5. Geburtstag 5.0

Als unser erstes Kind fünf Jahre alt wurde, war das damals kleinste und vierte Kind, erst wenige Wochen alt. Ich hatte also vier Kinder unter fünf Jahren bekommen. Bis ich unser fünftes Kind dann im Arm halten durfte, hat es leider eine Weile gedauert, beinahe drei Jahre. Nun heute war ein besonderer Tag, unser fünftes Kind wurde fünf Jahre alt. FÜNF.
Emil ist das gewünschteste Wunschkind und manchmal ist das bestimmt nicht einfach für ihn. Wenn ich in die Augen dieses Strahlekindes sehe, wird mir ganz warm und ich kann nur fühlen, dass es so ein Glück ist, dass dieser kleine Kobold, dieser Rotschopf, dieser Wildfang, der kleine Fuchs zu uns kam, der oft so versunken und in seiner eigenen Zeit Dinge tut, manchmal so versunken in sein Tun, dass das Essen warten muss, manchmal so wütend, dass er Dinge werfen muss und oft so zärtlich, dass er Zeldas Hand halten muss, sie küssen und sich rührend um sie kümmert, schon jetzt Schimpfwörter kennt, die die Große erst Jahre später mal hörte, geschweige denn aussprechen konnte. Eine starke Persönlichkeit, die seinen Platz hier gefunden hat und sich zu behaupten weiß. Ein wortgewandter, witziger kleiner Mensch.
Das erste Mal seit überhaupt, sind wir heute an einem Geburtstag nicht vollzählig gewesen. Tom fuhr gestern Morgen ins Schullandheim. Und als wäre das nicht schon anspruchsvoll genug bei der Planung, hatten die beiden Großen heute ihren langen Schultag und Emil wusste bis kurz vor knapp gar nicht recht, was er sich wünschte, überlegte immer wieder hin und her, mal wollte er das eine und dann wieder etwas anderes. Im Nachhinein hab ich mich geärgert, weil ich ihn so überfordert hatte mit soviel Freiraum zu entscheiden. Alles war sehr zerrissen und ich glaube, heute morgen gab es nach sehr unschönen Streit mit den Großen und dem Gefühl der Ungerechtigkeit etwas Schönes zu verpassen, sehr viele Tränen, so ein doofer Start. Aber wir kamen wieder zurück in die Spur und dank meiner lieben Schwiegermama waren wir mit dem Auto wenige Zeit später auf dem Weg in den Playmobil- Funpark. Der Papa blieb mit den zwei Kleinsten daheim. Und so verbrachten wir einen schönen Tag, wenn auch vorerst getrennt. Als wir dann zurück waren, aßen wir gemeinsam Kuchen und packten unsere Sachen für das Freibad. Als es schloss und alle zurück daheim sich in ihre Pyjamas geworfen hatten, durften sie noch einen Moment Zocken. So war das ganze heute dann doch noch ziemlich rund und ich habe Emil heute sehr viel lachen gesehen, das war mir das Allerallerwichtigste. Es war ein wirklich schöner Tag und ich werde auch mit einem Lächeln einschlafen, wir haben unser Bestes gegeben, das Gespräch gesucht, waren zusammen, haben gelacht und hatten viel Spaß! Ich werde gleich mit schönen Erinnerungen ins Bett gehen, von damalsP, von heute, ich denke an dieses eine Bild aus dem Kreisssaal, wie unendlich dankbar und glücklich ich war, als ich unser Kind im Arm hielt und heute fühl ich mich auch so, aber weniger haltend, mehr staunend und zutrauend, all das nehme ich mit in die Nacht, in meine Träume und freu mich auf das aktuell noch fehlende Kind morgen…

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