Vorboten

Manchmal hat man Glück und Wochen, die man sich wahnsinnig stressig vorgestellt hat, entstressen sich selbst wie von Zauberhand- so war das letzte Woche. Und manchmal hat man Pech und ein doofer Tag, ist der Auftakt für weitere doofe Tage.

Am Montag Abend bei der Abschiedsfeier im Kindergarten war Emil schon super gnatschig. Naiv und optimistisch wie ich manchmal bin, dachte ich noch es läge eben am späten und kurzen Tagesschlaf und behielt ihn tapfer auf meinem Arm.
Es machte mir auch nichts aus, dass Emil den Abend mit uns verbrachte. Wir waren schon den ganzen Tag zusammen gewesen, dann eben jetzt auch noch.

Dann kam die Nacht und ich hatte das Gefühl, er wäre warm. Weil ich mir Sorgen machte taperte ich durchs Dunkel und suchte das Thermometer. Es zeigte unter der Achsel schon 38Grad.
Mitten in der Nacht lag ich da und ringte mit mir wegen der Tageskinder. Beiden absagen? Oder doch nicht? Ich erinnerte mich einfach zu gut an Vormittage mit kranken eigenen Kindern und gesunden oder angeschlagenen Tageskindern. Das könnte gewaltig daneben gehen.
Ich wollte den Morgen abwarten und musste so super kurzfristig den Tageskindereltern absagen.
Was nicht so gut klappte, denn gegen 8Uhr standen Mutter und Kind vor meiner Tür. Ich musste sie weg schicken. Emil war einfach schon den ganzen Morgen anhänglich.
Ich kuschelte mit ihm und holte mittags meine Kinder ab. Bekam unterwegs eine SMS. Eine Tageskindmama wünschte sich eine Krankschreibung meines Kindes für ihren Arbeitgeber. Ich war total durch den Wind, weil ich nicht mit Fieberkind und den gesunden Geschwistern im Bus durch die Gegend fahren wollte um Stunden beim Arzt zu sitzen. Mich verunsicherte das so sehr. Bisher hatte er keinerlei Symptome und ich hoffte auf einen Infekt, der durch viel Ruhe und Kuscheln vorbei gehen würde. Ruhe war für mich nicht im Bus umher zu fahren.
Ich versuchte mit Zoe zu Packen fürs Schullandheim. Was auch super gut klappte, sie ist halt doch schon sehr gross.
Ich bemerkte nachmittags eine Art Ausschlag bei Emil und beobachte ihn.
Gegen halb sechs war ich unruhig, weil Emil seine Zunge raus hängen liess, aber da war es zu spät. Der letzte Bus war nicht mehr zu schaffen um noch vor 18Uhr beim Arzt anzukommen.
Meine Unruhe blieb. Er wälzte sich hin und her und dazu der Ausschlag, dann sabberte er und schien Schmerzen im Mund zu haben. Wir wussten in unserer Stadt hätte heute niemand Bereitschaft und das wollte ich Emil nicht zumuten, im Fahrradanhänger herum gefahren zu werden zur nächsten Ort.
Aber Nils rief an und hörte es wäre zu 98% die Hand- Mund- Fuss- Krankheit, man könne nichts machen.

Da Emil sehr litt und ich noch unsicher war, auch weil er nicht mehr trank, fuhr ich am nächsten Morgen die Kinder nicht in den Kindergarten, sondern mit den Dreien zum Kinderarzt.
Dort bestätigte sich die Diagnose. Es hiess es wäre nichts Schlimmes. Ich als Mutter sah das etwas anders. Natürlich nichts lebensgefährliches, jedoch sah ich, wie es Emil ging. Und er litt. Es gab nochmal ein Rezept für Zäpfchen, leider keines für ein Mundgel. Ich fragte nach einer Krankschreibung, also war auch das vom Tisch.
Wir fuhren Heim und Emil schrie mittags eine ganze Weile bis das Schmerzmittel wirkte. Ich ging da schon auf dem Zahnfleisch. Irgendwie brachten wir den Nachmittag gut herum, abgesehen von einem Kind mit Ringelröteln, verschütteter Milch und Streit mit einem anderen Kind. Abends brachte ich alle Jungs ins Bett und vermisste Zoe.
Als Nils kam machten wir es uns gemütlich und knapp 1 1/2 Stunden nachdem Emil eingeschlafen war, weckte ich ihn (vermutlich) ausversehen und ab da schrie, wimmerte und weinte er bis kurz nach Mitternacht. Das war schlimm. Wir versuchten ihn nur zu halten oder davon abzuhalten sich den Kopf anzuhauen oder aus dem Bett zu fallen. Er wollte gefühlt einfach raus aus seiner Haut und weg krabbeln von den Schmerzen. Mein Herz war kaputt. Schliesslich war es nicht das erste Mal, dass er so krank war und so schrie. Irgendwann stillte er endlich, nachdem das Schmerzmittel irgendwann wirkte und wir noch Mundgel gegeben hatten und dann fiel er in einen tiefen Schlaf bis halb sechs.

Heute morgen jammerte er auch und ich hoffe immer die ganze Zeit, dass diese Pusteln sich zurück bilden und der Schmerz nach lässt. Ansonsten komme ich zu nichts. Eine liebste Freundin brachte mir heute die Kindergartenkinder und eine liebe Nachbarin sammelte Noah bei der Haltestelle ein. Jetzt hoffe ich gut den Nachmittag herum zu bekommen bis der allerliebste Mann nach Hause kommt.

4 Responses to “Vorboten”

  1. frl_mieke Says:

    Ich weiss gerade nicht, was ich sagen soll, außer dass ich Dir viel Kraft wünsche und Emil gute Besserung und dass ich mich so für Dich freue, wenn nächste Woche die Tageskindergeschichte endlich vorüber ist!
    Halt durch! Alles wird gut! Ganz bald schon …

  2. kassiopeia Says:

    Danke dir! So sehr!

    Und ich muss noch warten. Mein letzter Tag ist der 31.07. :) Noch 5 Tage. Dann ist Schluss.

  3. Dani Says:

    Ich fühlte mich gerade zurück versetzt, als meine Tochter die Hand-Fuß-Mund- Krankheit hatte… Wie du schon schreibst – laut Arzt nichts wildes, aber selten haben ich als Mutter so mit gelitten… Sie hatte auch kaum Ausschlag an den Händen und Füßen, dafür aber im Mund um so heftiger… Und das alles, als unser kleiner gerade mal 4 Wochen alt war… Das war ein Spagat….

    Ich wünsche dir viel viel Kraft, Emil (ach, ich finde den Namen ja so wundervoll) ganz schnelle gute Besserung!!!!!

  4. fishly Says:

    Dein armes Herz. Es ist schlimm, das eigene Kind so leiden zu sehen und nicht viel helfen zu können. Den Landheimaufenthalt deiner Tochter meisterst du aber tapfer. Für mich ist das noch so weit weg und kaum vorzustellen.