Unwiederbringlich

Am Montag heulte ich quasi Rotz und Wasser, weil ich die erste Aufführung unseres zweiten Sohnes verpasste. Ich musste zu Hause auf die kranken Nasen aufpassen und Nils war mit Zoe bei ihm.
Jedes Weihnachten führen die Vorschulkinder des Kindergarten ein Krippenspiel auf. Dieses Jahr war nun Tom an der Reihe, unser drittes Vorschulkind. Er sollte ein Schaf spielen. Für Tom war das nicht leicht. Das Kind ist wie immer schon wortgewandt und kann sich hervorragend ausdrücken. Zum Einen ist er sehr schüchtern und wollte das alles gar nicht, was meinen mütterlichen Beschützerinstinkt weckte, was bei mir so viel hiess wie, „Ich zwinge ihn auf gar keinen Fall!“, auf der anderen Seite hatte er hart gearbeitet, doch zwischen einem „Aber ich hab Angst, dass die anderen mich in meinem Kostüm auslachen.“ quetschte er noch ein „Aber F. kann die Lieder alle viel besser, als ich.“ Er rang nach Worten. Nach langem hin und her und auf den letzten Drücker abwiegen meinerseits, siegte mein Pseudodiplomatisches „Aber die Anderen warten und verlassen sich doch auch dich, du bist ein Teil des Stücks, du kannst jetzt nicht mehr einfach fort bleiben.“ Und es wirkte. Als ich meinem Kind, den finalen Kuss und ein „Ich bin stolz auf dich!“ ins Ohr gehaucht hatte, kamen die Tränen von ganz allein.
Ich war furchtbar stolz auf ihn, er sah großartig aus und er hatte sich so schwer getan, er war wirklich über sich selbst hinaus gewachsen! Nur teilnehmen konnte ich daran nicht wirklich. Das tat weh. Aber es ging nicht anders. Kleiner großer toller Kerl, ich hab dich schrecklich lieb!

Tom das Schaf

2 Responses to “Unwiederbringlich”

  1. blumenpost Says:

    So ein hübsches Schaf! Ach schön, dass er sich getraut hat. Und traurig, dass du nicht dabei sein konntest, aber ich wette er kam ganz stolz nach hause zu dir. <3

  2. frl_mieke Says:

    ♥ ach, da wein ich gleich mit!
    ich weiss, was du meinst und ich freue mich so sehr, dass der mut größer war als die angst.super-tom!