Postpartales

Es gibt Frauen, die sind froh, wenn sie denn Bauch endlich los sind. Ich
vermisse den Bauch. Eigentlich vermiss ich das Gefühl, dass ich damit
verbinde. Es war sehr schön. Vielleicht nicht die letzten Tage, aber die
Abende in der Wanne bei einem gutem Buch. Alles war im Fluss, ruhig,
man wartete eben auf ein Zeichen, den Start. Außerdem ging es mir im
Gegensatz zu anderen Schwangeren extrem gut, keine Schlafprobleme,
die Schmerzen mehr als erträglich- ich hatte es schon sehr gut. Die
Verwandschaft wartet auf das erste Foto der Geburtskarte, aber ich
möchte einfach nur mit Tom auf dem Sofa liegen und mich anlächeln
lassen, anstatt zu basteln. Ich hab auch schon mehr als genug Zeit
verschwendet, innerhalb des Frühwochenbetts, in den ersten 10 Tagen
waren Onkel & Tante von Nils hier, meine Eltern (zwei Tage), mein
Schwiegervater, unsere Friseurin und die Patentante von Noah, Nils
Schwester und nicht zu vergessen Schwiegermama jeden bis jeden
zweiten Tag. Ich habe ein Mini-Album für Zoe beklebt und eine Karte
für den KiGa und die Frauenarztpraxis fertig gemacht. Soviel Zeit
verschwendet. Ich bin natürlich auch gleich wieder rumgehüpft, so
wie die starken Nachwehen es eben zuließen. Gute Laune zu haben
ist gar nicht so leicht, ich bin eher traurig. Obwohl es sich so anfühlt
als wäre Tom schon immer hier gewesen, ist es kompliziert. Man hat
sich einfach ein Stück weit übernommen, würde ich sagen. Jetzt
mach ich mir Notizen, fürs nächste Mal. Dann ist man vielleicht klüger…

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2 Responses to “Postpartales”

  1. Manuela Says:

    Es ist so schön und liebevoll wie du schreibst …
    So eine Mama möchte ich auch mal sein.

    Lasst es euch gut gehen!

    LG
    Manuela

  2. KatjaW Says:

    Wir haben ja bis jetzt erst zwei, aber mir ging’s nach Idas Geburt so ähnlich wie dir. Erst fühlte ich mich total fit, war schnell wieder aus dem Krankenhaus zurück, wir hatten die Großeltern zu Besuch – und danach brach ich ein. Hatte die psychische Belastung oder Herausforderung der Geburt bzw. eher der Familienerweiterung unterschätzt. Zu sehen, wie verwirrt unsere kleine Große war, tat weh. In einem früheren Post hattest du glaub ich eine ähnliche Beobachtung bei Noah beschrieben. Aber nach und nach wird sich bestimmt alles finden.
    Bei uns gehen die meisten übrigens jetzt schon davon aus, dass „zwei ja reichen“. Soll’n se man. ;o)