen, was Phase ist. Und deshalb, warst du, die einzige die ich zitieren konnte. Nur du, und jetzt
    siehts aus, hälst du die Arschkarte in der Hand!
    Aber datt sieht doch nur so aus! Du kennst mich doch(, so ein bißchen).

  24. Cecie Says:

    ich danke dir. ich war mittelprächtig geschockt weil ich dachte: sie kennt mich doch, ein bisschen. sie muss doch verstehen wie ich das meine. wir wissen doch, wie wir miteinander reden (können).

    alles gut, kann ich heut nacht doch schlafen ;o)

    (und beim nächsten mal reiss ich wieder die freche provokante klappe auf. ganz weit. das haste jzz davon. küsschen!)

  25. Giftzwerg Says:

    Ich verstehe durchaus, was Du meinst – aber ich empfinde es einfach nicht so. Es stört mich nicht. ich kenne das Klischee einer Hausfrau, genau wie ich das Klischee einer arbeitenden Mutter kenne. Aber ich sehe es als reines Klischee mit dem ich mich einfach nicht identifiziere. Deswegen trifft es mich einfach nicht. Das ist ehrlich.

  26. kassiopeia Says:

    Ach liebster Giftzwerg, was soll ich darauf noch schreiben?! Ich finde es ist mehr als nur ein Klischee,
    du nicht. Aber das ist gut so, wir leben zwei Leben und machen unterschiedlliche Erfahrungen.

  27. Giftzwerg Says:

    ;)
    Du darfst also diesen Teil des Klischees/Bildes auf mich abwälzen, ok?

    note to myself: nicht immer gleich so angepisst sein… suuutsche, Brauner, suuuutsche! Und allet wird jut.
    *seufz*

  28. Ines Says:

    Die Diskussion ist lustig:-)
    Ich würde als „Schimpfwörter“ mal bei Hausfrau und Rabenmutter bleiben. Das eine ist abwertend und das andere macht (zumindest mir) ein schlechtes Gewissen. Und wir können dennoch alle damit ganz gut leben.
    Und was bin ich? Eine schlechte , nein ganz schlechte Hausfrau und ganz fürchterliche Rabenmutter – und wir kommen damit ganz gut klar:-)

  29. kassiopeia Says:

    Ich weiß nicht, was daran lustig ist. Einer hat sich hier getraut zu sagen, jawohl so ist es. Wenn
    mir ein Nachmittag im Kreiser Frauen langweilig ist, weil Haupthema Kinder & Co sind, sage ich
    „Was ein Hausfrauen- Nachmittag!“ Mir wäre neu, dass eine Hausfrau zu spät, abgehetzt in den
    KiGa stürmt und sagt: „Haha, wie lustig, jetzt verhalt ich mich glatt wie ne Berufstätige.“ Und
    darum geht es. Es geht nicht darum ein Schimpfwort für Hausfrau zu finden, sondern das es bereits
    eines ist. Und es geht eben auch nicht darum, überhaupt ein Schimpfwort zu suchen für eine
    Berufstätige Mutter. Denn wenn dieser Kreis Mütter ebenso litt unter Spott, wäre „berufstätig“
    bereits ein Schimpftwort. Lustig ist, dass sich plötzlich ein Teil der Berufstätigen auch diskriminiert
    fühlt und anstatt zu sagen, ja versteh ich irgendwie, denk ich drüber nach, wird geschrien: „Wir
    ja aber auch!?“ Und das möchte ich sehen: Diese neue aggressive Hausfrauenbewegung.

    Und hey, die alte Rabenmutter-Nummer. Auch auf die Gefahr hin mich zu wiederholen, jede
    Mutter kann diesen Orden bekommen. Lässt dein Kind beim Einkaufen auf dem Boden und
    kriecht es dir hinterher, hört man „Rabenmutter!“ Da dieser Mutter kein Schild auf der Stirn
    prangt: Bin berufstätig, trifft das die breite Masse Mütter. Und wenn es so falsch läge und mich
    hier zu unrecht schlecht fühlen würde, würde man genau in diesem Moment sagen: „Die Mutter
    geht bestimmt arbeiten!“

    Nur noch eine Anektdote hinterher. Ich wurde als Rabenmutter schon einmal beschimpft, weil
    ich meine Kinder mit zwei immernoch zu Hause habe und so ja gar nicht ausreichend fördern
    könnte.