6+3

Eigentlich ein Tag zum Feiern wie jeder andere mit dir. Lieber Himmel, Halbzeit 7. Schwangerschaftswoche. Und doch ist der Tag voller Übelkeit, Bauchschmerzen und Angst. Soviel Angst vor morgen. Ich hab so unendliche Angst, dass du morgen nicht mehr da bist. So sehr. Wir waren doch erst an dem Punkt, wir waren doch erst bei so großer Angst, bei dem Gefühl vielleicht Abschied nehmen zu müssen. Ich liebe dich viel zu sehr… Wieso nur ist das alles passiert?
Ich war so dankbar und glücklich. Und nun bestehe ich wieder nur aus Angst. Mal denke ich, was soll sein? Da war dein Herzschlag, wieso soll der morgen nicht mehr da sein und dann wieder ist da nur Panik, weil ich weiß, was ein Bluterguss vermag zu tun. Ich denke an all die Mamas, die heute gesunde Kinder in den Armen halten und will auch diesen Weg mit dir gehen. Es schaffen. Ich will es schaffen mit dir.
Bist du noch da?! Frage ich mich auch in diesen Stunden. Ich atme alle Kraft in den Bauch zu dir hin und hoffe, dass sie dort ankommt.
Durch das Liegen und nicht am Leben teilnehmen, stellt sich keine richtige Dankbarkeit für das, was ich habe ein. So wie am Wochenende wo ich trotz Blutungen doch noch so schöne Stunden mit der Familie hatte… Mir fehlt das. Aber ich will dich nicht verlieren, weil ich zuviel will.

Ich habe heute die Geschichte der kleinen Madita Löwenherz gelesen. Und wieder in mein Herz gelassen, dass alles Wünschen und Hoffen, nicht immer reicht um euch zu halten. Manchmal, genau in solch Momenten tut das Leben so unendlich weh.
Kämpf du auch. Ich hab dich noch nicht aufgegeben, auch wenn ich hier und da versuche, aber es nicht wirklich schaffe, mir vorzustellen, was ich morgen sehen und hören werde. Sei dir sicher, ich liebe dich über über alles. Bitte gib nicht auf. Ich bitte um Beistand. Um Hilfe. Um alles, was wir brauchen. Und tat heute alles für uns, was ich tun konnte: liegen. Liegen in Liebe. Ich liebe dich. So sehr.

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