Drei Monate Mutter von Sieben

Heute gab es einen Moment, in dem ich mich so sehr an Weihnachten und die Zeit drum herum erinnerte… Seit Langem eine Schwangerschaft an die ich wirklich gern zurück denke, obwohl es hier und da auch derbe Tiefen gab, war es eine super schöne Zeit und das denke ausgerechnet ich, die immer sagt, bei einer Schwangerschaft sei immer nur das Ziel das Ziel…
Da lag sie nun vor mir, meine Kleinste. Das Kind, das wirklich ein Mädchen geblieben ist… Ein Mädchen auf das ich vielleicht schon etwas länger gewartet hatte. Jeder meiner Söhne ist und bleibt einzigartig und gerade die letzten Zwei waren herbei gesehnt, also auch weil ich spürte, dass sie es waren auf die ich wartete. Ich werde nie die eine Ultraschalluntersuchung vergessen, bei der die Ärztin meinte, sie fände keinen Penis mehr… Ich war wirklich erschrocken, ich spürte meinen Sohn… Sie fand den verschollenen Penis Gott sei Dank, ein paar Bewegungen mit dem Schallkopf später wieder, aber vielleicht wegen dieser Anekdote konnte ich nicht so recht glauben, dass es dieses Mal wirklich das Mädchen sein oder bleiben sollte. Zwei, drei Kleidungsstücke hatte ich in den Jahren aufgehoben, in den Monaten der größten Qualen hatte ich sie oft heraus geholt, hinein geweint und mich gefragt, ob ich jemals wieder ein Kind erwarten würde… Es folgten diesen wunderbaren Söhne und nun trug die kleine Tochter wirklich und wahrhaftig ein paar dieser gesammelten Werke… Unfassbar.
Nie hätte ich mir träumen lassen, dass ich nach diesen Verlusten wirklich noch mal, nicht eines, nicht zwei, sondern drei Kinder gebären könnte und nun sind sie so ein schöner, unwegdenkbarer Bestandteil meines Lebens…
Drei Monate sind wir nun zu Neunt, ich bin eine Mutter von sieben Kindern. An den allermeisten Tagen bin ich einfach nur im Herzen glücklich und dankbar und erfüllt, gefüllt bis zur Nasenspitze mit Zufriedenheit… Es gibt einfach kaum etwas, dass ich hätte anders machen wollen, etwas was ich vermissen könnte, außer mehr Zeit für mich :)
Es gibt Tage, an denen denke ich: „Oh mein Gott, was hab ich nur getan, wie soll ich nur jemals den Bedürfnissen von allen Kinder richtig gerecht werden?!“ Wenn keine Zeit für nichts und niemanden ist. Ich mich frage, wieso ich nur dieses und jenes gerade gesagt oder getan habe?! Und ich denke, dass ich die Kinder jetzt schon vorsorglich alle bei einem Kinder- und Jugendpsychotherapeuten vorstellen sollte- ganz unbedingt, denn den brauchen sie auf jeden Fall irgendwann, nach dieser Kindheit! Und dann gibt es Tage an denen alles so wunderbar ineinander übergeht, ich sehe wie alles funktioniert, alles aufgeht, sich gute Gespräche entwickeln, alles seine Zeit hat, sich alles findet… Und so lange es dieses Momente auch noch gibt, sich diese sehr verschiedenen Tage und Sichtweisen auf alles fröhlich die Klinke in die Hand geben, kann es doch nur das bunte, volle, unberechenbare Leben sein oder?!

2 Responses to “Drei Monate Mutter von Sieben”

  1. Elisabeth Says:

    Also die Tage an denen ich schon mal einen Psychotherapeuten für meine Kinder buchen möchte kenne ich auch sehr gut…;)…. die anderen auch…. es ist schrecklich schön mit den vielen, so besonders und so bereichernd….ein ganz spezielles Leben ist das, das wir uns da ausgesucht haben!
    Ich kenne sie auch die Verluste, die unglaubliche Freude und Vorfreude auf so ein neues Zauberwesen und auf der anderen Seite auch die vielen Ängste….
    Immer noch unbekannterweise sehe ich nur aus der Ferne mit wie viel Liebe Ihr das macht und freue mich an den Bildern und Einblicken in Euer Leben…

    alles Liebe,
    Elisabeth

  2. Michaela Says:

    so schön geschrieben… Vielen Dank dafür!