Sonntagsfreude

Heute war wirklich ein außergewöhnlich schöner Tag. Ich muss das an dieser Stelle so hervor heben, weil gestern für mich ein außergewöhnlich doofer Tag war.
Die Unterschiede zwischen beiden Tagen könnten nicht größer wiegen. Gestern hatte ich Kopfschmerzen und fühlte mich schwer und antriebslos. Ich war nicht ich selbst, aber damit habe ich in den letzten Wochen gehäuft Probleme. Viel überraschender also ist nicht, mein Stimmungstief von gestern, sondern das Hoch von diesem Sonntag.

Ich durfte ausschlafen, obwohl der Mann noch angeschlagen ist und nach einem ausgedehnten Frühstück und einer kurzen Zeit im Bad, stahl ich mich mit drei Kindern davon, um zur Gärtnerei meines Vertrauens zu gehen. Dort fanden Zoe, Tom, der schlafende Emil und ich auch ein paar schöne Blümelein und zogen nach einem herzerwärmenden Gespräch mit der Besitzerin von dannen, Richtung Friedhof. Die Idee der Kinder. Die Kerze vom letzten Besuch stand noch überraschend dort und so stellten wir zu der alten noch eine neue Kerze, zupften ein paar Blüten von unseren Blumen ab und schmückten den Stein. (Tom hat heute noch einmal mit seinen Worten wieder gegeben, was er meinte, was damals passiert sei. Es hatte mit ihm zu tun, muss ich erwähnen, er wollte sich damals nicht hinsetzen (aber er ist und war nie Schuld!!! Es ist nur Teil des ganzen Bildes von Unfallhergang!) und das erzählte er heute. Verblüfft davon, weil wir noch nie darüber gesprochen haben, rechnete ich nach, es ist in diesem Jahr drei Jahre her, dass heißt er war da frische drei Jahre alt und es ist noch sehr präsent bei ihm- Wahnsinn. Auch wenn die Kinder Daten und Reihenfolgen durch einander bringen, gibt es Dinge, die sich eingebrannt haben.)
Als wir dann zu Hause waren haben wir uns gleich ans Werk gemacht und die neuen Blümchen eingepflanzt und weiter altes Laub aus dem Vorgarten gepult. Die Beiden waren echt fleissig und später kam Ben noch hinzu.
Ich habe gespürt wie gut mir die Gartenarbeit tut und das sie mir auch wenn sie anstrengend ist, gefehlt hat, weil sie ein Teil von mir ist.
Anschließend haben wir ein- glaube ich- drittes Mal in diesem Jahr gegrillt. Dazu gab es einen Eiersalat und frische Knoblauchbutter, ganz simpel aber super lecker.
Den größten Teil des Tages haben wir also draußen verbracht, in der Sonne, auch wenn zwei meiner Männer (der große und ein kleinerer) noch angeschlagen sind. Später stellte ich mich noch in die Küche und probierte ein neues Rezept aus. Mir haben die Cookies super gut geschmeckt, eigentlich mampften alle gut was weg, das war genau das Richtige, als es doch langsam frisch wurde: warme, weiche Cookies und Bananenmilch. Als die Kinder sich dann total lieb bedankten für das Backwerk, hab ich mich so gefreut und mal wieder gemerkt, wie gern ich wirklich backe.
Im Anschluss hab ich nur noch Haushaltskram erledigt, das war jetzt nicht so aufregend, gehört aber dazu. Jetzt so langsam kehrt Ruhe ein, ein paar Kinder schlafen schon und der gemütlich Teil des Abends beginnt.

Was mir aber beim Kuscheln mit Ben keine Ruhe ließ, ist was den Unterschied ausmachte. Ich weiß nicht, ob das hier her passt oder lieber ein einzelner Post hätte sein sollen, aber ich habe in den letzten Monaten viele Dinge, die mir etwas bedeuten nicht mehr machen können. Ich habe ein Projekt aus Angst vor Versagen und dann weil anderes wichtiger war liegen gelassen, war Monate nicht schwimmen und habe wochenlang kein Buch gelesen, doch auch nicht wirklich gebloggt, weil ich stattdessen, die Zeit die ich hatte nutzte, um Tagebuch zu schreiben oder mir Ablenkung gönnte. Es ist wenig übrig geblieben von dem was mich ausmacht, vor lauter Gedanken, Angst und Sorge, das ändert sich auch nicht von heute auf morgen, dass weiß ich- manche Dinge brauchen ganz einfach nur Zeit und einen offenen Blick.
Ich bin dankbar für diesen Tag, der mich wieder etwas näher bei mir fühlen liess und hoffe, dass mit ein bißchen Glück und Sonne sich wieder mehr Tage von dieser Sorte zeigen werden.

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