… nichts geht mehr …

Nachdem ich gestern unter Tränen einschlief und sehr frustriert war, wachte ich frisch und munter wieder auf, der letzte Tag der 38. Woche lag vor mir und im Herzen schwang so ein „dann eben nicht“.
Ich machte der Tochter noch die Haare und merkte schon beim Aufstehen aus der Sitzposition, wie mir der Schmerz nach unten schoß. Das Anziehen glich einer kleinen Odyssee, aber irgendwie schaffte ich es schleichend, manchmal inne haltend und unter Schmerzen noch zur Haltestelle, um die Schulkinder wegzubringen.
Zu Hause hoffte ich dann auf Besserung, wie es ja auch schon öfter der Fall gewesen war. Ich ließ es ruhig angehen, ganz bewusst, aß ein kleines Frühstück, nur Laufen ging nicht. Nicht ohne Schmerzen. Ich wurde fast verrückt. Heute, wo es mir soweit endlich mental besser geht, dann Schmerzen? Ich hielt engen Kontakt zum Mann, veratmete auch die eine oder andere Wehe, die in den letzten Tagen immer öfter oder sogar Stunden am Stück kommen und wieder gehen. Ich legte mich jammernd ins Bett, dort ließ es sich auch aushalten, aber sobald ich aufstand, weil Emil um mich herum wuselte, krümmte ich mich.
Ich hatte so ein unglaublich schlechtes Gewissen und fühlte mich so blöd, wegen so etwas den Mann heim zu holen, denn ich hatte ja keine regelmässigen Wehen. Aber es schoss so stark vorn und hinten im Unterleib und die Beine runter. Klar, der kleine Bauchmensch ist schwer, aber irgendwie liegt er ungünstig oder oder… Mein Plan war dann auf den Mann zu warten und in den Kreisssaal zu gehen, denn ich meinte mich zu erinnern, mal akkupunktiert worden zu sein wegen Rückschmerzen. Beim Ankündigen am Telefon sagte die nette Hebamme aber nur, dass sie zwar schauen könnte, ob die Geburt losgehe, aber machen könne sie gar nichts. Ich solle Schmerzmittel nehmen, hieß es und sie nannte mir auch gleich mal die tägliche Höchstdosis. Mit solchen Vorschlägen kann ich leider gar nichts anfangen. Ich versuche auf Medikamente soweit es geht zu verzichten, weil sie alle noch beim Kind landen, mir macht das kein gutes Gefühl und schon mal gar nicht den ganzen Tag über. Ich soll mich entspannen und ausruhen, vielleicht ein heißes Bad nehmen.
Das sind ja wirklich schön runde Vorschläge, aber selten zu realisieren, denn Mutterschutz fällt aus, obwohl ich in dieser Schwangerschaft wieder einmal merkte, wie traumhaft es wäre, der Mann könnte mich ohne finanzielle Einbußen schon vor der Geburt unterstützen, gerade in den letzten beschwerlichen Wochen. Final wurde die Hebamme witzig (mein Humor ist gerade manchmal unterwegs) und meinte, da würde nur eine Entbindung helfen… An den Satz, kaum gehört, konnte ich mich erinnern, den hatte ich schon einmal vernommen.
Nun gut, ich hatte heute ganz viel Zeit um Kraft zu sammeln für morgen und die kommenden Tage vielleicht auch noch, das Wochenende ist zum Greifen nahe und ich werde eventuell wenigstens für mittags und das Abholen und Einsammeln der Kinder eine Schmerztablette in Erwägung zu ziehen.
Fakt ist, die Frau Kassiopeia geht ein bißchen kaputt, sieht seltsam beim Laufen aus, krümmt sich hier und da, ohne dass ihr noch was peinlich sein könnte und veratmet Wehen immer öfter auch vor Freunden- ohne große Freude.
Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann mehr von diesem positiven emotionalen Gefühlen, dann sind es wirklich ab morgen „nur noch“ 14 Tage zum Termin, den ich hoffe nicht mehr zu erreichen wie in den letzten beiden Schwangerschaften, aber mein Gefühl sagt mir in dieser vor mir liegenden 39. Woche passiert jetzt nichts mehr, vielleicht hört dann das „Warten“ auch auf. Was gar nicht so einfach ist, dieses nicht immerzu in sich horchen, wenn man über Stunden regelmässige Wehen hat, aber bisher schätzte ich diese ja leider ganz gut ein…

Kurzfassung: Endlich geht es mir mental wieder besser, nur werden die Schmerzen schlimmer und machen etwas mürbe.

5 Responses to “… nichts geht mehr …”

  1. morgan Says:

    beim jüngsten („nur“ nummer 3 ;-)) wurde ich am schluss auch fast wahnsinnig – und dann ließ der kerl auch noch 6 tage auf sich warten.
    denke an dich und drücke die daumen! vor allem, dass euer anton sich etwas mehr beeilt!!!

  2. Ulli Says:

    Liebe Frau Kassiopeia, nach fast einem Jahr sind wir wieder „hier“ und kommen oft an den Trampolinen vorbei, wo wir uns getroffen haben (ich bin immer noch ganz fasziniert von diesem Zufall!). Immer denke ich an Sie und so oft schaue ich nach, ob es hier im Blog etwas Neues gibt. Ich schicke Ihnen ganz viel stärkende, warme Sonne, viel erfrischenden, heftigen Wind, das Gefühl von Sand und Wasser nicht nur an den Füßen und dieses Wissen des tiefen Gehaltenwerdens beim Blick auf das Wasser, sowie die Kraft der Wellen, die hier seit zwei Tagen ordentlich das Wasser an Land drücken. Für die kommenden Tage wünsche ich Ihnen ganz viel Kraft und Geduld – und werde immer wieder an Sie denken und Ihnen in Gedanken ein Stückchen von hier schicken! Herzlichst Ulli

  3. Emma Says:

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft für die letzten Tage. <3

  4. julia Says:

    <3 ich denk an dich.

  5. kassiopeia Says:

    @morgan: LALALA! Ich kann dich gar nicht hören! :) Obwohl beim Übertragen wenigstens meine Schwiegermama wieder hier wäre, die ist nämlich momentan noch im wohlverdienten Urlaub. Ich hoffe einfach, er ist so schnell wie die letzten zwei, ein paar Tage vorm Termin wäre ganz traumhaft.

    @ulli: Schön dich hier zu lesen! Ich denke auch viel an unsere Begegnung zurück! Und danke von Herzen für die lieben, aufbauenden, Kraft wünschenden Worte!!!

    @Emma: DANKE!

    @Julia: <3